Anjin-Do

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Montag, 28. Juni 2010

DBU-Kongress 2010


www.buddhismus-kongress.de

ARBEIT – WIRTSCHAFT – UMWELT

verANTWORTlich handeln

Erkennen – Benennen – Ändern


Die DBU lädt ein zum Kongress in Berlin vom 15. bis zum 17. Oktober 2010

Weltwirtschaftskrise, Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit: Unsere Gesellschaft erfährt schwerwiegende Verwerfungen, die unsere Existenzgrundlagen gefährden und viel Leid hervorbringen. Es ist unübersehbar geworden, dass grundlegende Veränderungen dringend notwendig sind.

Zugleich denken immer mehr Menschen über neue Formen des Arbeitens, Wirtschaftens und Zusammenlebens nach. Wie können wir die Ausbeutung von Menschen und Ressourcen stoppen? Welche Wirtschaftsordnung bietet eine stabile Basis für ein achtsames, liebevolles Miteinander? Was können wir den angeblichen Sachzwängen einer globalisierten Wirtschaft entgegensetzen?

Wie wollen wir miteinander leben?

Die Deutsche Buddhistische Union (DBU) möchte diese Fragen auf einem Kongress erörtern und dazu ermuntern, Verantwortung zu übernehmen. In der Waldorfschule Berlin-Kreuzberg werden sich Buddhistinnen und Buddhisten mit Akteuren ganz verschiedener gesellschaftlicher Bereiche treffen. In Workshops, Vorträgen und Podiumsdiskussionen wollen wir ergründen, was es in der heutigen Zeit bedeuten kann, ethisch und verantwortungsbewusst zu handeln. Projekte, die von Achtsamkeit und Mitgefühl geprägt sind, können sich vorstellen und vernetzen.

Ethisches und verantwortungsbewusstes Handeln bildet das Fundament der Buddha-Lehre.
Der Dharma enthält außerdem hervorragende Anleitungen, wie Menschen und Gesellschaften sich verändern können.

Es wird Zeit, dass wir uns zu Wort melden.

Dienstag, 15. Juni 2010

Hei-Zei-Gô-Jô



          平生業成 Hei-Zei-Gô-Jô

Das Anliegen unserer Lehre
Eine Zusammenfassung Shinran Shônins Anliegen in vier Schriftzeichen
Beitrag von Armin Lohbeck, angelehnt an seinen Vortrag vom 5.6.2010 im Ekô-Haus

Ähnlich der japanischen Gedichtsformen Haiku (5-7-5 Silben) oder Tanka (5-7-5-7-7) hat es in Japan eine lange Tradition, komplexe Sachverhalte, Texte oder auch das Wirken einer Persönlichkeit in vier chinesischen Schriftzeichen (Kanji) zusammenzufassen, als Inhaltsangabe quasi oder Merkspruch.

So gibt es beispielsweise auch für jeden der sieben Patriarchen unserer Reinen-Land-Schule einen solchen Merkspruch, der dessen jeweiligen Beitrag zu unserer Lehre ausdrückt. Für T’an-luan, den ersten chinesischen Patriarchen, merkt sich ein Jôdo-Shinshû-Student zum Beispiel die Kanji-Kombination 顕示他力 Ken-Ji-Ta-Riki, was man grob mit „Aufzeigen der Anderen-Kraft“ übersetzen könnte.

Es gibt viele Lexika in Japan, die sich ausschließlich mit diesen „vier Kanji-Merksprüchen“ befassen, und so gibt es natürlich auch einen zusammenfassenden Spruch für Shinrans Anliegen, der sich wie ein roter Faden durch die Jôdo-Shinshû-Lehre zieht und von vielen Gelehrten unserer Schule, insbesondere von Rennyo Shônin, dem 8. Monshu, aufgegriffen und in neue Worte gefasst wurde.

