Anjin-Do

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Donnerstag, 30. Dezember 2010

"Das wortlose Nenbutsu"

"Das wortlose Nenbutsu"
Beitrag von Rev. Jotoku

Eine Frau, so ca Anfang 60, wartet mit ihren spastisch schwerbehinderten Sohn im Rollstuhl auf den Citybus. Der Fahrer kennt sie und fährt die Klappe im Boden aus, damit der Rollstuhl über die Kante kommt.
Es sitzt auch eine Nachbarin im Bus, alle begrüßen sich recht herzlich.
Der Sohn sagt nichts, ist sehr blass und man weiß nicht ob er seine Umgebung wahrnimmt.
Die Nachbarin fragt: "Wie feiert ihr Sylvester?"
Die Mutter: "Er," sie klopft dem Sohn auf die Schulter, "mag es besinnlich um Mitternacht. Da braucht er 10 Minuten. Mein Mann und ich gehen auf den Balkon und danach dürfen wir auch ihm ein gutes neues Jahr wünschen."
"Er will dann ins Bett und mein Mann und ich schauen bis vier Uhr früh fernsehen, das machen wir jedes Jahr so, bis uns die Augen zufallen."
Der Sohn versucht etwas zu sagen, was ihm sehr schwer fällt, aber die Mutter versteht ihn.
"Es hat für ihn immer etwas von Abschied nehmen, wenn das Jahr zu Ende geht. --- Wir müssen ja ständig von irgendwas Abschied nehmen.
Kurz vor Weihnachten ist sein bester Freund gestorben, der hat auch in der Behindertenwerkstatt gearbeitet wie er, aber als Gesunder. Dann hat er mit dem Fahrrad ein Auto gerammt, sie haben es sicher gelesen. Er war gleich tot, Genickbruch."
Nach einer Pause: -- "Er war 28 Jahre alt."
"Na ja, und er war auch Schuld, hat dem Autofahrer die Vorfahrt genommen."
Sie umarmt ihren Sohn der nach unten schaut und sagt: "Jetzt ist er traurig!" "Nichts bleibt, von allem müssen wir Abschied nehmen"
"Wir fahren jetzt mit dem Zug nach Salzburg ins Euro shoping Center und gehen bummeln."
Die Nachbarin: "Geht denn das"?
"Ja, sogar sehr gut, Vom Bahnhof Taxham sind es nur fünf Minuten zu Fuß und in dem Center sind sie recht gut eingerichtet. Wir freuen uns schon und er mag es wenn so viel los ist." --- "Er ist ja nicht krank, er hat nur bei der Geburt Pech gehabt!"

Ein frohes und gesundes kommende Jahr 2011

Liebe Dharmafreunde,

ich wünsche Euch allen ein gesundes und glückliches Jahr 2011

Möge Frieden und Harmonie die ganze Welt durchdringen



Dear Friends in Dharma,

I want to wish you a good and happy new year 2011

May peace and harmony prevail throughout the world


in Gassho
Chisho Frank Kobs


Anjin-Do Mönchengladbach
Begegnungsstätte der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland e. V.
Oberheydenerstrasse 71
41236 Mönchengladbach /02166-1471036
http://www.jodoshinshu.de/d_home.htm

Yo no naka annon nare
Möge Frieden und Harmonie die ganze Welt durchdringen

Mittwoch, 29. Dezember 2010

元旦会 Gantan-e im EKO Haus Düsseldorf



元旦会 Gantan-e

Sa 1.1.2011, Beginn: 10 Uhr
Neujahrs-Rezitation.


新年を祝い、一年の抱負を新たに誓う法要です。17時まで庭園を開放し、皆様の初詣の参拝をお待ちしております。

Im Shindo



Liebe Freunde!
Hiermit darf ich euch an zwei Termine erinnern.

1.Januar 14:30 -- im ShinDo -- wir begrüßen das neue Jahr mit 108 Glockenschlägen

6. Januar -- Dreikönigswanderung --von Berchtesgaden nach Königsee und evtl mit dem Schiff nach Bartholomä

Treffpunkt am Parkplatz gegenüber dem Bahnhof Berchtesgaden -- 10:10 --- (weil um 10 Uhr noch ein Zug aus Salzburg kommt, auf den wir warten)

Bis bald, mit guten Wünschen für einen schönen, aber harmlosen, Rutsch ins neue Jahr, euer Jotoku



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Shinran Shonin's 750th memorial - 2011
Yo no naka annon nare -- Möge Friede und Harmonie die ganze Welt durchdringen
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Buddhistische Begegnungsstätte ShinDo // ShinDo Buddhist Center and shrine room
Rev. Jotoku Thomas Moser

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Freitag, 24. Dezember 2010

Grußwort


Grußwort

唯佛一人獨第一   三界父母一切智
於一切等無與等   稽首世尊希有比
凡人行惠爲己利   求報以財而給施
佛大慈仁無此事   怨親憎愛以等利

YUI-BUTSU-ICHI-NIN-DAI-ICHI
SAN-GAI-FU-BŌ-IS-SAI-CHI
O-IS-SAI-TŌ-MU-YO-TŌ
KEI-SHU-SE-SON-KE-U-HI

BON-BU-GYŌ-E-I- KO-RI
GU-HŌ-I-SAI-JI-KYŪ-SE
BUTSU-DAI-JI-NIN-MU-HI-JI
ON-SHIN-ZŌ-AI-I-TŌ-RI

Allein der Buddha ist der Allerhöchste,
Vater und Mutter der drei Welten, alles wissend,
Unter allen Wesen ist nicht seinesgleichen.
Ich verneige mein Haupt vor dem Unvergleichlichen, dem Weltgeehrten

Der gewöhnliche Mensch übt Güte, um sich selbst zu nutzen,
da er nach Vergeltung strebt, spendet er sein Vermögen.
Der Buddha handelt aus großem Mitgefühl nicht so,
er hilft in gleicher Weise denen, die ihm grollen oder die ihm nahestehen, die ihn hassen oder lieben.

(Ein Preislied auf den Buddha, überliefert über Nāgārjunas Große Weisheitsabhandlung) (T.1509, 94a27)

Der Bodhisattva Kannon hört die Rufe der Welt. Aber was hört er in diesen Tagen? Was findet er in diesen geschäftigen vorweihnachtlichen Treiben, das voller Erwartungen und Stimmungen ist?

Die Menschen sind unterwegs, um sich gegenseitig ein Gefühl der Nähe zu bereiten. Man schenkt sich, man feiert, man weiß, wo man hingehört. Wenn alles gut geht, bleibt ein positiver Eindruck zurück. Oft geht aber auch etwas schief. Man befindet sich in allzu großer Nähe mit Menschen, zu denen man sonst etwas Abstand hat. Man spürt die Differenzen, es kommt zum Streit. - Wieder andere Menschen spüren in dieser Zeit, dass sie zu überhaupt keinem Menschen eine größere Nähe besitzen. Das Fest macht ihnen das schmerzhaft bewusst. Der Bodhisattva Kannon hört wohl gerade in der Weihnachtszeit sehr viele schmerzliche Rufe.

Je mehr wir uns so wie die „gewöhnlichen Menschen“ aus den obigen Versen verhalten (die wir natürlich sind) desto wahrscheinlicher ist, dass das Fest für uns scheitert. Wenn man nur Geschenke kauft, um gleich wieder positive Erfahrungen in Form von „Weihnachtsstimmung“ zurückzuerhalten, ist die Motivation sehr seicht und die Gefahr der Enttäuschung sehr groß.

Aber man kann Weihnachten auch anders nehmen: Der immergrüne Weihnachtsbaum mit den leuchtenden Kerzen ist ein wunderbares Symbol. Beständig zu sein – Sommer und Winter gegenüber gleichgültig zu sein, das ist genau die Eigenschaft, die nach dem zweiten Vers den Buddha auszeichnet. Der Buddha ist, wie man auf Deutsch sagen kann, allen Wesen jederzeit grün. Er lässt sich durch nichts in seinem Wirken beirren. Auch die Kerzen, die in diesen kürzesten Tagen in nördlichen Ländern so wichtig sind, sind ein Symbol für das Licht, das wir aus dem Namen des Buddha Amida kennen.

