Anjin-Do

Anjin-Do

Mittwoch, 25. Juli 2012

Visit to Anjin-Do

Dear Dharma Friends,

Preceding the 16th European Shin Conference (August 31st to September 2nd, 2012) we would like to invite you to the Jodo Shinshu Center Anjin-Do in Mönchengladbach/Germany. Quite a few friends have expressed their wish to come and visit the newly established Main Centre in Germany. As the program of the ESC16 does not leave much time in between, we would be happy to welcome you on Thursday afternoon the 30th August 2012.

On this occasion we will use the time to openly discuss the European Sangha issues and make plans for the future. All European Shinshu friends are invited to contribute to this discussion with their ideas, thoughts and wishes.

Mönchengladbach/Rheydt is easily accessible by train from Düsseldorf Railway station within thirty Minutes. From Mönchengladbach/Rheydt Station it is only a few minutes walk to the Center.

A casual time slice:

14:00 h welcome and service (Sambutsuge)
14:30 h – 15:30 h discussion
15:30 h Coffee / Tee time
16:00 h – 17:00 h discussion and summary
17:30 h Service and End (Juseige)

Common initiative from the German sangha and the Belgian sangha
Chisho Frank Kobs and Daijo Fons Martens

Sonntag, 22. Juli 2012

Sangha Treffen im Anjin-Do und EKO-Haus

Liebe Freunde im Dharma,

am kommenden Sonntag haben wir unseren monatlichen Dharma Sonntag.
Es ist für uns eine besondere Freude, dass Prof. Rev. Toshikazu Arai am Samstag im Anjin-Do eintreffen wird. Arai Sensei wird vier Wochen in Deutschland sein und auch der ESC beiwohnen. Heute erhielt ich eine Mail von Prof. Rev. Arai, dass er gerne mit uns über die Lehre sprechen möchte und sich darauf freut, die Sangha Mitglieder vor Ort kennen zu lernen. Prof. Arai ist Autor vieler Bücher, die sich mit der Jodo Shinshu Lehre beschäftigen, besonders mit dem Tannisho. Dank des freundlichen Angebotes von Arai Sensei haben wir also die Möglichkeit, uns mit ihm über die Jodo Shinshu Lehre auszutauschen und ihm als international bekannten Lehrer zuhören zu können.
Auch möchte ich darauf hinweisen, dass wir anlässlich des Besuches von Prof. Arai jeden weiteren Samstag Abend bis zur ESC eine Abendandacht halten möchten.

Gerne möchte ich auch nochmal auf die Abendandachten im EKO-Haus hinweisen. Sie finden jeden Donnerstag um 18:00 Uhr in der Priesterwohnung des Hauses statt.

Abschließend möchte ich nochmal darauf aufmerksam machen, dass die anstehende ESC eine seltene Gelegenheit ist, internationale und europäische Freunde kennen zu lernen, sich mit ihnen auszutauschen und von einander zu lernen. Das Thema der Konferenz ist “die Wichtigkeit der Sangha”.

So würde ich mich nun freuen, viele Freunde des Anjin-Do und des EKO-Hauses am kommenden Sonntag um 14:00 Uhr im Anjin-Do begrüßen zu können.


Mit lieben Grüßen im Dharma

Gassho
Frank Kobs

Montag, 9. Juli 2012

Erinnerungen an den Shin - Tempel in Berlin


von Prof. Takeo Ashizu

1961 war ein unvergessliches Jahr für die Berliner. Am Morgen des 13. August wurde die Verkehrsverbindung zwischen Ost- und Westberlin durch die ostdeutsche Regierung einseitig abgeschnitten. In nur wenigen Tagen wurde entlang der Grenzlinie die berüchtigte Mauer erbaut. Vorher, im März desselben Jahres, als die Zeitungen täglich über die Massenflucht der Ostdeutschen in den Westsektor der Stadt berichteten, brachte der TAGESSPIEGEL eine kurze Notiz, welche wahrscheinlich der Aufmerksamkeit der meisten Leser entging:

„ Buddhistische Kapelle! „
„ Kürzlich wurde in der Brentano Straße 53, Nähe Breitenbachplatz. eine buddhistische Kapelle errichtet. Bisher befand sich dort ein Lebensmittelgeschäft. Anhänger der Jodo-Shinshu Tradition, des japanischen Reine Land Buddhismus, treffen sich dort nun regelmäßig. Zusammen mit dem Buddhistischen Tempel in Frohnau und der Kapelle in Lübars hat die Berliner Buddhistische Vereinigung, deren Mitgliederzahl ungefähr 400 Personen umfasst, nun einen dritten Versammlungsplatz. „ (20.3.61)
Der Buddhistische Tempel in Frohnau im Norden Berlins war von Dr. Paul Dahlke (gestorben 1928) erbaut worden, und seit 1958 im Besitz der Ceylonesischen Buddhistischen Gemeinschaft. Ich wusste sehr wenig über die Kapelle in Lübars, aber ich bin sicher, dass sie auch den Singhalese Theravada Buddhisten gehörte.

