Anjin-Do

Anjin-Do

Donnerstag, 18. Februar 2010

Dialogkreis der Religionen

Liebe Freunde des Dialogkreises der Religionen im ShinDo!

Ich darf euch wieder herzlich zu einem Dialogabend der Religionen einladen.
Freitag 26. Februar 19:00

Der geplante Referent Friedrich Fenzl musste krankheitshalber leider seine Teilnahme absagen. Ich wünsche ihm auch von dieser Stelle gute Besserung.

Mag Gakuro Kurt Krammer hat sich bereit erklärt das Einführungsreferat an diesem Abend zu übernehmen. Sein Thema ist dem von Freidrich Fenzl geplantem nahestehend:

"Buddhismus in Ost und West, im Dialog der Religionen"

Das wird sicher wieder ein spannender Abend.

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Eine Vorankündigung: Am 26. März 19:00 Uhr hat die Leitung des Abends: Rev. Dr. Daishin Achim Willfahrt (Kultur- und Wissenschaftsjournalist, Musiker, Tendai-Priester)
"Was allen Menschen zu eigen ist - Auf dem Weg zur Transkulturalität"

Mir herzlichem Gruß, Thomas Moser

Tagträume



Die ersten Sonnenstrahlen seit Tagen, der Himmel erstrahlt in seinem schönsten Blau und gibt mir wieder Hoffnung, dass auch dieser Winter einmal vorübergehen wird. Es ist schon wieder Zeit für die nächste Gassi Runde mit den Hunden und so treten wir Drei ins Freie, wo uns die wärmenden Sonnenstrahlen fast schon wie umarmen. Es ist unglaublich, denn ich höre sogar Vögel singen, sie zwitschern und pfeifen, geben sich einander Antwort und sitzen aufgeregt in den kahlen Zweigen der Bäume. Meine beiden vierbeinigen Begleiter spurten los, so als sei ein Startschuss gefallen und auch sie sind aufgeregt wie die Vögel. Der Frühling kündigt sich an und wo gestern noch zentimeter dicker Schnee und Eis lag, treten jetzt schon wieder die braun- grünen Flächen durch, die seit Wochen von einheitlichem Weiß bedeckt waren. Unter meinen Füßen schmatzt es, Wassertropfen spritzen hoch und was gestern noch hart und unzerstörbar schien, löst sich auf in kleinen Rinnsalen und Pfützen. Während ich so vor mich hergehe, stelle ich mir die Frage, wo denn all dieser Schnee am Ende bleiben mag? Was ist mit all dem festen Eis, das selbst große Seen bedeckte und auf dem man selbst zu laufen vermochte? Fasziniert beobachte ich, wie sich der weiße Stoff im Sonnenlicht aufzulösen beginnt und ich kann nicht umhin, diesen Vorgang mit meinem eigenen Leben zu vergleichen.

Der Schnee kam, weil es Winter wurde und die klimatischen Bedingungen in diesem Jahr, einen längst tot geglaubten Winter, möglich machten. Der Schnee blieb, weil sich diese Bedingungen auch weiter hielten und eben das hervorbrachte, womit wir uns in den letzten Wochen in allen Medien beschäftigten. Und nun? Die Bedingungen haben begonnen sich zu verändern, die Temperaturen steigen und während ich noch gehe, schmilzt der Schnee unter meinen Füßen.

Ist es nicht auch so mit meinem Leben?

Wo geht der Schnee nun hin? Ist er einfach fort, so als hätte er nie wirklich existiert? Was ist mit der Freude, die er den Kindern brachte, weil sie endlich einmal ihre Rodelschlitten hervorholen konnten. Die wohl gehenden Geschäfte der Skipistenbetreiber, garantierten Jobs und Einkommen, die Bekleidungsindustrie boomte und so vieles Positive mehr brachte uns der Schnee. Aber auch Verkehrschaos, die Krankenhäuser behandeln Knochenbrüche am Fließband, Stromausfälle, Tote und dergleichen mehr, waren die Kehrseite dieser weißen Medaille.

Ist es nicht auch so mit meinem Leben?