Man versteht hier vielleicht: Weihnachten kann man nicht nur christlich oder säkular, sondern auch buddhistisch feiern kann.

In Gassho,

Euer Marc Nottelmann-Feil.

Montag, 22. November 2010

"Die Lehre Buddhas" erhältlich im EKO Haus




"Die Lehre Buddhas"

erhältlich im EKO-Haus der Japanischen Kultur

Schreiben Sie Ihre Bestellung an:

EKŌ-Haus der Japanischen Kultur e.V.
Brüggener Weg 6, 40547 Düsseldorf
Tel: (0211) 577918-0
Fax: (0211) 577918-219
E-Mail: pool@eko-haus.de

oder per mail an:

yamada@eko-haus.de

Bitte vergessen Sie nicht die Zahl der Exemplare, die Sprache, den Absender und die Lieferadresse. (Bei privaten Bestellungen kostet ein Exemplar 10 Euro plus Versandkosten. Bestellungen von Hotels usw. sind kostenlos.)

Denken


Denken ist bekanntlich Schlafes Bruder. Wer denkt, verhält sich ganz regungslos. Manche Leute schließen sogar die Augen und man weiß nicht, ob sie überhaupt mit etwas beschäftigt sind. Weil das Denken so ganz ohne Rechenschaft und Nachweis geschieht, weil es keine unmittelbaren Resultate vorweisen kann - man muss schon selbst denken, um diese überhaupt zu erkennen - steht es in unserer Zeit nicht hoch im Kurs. Aber ich möchte hier trotzdem eine Lanze für das Denken brechen.

Wenn man nachdenkt, hält man für einen Augenblick an. Man nimmt sich sozusagen aus der Weltgeschichte heraus. Was man dann sieht, ist die Momentaufnahme der Zeit: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.

Eigentlich ist ja der Tod Schlafes Bruder. Aber den sehen wir gar nicht, weil wir in der Zeit stehen. Wir surfen gleichsam auf der Welle der Zeit, ein Ding treibt uns zum nächsten. Wir rennen herum und verfolgen tausend Absichten. Am Ende geht es, wenn wir ehrlich sind, hauptsächlich darum, das Leben genießen: schönes Essen, schöne Reisen, bitte schön! auch schöne Gedanken.

Es spielt eigentlich keine Rolle, auf welche Weise wir den Tod übersehen: ob wir wie so manche japanische Hausfrau die neuesten Koch-Rezepte für das Aller-Mitteilenswerteste halten, oder ob wir uns tagaus tagein mathematische Modelle ausdenken wie Sir Stephen Hawkings, der jüngst öffentlich äußerte: „Man kann die Welt ohne die Gotteshypothese erklären“ (An welcher Stelle eines physikalischen Modells sollte die Metaphysik denn auftauchen und vor allem: wie?)

Der Mensch, so bemerkte Pascal einmal, tut das meiste, nur um den Tod nicht sehen zu müssen. Darum braucht er immer das Außerordentliche und Neue, er verlangt nach immer neuen Reizen. Heutzutage könnte man sagen: der Mensch, der den Tod nicht sehen will, ist der Verbraucher. Ob in Shanghai, Bangkok oder Köln – überall sehen wir diesen Typ Mensch herumlaufen. Der Verbrauch hat globale Maßstäbe angenommen. Wir sind gewissermaßen schon Weltverbraucher.

Aber was passiert, wenn der Einzelne - dieser kleine Mensch - sein eigenes Leben verbraucht hat? Wenn er erkennt, dass nun gar nichts mehr kommen kann? Wird sein Leben dann unbrauchbar? Kann er sich selbst abschreiben? Oder stirbt er gar als offenes Fragezeichen?

Das Nachdenken über den Tod hat viel mit der Würde des Menschen zu tun. Der November ist in Deutschland der Monat der Todesgedenktage. Gedenken gibt Anstoß zum Denken. Auch das Hōonkō-Fest ist ursprünglich aus einem Gedenktag entstanden. Vielleicht regt es uns an, einen Moment anzuhalten, eine Frage zu stellen und eine Antwort zu hören.

Euer Marc Nottelmann-Feil.

Intertraditionelle Bodhitagfeier im ShinDo

Liebe Dharmafreundinnen - und Freunde!

Ich möchte euch an die intertraditionelle Bodhitagfeier am 5. Dez. im ShinDo erinnern.

Beginn 11:00 Uhr anstatt 10:30 Uhr

Anschließend gemeinsames Mittagessen in einem Restaurant.
Ihr könnt gerne Freunde und Interessierte mitbringen, die an der Feier teilnehmen wollen.

Mit herzlichen Dharmagrüßen und gefalteten Händen, Jotoku


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Rev. Jotoku Thomas Moser

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Freitag, 12. November 2010

Dienstag, 9. November 2010

Tannisho Kapitel 12

Übersetzung von: Muneto Sonoda (§1-§7), Takao Aoyama (§8-§12)

[12]
„Wer weder die Sûtren noch deren Auslegungen liest und studiert, dem ist die
Hingeburt ins Reine Land nicht sicher.“- Diese Behauptung ist kaum zu erwähnen.
In den verschiedenen Schriften, die die wahre Bedeutung der Anderen Kraft erklären,
steht, dass man Buddhaschaft erlangt, wenn man dem Grundgelübde vertraut und das
Nembutsu spricht. Welche Studien sollten sonst noch vonnöten sein, um die
Hingeburt zu erreichen?

Wer dies wirklich bezweifelt, sollte auf alle Fälle studieren, damit er die Essenz des Gelübdes kennenlernt. Am erbarmungswürdigsten ist es freilich, wenn einer die wahre Bedeutung der Lehre Buddhas nicht versteht, obwohl er die Sûtren und deren
Auslegungen eifrig liest und studiert.

Das Nembutsu wird der leichte Weg genannt, weil die Namensformel leicht zu
sprechen ist und sich darum für Leute eignet, die keines Schriftzeichens kundig sind
und die auch nicht die Grundlinien der Sûtren und deren Auslegung verstehen. Der
Weg der Heiligen, der hauptsächlich mit Studien zu tun hat, ist der schwierige Weg.
Es gibt wohl ein Schriftzeugnis, das besagt: „Wie sollte jemand im nächsten Leben ins
Reine Land kommen, wenn er auf falsche Weise studiert, weil er nur auf Ruhm und
Gewinn dabei trachtet?“

In dieser Zeit wird die Lehre Buddhas zwischen den Vertretern des Ausschließlichen
Nembutsu und denen des Heiligen Pfades oft zur Debatte gestellt und dann heißt es:
„Die Lehre, auf die ich vertraue, ist überlegen, und die, auf die du vertraust, ist
unterlegen“, woraus Feindschaften und die Verleumdung des Dharma entstehen. Aber
verleumdet man dadurch nicht gerade die eigene Lehre und richtet sie zugrunde?
Auch wenn alle anderen Schulen einstimmig behaupteten: „Das Nembutsu ist nur für
die Unfähigen. Seine Lehre ist seicht und vulgär“, wem sollte es schaden, wenn man
ohne Streit und trotzige Mine darauf antwortete: „Für uns ist diese Lehre die
vortrefflichste, auch wenn sie für Menschen mit guten Anlagen wertlos sein mag.
Denn wir haben gehört und glauben daran, dass auch gewöhnliche Wesen wie wir, die
keine guten Anlagen haben und auch keines Schriftzeichens kundig sind, gerettet
werden, wenn sie dem Grundgelübde vertrauen. Mögen die anderen Lehren auch
besser sein, so sind sie für uns selbst kaum zu praktizieren, da wir nicht die Fähigkeit dazu besitzen. Die Buddhas aber wollen aber, dass alle Menschen dem Kreislauf von Geburt und Tod entrinnen. Darum stört uns nicht daran, das Nembutsu zu sprechen!“