Der 16 Mai war der Tag, auf den die Berliner Shin Anhänger so lange gewartet hatten. Reverend Piepers Anstrengungen hatten ihren Traum von einem eigenen Versammlungsplatz Wirklichkeit werden lassen. Der Tempel lag in einer Straße mit Geschäften und einem Friseur gleich nebenan. Es war ein kleines Gebäude mit nur einem Raum, ungefähr 20 qm groß, ausgestattet mit ca. 20 Stühlen. In der Mitte eine kleine Statue von Amida Buddha und im Hintergrund hing eine Schriftrolle von Shinran Shonin. An der Einweihungszeremonie, die um 8 Uhr abends begann, nahmen zehn Personen teil. Ich war der einzige japanische Anwesende. Nachdem buddhistische Musik von einer Kassette gespielt worden war, die der Nishi Hongwanji Tempel in Kyoto geschickt hatte, wurde das Shoshinge in Japanisch gesungen und eine Shin – Andacht nach deutschem Ritus gehalten. Dann folgten Reverend Piepers Grüße und ein Dharmagespräch. Nach der Zeremonie wurde bekanntgegeben, dass nun regelmäßig Andachten an jedem 2. und 4. Sonntag früh abgehalten werden. Studien- und Gesprächsgruppen sollten jeden 1. und 3. Freitag im Monat am Abend stattfinden. An jenem Abend traf ich zwei führende Mitglieder der Vereinigung: den 70- jährigen Rechtsanwalt Oskar Neumann und Karl Heinz Kupfer, den Eigentümer eines Buchladens.

( Anm. Karl – Heinz Kupfer war Ehrenmitglied der Jodo Shinshu Gemeinschaft im Shin-Do- Tempel in Bad Reichenhall. )

Ich war von Oktober 1960 bis März 1962 in Berlin. In dieser Zeit bekam ich die Möglichkeit, mittels eines Stipendiums der deutschen Regierung, meine Forschung über die deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin zu betreiben,. Da ich, ein Priester des Nishi Hongwanji, gleichzeitig einen Lehrstuhl an der Universität in Kyoto hielt, beauftragte mich der damalige Abt Lord Kosho Ohtani Kontakt mit Reverend Pieper und Mitgliedern seiner Gruppe aufzunehmen. Es wurde mir gesagt, ich solle ihnen jede erbetene Hilfe zukommen lassen. So überbrachte ich Reverend Pieper auch eine Nachricht von Kosho Ohtani, welcher ihn für das folgende Jahr nach Kyoto einlud, um als Repräsentant der Europäischen Shin Vereinigung an der 700- Jahrfeier zum Tode von Shinran Shonin teilzunehmen.

Am 23. Oktober 1960, kurz nach meiner Ankunft in Berlin, stattete ich Reverend Pieper meinen ersten Besuch in seiner Wohnung in Steglitz ab. Als ich ihm die Nachricht Kosho Ohtanis übermittelte, drückte er seinen Dank für die Einladung aus, lehnte aber aus zwei Gründen ab: Erstens erlaubte ihm seine Arbeit als Dolmetscher bei der amerikanischen Armee keine Abwesenheit während der Zeit in der die Gedenkfeierlichkeiten stattfinden sollten, und zweitens konnte er aufgrund seiner schwachen Gesundheit keine längere Reise unternehmen. Meine Versuche ihn doch noch zur Annahme der Einladung zu überreden, blieben fruchtlos. Es dauerte nicht lange, bis ich einen dritten Grund für seine Ablehnung herausfand. Er hatte die Absicht einen Shin -Andachtsraum einzurichten. Dazu war er auf der Suche nach einem passenden Gebäude, das er mieten wollte. Er versuchte Geld für diese Idee aufzubringen, immer in der Hoffnung diesen ersten Shin Treffpunkt in Europa im Frühling des kommenden Jahres, zeitgleich mit den Feierlichkeiten in Kyoto, eröffnen zu können. Einem Mann von aufrichtigem Vertrauen und voll Verantwortlichkeit, wie Reverend Pieper einer war, schien es wichtiger zu sein einen Tempel, wie klein auch immer er sein mochte, in Berlin einzurichten, als sich selbst als Ehrengast in Kyoto feiern zu lassen.

Die Erinnerung an den kleinen Shin - Tempel in der Brentanostraße und an diejenigen, welche sich dort zusammenfanden, blüht wieder auf wenn ich die Seiten meines Tagebuches zurückblättere:

„“ 9 April 1961 Sonntag): Schön. Nach drei -wöchigem Herumreisen in Westdeutschland begab ich mich zum sonntäglichen Treff, erstaunt, den Tempel voll mit Leuten anzutreffen. Da waren über ein Dutzend Besucher aus Hamburg, angeführt vom Präsidenten der Hamburger Buddhistischen Vereinigung. Reverend Pieper war wegen Krankheit abwesend, also begrüßte Herr Neumann die Gäste. Ich rezitierte das Amida Sutra und hielt einen improvisierten Dharma - Vortrag. „“
„“14 Mai 1961 (Sonntag): Nur 5 Personen waren während des Meetings anwesend. -- am Nachmittag ging ich zum buddhistischen Tempel in Frohnau, wo die Vesakh Feier abgehalten wurde. Mehr als hundert Leute überfluteten die Halle, einschließlich der Botschafter von Ceylon und Thailand. ---- Höchst erstaunt über die herrliche, im indischen Stil gehaltene Halle und einem großen Garten. Unser Shin -Tempel war kein Vergleich zu diesem! „“

