Anjin-Do

Anjin-Do

Sonntag, 31. Oktober 2010




Die vier edlen Wahrheiten

1. Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
2. Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
3. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
4. Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.

Die drei Geistesgifte
• Gier (pali lobha, tib. 'dod chags), auch als Sucht oder Begierde übersetzt, ist das Ha-ben- und Besitzenwollen, das Bestreben, auf jeden Fall und um jeden Preis zu existie-ren. Mit Gier verwandt sind die Leidenschaften heftiges Begehren (raga) und "Durst" nach Werden (tanha). Heilsam (kosala) wirken Großzügigkeit und Mildtätigkeit (dāna).

• Hass (pali dosa, skt. dvesa), auch als Zorn übersetzt, ist die Selbstbehauptung eines il-lusionären Selbst den Mitwesen gegenüber. Heilsam wirkt Güte (metta).

• Verblendung (moha) und Unwissenheit (skt. avidya) sind weitestgehend deckungs-gleiche Begriffe. Heilsam und erstrebenswert ist dagegen Weisheit (pañña).

Die sechs Paramita

1. Freigebigkeit (Dāna paramita, Chinesisch: 布施波羅蜜),
2. ethische Richtlinien (Śīla paramita, 持戒波羅蜜),
3. Geduld (Kṣānti (kshanti) paramita , 忍辱波羅蜜),
4. energetisches Bemühen (Vīrya paramita, 精進波羅蜜),
5. Meditation (Dhyāna paramita, 禪定波羅蜜),
6. Weisheit (Prajñā paramita , 智慧波羅蜜).


Die fünf Silas
1. Pānātipātā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, kein Lebewesen zu töten oder zu verletzen.

2. Adinnādānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, nichts zu nehmen, was mir nicht gegeben wird.

3. Kāmesu micchācāra veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, keine ausschweifenden sinnlichen Handlungen auszu-üben.

4. Musāvāda veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, nicht zu lügen und wohlwollend zu sprechen.

5. Surā meraya majja pamādatthānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, keine Substanzen zu konsumieren, die den Geist ver-wirren und das Bewusstsein trüben.

(aus Wikipedia-freie Enzyklopädie)

Karma

was ist das?

Das Karma-Prinzip ist frei von Schuld-Verschreibung.
Schuld zuzuschreiben heißt Beurteilen und Verurteilen, die Lehre Shakyamunis ist aber frei von Beurteilen und Verurteilen.
Wenn ich Unheilsames tue, werde ich damit Unheilsames bei mir und anderen Wesen bewirken. Diese negative Wirkung hat keinen Verursacher, der eine Schuld auf sich geladen hat - in dem Sinn, wie es oft in Religionen verstanden wird, wo dann diese Schuld "ausgeglichen" werden muß.Entweder durch Vergebung oder durch Vergeltung
Der Verursacher eines unheilsamen Tuns setzt lediglich den natürlichen Mechanismus von Ursache und Wirkung in Gang.

Fünf Betrachtungen

1 . Ich bin dem Altern unterworfen, ich kann dem Altern nicht entgehen.
2. Ich bin der Krankheit unterworfen, ich kann der Krankheit nicht entgehen.
3. Ich bin dem Tode unterworfen, ich kann dem Tode nicht entgehen.
4. Alles, was mein ist und mir lieb, wird sich ändern und vergehen.
5. Ich bin der Eigentümer meines Wirkens,
geboren aus meinem Wirken,
umgeben von meinem Wirken,
getragen von meinem Wirken.
Wie immer mein Wirken sein wird, dessen Erbe werde ich sein.



Liebe Dharmafreunde,

auf dem Kongress der Deutschen Buddhistischen Union in Berlin wurde ich gefragt, ob wir mit unserer Anschauung nicht doch eher zu einer christlichen Tradition tendierten und ob der Weg des Reinen Landes nicht doch recht weit von der klassischen Sichtweise des Buddhas abweiche. Kaum jemand, der vor unserem kleinen Infostand verweilte, hatte je etwas von der Tradition Shinrans gehört und nur langjährige DBU Freunde konnten etwas mit dem Namen „Shindo“ anfangen.. Umso erfreulicher war dafür, dass unsere kostenlosen Einführungen in die Jodo Shinshu Tradition und die eilig zusammengestellten Erlebnisberichte von Dharmafreunden schnell vergriffen waren. Ich muss gestehen, dass mich dies alles etwas verwunderte und so bestand ich natürlich darauf – Ja, wir sind in der Tat Buddhisten.