Außerdem gibt es doch das Schriftzeugnis, dass verschiedene Leidenschaften
entstehen, wenn man über Theorien streitet, und dass der Weise sich davon fernhält.
Der selige Meister hat gesagt: „Buddha Shâkyamuni predigte: ‚Es wird Leute geben,
die meiner Lehre vertrauen, und solche, die sie verleumden.’ - Während ich seiner
Lehre vertraue, gibt es auch Menschen, die sie verleumden. Beweist das nicht, dass
Buddha Shâkyamuni recht hatte? Mir scheint darum die Hingeburt ins Reine Land
umso sicherer! Wenn keiner die Lehre irrtümlich verleumden würde, müsste man sich
ja wundern, warum es Menschen gibt, die ihr vertrauen, die Verleumder aber fehlen.
Wenn ich so etwas sage, meine ich nicht, dass die Lehre verleumdet werden müsste.
Ich sage nur, Buddha Shâkyamuni hat vorausgesehen, dass es gläubige Menschen und
Verleumder geben wird, und er hat es gepredigt, um unsere Zweifel zu zerstreuen.“
Heutzutage sieht es oft so aus, als ob man die Schriften bloß studierte, um ihrer
Verleumdung durch die Menschen ein Ende zu setzen, oder als ob man Diskussionen
und Debatten für die Hauptsache hielte. Jedoch, durch Studieren und Lernen noch
tiefer die Absicht des Tathâgata zu begreifen, das große Mitgefühl des Grundgelübdes
zu verstehen und den Leuten, die Zweifel daran hegen, ob geringe Menschen wie sie
überhaupt ins Reine Land kommen können, zu erklären, dass im Grundgelübde von
Gut und Böse, Rein und Unrein gar nicht die Rede ist: das erst ist der Sinn des
gelehrten Lebens! Der ist ein teuflischer Störenfried gegen die Lehre und ein Todfeind Buddhas, der seine Mitmenschen, die spontan das Nembutsu des Grundgelübdes
rezitieren, mit der Bemerkung einschüchtert: „Studiert erst mal!“ Ihm selbst fehlt das Vertrauen auf die Andere Kraft und in seinem Irrtum führt er noch andere in die Irre.

Man sollte voll Respekt sein und sich davor scheuen, den seligen Meister falsch zu
interpretieren. Zugleich sollte man es bedauern, wenn man mit dem Grundgelübde
Buddha Amidas nicht in Einklang steht

Samstag, 6. November 2010


Gongyō (Andachten)Morgenandacht im EKŌ-Tempel

So 6.6., 11.7., 8.8., 5.9., 10.10., 14.11., 12.12., 10-10.30 Uhr

Eine öffentliche Morgenandacht mit einer Rezitation des Shōshinge von Shinran.


Abendandacht am Hausaltar

Jeden Donnerstag (außer in der geschlossenen Zeit) ab 18 Uhr, Priesterwohnung

Die Abendandacht findet vor dem Hausaltar in der ehemaligen Priesterwohnung statt. Es wird rezitiert und aus der "Lehre Buddhas" gelesen. Diese Zusammenkunft soll einenEinblick geben in den privaten alltäglichen Dienst eines Shin-buddhistischen Priesters. Auch Nicht-Shin-Buddhisten sind herzlich willkommen.

Montag, 1. November 2010

Hoonko Seminar in EKO Haus Düsseldorf



Seminar der Gemeinschaft der europäischen Shin-Buddhisten
Einführung in Rennyos Briefe (Gobunshō)


Rennyo Shōnin (1415–1499), das achte Oberhaupt des Hongwanji–Tempels, verfasste Briefe, die für ihre kurze und präzise Darstellung der Shin–buddhistischen Lehre berühmt wurden und noch heute bei Andachten liturgisch verlesen werden. Prof. Matsuo, der den Teilnehmern der letzten beiden Hōonkō–Seminare schon bekannt ist, stellt sechs dieser Briefe in ihren wesentlichen Aussagen vor.

Der Eintritt für die Vorträge ist frei. Gegen ein Entgelt von 15 € kann man am gemeinsamen Mittagessen (1 Mal) und Abendessen (1 Mal) teilnehmen.

Sonntag, 31. Oktober 2010




Die vier edlen Wahrheiten

1. Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
2. Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
3. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
4. Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.

Die drei Geistesgifte
• Gier (pali lobha, tib. 'dod chags), auch als Sucht oder Begierde übersetzt, ist das Ha-ben- und Besitzenwollen, das Bestreben, auf jeden Fall und um jeden Preis zu existie-ren. Mit Gier verwandt sind die Leidenschaften heftiges Begehren (raga) und "Durst" nach Werden (tanha). Heilsam (kosala) wirken Großzügigkeit und Mildtätigkeit (dāna).

• Hass (pali dosa, skt. dvesa), auch als Zorn übersetzt, ist die Selbstbehauptung eines il-lusionären Selbst den Mitwesen gegenüber. Heilsam wirkt Güte (metta).

• Verblendung (moha) und Unwissenheit (skt. avidya) sind weitestgehend deckungs-gleiche Begriffe. Heilsam und erstrebenswert ist dagegen Weisheit (pañña).

Die sechs Paramita

1. Freigebigkeit (Dāna paramita, Chinesisch: 布施波羅蜜),
2. ethische Richtlinien (Śīla paramita, 持戒波羅蜜),
3. Geduld (Kṣānti (kshanti) paramita , 忍辱波羅蜜),
4. energetisches Bemühen (Vīrya paramita, 精進波羅蜜),
5. Meditation (Dhyāna paramita, 禪定波羅蜜),
6. Weisheit (Prajñā paramita , 智慧波羅蜜).


Die fünf Silas
1. Pānātipātā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, kein Lebewesen zu töten oder zu verletzen.

2. Adinnādānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, nichts zu nehmen, was mir nicht gegeben wird.

3. Kāmesu micchācāra veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, keine ausschweifenden sinnlichen Handlungen auszu-üben.

4. Musāvāda veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, nicht zu lügen und wohlwollend zu sprechen.

5. Surā meraya majja pamādatthānā veramani sikkhāpadaṃ samādiyāmi
Ich gelobe, mich darin zu üben, keine Substanzen zu konsumieren, die den Geist ver-wirren und das Bewusstsein trüben.

(aus Wikipedia-freie Enzyklopädie)

Karma

was ist das?

Das Karma-Prinzip ist frei von Schuld-Verschreibung.
Schuld zuzuschreiben heißt Beurteilen und Verurteilen, die Lehre Shakyamunis ist aber frei von Beurteilen und Verurteilen.
Wenn ich Unheilsames tue, werde ich damit Unheilsames bei mir und anderen Wesen bewirken. Diese negative Wirkung hat keinen Verursacher, der eine Schuld auf sich geladen hat - in dem Sinn, wie es oft in Religionen verstanden wird, wo dann diese Schuld "ausgeglichen" werden muß.Entweder durch Vergebung oder durch Vergeltung
Der Verursacher eines unheilsamen Tuns setzt lediglich den natürlichen Mechanismus von Ursache und Wirkung in Gang.

Fünf Betrachtungen

1 . Ich bin dem Altern unterworfen, ich kann dem Altern nicht entgehen.
2. Ich bin der Krankheit unterworfen, ich kann der Krankheit nicht entgehen.
3. Ich bin dem Tode unterworfen, ich kann dem Tode nicht entgehen.
4. Alles, was mein ist und mir lieb, wird sich ändern und vergehen.
5. Ich bin der Eigentümer meines Wirkens,
geboren aus meinem Wirken,
umgeben von meinem Wirken,
getragen von meinem Wirken.
Wie immer mein Wirken sein wird, dessen Erbe werde ich sein.



Liebe Dharmafreunde,

auf dem Kongress der Deutschen Buddhistischen Union in Berlin wurde ich gefragt, ob wir mit unserer Anschauung nicht doch eher zu einer christlichen Tradition tendierten und ob der Weg des Reinen Landes nicht doch recht weit von der klassischen Sichtweise des Buddhas abweiche. Kaum jemand, der vor unserem kleinen Infostand verweilte, hatte je etwas von der Tradition Shinrans gehört und nur langjährige DBU Freunde konnten etwas mit dem Namen „Shindo“ anfangen.. Umso erfreulicher war dafür, dass unsere kostenlosen Einführungen in die Jodo Shinshu Tradition und die eilig zusammengestellten Erlebnisberichte von Dharmafreunden schnell vergriffen waren. Ich muss gestehen, dass mich dies alles etwas verwunderte und so bestand ich natürlich darauf – Ja, wir sind in der Tat Buddhisten.