„“15 September 1961 (Freitag): Die Diskussionsrunde begann um 8 Uhr abends. Wir tauschten Ansichten darüber aus, wie wir 'NAMU AMIDA BUTSU' am besten übersetzen könnten, um die darin enthaltene Essenz der Shin – Lehre für Deutsche verständlich zu machen. Wir kamen zu keinem Ergebnis. „“
„“30 Sept.1961 (Samstag): Einladung in Herrn Neumanns Haus mit Rev. Pieper und Herrn Kupfer. Dank Bier und Cognac öffneten wir unsere Herzen und sprachen frank und frei miteinander. Gemeinsam war ihnen eine gewisse Unzufriedenheit mit der christlichen Lehre, welche sie zum Buddhismus geführt hatte. "Wie"? führte Rev. Pieper aus, „konnte der Gott der Liebe sich wandeln zu einem Gott des Zorns im Christentum? Der Buddhismus dagegen betont nachdrücklich Buddhas absolutes Mitgefühl.“ „Innerhalb derselben buddhistischen Lehre, sind wir jedoch auch nicht ganz zufrieden mit dem Theravada Buddhismus, welcher sich hauptsächlich auf Meditation konzentriert. Zen, auf der anderen Seite, ist zu hart für gewöhnliche Leute. Die einzige Form von Buddhismus, welche wirklich für uns zugänglich ist,“ fuhr Rev. Pieper fort, "ist Jodo Shinshu. Nur sie spricht über das absolute Vertrauen in Amida Buddha."
Ich war tief beeindruckt von seinem aufrichtigen Glauben. „“

„“ 8 Dez.1961 (Freitag): Die Bodhitagsfeier fand um 8 Uhr abends statt. Auf Bitten der Mitglieder sang ich das Junirai (die 12 Anrufungen). 2 junge Mitglieder beteiligten sich aktiv. Herr B. leitete die Andacht und Herr S. rezitierte ein Kapitel aus dem Tannisho. Die ganze Feier wurde auf Band aufgenommen und so wurde mir gesagt, dieses würde an die buddhistische Gesellschaft in Wien geschickt. In der Nacht fiel die Temperatur auf 10 Grad minus. -- Ich hastete in der Kälte zurück nach Hause. „“
„“ 23 Februar 1962 (Freitag) : Ein wichtiges Treffen war angesetzt. Rev. Pieper, Herr Neumann und Herr Kupfer luden mich dazu ein. Die finanzielle Situation hatte sich verschlechtert und die Gemeinschaft war nun 600 DM in den roten Zahlen. Eine eilige Bitte um Hilfe wurde an Frau von Maltzan und die 'Doitso Nembutsu Tomonokai' (Deutsche Nembutsu Freundschaftgruppe in Hawaii) geschickt. Man bat um Unterstützung des Tempels.
„“ 8 März, 1962 (Donnerstag): Vier leitende Mitglieder der Gemeinschaft gaben eine Abschiedsparty für mich in Herrn Neumanns Haus. Sie baten mich, eine Botschaft mit nach Kyoto zu nehmen.
Erstens: Es ist extrem schwierig einen Shin - Versammlungsort in Europa aufrecht zu erhalten. Die Miete, Steuern, Stromrechnungen usw. müssen aus den Beiträgen und Spenden der Mitglieder, sowie durch Spenden von außerhalb des Landes aufgebracht werden.

Zweitens: Viele Schwierigkeiten begleiten die Aufgabe SHIN in Deutschland zu verbreiten. Die meisten der Buddhisten hier gehören der Singhalese- Richtung des Theravada an. Da sie Nirvana durch Meditation zu erreichen versuchen, bedeutet Buddhismus für sie eine Religion der Philosophie und Praxis und sogar der Psychotherapie. Sie sind in gewissem Maße geistesverwandt mit der ZEN – Praxis. Aber die Nembutsu - Lehre welche das Vertrauen in Amida Buddha betont wird generell als "unbuddhistisch" angesehen. Wenn wir, was wir tun sollten, den Vertrauensaspekt hervorheben, werden uns diese Leute das widerlegen und sagen, die Christliche Lehre hat das Element des Glaubens bereits.
Drittens: Wir brauchen einen japanischen Shin – Gelehrten der Nembutsu – Lehre, der ein gutes Verständnis für europäische Kultur besitzt. Es ist unbedingt erforderlich, dass eine solche Person in Berlin lebt um uns zu führen.

Zu der Zeit, als sich die Jodo-Shinshu Vereinigung in der finanziellen Krise befand, verließ ich Berlin nach einem 18-monatigen Aufenthalt und fühlte mich schuldig, dass ich nicht fähig war, den Mitgliedern so zu helfen wie ich es mir gewünscht hätte.

Im Sommer 1970 hatte ich die Möglichkeit, Berlin wieder zu besuchen. Der Versammlungsort war von der Brentanostraße in das Kellergeschoß von Herrn Neumanns Haus verlegt worden. Herr Neumann selbst war seit einigen Jahren tot, und Herr Kupfer war nach Westdeutschland gezogen. Es war jedoch ein großes Vergnügen Herrn Dr. Valentin von Maltzan wiederzutreffen, welchen ich am Riegsee, südlich von München im Jahre 1961 kennengelernt hatte. Er sagte mir, er wäre nach Berlin gekommen, um eine Kinderklinik zu eröffnen und gleich-zeitig als Herrn Piepers Sekretär zu arbeiten. Als ich Rev. Pieper am Versammlungsort traf, überreicht er mir eine Kopie seiner deutschen Übersetzung des Shoshinge. Noch einmal, im Frühherbst 1976 besuchte ich Berlin kurz. Ich war traurig Rev. Pieper in fortgeschrittenem Alter und bei gar nicht guter Gesundheit anzutreffen. Ich ahnte jedoch nicht, dass ich ihn zum letzten Mal lebend sehen würde.