Warum nun habe ich die grundlegendsten Aussagen des Buddhas vor meinen kleinen Beitrag gestellt? Nun, weil es die Wahrheiten waren, die mir in der Lehre des Buddha zuerst begegneten und um deren Umsetzung und Verstehen ich mich jahrelang bemühte. Mein Scheitern, diese Aussagen des Buddhas zu verinnerlichen und für mein Leben konsequent umzusetzen, ließ mich letztendlich Zuflucht in die Andere Kraft Amida Buddhas suchen. Aber was bedeutet dies heute für mich? Entbindet mich mein Scheitern vom Versuch diese Dinge zu verstehen? Haben sie heute keine Relevanz mehr? Brauche ich sie nicht mehr? Meine Antwort ist, ich brauche sie noch und das an jedem Tag. Das menschliche Leben ist geprägt vom Wunsch nach glücklich sein. Aber allzu oft erleben wir das Gegenteil. Des Buddhas Lehre zielt darauf ab, diesen Umstand zu verändern und seine obigen „Gebrauchsanweisungen“ zeigen uns, wie wir etwas in unserem Leben verändern können.

Um es gleich vorweg zu sagen, nein – dadurch werden wir nicht erleuchtet und doch ist es ein Spiegel, indem wir uns immer wieder betrachten können, es sei es auch nur um festzustellen, wie unfähig wie selber sind und was Amida Buddha für uns tun kann oder bereits getan hat . Unser Leben nach den Grundlagen der Lehre Buddhas auszurichten oder uns darin zu betrachten, heißt nicht den Weg der Heiligkeit zu folgen, doch es bedeutet „Shaku“ zu sein, Schüler Shakyamuni Buddhas. Was meine Erleuchtung betrifft, so bleibt mir nur – Namu Amida Butsu – und das feste Vertrauen in die Worte des großen Sutras, welches ebenfalls von Shakyamuni Buddha gelehrt wurde, für alle, die große Schwierigkeiten mit der beharrlichen Umsetzung der „Gebrauchsanweisungen“ haben.

In Gassho
Chisho

Dienstag, 26. Oktober 2010

Shinjin und Nembutsu


Shinjin und Nembutsu
von Rev. Toshikazu Arai

Shinjin und Nembutsu sind die wichtigsten Schlüsselwörter im Jodo Shinshu. Was ist Shinjin? Es wird erklärt, als das Erwachen zum Wirken von Amidas Grundgelübde und als das Freiwerden vom Zweifel an der Befreiung durch Amida. Wie auch immer, „freiwerden vom Zweifel“ ist eine der schwierigsten Dinge für uns gewöhnliche Menschen. Wann können wir vom Zweifel frei werden?
Stell Dir vor, Du reist in einem Boot auf dem Ozean und es sinkt. Der Tod scheint sicher. Als Du jede Hoffnung aufs Überleben verloren hast, siehst Du ein großes Schiff schnell auf Dich zukommen. Du wirst mit großer Freude die Gewissheit haben, dass Du gerettet wirst. Das bedeutet, dass nur wenn Du erkennst, dass Du keine Möglichkeit hast Dich selber zu retten, dann wirst Du das, was Dich zu retten versucht sicher wertschätzen.

Gleichermaßen, nur wenn Du die Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit des Lebens erkennst, dann wirst Du die Lehre des Buddha und Shinrans wahr und wirklich finden. Das ist Shinjin. Der Name, Namo Amida Butsu, ist das große Schiff, welches Amida Dir geschickt hat, um Dich zu retten und das Sprechen des Nembutsu bedeutet an Bord des Schiffes zu gehen. „Sag nur Nembutsu“ enthält den Sinn der Dringlichkeit: es drängt Dich sofort an Bord des Schiffes zu gehen, in dem Du jede andere Praxis aufgibst. Denn mal ehrlich, würdest Du mit Meditation oder philosophischen Diskussionen beschäftigt sein, wenn das Boot sinkt?

Namu Amida Butsu


Nach einem Dharma –Gespräch im ShinDo

Namu Amida Butsu

Ich spreche „Namu Amida Butsu“ -- eine Formel, ein Mantra, ein Bekenntnis? – es ist mehr!

Ich sage „Namu“ meine Hinwendung, meine Zufluchtsformel zum Buddha und sehe die ersten Schneeglöckchen, die Blätter der ersten Schlüsselblumen entfalten sich, Leben erwacht.

Ich sage „Amida“ und meine damit Amitayus und Amitabha, unendliches Leben und unendliches Licht und spüre Karuna und Prajna, Mitgefühl und Weisheit.
Nicht mein Mitgefühl und meine Weisheit, sondern die Kraft Amidas.
Ich sage „Butsu“ – japanisch für Buddha und sehe wie die Wiesen grün werden, Maulwurfshügel, ganz frisch, ich spüre den Wind auf der Haut, rieche Erde.
„Namu Amida Butsu,“ das ist der Drang des Lebens über sich selbst hinaus, das ist der Funke „Tathagata-Garbha“ der Erleuchtung in allen Dingen, die Nenbutsukraft Amidas –

das bin ich, nicht getrennt vom Buddha.

von Rev. Jotoku