Warum nun habe ich die grundlegendsten Aussagen des Buddhas vor meinen kleinen Beitrag gestellt? Nun, weil es die Wahrheiten waren, die mir in der Lehre des Buddha zuerst begegneten und um deren Umsetzung und Verstehen ich mich jahrelang bemühte. Mein Scheitern, diese Aussagen des Buddhas zu verinnerlichen und für mein Leben konsequent umzusetzen, ließ mich letztendlich Zuflucht in die Andere Kraft Amida Buddhas suchen. Aber was bedeutet dies heute für mich? Entbindet mich mein Scheitern vom Versuch diese Dinge zu verstehen? Haben sie heute keine Relevanz mehr? Brauche ich sie nicht mehr? Meine Antwort ist, ich brauche sie noch und das an jedem Tag. Das menschliche Leben ist geprägt vom Wunsch nach glücklich sein. Aber allzu oft erleben wir das Gegenteil. Des Buddhas Lehre zielt darauf ab, diesen Umstand zu verändern und seine obigen „Gebrauchsanweisungen“ zeigen uns, wie wir etwas in unserem Leben verändern können.

Um es gleich vorweg zu sagen, nein – dadurch werden wir nicht erleuchtet und doch ist es ein Spiegel, indem wir uns immer wieder betrachten können, es sei es auch nur um festzustellen, wie unfähig wie selber sind und was Amida Buddha für uns tun kann oder bereits getan hat . Unser Leben nach den Grundlagen der Lehre Buddhas auszurichten oder uns darin zu betrachten, heißt nicht den Weg der Heiligkeit zu folgen, doch es bedeutet „Shaku“ zu sein, Schüler Shakyamuni Buddhas. Was meine Erleuchtung betrifft, so bleibt mir nur – Namu Amida Butsu – und das feste Vertrauen in die Worte des großen Sutras, welches ebenfalls von Shakyamuni Buddha gelehrt wurde, für alle, die große Schwierigkeiten mit der beharrlichen Umsetzung der „Gebrauchsanweisungen“ haben.

In Gassho
Chisho

Dienstag, 26. Oktober 2010

Shinjin und Nembutsu


Shinjin und Nembutsu
von Rev. Toshikazu Arai

Shinjin und Nembutsu sind die wichtigsten Schlüsselwörter im Jodo Shinshu. Was ist Shinjin? Es wird erklärt, als das Erwachen zum Wirken von Amidas Grundgelübde und als das Freiwerden vom Zweifel an der Befreiung durch Amida. Wie auch immer, „freiwerden vom Zweifel“ ist eine der schwierigsten Dinge für uns gewöhnliche Menschen. Wann können wir vom Zweifel frei werden?
Stell Dir vor, Du reist in einem Boot auf dem Ozean und es sinkt. Der Tod scheint sicher. Als Du jede Hoffnung aufs Überleben verloren hast, siehst Du ein großes Schiff schnell auf Dich zukommen. Du wirst mit großer Freude die Gewissheit haben, dass Du gerettet wirst. Das bedeutet, dass nur wenn Du erkennst, dass Du keine Möglichkeit hast Dich selber zu retten, dann wirst Du das, was Dich zu retten versucht sicher wertschätzen.

Gleichermaßen, nur wenn Du die Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit des Lebens erkennst, dann wirst Du die Lehre des Buddha und Shinrans wahr und wirklich finden. Das ist Shinjin. Der Name, Namo Amida Butsu, ist das große Schiff, welches Amida Dir geschickt hat, um Dich zu retten und das Sprechen des Nembutsu bedeutet an Bord des Schiffes zu gehen. „Sag nur Nembutsu“ enthält den Sinn der Dringlichkeit: es drängt Dich sofort an Bord des Schiffes zu gehen, in dem Du jede andere Praxis aufgibst. Denn mal ehrlich, würdest Du mit Meditation oder philosophischen Diskussionen beschäftigt sein, wenn das Boot sinkt?

Namu Amida Butsu


Nach einem Dharma –Gespräch im ShinDo

Namu Amida Butsu

Ich spreche „Namu Amida Butsu“ -- eine Formel, ein Mantra, ein Bekenntnis? – es ist mehr!

Ich sage „Namu“ meine Hinwendung, meine Zufluchtsformel zum Buddha und sehe die ersten Schneeglöckchen, die Blätter der ersten Schlüsselblumen entfalten sich, Leben erwacht.

Ich sage „Amida“ und meine damit Amitayus und Amitabha, unendliches Leben und unendliches Licht und spüre Karuna und Prajna, Mitgefühl und Weisheit.
Nicht mein Mitgefühl und meine Weisheit, sondern die Kraft Amidas.
Ich sage „Butsu“ – japanisch für Buddha und sehe wie die Wiesen grün werden, Maulwurfshügel, ganz frisch, ich spüre den Wind auf der Haut, rieche Erde.
„Namu Amida Butsu,“ das ist der Drang des Lebens über sich selbst hinaus, das ist der Funke „Tathagata-Garbha“ der Erleuchtung in allen Dingen, die Nenbutsukraft Amidas –

das bin ich, nicht getrennt vom Buddha.

von Rev. Jotoku

Freitag, 17. September 2010

Den Buddha achten



von Marc Nottelmann-Feil

Der kleine Teeraum des EKO-Teehauses ist nur viereinhalb Tatami (etwa 7m2) groß. Zwar wird er heutzutage nicht mehr für die Teezeremonie benutzt, da man hier nur zwei Gäste bewirten könnte, aber er ist eigentlich der schönere Teeraum. Nachdem der Gast durch den Garten gegangen ist, wo er sich Zeit lassen und innerlich vorbereiten konnte, betritt er diesen Raum durch die sogenannte Kriechtür (躙り口nijiriguchi).
Dieser Eingang ist wohl eine der wunderbarsten Erfindungen der alten Teemeister, denn er enthält eine tiefe Lehre: der Gast muss sich vor dem Gastgeber respektvoll zeigen, und zwar ganz unabhängig von dem eigentlichen Rang. Sogar die Samurai mussten vor dem Eingang ihr Schwert abgeben. Wo eine wirkliche Begegnung stattfinden soll, ist dieser Respekt die Voraussetzung.

Dies ist auch bei der Vermittlung des Buddhismus nach Westen (仏教西漸bukkyō seizen) zu bedenken. Hier müssen wir Westler uns unbedingt bewusst sein, dass wir Gast sind. Wir müssen Respekt haben vor den Lehrern aus Japan, die uns unter großen Mühen (nachdem sie vielleicht eigens Englisch oder Deutsch gelernt haben) den Buddhismus erklären. Wir müssen ihnen zuhören, Geduld haben, ohne gleich hereinreden und alles in die eigene Hand nehmen zu wollen. Wer dies übersieht, würde den Buddha nicht achten.

Aber auch umgekehrt sind die Japaner Gäste im Westen. Allein die Tatsache, dass die Menschen nicht mit ironischem Lächeln an ihnen vorbeigehen, sondern dass sie stehen bleiben, Interesse zeigen, nachfragen, ist eine große Gabe. Auch dass die westliche Kultur sich dem Buddhismus öffnet, ihm Freiräume offenlässt und sich ihm vergleichend nähert, ist ein Geschenk. Wer dies übersehen würde, würde den Buddha ebenfalls nicht achten.

Eine Lehre, die sich um das Leben selbst dreht, kann nicht vermittelt werden, ohne den Respekt des Schülers vor dem Lehrer - und umgekehrt! Beide Seiten empfangen auf unterschiedliche Weise etwas sehr Wertvolles. Darum müssen sich beide Seiten auch gleichsam bücken, um durch die Kriechtür zu kommen. Dies ist die Bedingung, ohne die Weitergabe des Buddhismus nicht möglich ist. Wenn Westler und Japaner allerdings hierin achtsam sind, wird der Buddhismus im Westen sicherlich ankommen.

In Gassho,

Euer Marc.

Donnerstag, 16. September 2010

Amida, der Name, das Nembutsu




Bevor Shakyamuni Buddha ins Nirvana eintrat, sagte er seinen Anhängern, dass nach seinem Dahinscheiden der Dharma, den er dargelegt hatte und die Regeln die er festlegte, der Lehrer sein würde und das sie nicht in ihren Bemühungen zur Buddhaschaft nachlassen sollten. Das heißt, dass Shakyamunis Leben sich im Dharma fortsetzt, um die Menschen zum Buddha-Pfad zu führen.