Ich besitze zwei kostbare Dinge, welche mich an Rev. Pieper erinnern. Eines ist eine Kopie des Andachtsbuches, welches er zusammen-gestellt hatte und das bei den Treffen in der Brentanostraße benutzt wurde. Das andere sind verschiedene Entwurfsblätter auf denen Teile seiner Übersetzung des Shoshinge geschrieben stehen. Am Ende der Übersetzung ist in seiner Handschrift ' Namandabu' hinzugefügt. Ich erinnere mich genau, dass am Eingang des Tempels in der Brentanostraße das erste Kapitel des Tannisho (in einer Übersetzung von Professor E. Ikeyama) hing:

„Wenn wir glauben, dass wir durch das Wunder des "Gelübdes" Amidas gerettet werden und dadurch die "Hingeburt" erreichen können, und wenn demzufolge in uns der Gedanke aufsteigt, "Nembutsu" auszusprechen, bereits dann lässt er uns die Gnade der "Aufnahme und des Niewiederverlassens" zuteilwerden.“
Dies war Shinrans Botschaft an die ganze Menschheit und ich betrachte sie als Rev. Piepers aufrichtige Botschaft an seine Weggefährten.

Namu Amida Butsu

(aus dem Englischen übertragen von Manfred Haack)

Dienstag, 3. Juli 2012

Deutsche Buddhistische Union (DBU)

lädt ein zum Seminar


Denken, Reden, Handeln und die Folgen

Über Eigenverantwortlichkeit im Sinne des Buddha

(Modul Ethik und Karma)



Referenten: Akincano & Alexander Berzin

vom 7.- 9. Sept. 12 im Bodhicharya-Zentrum, Berlin Friedrichshain



Entsprechend der Prinzipien des Karma ist unser Unglück das Resultat von früher verübten unguten Taten oder destruktivem Verhalten und Glück resultiert aus konstruktivem Verhalten. Ob unser Denken, Reden und Tun destruktive oder konstruktive Auswirkungen hat, hängt von unserem Geisteszustand und unserer Motivation ab, also auch davon, inwieweit uns noch negative Emotionen bestimmen. Dieses Modul wird die vielfältigen Facetten der Verbindung von Karma und Ethik im Buddhismus untersuchen.


Weitere Themenbereiche:

● Buddhistische Ethik als eine der höheren Schulungen von Ethik, Konzentration und Weisheit

● Wirkungen des Karma entstehen entsprechend dem philosophischen Gesetz des Abhängigen Entstehens, dies steht im Gegensatt zu anderen Sichtweisen des Nihilismus (Entstehung von Glück und Leid durch Zufall und Willkür) oder Eternalismus (Bestimmung durch einen Gott).

● Die Ausdrücke Karma (Handlung), Sila (ethisches Verhalten), Vinaya (Zähmen); der Geistesfaktor Wille, Funktion von Motivation; Definition von heilsamen, unheilsamen und neutralen Handlungen; Aspekte des Karmagesetzes, körperliche, sprachliche und geistige Handlungen u.a.m.

● Tugenden (Geduld, Genügsamkeit, Toleranz, Mitgefühl, Vergebung, Verantwortung) und Leidenschaften (Gier, Hass, Verblendung) als Grundlage der Ethik bzw. des Unheilsamen und ihre Relevanz heute; Anwendung der buddhistischen Ethik auf aktuelle gesellschaftliche Probleme, z.B. im Prinzip der Gewaltlosigkeit (ahimsa) in Bereichen wie Ökologie, Medien, Medizin, Ökonomie etc.

● Erörterungen über wissenschaftliche Erkenntnisse der neueren Psychologie, und Hirnforschung, des Konstruktivismus und der Physik zur Prüfung der Wirksamkeit des Karmagesetzes

● Diskussion über vergleichbare ethische Systeme auf der Grundlage einer anderen Philosophie wie etwa im Fall der Zehn Gebote im Christentum, der Goldenen Regel etc.

● Funktion der Gelübde, wie dem Laiengelübde mit seinen fünf, acht oder zehn Regeln, Exkurse zum Pratimoksagelübde und Bodhisattvagelübde, sowie zum Vinayapitaka, dem Korb der Ordenregeln.

Referenten

Alexander Berzin stammt aus den USA und erhielt 1967 seinen M.A. und in 1972 den Ph.D. von der Abteilung für fernöstliche Sprachen (Chinesisch), Sanskrit und Indologie an der Harvard Universität. Von 1969 bis 98 lebte er überwiegend in Dharamsala, Indien, sein wichtigster Lehrer war Tsenzhab Serkong Rinpoche. Dr. Berzin ist Gründungsmitglied des Übersetzungsbüros der Library of Tibetan Works and Archives. Seit 1983 reiste er weltweit und lehrte buddhistische Praxis und Philosophie, in kommunistischen Ländern, Lateinamerika, Afrika, Zentral-Asien und im Mittleren Osten. Dr. Berzin hat sich für internationale Projekte eingesetzt, wie ein tibetisches medizinisches Programm für die Opfer von Tschernobyl oder ein Projekt der Gere Foundation in der Mongolei, bei dem buddhistische Bücher erneut in der Landessprache hergestellt wurden; auch am Ausbau des Dialogs zwischen Buddhismus und Islam hat er entscheidend mitgewirkt. Seit 1998 lebt er in Berlin und widmet sich der Bearbeitung bisher unveröffentlichten Materials für sein Internet-Archiv. www.berzinarchives.com