Würde man also einen Inhalt verdeutlichenden Untertitel für Jôdo-Shinshû suchen, so wäre 平生業成 Hei-Zei-Gô-Jô der Richtige:
(die nachfolgenden Kanji-Deutungen sind durch ihre Komplexität nur als Annäherung zu verstehen)

平生 Hei-Zei meint das gegenwärtige alltägliche Leben, hier und jetzt.
Das Gegenteil wäre 臨終Rin-Jû, die Todesstunde, die für gewisse andere Reine-Land-Schulen von zentraler Bedeutung für die Hingeburt ins Reine Land ist.
業 Gô könnte man einerseits mit Aktivität oder Karma übersetzen, andererseits steht es für Handlung, Tat, aber auch im Sinne von Anliegen oder Sache.
Sich auf dieses 業 beziehend, spricht Rennyo immer wieder von der einzig wichtigen Angelegenheit (Ichi Daiji no Goshô), nämlich unserer Hingeburt ins Reine Land. Im Ryôgemon, unserem Bekenntnis wie auch in zahlreichen Briefen, spricht Rennyo über diese zentrale Handlung oder Angelegenheit. 成 Jô meint erreichen, im erweiterten Sinne erfüllen oder auch fertig stellen.

Zusammengefasst geht es also in dieser Kanji-Kombination um das Erreichen der [einzig wichtigen] Sache und zwar im jetzt stattfindenden Alltagsleben, nicht erst zum Zeitpunkt unseres Todes. Und diese Sache ist nichts anderes als die „Zusicherung unserer Hingeburt ins Reine Land“ und damit unsere Erlösung.
Eine Angelegenheit von höchster Dringlichkeit. Um dieses Geschehen deutlicher zu beleuchten, möchte ich Rennyo selbst zu Worte kommen lassen:

Darum, weil im flüchtigen Menschenleben der Tod nicht zwischen jung und alt unterscheidet, sollte sich jeder die einzig wichtige Angelegenheit schnellstmöglich zu Herzen nehmen, nämlich unsere Hingeburt – unser Leben nach dem Tod, und sich dem Buddha Amida von Grund auf anvertrauen und das Nembutsu rezitieren. (aus: Weiße Asche, Briefsammlung 5/16)

Noch deutlicher wird Rennyo in seinem 4. Brief aus der 3. Sammlung, Der Große Weise und Weltgeehrte:

...Auf welche Weise sollen wir dem Tathâgata Amida vertrauen, damit Er uns bei der einzig großen Aufgabe [in unserem Leben], unserer späteren Hingeburt hilft?
Unbeirrt soll man all die verschiedenen Übungen und sogenannten guten Werke sein lassen und einsgerichtet mit ganzem Herzen den Tathâgata Amida [um Hilfe]
Bitten und ohne zweifelndem Herzen Ihm vertrauen. Dann schickt Er den Wesen, die Ihn bitten, Sein Licht und erfasst sie bergend mit seinem Glanz.

Immer wieder ist von Vertrauen die Rede, das für unsere Hingeburt und letztendliche Erlösung die entscheidende Aktivität ist. Wenn ich hier abermals in vier Schriftzeichen einen Untertitel zum Kanji 業 Gô finden wollte, so wäre 信心決定 Shin-Jin-Ketsu-Jô, das gefestigte [ausschließlich auf Amida] vertrauende Herz, sicher eine passende Kombination. Es bleibt aber noch die Frage, wie wir auch so verblendeten Wesen dieses unumstößliche vertrauende Herz erreichen (成) und damit die für unsere Erlösung nötige Handlung erfüllen.

Als Jôdo-Shinshû-Buddhisten erfahren wir uns als von Leidenschaften vernebelte Wesen, die es nicht mehr vermögen, aus eigener Kraft (Jiriki) die Erlösung zu erlangen, geschweige denn, dieses einsgerichtete Vertrauen aufzubringen. Doch dank des Wissens um die Andere Kraft des Urgelübdes (Tariki-Hongan) dürfen wir gewiss sein, dass es Amida selbst ist, der uns dieses zu unserer Erlösung nötige vertrauende Herz (Shinjin) schenken will. Aber wie sollen wir uns verhalten, um das Geschenk Amidas empfangen zu können?

