Anjin-Do

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Donnerstag, 17. Juli 2014

Wahres Vertrauen

Etwas für auf den Weg in den Tag 
Muss ja auch nicht gleich Heute der Fall sein, aber so grundsätzlich wird es früher oder später eintreten. Wenn man sich darüber im Klaren ist, wird einem die Dringlichkeit der Zuflucht zum Buddha doch etwas bewusster.
Auszug aus:
Hymnen vom wahren Vertrauen von Rev. Zuiken Saizo Inagaki
(Übersetzung von G.Kell) S. 15, 16
Wie eine Zwiebel bestehe ich aus nichts weiter
als aus Hautschichten ohne einen Kern darin.
Ich habe mein ganzes Leben lang darum gekämpft,
diesen Kern, mein wahres Selbst, zu finden.
Habe ich irgendetwas entdeckt?
Amida hat mich bis zur letzten Hautschicht entblößt.
Wo bin ich?
Ein Frühlingslüftchen weht sanft über das grüne Feld.
Ich bin dazu bestimmt, zu sterben;
Eines Tages wird der Tod an mich herantreten.
Amida ist mein Vater und meine Mutter;
Er wacht über mich, beschützt mich und wartet auf mich.
Wie in der Morgensonne
ein Tautropfen auf dem Grashalm schnell vergeht,
So wird auch mein Leben sehr bald beendet sein.
Dann wird mich die Glückseligkeit der Unendlichkeit umgeben,
in Amidas Land, das meine wahre Heimat ist.
NAMU AMIDA BUTSU

Mögen alle frei von Leiden sein

Gerade in den letzten Tagen erreichen uns wieder furchtbare Kriegsbilder aus allen Teilen dieser Welt. Seit mehr als dreißig Jahren bekämpfen sich Israel und Palästina und sie finden einfach keine Ruhe. Aber es gibt noch so viele andere Kriegsregionen in dieser Welt und Millionen von Menschen leiden fürchterlich. Nach den Worten des Buddha, beginnt jeder Krieg in unserem Geist und in unseren Herzen. Auch wenn wir hier vielleicht nicht unmittelbar von all dem Leiden betroffen sind, so können wir doch zum Frieden in der Welt beitragen. Lassen wir nicht zu, dass all diese Gewalt und all dieser Zorn auch in unseren Geist und in unsere Herzen einziehen oder sie uns gleichgültig machen Versuchen wir nicht parteiisch zu sein, denn das Leid der Menschen ist immer auf beiden Seiten zu finden. Hass und Gier bilden sich so leicht, selbst in unserem Alltag. Bemühen wir uns um das Gegenteil und wünschen wir uns von Herzen, dass Frieden, wo auch immer, einkehren möge. Es mag nicht viel sein, was wir da tun können, aber vielleicht wird es in unserem Umfeld etwas friedlicher, harmonischer und vor allen Dingen mitfühlender. Jeder der sich täglich etwas darum bemüht, Hass und Gier im eigenen Geist zu zügeln, trägt dazu bei, diese Welt etwas besser zu machen. Mögen all Wesen, wo immer sie auch sein mögen, frei von allen Leiden sein oder werden. Namo Amida Butsu