Langsam, aber unaufhörlich, schmilzt der Schnee und verwandelt sich in kleine Bächlein und Pfützen. Ich sinne darüber nach, wie die Bedingungen doch alles bewirken. Gestern war noch alles weiß und hart gefroren. Die Sonne aber lässt den Schnee in seiner Substanz vergehen und doch ist er nicht wirklich verschwunden. Heute ist der Schnee die Pfütze, die im Boden versickert, der anschwellende Fluss, die Feuchtigkeit in der Luft, die Wolke, die vorüberzieht. Er ist der Grundwasserspiegel der sich anhebt, der Tau, der sich am Morgen bildet, das Wasser, welches ich vielleicht schon Morgen trinken werde.

Ist es nicht so mit meinem Leben? Ich weiß es nicht! Kann sein!

Ich laufe und sinne über all dies nach. Der Schnee jedoch - er schmilzt nur. Er hat keine Fragen, kennt keine Philosophie, fragt sich nicht, was aus ihm wird und kennt auch kein Bedauern darüber. Er schmilzt nur und wird zu dem, was die Bedingungen ihm vorgeben.

Wo geht der Schnee nun hin? – ich muss über mich selber lachen!
Ich denke so, ich habe Fragen, ich nenne es Schnee – genau wie ich all die anderen Dinge in meinem Leben benenne und somit eine besondere Wichtigkeit gebe!

Der Schnee hat mir etwas voraus, weil er dies nicht macht. Er/Es ist je nach Bedingungen, was auch immer und dennoch bleibt - was auch immer - davon völlig unberührt!

Namo Amida Butsu

Chisho

Montag, 15. Februar 2010

Zwei Aspekte des Ich



Dharma Talk –Sonntag 07.02.10
von Rev.Jotoku Th. Moser

Wenn ich, wie beim Dharma - Gespräch letzten Sonntag, sage: „Das Erkennen des eigenen Unvermögens ist der Nährboden für das geschenkte Vertrauen in uns, für Shinjin,“ durch das wir dank der „Buddha Kraft“ Befreiung erlangen können,“ so mag das vielleicht als eine Überbewertung des eigenen „Ich“ missverstanden werden und steht in scheinbarem Widerspruch zur Sunyata Lehre des Buddha. (Wir dürfen hierbei auch nicht vergessen, dass Sunnyata mit „Leerheit“, einem im Deutschen künstlichen Wortgebilde, nur unzulänglich übersetzt ist.)

Dazu einige Gedanken:
Shigaraki unterscheidet zwei Arten des „Ich –Verständnisses“ und beruft sich dabei auf Shinran. Das eine ist das empirische „Ich“ behaftet mit Bonno, von dem wir schon gesprochen haben und das andere ist mein „universelles ich“ als Teil des Ganzen.

Zitat Shigaraki:..... „Mein Ich sein als Mensch ist das gleiche wie das Fels sein des Felsens, das Baum sein des Baumes und das Blume sein der Blume. Ich bin nicht getrennt von all diesen, bin nicht verschieden vom Wassertropfen, der im Strom fließt, als Regen fällt, im Nebel wallt, im Zapfen gefriert, im gewaltigen Ozean wogt, oder als kleinstes Teilchen einer sich stets wandelnden Wolke am Horizont vorüberzieht.“

Das erinnert mich an den bekannten Zen Koan: (sinngemäß formuliert) „Der Berg ist der Berg, dann ist er nicht mehr der Berg und dann ist er wieder der Berg.“
Wir sind „Icchantika“, „Hoffnungslose“, dann sind wir (was natürlich nur scheinbar eine Trennung ist) etwas anderes sind, ein Teil Sunyatas, Teil von Allem, vom Wassertropfen ebenso wie von Bäumen und von der Blume – und dann sind wir wieder derjenige der mich im Spiegel anschaut, „Nama Rupa“ der kämpft und doch immer wieder Verblendung anhäuft.

Ich bin beide.

Aber ich kann mich nur mit einem wirklich auseinandersetzen, nämlich mit dem der morgens Kopfschmerzen hat, oder müde ist.

Das Bewusstsein, auch Teil des anderen, in Sunnyata, zu sein, gibt mir vielleicht manchmal Hoffnung und hebt mich über die Grenzen des Menschseins hinaus.
Beide sind identisch, beide sind von Amida umarmt, beide sind nicht zu trennen.
Letztendlich müssen beide überwunden werden, weshalb eitles Philosophieren über die Leerheit nur ablenkt.

