Anjin-Do

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Freitag, 17. September 2010

Den Buddha achten



von Marc Nottelmann-Feil

Der kleine Teeraum des EKO-Teehauses ist nur viereinhalb Tatami (etwa 7m2) groß. Zwar wird er heutzutage nicht mehr für die Teezeremonie benutzt, da man hier nur zwei Gäste bewirten könnte, aber er ist eigentlich der schönere Teeraum. Nachdem der Gast durch den Garten gegangen ist, wo er sich Zeit lassen und innerlich vorbereiten konnte, betritt er diesen Raum durch die sogenannte Kriechtür (躙り口nijiriguchi).
Dieser Eingang ist wohl eine der wunderbarsten Erfindungen der alten Teemeister, denn er enthält eine tiefe Lehre: der Gast muss sich vor dem Gastgeber respektvoll zeigen, und zwar ganz unabhängig von dem eigentlichen Rang. Sogar die Samurai mussten vor dem Eingang ihr Schwert abgeben. Wo eine wirkliche Begegnung stattfinden soll, ist dieser Respekt die Voraussetzung.

Dies ist auch bei der Vermittlung des Buddhismus nach Westen (仏教西漸bukkyō seizen) zu bedenken. Hier müssen wir Westler uns unbedingt bewusst sein, dass wir Gast sind. Wir müssen Respekt haben vor den Lehrern aus Japan, die uns unter großen Mühen (nachdem sie vielleicht eigens Englisch oder Deutsch gelernt haben) den Buddhismus erklären. Wir müssen ihnen zuhören, Geduld haben, ohne gleich hereinreden und alles in die eigene Hand nehmen zu wollen. Wer dies übersieht, würde den Buddha nicht achten.

Aber auch umgekehrt sind die Japaner Gäste im Westen. Allein die Tatsache, dass die Menschen nicht mit ironischem Lächeln an ihnen vorbeigehen, sondern dass sie stehen bleiben, Interesse zeigen, nachfragen, ist eine große Gabe. Auch dass die westliche Kultur sich dem Buddhismus öffnet, ihm Freiräume offenlässt und sich ihm vergleichend nähert, ist ein Geschenk. Wer dies übersehen würde, würde den Buddha ebenfalls nicht achten.

Eine Lehre, die sich um das Leben selbst dreht, kann nicht vermittelt werden, ohne den Respekt des Schülers vor dem Lehrer - und umgekehrt! Beide Seiten empfangen auf unterschiedliche Weise etwas sehr Wertvolles. Darum müssen sich beide Seiten auch gleichsam bücken, um durch die Kriechtür zu kommen. Dies ist die Bedingung, ohne die Weitergabe des Buddhismus nicht möglich ist. Wenn Westler und Japaner allerdings hierin achtsam sind, wird der Buddhismus im Westen sicherlich ankommen.

In Gassho,

Euer Marc.

Donnerstag, 16. September 2010

Amida, der Name, das Nembutsu




Bevor Shakyamuni Buddha ins Nirvana eintrat, sagte er seinen Anhängern, dass nach seinem Dahinscheiden der Dharma, den er dargelegt hatte und die Regeln die er festlegte, der Lehrer sein würde und das sie nicht in ihren Bemühungen zur Buddhaschaft nachlassen sollten. Das heißt, dass Shakyamunis Leben sich im Dharma fortsetzt, um die Menschen zum Buddha-Pfad zu führen.