Wie auch immer, der Dharma ist keine Erfindung Shakyamunis, sonder er ging ihm weit voraus. Shakyamuni wurde erleuchtet zur Wahrheit und Realität des Dharma und er erklärte es den Menschen. Wenn Du es von der anderen Seite betrachtest, es war der Dharma, der sich selbst durch den Mund Shakyamunis manifestierte. Shakyamuni erschien in dieser Welt, um die Wahrheit des Dharma den Menschen zu zeigen. Der Dharma, der Shakyamuni vorausging und der weiterhin Menschen in die Welt der Buddhas führt, ist personifiziert und heißt Amida Buddha, repräsentativ für unermessliches Licht (des Buddhas Weisheit) und des unermesslichen Lebens (des Buddhas Mitgefühl).
Ursprünglich wurde „Amida-Butsu“ als Name des Buddha erachtet, aber es war Shinran der sagte, dass der wahre Name „Namo (oder Namu) Amida Butsu“ ist. Das heißt „Ich nehme meine Zuflucht zu Amida Butsu“ oder „ Ich verehre Amida Buddha.“ „Namo“(Zuflucht nehmen) ist mein Bemühen, aber es ist Amida Buddha, der mich die Zuflucht in den Buddha nehmen lässt, so das letztendlich „Namo Amida Butsu“ als Ganzes, vom Buddha gegeben wurde, damit die Person, die den Namen „Namo Amida Butsu“ rezitiert bereits in der Umarmung Amida Buddhas ist. Man nennt es nicht „Geburt in das Reine Land“, weil die Person, die wahrhaft ins Reine Land geboren wird, völlig frei von den Einflüssen blinder Leidenschaften wäre. Wie auch immer, die Person, die den Namen (oder das Nembutsu sagt) hat den Bereich der Nichtwiederkehr und den Status der wahrhaft Gefestigten erlangt. Er oder sie wird nie wieder auf den vorausgegangen Weg des Lebens zurückkehren, dominiert von selbstsüchtigen Begierden und ist unter Jenen, die bestimmt ins Reine Land geboren werden, wenn dieses Leben zu Ende geht.

Gleich am Anfang der Ausgabe von Wahrer Praxis sagt Shinran, „ Die große Praxis ist es den Namen des Buddha des ungehinderten Lichts zu rezitieren. Namo Amida Butsu zu sagen ist mein Bemühen, meine Praxis, aber zur gleichen Zeit ist es die Manifestation des mitfühlenden Wirkens Amida Buddhas, welches das Grundgelübde genannt wird. Das Tannisho, Kapitel 2, gibt Shinrans Worte wieder, „Soweit es mich Shinran betrifft, gibt es nichts Anderes, als den Worten meines Lehrers zu folgen, „Sag einfach das Nembutsu und sei von Amida gerettet.“ Jodo Shinshu beginnt mit dem Nembutsu und endet mit dem Nembutsu.

投稿者 Toshikazu Arai 新井俊一 時刻:

aus "Echo of the Dharma" by Prof. Rev. Arai

Freitag, 3. September 2010

An unsere Freunde in Kanada

Liebe Dharmafreunde,

Das Bild des Buddha, dass unseren Blog schmückt, stammt aus dem Manitoba Buddhist Tempel in Kanada. Sensei Fredrich Ulrich hat mir geschrieben und so möchte ich einen kleinen Gruß an unsere Freunde in Kanada senden.



Lieber Rev. Ulrich,

an dieser Stelle möchte ich mich nochmal für ihre lieben Worte bedanken.
Schön, dass die Lehre Shinran Shonins uns trotz weiter Entfernung zusammenführt.
Unseren besten Wünsche und Grüße an die Manitoba Tempel Sangha.

in Gassho

Chisho Frank

Mittwoch, 1. September 2010

Hoonko Fest und Seminar im EKO Haus der japanischen Kultur



Hōonkō-Fest (Fest zum dankbaren Gedenken an Shinran)
Sa 27.11., 14-15 Uhr, EKŌ-Tempel


danach:

Seminar der Gemeinschaft der europäischen Shin-Buddhisten
Einführung in Rennyos Briefe (Gobunshō)

Rennyo Shōnin (1415–1499), das achte Oberhaupt des Hongwanji–Tempels, verfasste Briefe, die für ihre kurze und präzise Darstellung der Shin–buddhistischen Lehre berühmt wurden und noch heute bei Andachten liturgisch verlesen werden. Prof. Matsuo, der den Teilnehmern der letzten beiden Hōonkō–Seminare schon bekannt ist, stellt sechs dieser Briefe in ihren wesentlichen Aussagen vor.

Der Eintritt für die Vorträge ist frei. Gegen ein Entgelt von 15 € kann man am gemeinsamen Mittagessen (1 Mal) und Abendessen (1 Mal) teilnehmen.

Mittwoch, 25. August 2010

Shin Do Programm August-Dezember 2010



Shin Do Programm August-Dezember 2010

Bitte auch die Sonderankündigungen zu kurzfristig geplanten Veranstaltungen beachten.
Alle Veranstaltungen, Meditationen und buddhistischen Andachten sind öffentlich, der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne angenommen.
Wichtig: wir bitten alle Teilnehmer fünf Minuten vor Beginn der Andacht im Andachtsraum Platz zu nehmen.

September
Sonntag 5. 9 9:00
Meditation und Andacht
Mittagessen bei Zengaku (Peter Kappelmeier)
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Dienstag 14. 9. 19:00
Meditation und Andacht
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Oktober
Dienstag 5. 10. 19:00
Meditation und Andacht
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Sonntag 10. 10. 9:00
Meditation und Andacht

November
Sonntag 7. 11. 9:00
Meditation und Andacht
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Dienstag 16. 11. 19:00
Meditation und Andacht
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Sonntag 21. 11. 9:00
Meditation und Andacht
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Freitag 26. 11 bis Sonntag 28. 11.
Hoonkofest und Seminar im Eko Haus der japanischen Kultur in Düsseldorf

Dezember
Sonntag 5. 12. 10:30
Gemeinsame Bodhitagfeier Salzburger und Bayerischer Buddhistinnen - und Buddhisten
Anschließend Mittagessen in einem Restaurant
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Dienstag 21. 12. 19:00
Meditation und Andacht
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Zentrum für Buddhismus und Dialog der Religionen
Programm Herbst 2010
Die Themen und Referenten werden noch bekannt gegeben
Freitag 17. September 19:00
Freitag 8. Oktober 19:00
Freitag 19. November 19:00

Dienstag, 24. August 2010

EuroShinshu O-Bon im Jikoji Tempel



EuroShinshu O- Bon Treffen im Jikoji Tempel Antwerpen 21/22 August 2010

Liebe Dharmafreunde,

Wie den Meisten bekannt sein dürfte, trafen sich am vergangenen Wochenende Weggefährten aus vier europäischen Nationen im Jikoji Tempel Antwerpen, um gemeinsam das O-Bon Fest zu begehen. Ergänzend zu den Feierlichkeiten hielten wir ein Seminar, in dem die Sangha Mitglieder anhand der SWOT Analyse ihre jeweilige Situation darstellten, um sie anschließend gemeinsam zu diskutierten. Für die belgische Sangha nahmen teil: Lut, Marcus, Greta und Charles, Willy, Luc, Jeannine, Marc, Maik und Rev. Daisho Fons. Die britische Sangha war durch Louella vertreten, die Schweizer Sangha durch Rev. Jerome Ducor und die deutsche Sangha durch Jan Marc, Ilona, Armin, Simon und Frank.

Das Program zu den zwei Tagen war intensiv und wie immer sehr inspirierend und es fand ein reger Austausch statt.

Samstag 21.08.2010
14:00 Uhr Andacht
14:30 Uhr Begrüßung durch Rev. Daisho und Beginn des Treffens
SWOT „Erwecke den Leiter in Dir“
17:30 Uhr Ende des ersten Tages mit anschließendem gemeinsamen Essen

Sonntag 22.08.2010
8:30 Uhr Morgen Andacht – Junirai mit Wasan
9:00 Uhr weitere Darstellungen und Diskussion
Pause
Diskussion und Austausch über die europäische Sangha
12:00 Uhr Ende des zweiten Treffens
12:30 Uhr O- Bon Andacht im Hondo des Jikoji

In diesen beiden Tagen wurden die Stärken und Schwächen der Gemeinschaften dargestellt, analysiert und gemeinsam diskutiert und jeder Beitrag war ein Zeugnis für die Lebendigkeit der einzelnen Gemeinschaften und der internationalen Sangha als Ganzes.