Namu Amida Butsu, Jotoku

Quellen: Shinrans Schriften und T. Shigaraki

Donnerstag, 4. Februar 2010

DBU Mitgliederversammlung

Betreff: DBU Mitgliederversammlung
Datum: Thu, 28 Jan 2010 13:43:37 +0000
Von: dbu@dharma.de
CC: Renate.Stoll@rigpa.de



Liebe Freunde,

Unsere diesjährige DBU-Mitgliederversammlung findet
vom 23. - 25. April wieder im Rigpa-Zentrum in Berlin statt.

Wir fanden den Tagungsraum und die allgemeine Atmosphäre sehr schön und
wollen es deswegen wieder da machen.
Leider können dieses Jahr aber nur wenige auch im Zentrum übernachten
und die Suche nach einem geeigneten Hotel gestaltet sich schwierig.

Deswegen möchten wir euch um Hilfe bitten.

Vielleicht habt ihr oder andere Mitglieder eurer Sangha die Möglichkeit,
Leute privat unterzubringen.
Vielleicht habt ihr dies auch schon bei größeren Veranstaltungen von
euch gemacht.

Die Delegierten würden dies ggf. natürlich auch vergüten, wie bei einer
anderen Übernachtung auch.
Es wäre aber möglicherweise auch eine schöne Form der Begegnung der
buddhistischen Traditionen auch über die eigentliche Veranstaltung hinaus.

Es würde uns freuen wenn ihr uns helft nach Möglichkeiten zu suchen bzw.
dies an andere Sanghamitglieder weitergebt.

Liebe Grüße

Helge
DBU Geschäftsstelle

Mittwoch, 3. Februar 2010

Buddhistische Andachten und Termine Februar bis Juni 2010

Anjin-Do Mönchengladbach

Begegnungsstätte der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland e. V.

Samstag 07.02.2010
Jahrestag AnjinDo

Samstag 13.02.2010 -
Sangha Abend mit Rezitation und Dharmatalk – 18:00h

Samstag 13.03.2010 -
Mitgliederversammlung in Berlin
siehe kommende Einladung

Samstag 27.03.2010 -
Paramita-Fest im Anjin-Do 18:00h

Samstag 10.04.2010 -
Sangha Abend zu Buddhas Geburtstag (Hanamatsuri)18:00h

Samstag 08.05.2010 -
Sangha Abend zu Shinrans Geburtstag (Gotan-e) 18:00h

11.06.-13.06. 2010 -
Nembutsu Seminar im Anjin-Do
angedachter Termin /nähere Info folgt



Anjin-Do Mönchengladbach
Begegnungsstätte der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland e. V.
Oberheydenerstrasse 71
41236 Mönchengladbach /02166-1471036
http://www.jodoshinshu.de/d_home.htm

Yo no naka annon nare
Möge Frieden und Harmonie die ganze Welt durchdringen

Gedanken, basierend auf einem Dharma Gespräch im Shindo



von Rev. Jotoku Thomas Moser

„Shin Buddhisten können in diesem Leben nicht erleuchtet werden?“
Das klingt absolut und für jene die auf dem Weg der Buddhalehre unterwegs sind, im ersten Moment beängstigend.

Zur Beruhigung sagen wir dann gerne: „aber --- unter den vielen Milliarden Menschen gibt es vielleicht doch Einige, die das aus eigener Kraft schaffen“ ---- (aber keine Shin Buddhisten!)
„Und überhaupt, es gibt keine Erleuchtung, weil es nichts zu erleuchten gibt!“

Hier versucht der Kopf das Regiment zu übernehmen. Ich sage es mal etwas moderater: „Shin Buddhisten können in diesem Leben nicht die Befreiung erlangen, aber die Zusicherung gerettet zu werden.“ Warum?

Ich möchte mir dazu gern Hilfe bei T. Shigaraki holen. Er sagt: „In Shinjin erwache ich zur Wahrheit dessen, wer ich wirklich bin, erkenne mich als verblendeten Egoisten, dem das bedingte Entstehen nicht bewusst ist.“ „Shinjin“!

Ich kann zwar Shinjin nicht treffend in einen deutschen Begriff übersetzen und ich denke, das sollte man auch nicht. Wir wissen, dass Shinjin umschrieben so viel wie „geschenktes“, „von innen heraus, “ entstandenes Vertrauen bedeutet. Shinjin kann ich nicht durch Übungen, Bemühungen oder Studium erreichen. Es wird mir geschenkt, wenn es an der Zeit dafür ist.
Aus dem Zitat von Shigaraki wird klar, dass wir als Ziel unsere Selbsterkenntnis anstreben, dass sie gewissermaßen der Nährboden dafür ist, um uns weiter zu entwickeln und dass wir diese Selbsterkenntnis nicht wirklich (nur) aus eigenem Bemühen schaffen.