Akincano Marc Weber stammt aus der Schweiz und wurde in den 80er-Jahren Mönch in der Tradition des frühen Buddhismus. 20 Jahre kontemplativer Ausbildung und Praxis in Europa und Thailand in Klöstern der Tradition Ajahn Sumedhos und Ajahn Chahs, sowie Sprach- und Lehrredenstudien bei Bhikkhu Payutto, Thailand. 1998 Rückkehr in den Westen, ausgedehnte Dhamma-Lehrtätigkeit. Ausbildung in Core Process Psychotherapy im Karuna Institute (Devon), Mitglied des englischen Verbandes für Psychotherapeuten (UKCP) und M.A. in Mindfulness-Based Psychotherapy Practice (London). 2005 legt er sein Ordensgewand ab und unterrichtet international als Meditations- und Dhammalehrer. www.akincano.net

Veranstaltungsort: Bodhicharya Deutschland e.V., Kinzigstr. 25-29, 10247 Berlin, Tel. 030-29 00 97 39, Bürozeit: Montag 15:00-17:00 Uhr, E-mail: info@bodhicharya.de


Anfahrt: Eine Wegbeschreibung finden Sie unter: http://bodhicharya.de/besucherinfo

Kosten, Bezahlung: 100,- Euro inklusive Materialien und Erfrischungen. Bitte bezahlen Sie den Betrag vor Beginn des Seminars auf das Konto. Nr.: 1829904, Münchner Bank EG, BLZ 701 900 00. Bei Rücktritt bis eine Woche vor Beginn des Seminars werden 90% der Gebühren zurückerstattet. Kosten für das gemeinsame Mittagessen am Samstag liegen bei 6-8 Euro.

Anmeldung über die DBU-Geschäftsstelle (Helge Latzina), Tel. 089-28787765 (Di. und Fr.), latzina@dharma.de oder über die Webseite der DBU: www.buddhismus-studium.de

Übernachtungsmöglichkeit auf Anfrage über die Geschäftsstelle der DBU oder Bodhicharya e.V.

Verpflegung: Am Samstag wird voraussichtlich mittags ein preiswertes gemeinsames Essen im Zentrum stattfinden, ansonsten gibt es etliche Restaurants und Geschäfte in der näheren Umgebung.

Vorläufiges Programm

Die genaue Aufteilung der inhaltlichen Schwerpunkte (siehe Übersicht der Themenbereiche oben) wird erst kurzfristig zwischen den Referenten vorgenommen bzw. im Verlauf der Veranstaltung auch im Austausch mit den Teilnehmern entschieden. Alex Berzin wird nur am Samstag vor Ort sein, Akincano leitet das Seminar am Freitag und Sonntag allein. Studienmaterialien und voraussichtlich auch eine Literaturliste zum Thema werden auf Anfrage vor der Veranstaltung versandt bzw. den Teilnehmern im Anschluss an das Wochenende zugemailt.



7.9.2012 (Freitag) (Ankunft ab 18 Uhr möglich, eventl. gibt es bei Bedarf Suppe und Brot für 5 Euro)



19.00 Uhr Begrüßung, Vorstellungsrunde und Organisatorisches (Doris Wolter)



19.30 Uhr Thematische Einführung und Überblick (Akincano)



20.30 Uhr Geleitete Meditation bis ca. 21 Uhr (Akincano)



8.9.2012 (Samstag) mit Teepausen je nach Verlauf nach ca. 2 Std.



09.00 Uhr Meditation (Akincano)



09.30 Uhr Einführung in das Thema (Alex Berzin)



11.30 Uhr Vortrag und Gesprächsrunde (Akincano)



13.00 Uhr Mittagspause



14.30 Uhr Geleitete Kontemplation (Alex Berzin)



15.00 Uhr Vortrag (Akincano)



16.00 Uhr Vortrag (Alex Berzin)



17.00 Uhr Gesprächs- und Diskussionsrunde (Moderation D. Wolter)



18.00 Uhr Ende des offiziellen Teils, abends eventuell gemeinsame Aktivitäten oder Film



9.9.2012 (Sonntag) mit Teepause je nach Verlauf nach ca. 2 Std.



09.00 Uhr Stilles Sitzen mit Anleitung (Akincano)



09.30 Uhr Workshop (Akincano)



12.30 Uhr Schlussrunde (Seminarrückblick – Meditation)



13.00 Uhr Widmung und Ende der Veranstaltung

Sonntag, 1. Juli 2012

Jodo Shinshu no Seikatsu Shinjo

Das Jodo Shinshu Bekenntnis

Dem Gelübde des Buddhas vertrauend und seinen heiligen Namen rezitierend, will ich mit Kraft und Freude durch dieses Leben gehen.


Im 18. Gelübde, dem Hongan, verspricht der Buddha allen Wesen die Befreiung aus dem Daseinkreislauf, wenn sie sich die Hingeburt ins Rei-ne Land von Herzen wünschen und seinen Namen anrufen. Dies ist die Grundlage der buddhistischen Reinen Land Tradition, ohne dessen Aussage unser Weg nicht denkbar wäre. Den Wunsch im eigenen Herzen zu tragen, ins Reine Land Amida Buddhas geboren zu werden, d.h. freizuwerden von den drei Giften - Gier, Hass und Verblendung - kommt dem Ansinnen aller buddhistischen Traditionen gleich, deren aller Ziel die Erlangung der Erleuchtung ist. Wenn wir diesen Wunsch im Herzen verspüren und den Dharma des Reinen Landes für uns als wahr erkennen, so wenden wir uns mit Kraft und Freude der Befreiungskraft der Verdienstübertragung Amida Buddhas zu. Diese Zuwendung erfolgt, indem wir seinen heiligen Namen - Namo Amida Butsu - aus Dankbarkeit und mit Freude rezitieren.