Heute möchte ich mich bei jedem einzelnen Teilnehmer von Herzen bedanken. Denn es hat sich wieder einmal gezeigt, dass unsere Tradition der Jodo Shinshu in Europa durch Menschen vertreten ist, die mit fester Überzeugung und Hingabe den Dharma vermitteln. Wir alle sind verbunden im Nembutsu und sind gemeinsam auf dem Weg als echte Weggefährten, die sich gegenseitig stützen und in Freundschaft eng verbunden sind.

Meine letzten Zeilen gehen an die Sangha des Jikoji Tempels und an Fons Martens, deren Gastfreundschaft weit über das Normale hinausgeht und die es immer wieder schaffen, den Aufenthalt im Jikoji Tempel zu einem besonderen Ereignis zu machen. Von Herzen – Danke!

Mit lieben Dharmagrüßen
In Gassho
Euer Chisho

Dienstag, 17. August 2010

Ullambana Fest in Salzburg

Liebe ShinDo - Sangha Mitglieder und Freunde.

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu und wir sollten uns mal wieder zusammensetzen.
Bevor es am 5. September im ShinDo losgeht, feiern wir wie jedes Jahr das Ullambana (O-Bon) Fest in Salzburg, an das ich hiermit erinnern möchte. Wer sich noch nicht angemeldet hat, möge das bitte bald nachholen. Hier eine Kopie des Textes, den Gakuro verschickt hat.
Mit herzlichem Gruß und gefalteten Händen, Jotoku


Anmeldungen für das Ullambana-fest (o-bon) am Samstag
21.8.2010
werden noch entgegengenommen
(gakuro@sbg.at)

Feier im BZ um 11 uhr
Fest im Garten mit Buffet ab 13:00 - open end

Diesmal werden beim Ullambana-fest und Gartenfest
Spenden gesammelt für
das Einzige buddhistische Gymnasium in Europa

es ist eine der wenigen Möglichkeiten in Ungarn, wo Roma-Kinder eine höhere Schulbildfung erwerben können.


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Shinran Shonin's 750th memorial - 2011
Yo no naka annon nare -- Möge Friede und Harmonie die ganze Welt durchdringen
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Buddhistische Begegnungsstätte ShinDo // ShinDo Buddhist Center and shrine room
Rev. Jotoku Thomas Moser

Yo no naka annon nare

Der fünfzehnte August dieses Jahres ist der 65. Jahrestag des Kriegsendes in Japan, das zugleich das Ende des Zweiten Weltkrieges darstellt. Noch heute sind die Wunden dieses fürchterlichen Krieges nicht verheilt. Während in Deutschland die letzten Kriegsverbrecherprozesse stattfinden, klären sich in Japan erst jetzt die Schicksale vieler japanischer Soldaten auf, die in russischer Gefangenschaft starben. Noch heute sprechen die Opfer der Atombombenabwürfe über ihre Erinnerungen und ihre oft lebenslangen Leiden. Aber die junge Generation von heute ist die letzte, die die Augenzeugen noch direkt befragen kann.

Was können wir lernen? Dass der Krieg als Mittel, um staatliche Ziele durchzusetzen, schrecklich ist. Dass überhaupt der Wunsch, über andere Völker regieren zu wollen, sie in irgendeiner Weise übervorteilen zu wollen, eigennützig ist und schlimmste Folgen nach sich ziehen kann.

Rein äußerlich hat die Menschheit etwas gelernt und die Geschichte hat ein gutes Ende genommen: Aus dem heißen Krieg ist ein kalter geworden, und selbst der kalte Krieg ist längst beigelegt. Aber geht es nicht auch heute noch darum, andere Menschen zu übervorteilen? Herrscht nicht im Stillen ein erbitterter Kampf um Ressourcen und Absatzmärkte? Atmen nicht japanische und deutsche Autobauer auf, wenn ihre amerikanische Konkurrenz Marktanteile verliert – und umgekehrt? Wird nicht an den Universitäten in Japan, Korea und sicherlich auch in Deutschland ein gnadenloses Konkurrenzdenken gelehrt: jeder möchte am Ende eine Stelle bei den großen Konzernen, die die eigentlich Mächtigen in der globalisierten Welt sind. - Ein gespenstisches Rennen hat begonnen, in dem keiner zurückfallen will.

Der Buddhismus setzt diesem kopflosen Gerenne seit alters die Lehre entgegen, dass man das Denken an Sieg und Niederlage aufgeben solle (vgl.: Dhammapada Vers 4 und 5). Er lehrt die Gleichheit (j. byōdō) aller Wesen, die trotz aller karmisch bedingten Ungleichheit besteht.

In den Reinen-Land-Sūtren wird sie symbolisch ausgedrückt: während die „Unreinen Länder“ als Welten vorgestellt werden, in denen es einen Weltberg Sumeru gibt, auf dem - ganz hierarchisch gedacht – je nach Höhenstufe unterschiedlich hohe Gottheiten anzutreffen sind, gibt es einen solchen Berg im „Reinen Land“ nicht (T.270a12). Die Wesen des Reinen Landes sind in diesem Sinne einander gleich.

Die Ungleichheit der Menschen – ihre Verschiedenheit und Einzigartigkeit, um ein schöneres Wort zu gebrauchen – muss man akzeptieren, aber das heißt nicht, dass man es zulassen oder gar fördern sollte, dass der eine den anderen übervorteilt. Die politische Lehre des Weltkriegs ist dies in Bezug auf die Nationalstaaten: kein Land sollte sich zum Herrscher über das andere aufschwingen wollen. Die politische Aufgabe unserer Zeit scheint es hingegen zu sein, dies auf die kleineren Einheiten unterhalb des Staats anzuwenden, denn ein darwinistischer Verdrängungskampf zwischen Konzernen oder gar Privatpersonen wird am Ende auch niemandem nützen. Hierzu ist Nachdenken und Besonnenheit in allen Teilen der Gesellschaft nötig.

In Gasshô,
Euer Marc Nottelmann-Feil.

Montag, 26. Juli 2010

Ego und Nicht- Ego

Aus “Echo” of the Dharma von Prof. Rev. Toshikazu Arai

Als ich an der Ryukoku Universität in Kyoto gelehrt habe, fragten mich einige Studenten diese Frage. „Während der Buddhismus lehrt, dass alle Existenz bar eines permanenten Egos ist, warum sprechen wir denn davon, dass die Anhaftung am Ego die Wurzel des Leidens ist. Diese Frage ist vergleichbar mit der Frage; „Wenn da kein permanentes Ego ist, was denn setzt sich durch die sechs Bereiche fort?“ „Was wird ins Reinen Land geboren?“
Der Buddhismus wiederspricht nicht dem vorübergehenden Ego, welches das Zentrum unserer Persönlichkeit, unseres Bewusstseins und unserer Aktionen ist. Ohne solch ein Ego könnten wir nicht in dieser Welt leben, wo wir mit anderen Menschen und anderen Dingen, die uns umgeben, agieren müssen. „Nicht-Ego“ wie es im Buddhismus gelehrt wird, bezieht sich auf die absolute Wahrheit: selbst das oben genannte vorübergehende Ego befindet sich in einem Zustand des beständigen Wandelns.
Wie auch immer, wir müssen diese Realität wahrnehmen: es ist das vorübergehende Ego, das uns erkennen lässt, dass selbst unser eigenes Ego, welches wir als permanent und unveränderlich sehen, sich immer verändert und bar eines permanenten Egos ist. Darum, wenn wir an unserem Ego als etwas Permanentes anhaften, diese Anhaftung der Grund für Leiden und letztlich Ursache für die Transmigration wird. Wenn wir uns von der Anhaftung ans Ego, welches vorübergehend ist, befreien, werden wir uns wahrhaft für die äußere Welt öffnen. Dann werden wir fähig sein, das zu akzeptieren, was zu uns kommt und eintauchen in die Welt der Nicht-Dualität, des Nicht-Konfliktes und des wahren Friedens und der Freude. Was uns wirklich von der Ego Anhaftung befreit und uns zur Welt der wahren Freude und Freiheit führt ist das Nembutsu. Namo Amida Butsu.