Es ist das Nembutsu, das uns fortwährend auf den Lippen liegen sollte und das im Laufe der Zeit ganz von selbst zu einem Ausdruck von Dankbarkeit wird und somit nichts mehr von einer erlösungsfördernden Tat hat, wie etwa ein Mantra. Shinran wie auch Rennyo betonten in ihren Briefen immer wieder ein komplettes Aufgeben der eigenen Erlösungsbemühungen (Jiriki), da sich diese nicht mit der durch Amida wirkenden Anderen Kraft (Tariki) vereinen lassen, so wie wir auch nicht zwei Wege gleichzeitig gehen, oder ein randvoll gefülltes Gefäß darüber hinaus befüllen können. Tariki wirkt immer zu 100%, der nichts hinzuzufügen ist, ...auch nicht 1% Jiriki.

Mit dem Nembutsu geht also ein umfassendes Loslassen einher. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass dieser Prozess nicht immer leicht ist, aber etwas sehr Befreiendes hat.

Darüber hinaus gibt es nichts zutun, außer Amida machen zu lassen: zuzulassen, wie Amida uns Vertrauen-Wünschende zum Shinjin führt...und das kann sehr individuell sein. Wie Amida uns führt, lässt sich nicht ermessen.

So wird auf ganz natürliche Weise die alles entscheidende Handlung im gegenwärtigen Leben erreicht und wir können, mit uns selbst in Frieden
- befreit von dem Druck, es selbst schaffen zu müssen, getrost voller Freude und Dankbarkeit dem Morgen entgegensehen, denn dank Amida ist bereits alles geschafft...alles erreicht. ...Namo Amida Butsu.

In der kurzen und bündigen Kanji-Kombination平生業成 Hei-Zei-Gô-Jô steckt die ganze Bandbreite shinbuddhistischen Denkens, die dem einen oder anderen eine Stütze sein mag bei der Frage nach dem eigentlichen Anliegen des Weges, den uns Shinran Shônin aufgezeigt hat.

Montag, 14. Juni 2010

Im EKŌ-Tempel Düsseldorf



Gongyō (Andachten)Morgenandacht im EKŌ-Tempel

So 6.6., 11.7., 8.8., 5.9., 10.10., 14.11., 12.12., 10-10.30 Uhr

Eine öffentliche Morgenandacht mit einer Rezitation des Shōshinge von Shinran.


Abendandacht am Hausaltar
Jeden Donnerstag (außer in der geschlossenen Zeit) ab 18 Uhr, Priesterwohnung

Die Abendandacht findet vor dem Hausaltar in der ehemaligen Priesterwohnung statt. Es wird rezitiert und aus der "Lehre Buddhas" gelesen. Diese Zusammenkunft soll einenEinblick geben in den privaten alltäglichen Dienst eines Shin-buddhistischen Priesters.

Auch Nicht-Shin-Buddhisten sind herzlich willkommen.

Eko-Haus der Japanischen Kultur
Brüggener Weg 6, 40547 Düsseldorf
Tel.: 0211/ 577918-224

Sonntag, 13. Juni 2010

Die Bedeutung des Shoshinge



Beitrag von Ilona Evers

Herbstsymposium im Eko – Haus zum Thema:
Shoshinge - Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu

Die Bedeutung des Shoshinge
(Inspiriert vom Referat über das Shoshinge von Prof. Nobuaki Matsuo und dem Buch „Shoshinge, the heart of Shin Buddhism“ von Dr. Alfred Bloom)

Das Shoshinge ist ein Teil des Kyogyoshinsho, dem großen akademischen Werk Shinran Shonins.

Das Kyogyoshinsho ist eine gelehrte Begründung von Shinrans Lehre, hauptsächlich geschrieben für die gebildete buddhistische Elite seiner Zeit. Shinran zitiert darin viele alte überlieferte Texte und kommentiert sie. Er wollte damit das solide buddhistische Fundament und die Ursprünge seiner Lehre in anerkannten buddhistischen Texten beweisen. Um das Kyogyoshinsho wirklich verstehen und würdigen zu können, braucht man ein großes Hintergrundwissen über den Buddhismus.

Shoshinge ist eine poetische Zusammenfassung der Shin – Lehre und ihrer Entwicklung. Shoshinge beschreibt die Anfänge der Reinen Land Lehre in vorgeschichtlicher Zeit, wie sie in den Reinen Land Sutren in der Geschichte des Bodhisattva Dharmakara beschrieben werden. Und ihre Entwicklung von Nagarjuna, dem ersten Patriarchen bis zum siebten Patriarchen, Honen, dem Lehrer Shinrans.

