Anjin-Do

Anjin-Do

Dienstag, 30. September 2014

Wenn Jodo Shinshu Buddhisten keine sogenannte Praxis haben, was bedeutet es in Bezug auf ihre Lebensführung?


Erst einmal, Jodo Shinshu Anhänger sind Buddhisten. Sie sind von der Lehre Shakyamuni Buddhas überzeugt und die Tradition ist verwurzelt im Mahayana Buddhismus. Die vier edlen Wahrheiten, auch der achtfache Pfad sind für sie von essenzieller Bedeutung. Diese Wahrheiten zu kennen und sich damit auseinander zu setzen ist sehr wichtig. Warum? Nun, Shinran Shonin sagte, dass nur weil es ein Gegengift, nämlich das Nembutsu gibt, sollen wir nicht wissentlich Gift zu uns nehmen. Die vier edlen Wahrheiten sollten von uns als Spiegel genutzt werden, in dem wir unser Leben und unsere Verhaltensweisen betrachten. Wo immer es uns möglich ist, sollten wir den Anweisungen des Buddhas folgen und unser Leben danach ausrichten. Auch die Sila, wenn auch nicht direkt gelobt und versprochen, gelten für Shinbuddhisten. Nicht töten oder verletzen, nicht stehlen, loyal sein, rechte Rede führen und geist trübende Substanzen vermeiden hilft, Schaden für uns selber und andere zu vermeiden. Was aber ist denn dann so anders? Anders ist, dass wir immer wieder feststellen müssen, dass wir nicht in der Lage sind, zu jeder Zeit mit unserem Verhalten den Anweisungen Buddhas zu folgen. Täglich fehlen wir in Bezug auf Buddhas Lehren und wir werden uns dieser Unzulänglichkeit bewusst. Auch wenn wir uns noch so sehr bemühen, so geht doch irgendetwas immer wieder in die falsche Richtung, weil unser Ego seinen eigenen Weg gehen will. Gier, Hass und Verblendung sind stark in uns und wenn wir ehrlich sind, geben wir diesen Giften auch dann noch nach, selbst wenn wir uns im Vorfeld dessen bewusst sind. Jeder kann das einmal versuchen, bei sich selber festzustellen. Dennoch, wir versuchen die Grundlehren zu beachten und uns danach zu richten. Wenn wir dann wieder einmal daneben liegen, haben wir besonderen Grund zur Dankbarkeit für das Grundgelübde Amida Buddhas, der versprochen hat, selbst Jene bzw. gerade Jene in sein Reines Land zu holen, wenn man voll Vertrauen das Nembutsu spricht und in Buddhas Gelübdekraft vertraut. Namu Amida Butsu

Montag, 29. September 2014

Was ist es, was Jodo Shinshu ausmacht?