Freitag, 16. Juli 2010

Loslassen

Einfach loslassen

„Die Schülerin kommt zur Lehrerin und sagt:
„Du hast mir gesagt, ich solle an den Buddha Amida denken und das Nembutsu sprechen. Ich schaffe das einfach nicht. Die Gedanken halten mich fest, und die Emotionen halten mich fest, und meine Sorgen sind zu groß. Ich kann nicht an den Buddha denken, ich kann das Nembutsu nicht sagen.“
Die Lehrerin sagt: „Ach ja? Komm, wir machen einen Spaziergang!“
Sie machen einen Spaziergang. Da ist ein schöner Baum. Die Lehrerin rennt plötzlich los, umarmt den Baum und schreit: „Hilfe, Hilfe, Hilfe, der Baum hält mich fest! Der Baum hält mich fest! Ich komm nicht davon los.
Ich komm nicht davon los!“
Da geht die Schülerin zur Lehrerin und sagt: „Du musst bloß loslassen!“
Da guckt die Lehrerin sie an und sagt: „Genau.“

Nach einer Lehrgeschichte aus dem Buch von Sylvia Wetzel: Grüne Tara – Freie Frau (S.85,1), leicht verändert für Jodo Shinshu
von Ilona Evers

Sangha, Ich mache mit!

Liebe Freunde im Dharma,

heute möchte ich einmal etwas ansprechen, was immer wieder einmal nachgefragt wird, besonders von Leuten, die erstmalig zu uns kommen. Die Buddhistische Gemeinschaft Jodo Shinshu hat regestrierte Mitglieder und noch mehr Weggefährten in den Freundeskreisen. Eine ähnliche Situation finden wir in der EKO Gemeinschaft europäischer Shinbuddhisten, ansässig im EKO Haus der japanischen Kultur.
Was nun die Frage betrifft, so wundert es, daß bei einer solchen Anzahl von Menschen, doch immer nur wenige an den gemeinsamen Treffen und Aktionen teilnehmen. Mehrmals im Jahr organisiert die BGJ-D und das EKO Haus der japanischen Kultur buddhistische Veranstaltungen und gelegentlich verwundert es, wie wenig ansprechend solche Aktionen doch sein müssen, denn nur eine handvoll interessierter Mitglieder und Freunde kommen regelmässig dazu und machen mit. Nun, die Gründe hierzu mögen vielfältig sein, doch selten bekommt man diese Gründe zu hören und das finde ich persönlich doch sehr schade. Sangha ist einer der drei Juwel, in denen man im Buddhismus seine Zuflucht nimmt und selbst Shakyamuni Buddha bezeichnete den Umgang mit Weggefährten, als den ganzen Weg.

Wenn ich mir persönlich unsere Mitgliederliste anschaue, sehe ich viele Namen und Adressen, kann sie aber leider keinem Gesicht zuordnen, weil ich diese Freunde bislang nicht kennenlernen durfte.

Im ShinDo und in Berlin, im Anjin-Do und auch dem Eko Haus, finden regelmäßige Treffen und Andachten statt und ich freue mich jedesmal, die mir bekannten Freunde wieder zu sehen. Um aber auch einmal die anderen Weggefährten kennenzulernen, möchte ich hier an dieser Stelle einen kleine Motivationsanregung geben.

Sangha ist mehr als nur ein Gremium zur Herausgabe von buddhistischen Schriften und Texten, Sangha ist mehr als eine Internetverbindung, in die man gelegentlich hineinschaut. Sangha ist viel mehr, als nur ein Verein, zu dem man seine Beiträge bezahlt.

Sangha ist - der Platz an dem ich Menschen treffe, die mit mir den Dharma teilen. Sangha ist - wo ich Dharma höre und stets lerne. Sangha ist - wo man sich einbringen, mitmachen und gestalten kann. Sangha ist - wo man die Lehre Buddhas mit Leben erfüllt verspürt.

Liebe Freunde, nun möchte ich jeden Einzelnen von Euch herzlich einladen, diese Sanghaerfahrung mit mir und anderen aktiven Freunden zu teilen. Das Einbringen in unsere Sangha erfüllt das Ganze mit Leben. Jeder kann dazu beitragen und mitmachen.

Ich freue mich darauf, mit vielen Freunden bei der Andacht sprechen zu können.
Ich nehme meine Zuflucht - zum Buddha, zum Dharma und zum Sangha - und ich mache dort mit.

Namo Amida Butsu

In Gassho
Euer Chisho

EKO Haus
Shoshinge Andacht - jeden zweiten Sonntag im Monat - 10 Uhr
wöchtliche Andacht im Priesterzimmer - donnertags Abend 18:00 Uhr
Andachten zu buddhistischen Feiertagen - Siehe Programm auf der EKO Haus Webseite

ShinDo Bad Reichenhall
mehrmals wöchtliche Andachten , Treffen und Seminare - siehe Shindo-Programm
auch interreligiöser Dialog Kreis

Berliner Sangha
wöchentliche Andachten, Treffen und Seminare - Termin auf Anfrage bei Ilona Evers

Anjin-Do Mönchengladbach
monatliche Andacht und Diskussionskreis, Treffen und Seminare - siehe Anjin-Do Programm

alle Kontakt Adressen und Programme findet ihr auf unserer Webseite oder hier im Blog

Dienstag, 6. Juli 2010

Kein Mittelpunkt des Ganzen



Liebe Freunde im Dharma,

Am morgen klingelt der Wecker und man schaltet das Licht an. Noch verschlafen geht man ins Bad und richtet sich für den Tag, indem man Toilette und Dusche und Körperpflegeprodukte benutzt. Wir alle halten es für normal, dass der Bäcker die Brötchen für das Frühstück bereithält und auch die Bahn, die mich zur Arbeit bringt, pünktlich den Bahnsteig verlässt. Um es kurz zu machen, über den Tag verteilt nutzen wir so unendlich viele Dinge, die uns ganz selbstverständlich vorkommen. Strom, Wasser, Lebensmittel und Dienstleistungen sind in dieser modernen Zeit so gegeben, dass es nur auffällt, wenn die Bahn einmal Verspätung hat oder der Stromausfall bei einem Fußballspiel für so manchen Fan ein Grund für eine kleine Lebenskrise ist und man sich maßlos ärgert. Aber auch bei der Arbeit, in der Gemeinde, im Urlaub -alles was unser Leben ausmacht, ergibt sich ja nur im Zusammenspiel von unendlichen Faktoren. Meistens glauben wir, dass jeder Einzelne von uns der Mittelpunkt dieses Universums ist. Wir glauben die Dinge haben so zu sein, wie wir es für uns wünschen und gestalten und um einmal ehrlich zu sein, schließlich bezahlen wir ja auch dafür!

Dabei ist diese Vorstellung, man würde sein Leben selbstbestimmt gestalten, nicht ganz so wahr ist. Ohne all die anderen Menschen, wie der Bäcker, der Lockführer usw., was wäre dann mit unserer Selbstbestimmtheit? Selbst das Wasser aus dem Wasserhahn oder der Strom aus der Steckdose wird, von wem auch immer, produziert und zur Verfügung gestellt. Wir sind nicht der Mittelpunkt des Ganzen, denn ohne die "anderen" Mittelpunkte, wäre unsere Vorstellung von der eigenen Wichtigkeit völlig absurd. Ohne das Zusammenspiel der Gemeinschaft, aber auch der Natur in der wir alle leben, was wären wir denn dann ? Jeder und alle sind auf einander angewiesen und alles steht in der Abhängigkeit zu einander. Gerade in der heutigen Zeit erleben wir das mit der Klimaveränderung. Da haben so viele menschliche Mittelpunkte dieses Universums ihrem unendlichen Drang nach Selbstverwirklichung nachgegeben, dass Wetterkapriolen dazu beitragen, uns zu zeigen, wir unwichtig wir doch alle sind. Aber, es bedürfte viel weniger als diese drastischen Erlebnisse. Ein jeder kann sich einmal bewusstmachen, dass ohne die Anderen, der Strom aus der Steckdose fehlen würde. Kein buddhistischer Blog oder Sanghabrief würde jemals erscheinen, kein Buch würde geschrieben, keine Dharmarede würde gehalten werden - ohne die Anderen, die daran mitwirken. Keine gemeinsame Andacht würde je stattfinden, weil es ohne den Anderen auch keine Sangha gäbe. Was immer wir auch sind, sind wir nur im Zusammenspiel mit dem, was mich/uns und jeden leben und sein lässt. Sich daran zu erinnern und Dankbarkeit hierfür zu empfinden, lässt die eigene vermeindliche Wichtigkeit sicher etwas weniger werden.


in Gassho
Euer Chisho

Montag, 5. Juli 2010

Hingeschaut

über Tag:

Na dem werde ich doch einmal Bescheid geben!
Wie kommt der denn dazu soetwas zu sagen?