Shinran drückt im Shoshinge seine Dankbarkeit gegenüber dem historischen Buddha Shakyamuni und den sieben Patriarchen aus, die die Lehre vom Reinen Land über die Jahrhunderte bewahrt, entwickelt und weitergegeben haben. Durch diese Überlieferung der Reinen Land Lehre über viele Jahrhunderte hinweg, konnte sie schließlich ihn, Shinran, erreichen und ihm seinen Weg zur Befreiung zeigen.

Schon im frühen Buddhismus in Indien sind Lehren in Versform bekannt. In Sanskrit wurden diese Lehren in Versform Gathas genannt. Auf Japanisch wird Gatha mit Ge übersetzt. Shinran schrieb Gathas (Ge) in chinesischer Form und viele Wasane. Wasane sind bekannte japanische Formen der Dichtung.

Seine Darlegungen in Versform haben viel zur Verbreitung seiner Lehre beigetragen.

Shoshinge ist die Kurzform von Shoshinnembutsuge.
Ins Deutsche übersetzt heißt es: Gedicht, Hymne oder Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu.

Seit der Zeit Rennyo Shonins (1415 – 1495) ist Shoshinge einer der zentralen Texte von Jodo Shinshu. Eine andere Bezeichnung für das Shoshinge im japanischen ist „O-kyo“. Dieser Begriff ist normalerweise reserviert für Sutren und Texte, die direkt vom Buddha stammen. Nur ein als heilig geltender Text wird „O-kyo“ genannt.

Shinran versuchte im Kyogyoshinsho und im Shoshinge deutlich zu machen, dass er mit seiner Auslegung der Reinen Land Lehre nichts Neues geschaffen hat.
Shinran hat sich nie als Begründer oder Schöpfer von etwas Neuem gesehen.
Er verstand sich als Empfänger der alten Lehren und als Übermittler.
In Shinrans Lehre finden sich aber durchaus neue Elemente, Dinge, die nicht von den Patriarchen gelehrt wurden.

Konfuzius sagt, dass ein wahrer Lehrer etwas Neues in der Vergangenheit entdeckt bzw. aus der Vergangenheit etwas Neues hervorbringt. Diese Beschreibung passt gut zu Shinran. Man könnte auch sagen, dass Shinran durch das Studium überlieferter buddhistischer Schriften und durch die Erklärungen seines Lehrers Honen Shonin zu neuen Einsichten gekommen ist. Diese Einsichten hat er an uns weitergegeben.

Shinran hat im Alten etwas Neues für sich entdeckt. Er hat das Alte neu gesehen und gehört. Für uns, die wir im 21. Jahrhundert leben, gehören Shinrans Neuigkeiten zum Alten. Seine Lehre ist inzwischen über 700 Jahre alt. Seine Schriften sind für uns alte Überlieferungen. Unsere Aufgabe heutzutage ist es, Shinrans Beispiel zu folgen, um in seinen Schriften, in seiner Lehre das für uns Neue und für uns Aktuelle zu finden.

Wenn wir dies wirklich tun, dann kann diese alte Lehre umwälzende Folgen für unser heutiges Leben haben.

Diese Aufgabe, das Aktuelle im Alten wahrzunehmen, wird uns durch zeitgenössische Jodo Shinshu Lehrer erleichtert.

Prof. Nobuaki Matsuo ist ein bekannter, anerkannter Jodo Shinshu Lehrer der heutigen Zeit.

Prof. Matsuo hat die Fähigkeit, uns die Lehre auf sehr direkte und gefühlvolle Weise nahe zubringen. Beim Symposium um das Hoonko Fest im Eko - Haus Ende November 2009 hat er über den zweiten Teil des Shoshinge referiert.
Den ersten Teil des Shoshinge hat er uns bei einem Symposium vor einem Jahr nahe gebracht.

Folgende Textstellen aus Prof. Matsuos Referat haben mich persönlich besonders angesprochen und berührt.