Verbal sind wir alle gerne bereit von Ego und eigener Unfähigkeit zu sprechen. Wir bemühen zur Bekräftigung sogar den japanischen Begriff des „Icchantika, “ des „Hoffnungslosen“ und merken nicht, dass das Kokettieren damit bereits Eitelkeit beinhaltet. Um uns selbst in aller Tiefe zu erkennen, bedarf es Shinjin. Shinjin gründet sich also auf der Erkenntnis unserer Unwissenheit und Verblendung, auch wenn wir dieser noch nicht voll gewahr sind und damit wird klar, dass wir in diesem Leben nicht Buddha werden können.
Aber --- nun das große Aber: Shinran sagt, dass wir durch Shinjin „dem Buddha gleich“ werden, während wir ganz normale Menschen bleiben.
Kann man das verstehen? Shigaraki: „Mein wahrer Zustand muss mir dabei zunächst wie mit den Augen eines anderen gezeigt werden. „Erkennen“ in Shinjin heißt, durch den Dharma des Buddha und das Nenbutsu mein Befangensein in Verblendung so zu gewahren, als geschähe dies durch die Augen des Buddha. Wie ein Spiegel das körperliche Ebenbild zeigt, lässt einen der Dharma einen Blick auf die Wahrheit des eigenen Wesens werfen. Dieses existentielle Wissen darum „Wer ich bin“, nannte Shinran die „Weisheit aus Shinjin.“ Shinjin hat zwei Aspekte: „Wahrheit und Erfahrung“ „Das eigene Herz erfahren,“ wie Shigaraki sagt:

Zitat: „Diese Weisheit, Erkenntnis des Herzens, das dabei Läuterung erfährt, ist die Dynamik in Shinjin, Prajna und Cittaprasada. Die Weisheit und das reine Herz bilden als Wirken und Wesen von Shinjin eine nicht trennbare Einheit.“
Das „reine Herz“ (oft auch als klarer Blick, oder gesammelter Geist, umschrieben), ein Begriff den nicht nur Shinran gerne benutzt um das Erwachen, die Geburt im Reiche des Buddha zu umschreiben. Cittaprasada wird oft gleichbedeutend mit Samadhi, oder Satori verwendet. Shinran schließt diese nicht mit dem Intellekt zu erfassenden Begriffe in Shinjin ein.

Damit wird klar:
a, Die Erkenntnis unseres Selbst ist der Nährboden für Shinjin.
b, Shinjin umfasst eine überweltliche Wahrheit die uns normalen Menschen nicht zugänglich ist.
c, Durch Shinjin mit den Augen des Buddhas sehen, macht uns dem Buddha gleich, obwohl wir weiterhin Menschen im gewöhnlichen Alltag mit all seinen Höhen und Tiefen bleiben.
d, diese weltlichen Verstrickungen sind es, die uns die Gewissheit der Befreiung geben, weil sie die Grundlage für Selbsterkenntnis sind und damit ein Loslassen von berechnenden Bemühungen ermöglichen.

Wieder formuliert es Shigaraki treffend: „Shinjin ist reine Erfahrung, Klarheit, Reinheit, Ruhe......... Geist und Herz wurden vollkommen rein und klar.“
Wir können es also beruhigt aufgeben über Erleuchtung, oder Befreiung nachzudenken.

Das lenkt uns nur ab.
„Sei wie du bist, das ist es und sonst nichts“, sagte Bankei Eitaku, woran man sieht, dass diese Erkenntnis nicht uns Shin Buddhisten allein vorbehalten ist.
Ich finde beispielsweise das was ich bei Shinjin „spüre“ auch im Herz Sutra, ---- nachdem ich es mehr als hundertmal gelesen habe. Mögen unsere persönlichen Wege und Möglichkeiten auch unterschiedlich sein, Shinran macht uns frei von der Angst „das Ziel“ nicht zu erreichen
Er sagt: (er beschreibt das als Ojo –Neugeburt Erlebnis) „Wie die Schnecke stets ihr Wohnhaus bei sich trägt, begleitet mich die Gewissheit des Reinen Landes.“

Namu Amida Butsu
Jotoku

Quelle: „Sogar der Gute wird erlöst. Um wie viel eher der Böse“ von Takamaro Shigaraki