Das Licht des Buddhas verehrend und mein unvollkommenes Selbst reflektierend, werde ich bemüht sein,ein Leben in Dankbarkeit führen.

Amida Buddha ist der Buddha des unendlichen, nicht zu begreifenden, überall hinreichenden Lichts. Er ist die Manifestation des Dharmakaya, sprich, der allumfassenden Buddha-Natur oder Soheit. Diese Soheit durchdringt alle Universen und Dinge, umgibt sie und durchdringt sie und es gibt nichts, was nicht von dieser Soheit berührt würde. Als Manifestation der Buddha-Natur, leuchtet also Amida’s Licht in alle Richtung und erreicht alle Wesen, wo immer sie auch sein mögen. In der Umarmung dieses Lichtes können wir erkennen, dass wir als normale Menschen von den drei Giften – Gier, Hass und Verblendung – gefangen sind und so entsteht die Dankbarkeit gegenüber der Be-freiungskraft des Hongan, die wir in unserem Leben aufrecht erhalten sollten.

Der Lehre des Buddhas folgend und den richtigen Pfad erkennend, will ich den wahren Dharma verbreiten.

Im Licht Amida’s Buddhas erkennen wir den wahren Dharma des Reinen Landes. Den Dharma für jene, die sich ihrer Verblendung sehr bewusst sind und keine andere Befreiungsmöglichkeit für sich erkennen. So folgen wir der Lehre Buddhas, wie sie im großen Sutra beschrieben ist und erkennen für uns selber den richtigen Pfad und teilen ihn mit anderen.

Sich an des Buddhas Mitgefühl erfreuend, andere respektierend und einander helfend, wollen wir unser Bestes zum Wohle der Gesellschaft tun.

Als Buddhisten wissen wir uns von der Lehre des Buddhas getragen.
Wir wissen, dass dieses Leben von den vier edlen Wahrheiten
charakterisiert ist und wir im Daseinskreislauf gefangen sind.
Umso mehr freuen wir uns über Amida’s Mitgefühl, welches uns durch
dieses Leben begleitet und wir sind bemüht, dieses Mitgefühl an unsere
Mitmenschen weiterzugeben.

Shoshinge - Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu



Die Bedeutung des Shoshinge
(Inspiriert vom Referat über das Shoshinge von Prof. Nobuaki Matsuo und dem Buch „Shoshinge, The Heart of Shin Buddhism“ von Dr. Alfred Bloom)

Das Shoshinge ist ein Teil des Kyogyoshinsho, dem großen akademischen Werk Shinran Shonins.
Das Kyogyoshinsho ist eine gelehrte Begründung von Shinrans Lehre, haupt-sächlich geschrieben für die gebildete buddhistische Elite seiner Zeit. Shinran zitiert darin viele alte überlieferte Texte und kommentiert sie. Er wollte damit das solide buddhistische Fundament und die Ursprünge seiner Lehre in aner-kannten buddhistischen Texten beweisen.
Um das Kyogyoshinsho wirklich verstehen und würdigen zu können, braucht man ein großes Hintergrundwissen über den Buddhismus.

Shoshinge ist eine poetische Zusammenfassung der Shin – Lehre und ihrer Entwicklung. Shoshinge beschreibt die Anfänge der Reinen Land Lehre in vorgeschichtlicher Zeit, wie sie in den Reinen Land Sutren in der Geschichte des Bodhisattva Dharmakara beschrieben werden. Und ihre Entwicklung von Nagarjuna, dem ersten Patriarchen bis zum siebten Patriarchen, Honen, dem Lehrer Shinrans.
Shinran drückt im Shoshinge seine Dankbarkeit gegenüber dem historischen Buddha Shākyamuni und den sieben Patriarchen aus, die die Lehre vom Reinen Land über die Jahrhunderte bewahrt, entwickelt und weitergegeben haben. Durch diese Überlieferung der Reinen Land Lehre über viele Jahrhunderte hinweg, konnte sie schließlich ihn, Shinran, erreichen und ihm seinen Weg zur Befreiung zeigen.

Schon im frühen Buddhismus in Indien sind Lehren in Versform bekannt. In Sanskrit wurden diese Lehren in Versform Gathas genannt. Auf Japanisch wird Gatha mit Ge übersetzt.
Shinran schrieb Gathas (Ge) in chinesischer Form und viele Wasan. Wasan sind bekannte japanische Formen der Dichtung.
Seine Darlegungen in Versform haben viel zur Verbreitung seiner Lehre beige-tragen.

Shoshinge ist die Kurzform von Shoshin-Nembutsu-Ge.
Ins Deutsche übersetzt heißt es: Gedicht, Hymne oder Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu.

Seit der Zeit Rennyo Shonins (1415 – 1495) ist Shoshinge einer der zentralen Texte von Jodo Shinshu. Eine andere Bezeichnung für das Shoshinge im japanischen ist „O-kyo“. Dieser Begriff ist normalerweise reserviert für Sutren und Texte, die direkt vom Buddha stammen. Nur ein als heilig geltender Text wird „O-kyo“ genannt.