Das Erleben des Namu Amida Butsu ist für jeden Menschen anders.
„In diesem Sinne hat sich in der Überlieferung von Shakyamuni über die sieben Patriarchen bis hin zu Shinran der Ausdruck „Wahrhaft vertrauensvolles Herz Amidas“ verändert, aber freilich ist die Sache selbst, die erfahren wurde (das Wahrhaft vertrauensvolle Herz, nämlich das Namu Amida Butsu), ein und dieselbe geblieben, sie wurde nur von dem jeweiligen Patriarchen auf ganz eigene individuelle Weise erfahren. Das „Wahrhaft vertrauensvolle Herz“ des Tathagata Amida wurde in jedem Fall von den verschiedenen Patriarchen auf ihre eigene individuelle Weise erfahren, und darum haben sie es auf die eigene individuelle Weise ausgedrückt und überliefert.“ (S. 3, Abs. 3)

Sich ins donnernde Namu Amida Butsu stürzen.
„Zu mir, dem Fallenden, dringt immer und überall donnernd der absolute Aufruf „Vertraue dich, während du fällst, ganz dem Namu Amida Butsu an!“ Der Oyasama übernimmt die Initiative und ruft „Überlass es mir!“, seine Stimme klingt in mir wider, selbstvergessen nehme ich Zuflucht zum Namu Amida Butsu. Nicht erst nach dem Tod! Jetzt stürze ich mich ins Namu Amida Butsu.“ (S. 14, Abs. 3)

„In das Namu Amida Butsu „einzukehren“, bedeutet sich in die Zufluchtnahme zum Namu Amida Butsu zu stürzen, Leib und Seele ins Namu Amida Butsu hineinzuwerfen.“ (S. 21, Abs. 2)

Seinen Mund ausleihen und das Nembutsu sprechen.
„Wenn man das Vertrauen erlangt hat, bleibt die physische Natur zwar unverändert von den Leidfaktoren bedeckt, aber das Herz weilt immerzu im Reinen Land. Weder sind die Leid verursachenden Faktoren erschöpft, noch ist der Geist an einen entfernten Ort gegangen. Vielmehr heißt es: Da mein Herz vom Namu Amida Butsu durchdrungen wurde, ist es mir bereits jetzt – mit diesem bloß von Leidfaktoren befleckten Herzen – vergönnt, bei Amida und den anderen Wesen im Reinen Land zu leben, ihnen meinen Mund zu leihen und stets das Nembutsu zu sprechen.

Oder anders ausgedrückt: …vergönnt, dass Amida und die anderen Wesen des Reinen Landes in meinem Herzen leben. Sie leihen sich meinen Mund aus und sprechen das Nembutsu.“ (S. 21 unten, S. 22 oben)

Selbst und Außer-Selbst

„Ein Wesen, das die Buddhaweisheit erlangt hat, unterscheidet … nicht mehr zwischen „Selbst“ und „Außer – Selbst“. Deshalb erscheint vor ihm…unmittelbar jene Weisheit, die alle Wesen für sich „selbst“ oder das „eigene Kind“ hält.“ (S. 24 Mitte)

Alle Wesen

„Amidas (wahres) Herz ist, dass er alle fühlenden Wesen retten möchte. Daher möchte er selbstverständlich nicht nur die Wesen retten, die dem Grundgelübde vertrauen, sondern auch jene, die es nicht tun. Gerade deshalb hat er mit dem Namu Amida Butsu eine Medizin geschaffen, die zur Buddhaschaft führt, und richtet sich nun (aufmunternd) nickend an alle fühlenden Wesen mit den Worten „Nimm die Medizin, ich bitte dich darum!“ Aber auch wenn man jemandem eine Medizin vor die Nase hält, kann die Wirkung nicht eintreten, solange er sie nicht nimmt. Man kann dann die Buddhaschaft nicht erlangen. Dies ist eine natürliche Wahrheit, es ist die Wahrheit von Ursache und Wirkung. Nicht einmal der Buddha Amida kann die Wahrheit von Ursache und Wirkung eigenmächtig ändern.“ (S. 31, Abs. 3)

Amida/ Dharmakara folgt mir bis auf den Grund der Hölle.