Dienstag, 8. Juli 2014

Der edle achtfache Pfad

Liebe Freunde, diesen Beitrag von Genpo Döring würde ich gerne mit Euch teilen. Hier wird der edle achtfache Pfad sehr präzise beschrieben und seine Bedeutung ist auch in der heutigen Zeit von unschätzbaren Wert. Als Jodo Shin Anhänger mag man anmerken, dass es doch mit sehr viel Eigenkraft zu tun hat und Jiriki hier im Vordergrund steht. Tatsache ist aber auch, dass dies der Buddha Shakyamuni gelehrt hat und für Millionen von Buddhisten von großer Bedeutung ist und sie sich bemühen dem Pfad zu folgen. Im "Namu Amida Butsu" ist der ganze Pfad enthalten und so sprechen wir Nembutsu aus Dankbarkeit für die Verdienstübertragung des Amida Buddha. In der persönlichen Erkenntnis, dass der Anspruch des Pfades meine Fähigkeiten übersteigt, bleibt doch die Hochachtung für jeden Übenden, der sich auf diesen edlen Pfad begibt und übt. In Gassho
Der Edle Achtfache Pfad
Dieser Pfad, den der Buddha als Leitlinie zur Erkenntnis und zur Loslösung vom Daseinszwang erläutert hat, umfasst die Grundlagen einer ethisch einwandfreien Lebensführung ebenso wie die tiefsten Einblicke in die Welt-Zusammenhänge und die Praxis der Geist-Gemütsberuhigung.
1. Rechte Einsicht, Verstehen
Wer die Warheit vom Werden-Vergehen völlig verstanden hat, der wird vom Vertrauen in die Buddhalehre erfasst. Die rechte Anschauung oder die klarsichtige Durchschauung der Zusammenhänge zwischen Vergänglichkeit, Unerfreulichkeit und Substanzlosigkeit des Daseins führt zur erkennenden Freiwerdung vom Leiden.
2. Rechtes Denken, Absicht
Selbstlose, hasslose freundliche und friedfertige Gesinnung ist die Folge der rechten Erkenntnis und Anschauung. Das innerliche Gedankenfassen wird beruhigt. Gedanken, Äußerungen und Handlungen werden achtsam klar beobachtet. Ihnen wird nicht mehr das gewohnte Gewicht der Bedeutung beigemessen.
3. Rechte Rede
Wer durch rechte Anschauung und rechte Gesinnung seine Gedanken in förderliche Richtung gelenkt hat, der nimmt Abstand von roher und verletzender Rede, von Lüge und Betrug, von gedankenloser Schwatzhaftigkeit. Seine Rede wird klar, eindeutig, verständlich und mild.
4. Rechtes Handeln
Wer sich in rechter Anschauung, rechter Gesinnung, rechter Rede geübt hat, dessen Handlungen und Taten werden sich verändern. Das Verletzen oder Töten anderer Wesen, das Quälen und Beleidigen, das Ausschweifen oder das Berauschen wird nicht mehr geschehen. Freigiebig und hilfreich wird der Erkennende handeln.
5. Rechter Lebenserwerb
Herstellung, Handel und Gebrauch von Waffen und Drogen sowie der Missbrauch von Tieren sind ausgeschlossen. Kein Schädigen anderer Wesen wird mehr möglich sein. Fürsorge für alle Mitwesen tritt an die Stelle von rücksichtslosem, selbstsüchtigen Streben.
6. Rechte Bemühung
Übles, Unheilsames, das in uns aufsteigt, wird erkannt und abgewendet, noch nicht aufgestiegenes verhindert.
Gutes, Heilsames wird gefördert. Mit Mut und Tatkraft, voll Vertrauen in die Wahrheit wird der Weg gegangen.
7. Rechte Achtsamkeit
Klar, besonnen und aufmerksam werden die Vorgänge im Körperlichen beobachtet, werden die aufsteigenden Gefühle analysiert und begleitet, werden die Gedanken betrachtet, wie sie in endloser Schar aufsteigen und verschwinden, wird die Welt der Wesen und Dinge be-obachtet, wie sie entstehen und wieder vergehen. Wer die Vergänglichkeit und die Substanzlosigkeit auch nur einen Augenblick lang durchschaut hat, der wird frei.
8. Rechte Konzentration, Sammlung
Nach völligem Durchdringen des eigenen Wesens und nach Klärung von Gedanken, Sprache, Taten und Lebensführung wird durch rechtes Bemühen in rechter Achtsamkeit der Geist in meditativer Betrachtung gestillt. Durch vertiefte Geisteskonzentration kommt es zur Stillung des Gemütes, zur unerschütterlichen Gemütsberuhigung in einem Bereich, in welchem Worte nichts mehr beschreiben können.