Shinran versuchte im Kyogyoshinsho und im Shoshinge deutlich zu machen, dass er mit seiner Auslegung der Reinen Land Lehre nichts Neues geschaffen hat.
Shinran hat sich nie als Begründer oder Schöpfer von etwas Neuem gesehen.
Er verstand sich als Empfänger der alten Lehren und als Übermittler.
In Shinrans Lehre finden sich aber durchaus neue Elemente, Dinge, die nicht von den Patriarchen gelehrt wurden.
Konfuzius sagt, dass ein wahrer Lehrer etwas Neues in der Vergangenheit ent-deckt bzw. aus der Vergangenheit etwas Neues hervorbringt. Diese Beschrei-bung passt gut zu Shinran. Man könnte auch sagen, dass Shinran durch das Studium überlieferter buddhistischer Schriften und durch die Erklärungen seines Lehrers Honen Shonin zu neuen Einsichten gekommen ist. Diese Einsichten hat er an uns weitergegeben.

Shinran hat im Alten etwas Neues für sich entdeckt. Er hat das Alte neu gesehen und gehört.
Für uns, die wir im 21. Jahrhundert leben, gehören Shinrans Neuigkeiten zum Alten.
Seine Lehre ist inzwischen über 700 Jahre alt. Seine Schriften sind für uns alte Überlieferungen.
Unsere Aufgabe heutzutage ist es, Shinrans Beispiel zu folgen, um in seinen Schriften, in seiner Lehre das für uns Neue und für uns Aktuelle zu finden.
Wenn wir dies wirklich tun, dann kann diese alte Lehre umwälzende Folgen für unser heutiges Leben haben.

Diese Aufgabe, das Aktuelle im Alten wahrzunehmen, wird uns durch zeitgenössische Jodo Shinshu Lehrer erleichtert.
Prof. Nobuaki Matsuo ist ein bekannter, anerkannter Jodo Shinshu Lehrer der heutigen Zeit.
Prof. Matsuo hat die Fähigkeit, uns die Lehre auf sehr direkte und gefühlvolle Weise nahe zu bringen. Bei Symposien zum Hoonko Fest im EKO – Haus im Jahre 2008 und 2009 hat er über das Shoshinge referiert.

Folgende Textstellen aus Prof. Matsuos Referat haben mich persönlich beson-ders angesprochen und berührt.

Das Erleben des Namu Amida Butsu ist für jeden Menschen anders.
„In diesem Sinne hat sich in der Überlieferung von Shākyamuni über die sieben Patriarchen bis hin zu Shinran der Ausdruck „Wahrhaft vertrauensvolles Herz Amida’s“ verändert, aber freilich ist die Sache selbst, die erfahren wurde (das Wahrhaft vertrauensvolle Herz, nämlich das Namu Amida Butsu), ein und dieselbe geblieben, sie wurde nur von dem jeweiligen Patriarchen auf ganz eigene individuelle Weise erfahren. Das „Wahrhaft vertrauensvolle Herz“ des Tathāgata Amida wurde in jedem Fall von den verschiedenen Patriarchen auf ihre eigene individuelle Weise erfahren, und darum haben sie es auf die eigene individuelle Weise ausgedrückt und überliefert.“ (S. 3, Abs. 3)

Sich ins donnernde Namu Amida Butsu stürzen.
„Zu mir, dem Fallenden, dringt immer und überall donnernd der absolute Aufruf „Vertraue dich, während du fällst, ganz dem Namu Amida Butsu an!“ Der Oyasama übernimmt die Initiative und ruft „Überlass es mir!“, seine Stimme klingt in mir wider, selbstvergessen nehme ich Zuflucht zum Namu Amida Butsu. Nicht erst nach dem Tod! Jetzt stürze ich mich ins Namu Amida Butsu.“ (S. 14, Abs. 3)

„In das Namu Amida Butsu „einzukehren“, bedeutet sich in die Zufluchtnahme zum Namu Amida Butsu zu stürzen, Leib und Seele ins Namu Amida Butsu hineinzuwerfen.“ (S. 21, Abs. 2)

Seinen Mund ausleihen und das Nembutsu sprechen.
„Wenn man das Vertrauen erlangt hat, bleibt die physische Natur zwar unver-ändert von den Leidfaktoren bedeckt, aber das Herz weilt immerzu im Reinen Land. Weder sind die Leid verursachenden Faktoren erschöpft, noch ist der Geist an einen entfernten Ort gegangen. Vielmehr heißt es: Da mein Herz vom Namu Amida Butsu durchdrungen wurde, ist es mir bereits jetzt – mit diesem bloß von Leidfaktoren befleckten Herzen – vergönnt, bei Amida und den ande-ren Wesen im Reinen Land zu leben, ihnen meinen Mund zu leihen und stets das Nembutsu zu sprechen.
Oder anders ausgedrückt: …vergönnt, dass Amida und die anderen Wesen des Reinen Landes in meinem Herzen leben. Sie leihen sich meinen Mund aus und sprechen das Nembutsu.“ (S. 21 unten, S. 22 oben)

Selbst und Außer-Selbst
„Ein Wesen, das die Buddhaweisheit erlangt hat, unterscheidet … nicht mehr zwischen „Selbst“ und „Außer – Selbst“. Deshalb erscheint vor ihm…unmittelbar jene Weisheit, die alle Wesen für sich „selbst“ oder das „ei-gene Kind“ hält.“ (S. 24 Mitte)