„Als zeitlich–existentielle Wahrheit können wir eigentlich nur feststellen, dass mein Bodhisattva Dharmakara, solange ich die Buddhaschaft noch nicht erreicht habe, aus diesem Grunde noch nicht die Buddhaschaft erreicht hat. Und wenn ich in diesem Leben das Wahre vertrauensvolle Herz nicht erlange und darum nach dem Tod wie gehabt im Samsara umherirre, dann wird er mir auch bis auf den Grund der Hölle folgen, solange bis ich das Wahrhaft vertrauensvolle Herz besitze (bzw. er es mir geschenkt hat). Von diesem Standpunkt aus betrachtet, folgt der Bodhisattva Dharmakara jedem einzelnen, und für jeden einzelnen gibt es einen Zeitpunkt, wo die karmischen Voraussetzungen reif sind und er das Wahrhaft vertrauensvolle Herz empfängt, d.h. für jeden einzelnen gibt es ein letztes Leben, in dem er schließlich die Buddhaschaft erreicht.“ (S. 33, Abs. 2)

Wir sind harte Brocken.

„Wir sind in unseren falschen Ansichten und unserem Hochmut harte Brocken und das Namu Amida Butsu (Amidas Ruf) dringt nicht leicht in unser Herz. Darum sendet Amida seit zehn Äonen immerzu sein … liebevolles Licht zu uns, er schafft für uns die verschiedensten karmischen Beziehungen, so dass wir den Buddhadharma genau hören können und bringt uns zur Reife. „ (S. 46 unten, S. 47 oben)



Ich muss zustimmen.

„… wenn ich selbst, auf den es hier ankommt, den Namensruf ablehne, kann ich nicht ins Reine Land hingeboren werden.“ (S. 47, Abs. 3)

Bodhisattva Dharmakara hat mich in die Hölle fallen sehen.

„ Der Bodhisattva Dharmakara hat mich in meinem Zustand, in dem ich in die Hölle fallen muss, gesehen, es hat ihn bitterlich gerührt und er hat sich erhoben. Unzählige Jahre ist er den Übungsweg gegangen, und das Ergebnis all seiner Übungen wurde zum Namensruf Namu Amida Butsu. … Im Namensruf Namu Amida Butsu steckt die Essenz aller Verdienste, die der Bodhisattva Dharmakara geschaffen hat. Gerade das Namu Amida Butsu ist nichts anderes als der Tathagata Amida selbst.
Damit der von äußerst schweren Vergehen beladene Mensch Buddha werden kann, muss das Namu Amida Butsu, dieser große Schatz seiner Verdienste, bis zum Herzensgrund des Menschen durchdringen.“ (S. 56, Ab. 3+4)

Vertrauen

Wir werden nicht gerettet, weil wir Vertrauen haben.
Wir sind nicht verloren, weil wir kein Vertrauen haben.
Es geht überhaupt nicht um unser Vertrauen.
Mit dem Wahrhaft vertrauensvollen Herzen ist nicht gemeint, dass unser Herz vertraut. Das Wahrhaft vertrauensvolle Herz ist das Herz Amidas, das er uns schenkt. (Nach S. 64, Abs. 1+2)

Wie erlangt man das vertrauensvolle Herz? Weder so noch anders!

„Aber wie kann man das Wahrhaft vertrauensvolle Herz erlangen? Weder Honen Shonin noch Shinran Shonin haben irgendeine Methode gelehrt, wie man es erlangen kann. Wenn es nur auch nur eine solche Methode gäbe, so könnte man wirklich nicht mehr von einem „Vertrauensvollen Herzen, das von der anderen Kraft zugewendet wird“ sprechen. Darum antwortet Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“ (S. 64, Abs. 3)

Weder so noch anders!

Worte können uns helfen, die Lehre Shinran Shonins zu verstehen.
Mit Worten können wir uns annähern. Wir können versuchen, die Wahrheit mit Worten einzukreisen.

Wenn es aber um das Ziel unseres Weges geht, um das Erreichen der „Stufe des Nicht-Mehr-Rückwärtsschreitens“ bzw. um das Erlangen des „Wahrhaft vertrauensvollen Herzens“, dann versagen alle Worte.
Deshalb ist die Antwort von Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“

Das kann man nicht mehr erklären und wir können es nicht erlangen.
Das Einzige, was wir tun können ist, den Buddha seine Arbeit tun lassen.