Im großen Amida Sutra findet sich folgende Erzählung.
Dharmakara Bodhisvattva war Schüler des Lokeshvararasha Buddhas. Dieser Buddha lehrte den Dharma und sein Schüler Dharmakara entwickelte den Erleuchtungsgeist und nahm sich vor, zum Wohle aller Wesen, ebenso ein Buddha zu werden. So bat er seinen Meister ihm alle Buddhaländer zu zeigen und ihm alle Lehren zu vermitteln. Als Dharmakara Bodhisattva alle Buddhaländer betrachtet hatte, stellte er fest, dass ein jeder Buddha und jedes Reine Land seine Voraussetzungen hatte und nur jene dort hingeboren werden konnten, die diese Voraussetzungen erfüllten. So beschloß der Bodhisattva ein Reines Land zu errichten, wo alle Lebewesen, ohne Voraussetzungen Aufnahme finden würden. So kam es, dass Dharmakara 48. Gelübde vor seinem Buddha ablegte und gelobte, nicht eher zu ruhen,bis er diese erfüllt habe. Weiterhin erzählt das Sutra, dass Dharmakara Kalpas brauchte, um all diese Gelübde zu erfüllen. In dieser Zeit sammelte er unermesslich viele Verdienste an und bewahrte sie zum Wohle aller Wesen. Als Dharmakara letztlich die Erleuchtung erlangte und zu Amida Buddha wurde, hatte er alle 48 Gelübde erfüllt und sein Verdienst-Speicher war gefüllt für alle Zeiten. Im 18. Gelübde versprach Dharmakara Bodhisattva, all jene dereinst in sein Reines Land aufzunehmen, die sich dorthin geboren zu werden wünschen und die vielleicht nur bis zu zehn Mal seinen Namen aussprechen. Ein Gelübde, dass in sich nichts weiter verlangt, als das Vertrauen in dessen Wahrheitsgehalt und in die Kraft dieses Gelübdes. Das ist es, worauf Jodo Shinshu abzielt. Auch andere Schulen des Amida Buddhismus vertrauen auf die 48 Gelübde und dies beinhaltet auch meditative und nicht meditative Übungen. Nur im 18. Gelübde finden wir die Zusage Dharmakaras, der später zu Amida Buddha wurde, dass wir zu keiner Übung fähig zu sein brauchen und dennoch in sein Reines Land hingeboren werden, wenn wir voll Vertrauen in dieses Gelübde den Namen Amida Buddhas aussprechen. Honen Shonin und sein Schüler Shinran Shonin haben dieses Gelübde besonders hervorgehoben und die anderen Gelübde als vorläufige Gelübde betrachtet. Was bedeutet das? In unserer Tradition wird gesagt, dass im Hongan(18.Gelübde) und im Namen (Namu Amida Butsu) alle Verdienste zur Hingeburt ins Reine Land enthalten sind. Kein negatives Karma, keine Hindernisse können unsere Hingeburt beeinträchtigen, wenn wir voll Vertrauen das Namu Amida Butsu aussprechen und dem 18. Gelübde unbedingtes Vertrauen schenken. Dies ist aus menschlicher Sicht nicht einfach, denn wir versuchen immer alles selber zu regeln oder zu kontrollieren. Das aber, so heißt es, hat der Buddha bereits im Vorfeld geahnt und so ist Shinjin (das vertrauende Herz ) ein Geschenk des Amida Buddha selbst. Wenn wir also Namu Amida Butsu sagen, so spricht eigentlich Amida Buddha selber durch uns und ruft uns simultan dazu auf, seinem Gelübde zu vertrauen und den Weg des Nembutsu unbeirrt zu gehen. Namu Amida Butsu, der Namensruf enthält alle Praxis, alle Verdienstübertragung und alle Befreiungskraft. Dies ist die Überzeugung der Jodo Shinshu Lehre. "Namu" ist unser Part und bedeutet, das wir Zuflucht nehmen, "Amida Butsu" ist die Praxis, die vom Buddha ausgeht, beziehungsweise bereits für uns vollendet ist. Honen Shonin lehrte: "Sag das Nembutsu und sei von Amida gerettet". Shinjin ( das vertrauende Herz) kann dabei in diesem Leben bereits erfahren werden,wenn wir bereit sind uns ganz dem 18. Gelübde zu überlassen und voll Zuversicht und mit Freude dem "Namu Amida Butsu" in unserem Leben eine ganz besonderen Platz einräumen. Dies ist eine sehr vereinfachte und kompakte Erläuterung unseres Weges. Aber vielleicht hilft es, unseren Weg des Nembutsu besser zu verstehen.

Sonntag, 28. September 2014

Liebe Freunde,
Prof. Shigaraki Takamaro
1929 - 2014
gestern erreichte uns die traurige Nachricht, dass Prof. Takamaro Shigaraki diese Saha Welt verlassen hat und ins Reine Land gewechselt ist. Prof. Shigaraki war Autor des Buches "Sogar der Gute wird erlöst", was viele von uns in Deutsch gelesen haben. Zur 750 Jahr Feier hatte die deutsche Gemeinschaft die Ehre, Prof. Shigaraki persönlich kennen zu lernen. Nach einer Andacht durften wir ihm Fragen zur Jodo Shinshu Lehre stellen und danach besuchten wir mit ihm ein traditionelles japanisches Restaurant. Shigaraki Sensei gab uns die große Ehre, den Namen Amida Buddha auf eine Myogo Schriftrolle zu kalligraphieren, die wir heute im Anjin-Do in Ehren aufbewahren. Das Treffen und dieses wertvolle Geschenk entsprangen dem Wunsch von Shigaraki Sensei und somit hat er der Deutschen Gemeinschaft seine ausdrückliche Verbundenheit bewiesen. Heute wird in seinem Heimat Tempel die Totenandacht für Sensei gehalten und Morgen erfolgt dann die Beisetzung. Mit seinem Ableben verliert die ganze Jodo Shinshu Gemeinschaft einen herausragenden buddhistischen Scholastiker, Lehrer und Dharmafreund. Wir werden seiner stets gedenken und sind davon überzeugt, dass Prof. Shigaraki nun im Reinen Land auch weiterhin den Wesen den Weg des Buddha Dharma weisen wird. In Gassho Rev. Chisho Frank Kobs
Namo Amida Butsu