Wie auch immer, der Dharma ist keine Erfindung Shakyamunis, sonder er ging ihm weit voraus. Shakyamuni wurde erleuchtet zur Wahrheit und Realität des Dharma und er erklärte es den Menschen. Wenn Du es von der anderen Seite betrachtest, es war der Dharma, der sich selbst durch den Mund Shakyamunis manifestierte. Shakyamuni erschien in dieser Welt, um die Wahrheit des Dharma den Menschen zu zeigen. Der Dharma, der Shakyamuni vorausging und der weiterhin Menschen in die Welt der Buddhas führt, ist personifiziert und heißt Amida Buddha, repräsentativ für unermessliches Licht (des Buddhas Weisheit) und des unermesslichen Lebens (des Buddhas Mitgefühl).
Ursprünglich wurde „Amida-Butsu“ als Name des Buddha erachtet, aber es war Shinran der sagte, dass der wahre Name „Namo (oder Namu) Amida Butsu“ ist. Das heißt „Ich nehme meine Zuflucht zu Amida Butsu“ oder „ Ich verehre Amida Buddha.“ „Namo“(Zuflucht nehmen) ist mein Bemühen, aber es ist Amida Buddha, der mich die Zuflucht in den Buddha nehmen lässt, so das letztendlich „Namo Amida Butsu“ als Ganzes, vom Buddha gegeben wurde, damit die Person, die den Namen „Namo Amida Butsu“ rezitiert bereits in der Umarmung Amida Buddhas ist. Man nennt es nicht „Geburt in das Reine Land“, weil die Person, die wahrhaft ins Reine Land geboren wird, völlig frei von den Einflüssen blinder Leidenschaften wäre. Wie auch immer, die Person, die den Namen (oder das Nembutsu sagt) hat den Bereich der Nichtwiederkehr und den Status der wahrhaft Gefestigten erlangt. Er oder sie wird nie wieder auf den vorausgegangen Weg des Lebens zurückkehren, dominiert von selbstsüchtigen Begierden und ist unter Jenen, die bestimmt ins Reine Land geboren werden, wenn dieses Leben zu Ende geht.

Gleich am Anfang der Ausgabe von Wahrer Praxis sagt Shinran, „ Die große Praxis ist es den Namen des Buddha des ungehinderten Lichts zu rezitieren. Namo Amida Butsu zu sagen ist mein Bemühen, meine Praxis, aber zur gleichen Zeit ist es die Manifestation des mitfühlenden Wirkens Amida Buddhas, welches das Grundgelübde genannt wird. Das Tannisho, Kapitel 2, gibt Shinrans Worte wieder, „Soweit es mich Shinran betrifft, gibt es nichts Anderes, als den Worten meines Lehrers zu folgen, „Sag einfach das Nembutsu und sei von Amida gerettet.“ Jodo Shinshu beginnt mit dem Nembutsu und endet mit dem Nembutsu.

投稿者 Toshikazu Arai 新井俊一 時刻:

aus "Echo of the Dharma" by Prof. Rev. Arai

Freitag, 3. September 2010

An unsere Freunde in Kanada

Liebe Dharmafreunde,

Das Bild des Buddha, dass unseren Blog schmückt, stammt aus dem Manitoba Buddhist Tempel in Kanada. Sensei Fredrich Ulrich hat mir geschrieben und so möchte ich einen kleinen Gruß an unsere Freunde in Kanada senden.



Lieber Rev. Ulrich,

an dieser Stelle möchte ich mich nochmal für ihre lieben Worte bedanken.
Schön, dass die Lehre Shinran Shonins uns trotz weiter Entfernung zusammenführt.
Unseren besten Wünsche und Grüße an die Manitoba Tempel Sangha.

in Gassho

Chisho Frank

Mittwoch, 1. September 2010

Hoonko Fest und Seminar im EKO Haus der japanischen Kultur



Hōonkō-Fest (Fest zum dankbaren Gedenken an Shinran)
Sa 27.11., 14-15 Uhr, EKŌ-Tempel


danach:

Seminar der Gemeinschaft der europäischen Shin-Buddhisten
Einführung in Rennyos Briefe (Gobunshō)

Rennyo Shōnin (1415–1499), das achte Oberhaupt des Hongwanji–Tempels, verfasste Briefe, die für ihre kurze und präzise Darstellung der Shin–buddhistischen Lehre berühmt wurden und noch heute bei Andachten liturgisch verlesen werden. Prof. Matsuo, der den Teilnehmern der letzten beiden Hōonkō–Seminare schon bekannt ist, stellt sechs dieser Briefe in ihren wesentlichen Aussagen vor.

Der Eintritt für die Vorträge ist frei. Gegen ein Entgelt von 15 € kann man am gemeinsamen Mittagessen (1 Mal) und Abendessen (1 Mal) teilnehmen.