Namu Amida Butsu

Ilona Evers

Programm im Anjin-Do Mönchengladbach



Zu den Treffen sind neu Interessierte herzlich willkommen.
Kurze tel. Voranmeldung genügt.

Samstag, 10.07.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

Samstag, 07.08.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

Samstag, Teilnahme 21.08.bis 22.08.10 an O-Bon Feier im Jikoji Antwerpen

09.10
– Urlaubszeit – kein Treffen

Samstag, 09.10.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

DBU Kongress - Berlin

Samstag, 13.11.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

Hoonko Fest und Seminar EKO Gemeinschaft Düsseldorf

Samstag, 11.12.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

Beginn der Treffen jeweils um 18:00 Uhr

Anjin-Do Mönchengladbach
Begegnungsstätte der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland e. V.
Oberheydenerstrasse 71
41236 Mönchengladbach /02166-1471036

Freitag, 11. Juni 2010

Shin Do Programm



Shin Do Programm August-Dezember 2010

Bitte auch die Sonderankündigungen zu kurzfristig geplanten Veranstaltungen beachten.
Alle Veranstaltungen, Meditationen und buddhistischen Andachten sind öffentlich, der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne angenommen.
Wichtig: wir bitten alle Teilnehmer fünf Minuten vor Beginn der Andacht im Andachtsraum Platz zu nehmen.

September
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Sonntag 5. 9 9:00
Meditation und Andacht
Mittagessen bei Zengaku (Peter Kappelmeier)
<>
Sonntag 12. 9. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 19. 9. 9:00
Meditation und Andacht

Oktober<
>
Sonntag 3. 10. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 10. 10. 9:00
Meditation und Andacht

November<
>
Sonntag 7. 11. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 14. 11. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 21. 11. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Freitag 26. 11 bis Sonntag 28. 11.
Hoonkofest und Seminar im Eko Haus der japanischen Kultur in Düsseldorf

Dezember<
>
Dienstag 21. 12. 19:00
Meditation und Andacht
-.-

Zentrum für Buddhismus und Dialog der Religionen
Programm Herbst 2010


Die Themen und Referenten werden noch bekannt gegeben
Freitag 17. September 19:00
Freitag 8. Oktober 19:00
Freitag 19. November 19:00

Mittwoch, 2. Juni 2010

Treffen der DBU (Deutsche Buddhistische Union) im Rigpa Zentrum in Berlin




Die DBU ist der Dachverband der Buddhisten in Deutschland.
Jodo Shinshu ist seit langer Zeit Mitglied der DBU.
Rev. Thomas Moser war die treibende Kraft für unseren Beitritt.
Er war auch lange Zeit unser Delegierter bei der DBU.
Vor zwei Jahren habe ich diese Aufgabe übernommen.

Die Mitgliedschaft in der DBU ist sozusagen ein Gütesiegel für die betreffende Gemeinschaft. Es ist gar nicht so leicht, Mitglied zu werden. Zuerst muss man einen Antrag stellen und sich dann auf der Mitgliederversammlung vorstellen. Wenn die Mitgliederversammlung der Aufnahme zustimmt, ist man erst einmal zwei Jahre Mitglied auf Probe, erst dann kann man stimmberechtigtes Vollmitglied werden.

Beim Wochenende im Rigpa Zentrum in Berlin fand die jährliche Mitgliederversammlung statt, bei der auch einige neue Gruppen um Aufnahme gebeten haben.

Es gab die Berichte des Vorstandes und des Kassierers, über den Kongress 2009 mit dem Dalai Lama wurde berichtet, einige Satzungsänderungen wurden beschlossen.

Und es gab eine Reihe interessanter Workshops zu den folgenden Themen:

„Anerkennung der DBU als Körperschaft des öffentlichen Rechts“
Damit wären die Buddhisten in Deutschland rechtlich den Kirchen fast oder ganz gleichgestellt.