Alle Wesen
„Amida’s (wahres) Herz ist, dass er alle fühlenden Wesen retten möchte. Daher möchte er selbstverständlich nicht nur die Wesen retten, die dem Grundgelübde vertrauen, sondern auch jene, die es nicht tun. Gerade deshalb hat er mit dem Namu Amida Butsu eine Medizin geschaffen, die zur Buddhaschaft führt, und richtet sich nun (aufmunternd) nickend an alle füh-lenden Wesen mit den Worten „Nimm die Medizin, ich bitte dich darum!“ Aber auch wenn man jemandem eine Medizin vor die Nase hält, kann die Wirkung nicht eintreten, solange er sie nicht nimmt. Man kann dann die Buddhaschaft nicht erlangen. Dies ist eine natürliche Wahrheit, es ist die Wahrheit von Ursache und Wirkung. Nicht einmal der Buddha Amida kann die Wahrheit von Ursache und Wirkung eigenmächtig ändern.“ (S. 31, Abs. 3)

Amida/ Dharmakara folgt mir bis auf den Grund der Hölle.
„Als zeitlich–existentielle Wahrheit können wir eigentlich nur feststellen, dass mein Bodhisattva Dharmakara, solange ich die Buddhaschaft noch nicht er-reicht habe, aus diesem Grunde noch nicht die Buddhaschaft erreicht hat. Und wenn ich in diesem Leben das Wahre vertrauensvolle Herz nicht erlange und darum nach dem Tod wie gehabt im Samsara umherirre, dann wird er mir auch bis auf den Grund der Hölle folgen, solange bis ich das Wahrhaft vertrauensvolle Herz besitze (bzw. er es mir geschenkt hat). Von diesem Standpunkt aus betrachtet, folgt der Bodhisattva Dharmakara jedem einzelnen, und für jeden einzelnen gibt es einen Zeitpunkt, wo die karmischen Voraussetzungen reif sind und er das Wahrhaft vertrauensvolle Herz empfängt, d.h. für jeden einzelnen gibt es ein letztes Leben, in dem er schließlich die Buddhaschaft erreicht.“ (S. 33, Abs. 2)

Wir sind harte Brocken.
„Wir sind in unseren falschen Ansichten und unserem Hochmut harte Brocken und das Namu Amida Butsu (Amida’s Ruf) dringt nicht leicht in unser Herz. Darum sendet Amida seit zehn Äonen immerzu sein … liebevolles Licht zu uns, er schafft für uns die verschiedensten karmischen Beziehungen, so dass wir den Buddhadharma genau hören können und bringt uns zur Reife. „ (S. 46 unten, S. 47 oben)

Ich muss zustimmen.
„… wenn ich selbst, auf den es hier ankommt, den Namensruf ablehne, kann ich nicht ins Reine Land hin geboren werden.“ (S. 47, Abs. 3)

Bodhisattva Dharmakara hat mich in die Hölle fallen sehen.
„ Der Bodhisattva Dharmakara hat mich in meinem Zustand, in dem ich in die Hölle fallen muss, gesehen, es hat ihn bitterlich gerührt und er hat sich erhoben. Unzählige Jahre ist er den Übungsweg gegangen, und das Ergebnis all seiner Übungen wurde zum Namensruf Namu Amida Butsu. … Im Namensruf Namu Amida Butsu steckt die Essenz aller Verdienste, die der Bodhisattva Dharmakara geschaffen hat. Gerade das Namu Amida Butsu ist nichts anderes als der Tathāgata Amida selbst.
Damit der von äußerst schweren Vergehen beladene Mensch Buddha werden kann, muss das Namu Amida Butsu, dieser große Schatz seiner Verdienste, bis zum Herzensgrund des Menschen durchdringen.“ (S. 56, Ab. 3+4)

Vertrauen
Wir werden nicht gerettet, weil wir Vertrauen haben.
Wir sind nicht verloren, weil wir kein Vertrauen haben.
Es geht überhaupt nicht um unser Vertrauen.
Mit dem Wahrhaft vertrauensvollen Herzen ist nicht gemeint, dass unser Herz vertraut. Das Wahrhaft vertrauensvolle Herz ist das Herz Amida’s, das er uns schenkt. (Nach S. 64, Abs. 1+2)

Wie erlangt man das vertrauensvolle Herz? Weder so noch anders!
„Aber wie kann man das Wahrhaft vertrauensvolle Herz erlangen? Weder Ho-nen Shonin noch Shinran Shonin haben irgendeine Methode gelehrt, wie man es erlangen kann. Wenn es nur auch nur eine solche Methode gäbe, so könnte man wirklich nicht mehr von einem „Vertrauensvollen Herzen, das von der anderen Kraft zugewendet wird“ sprechen. Darum antwortet Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“ (S. 64, Abs. 3)

Weder so noch anders!
Worte können uns helfen, die Lehre Shinran Shonins zu verstehen.
Mit Worten können wir uns annähern. Wir können versuchen, die Wahrheit mit Worten einzukreisen.
Wenn es aber um das Ziel unseres Weges geht, um das Erreichen der „Stufe des Nicht-Mehr-Rückwärtsschreitens“ bzw. um das Erlangen des „Wahrhaft vertrauensvollen Herzens“, dann versagen alle Worte.
Deshalb ist die Antwort von Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“
Das kann man nicht mehr erklären und wir können es nicht erlangen.
Das Einzige, was wir tun können ist, den Buddha seine Arbeit tun lassen.

Namu Amida Butsu

Ilona Evers