„Dharma und Gesellschaft“, das Thema des DBU - Kongresses vom 15.-17. Oktober 2010 in Berlin

„Buddhistisches Unterrichtsmaterial – Schulbücher“

„Buddhismus aktuell“, die Zeitschrift der DBU

„Dharma und Umwelt – Ethik, Meditation und Weisheit für Umweltprobleme einsetzen“

„Frauen und Buddhismus“

„Pressearbeit – Stellungnahmen der DBU zu aktuellen Themen“

Ich habe am Workshop „Buddhismus aktuell“ teilgenommen.
Wir hatten dort einen lebhaften inspirierenden Austausch über unsere Wünsche und Vorstellungen für unsere Zeitschrift. Insgesamt wurde die Arbeit der Redaktion als sehr positiv eingeschätzt.

In den anderen Workshops gab es auch einen lebhaften Austausch. Ideen wurden ausgetauscht, Treffen und Aktionen geplant.

Wir haben auch gemeinsam meditiert, zusammen gegessen, uns mit den anderen Delegierten ausgetauscht und unser Zusammensein genossen.
Es ist schön zu wissen, wie viele aktive Buddhisten es inzwischen in Deutschland gibt. Bei aller Vielfalt der verschiedenen Traditionen kann man immer wieder den gemeinsamen Nenner spüren. Ich habe schon viel von Buddhisten anderer Traditionen gelernt. Das Gespräch mit andern Buddhisten und der Austausch über unsere unterschiedlichen Wege können uns unseren eigenen Weg deutlicher machen, wir können uns sozusagen im Spiegel der Anderen sehen.

Das Rigpa Zentrum ist sehr schön mit einem wunderschönen großen Saal, in dem eine riesige Buddhastatue steht und unzählige Bilder verschiedenster Buddhas hängen.

Die schöne Atmosphäre im Rigpa Zentrum hat sicher viel zum Gelingen des Wochenendes beigetragen.

In Gassho
Eure DBU Delegierte Ilona Evers

Dienstag, 1. Juni 2010

Tannisho Kapitel 2

[2]
Dass jeder von Euch unbekümmert um die Lebensgefahr über die Grenze der mehr als
zehn Länder hergewandert ist, geschah einfach aus der Absicht, den Weg der Geburt
im Land des vollkommenen Glücks zu erkunden. Es ist aber ein großer Irrtum, wenn
Ihr etwa meinen solltet, dass ich außer dem Nembutsu noch andere Wege der
Hingeburt wüsste und andere Lehren und Schriften kennte. Wenn Ihr das glaubt,
solltet Ihr am besten die großen Gelehrten, von denen es in der Südstadt Nara ebenso
wie im Nordgebirge Hiei viele gibt, aufsuchen und Euch die wichtigsten Punkte für die
Hingeburt gründlich erklären lassen.



Mit mir, Shinran, hat es keine andere Bewandtnis, als dass ich das Wort des guten
Lehrers befolge, der mich gelehrt hat, ich solle nur das Nembutsu sagen und mich vom
Buddha Amida erretten lassen. Ob das Nembutsu wirklich die Geburt im Reinen Land
verursacht oder vielmehr das Karma für den Sturz in die Hölle ist, das weiß ich
überhaupt nicht. Ich würde es durchaus nicht bereuen, auch wenn ich, vom verehrten
Hônen betrogen, durch das Nembutsu in die Hölle versänke. Denn, wenn ich
tatsächlich jemand wäre, der durch die Anstrengung anderer Übungen Buddha werden
könnte, dann könnte ich mich betrogen fühlen und es bereuen, durch das Nembutsu in
die Hölle gefallen zu sein. Da ich aber in keiner Weise zu solchen Übungen fähig bin,
wäre die Hölle unweigerlich meine Wohnstätte.

Wenn das Gelöbnis Amidas wahr ist, kann die Lehre von Shâkyamuni keine Lüge
sein. Wenn die Lehre Shakyamunis wahr ist, dann können die Auslegungen von Shantao
keine Fälschung sein. Wenn die Auslegungen von Shan-tao wahr sind, wie können
die Weisungen von Hônen eitle Worte sein? Wenn die Lehre Hônens wahr ist, dürfte
das, was ich, Shinran, Euch sage, nicht ganz leer sein.

Kurz gesagt, so verhält es sich mit meinem Glauben. Ob Ihr noch das Nembutsu
annehmen und darauf vertrauen wollt oder es verwerft, das überlasse ich ganz Eurer
Erwägung...