"Da kriegt man doch die Krise, wie oft soll ich denn noch erklären,
wie ich es habe möchte?"


"Das hat man nun davon, da macht und tut man und?"

"Wer bin ich denn, daß man sich soetwas bieten lassen muß?"

"Ich habe recht und Du nicht, Punkt!"

am Abend:

Der Tag ist um und ich knie vor Dir Amida.
Staunend denke ich an Deine Mühen und die Kraft Deiner Praxis.
Beschämt senke ich mein Gesicht in der Erkenntnis meiner "Ichbezogenheit"
und spreche Deinen Namen aus Dankbarkeit für Dein unendliches Mitgefühl.
Was ich nicht schaffen kann, hast Du bereits getan! Was kann ich sagen? - Nur

Namandabu, Namandabu, Namandabu

Gestern, Heute und ?



Oya-samma, Du kommst mir entgegen und ich reiche Dir meine Hand!

Liebe Freunde im Dharma,

wie vielleicht einige von euch wissen, arbeite ich in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Wie die meisten Einrichtungen dieser Art hatten auch wir unser alljährliches Sommerfest. Eine gute Gelegenheit langjährige Kollegen und Kolleginnen wieder zu sehen, ehemalige Schulfreunde und Nachbarn zu treffen und auch den einen oder anderen Bewohner zu begegnen, mit dem man einmal persönlich in der Arbeit zu tun hatte. Da gibt es dann viel zu erzählen und man tauscht sich aus, freut sich über das gemeinsame Wiedersehen usw. Jetzt arbeite ich seit zwanzig Jahren in diesem Haus und kenne wohl die meisten Mitarbeiter-innen und natürlich auch Heimbewohner und wie jedes Jahr fehlen einige Menschen, die noch im letzten Jahr mit dabei waren. Auf die Frage nach deren Verbleib, hört man von einem Stellenwechsel,Die oder Jene hat ein Kind bekommen, aber auch das Jener oder Dieser schwer erkrankt oder bereits gestorben ist. Nun, wie in keinem Jahr zuvor ist mir dabei aufgefallen, wie sehr sich doch solche Gespräche häufen. Je älter ich werde, je mehr bemerke ich, wie die Leute , die ich schon so lange kenne, sich verändern in ihrem Aussehen, manchmal ihrem Wesen, bestimmt aber mit den Themen, mit denen sie sich heute beschäftigen. Eine Kollegin klagte mir ihr Leid darüber, das sie kürzlich ihren fünfzigsten Geburtstag gefeiert hat und sie sich seitdem die Frage stellt, was denn noch so kommt und wie viel einem dann noch bleibt. Sicherlich eine Frage, die so mancher von uns kennt und sich bereits auch schon gestellt hat. Eine Frage, die ab einem gewissen Alter so drängend wird, dass man sie kaum verdrängen kann.

„Gestern noch waren wir alle beisammen, weißt du noch vor X Jahren, kannst du Dich erinnern?“ „Das waren noch Zeiten…. und heute?“

Hier beginnt die Leidhaftigkeit mit der Erkenntnis der Vergänglichkeit. Auch wenn Tagescreme und Hautlifting darüber hinweg täuschen mögen, doch für jeden von uns kommt einmal der Tag, wo es uns bewusst wird, dass der Mensch, dem wir wiederbegegnen, ganz schön alt geworden ist, furchtbar krank geworden ist oder man ihn nicht mehr treffen kann, weil er schon gar nichtmehr unter uns weilt. Unterbewusst spüren wir dann dieses gewisse Unwohlsein, die Angst davor, es könne uns genau so treffen und das Wissen, dass es tatsächlich auch einmal so sein wird. Dieses Gefühl und Unwohlsein bestimmt unser ganzes Leben, auch wenn wir es verdrängen und zumeist nicht wahrhaben wollen. Meister Shinran sagte dazu im Tannisho Kapitel IX:

…Auch dies ist unseren Leidenschaften zuzuschreiben: Wir verlangen nicht danach, eilends ins Reine Land zu kommen, und wir fühlen uns beklommen, vielleicht zu sterben, wenn wir einmal ein bisschen erkrankt sind. Es fällt uns schwer, diese Heimat endlosen Leidens zu verlassen, in der wir seit unzähligen Weltperioden bis zum heutigen Tag umherirren und nach dem Reinen Land der Ruhe und reichen Ernährung, in das wir noch nicht hingeboren sind, können wir uns nicht sehnen……

Und nun? Was machen wir denn mit dieser Erkenntnis, die ja nicht die Unsrige ist?

Meister Rennyo sagt hierzu in seinem Brief „die Weiße Asche“:

……Darum, weil im flüchtigen Menschenleben der Tod nicht zwischen jung oder alt unterscheidet, sollte sich jeder die einzig wichtige Angelegenheit schnellstmöglich zu Herzen nehmen, nämlich unsere zukünftige Hingeburt und sich dem Buddha Amida von Grund auf anvertrauen und das Nembutsu rezitieren. Hochachtungsvoll

In der Jodo Shinshu Tradition geht es sich um das Geschenk von Shinjin, das Erlangen des vertrauenden Herzens, welches dieses Unwohlsein und diese Angst in Freude und in Dankbarkeit umwandelt. Alleine der Gedanke das Nembutsu zu sprechen, ist bereits ein Zeichen von Shinjin. Es mit wahrem Vertrauen in die Gelübdekraft Amida Buddhas auszusprechen, ist die Garantie für unsere Hingeburt ins Land der Freude.

Hierbei geht es sich nicht darum etwas Besonderes zu tun, sondern nur über das unbegreifliche Mitgefühl Amida Buddhas nachzudenken, sich seiner eigenen persönlichen Unfähigkeit zur Erleuchtung bewusst zu sein, um sich dann ganz der Kraft des Nembutsu anzuvertrauen. Der eine Augenblick, in dem dieses Vertrauen in uns aufsteigt, ist der Moment, wo unsere Angst und Hoffnungslosigkeit aufhört (Anjin). Nicht erst im Reinen Land, nicht erst Morgen oder sonst in ferner Zukunft, sondern heute - hier und jetzt! Die Befreiung von Angst und Zweifel ist das große Geschenk Amida Buddhas an uns - SHINJIN, für dieses heute erlebte Leben und darüber hinaus.


Namu Amida Butsu

In Gassho
Euer Chisho

Montag, 28. Juni 2010

DBU-Kongress 2010


www.buddhismus-kongress.de

ARBEIT – WIRTSCHAFT – UMWELT

verANTWORTlich handeln

Erkennen – Benennen – Ändern


Die DBU lädt ein zum Kongress in Berlin vom 15. bis zum 17. Oktober 2010

Weltwirtschaftskrise, Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit: Unsere Gesellschaft erfährt schwerwiegende Verwerfungen, die unsere Existenzgrundlagen gefährden und viel Leid hervorbringen. Es ist unübersehbar geworden, dass grundlegende Veränderungen dringend notwendig sind.

Zugleich denken immer mehr Menschen über neue Formen des Arbeitens, Wirtschaftens und Zusammenlebens nach. Wie können wir die Ausbeutung von Menschen und Ressourcen stoppen? Welche Wirtschaftsordnung bietet eine stabile Basis für ein achtsames, liebevolles Miteinander? Was können wir den angeblichen Sachzwängen einer globalisierten Wirtschaft entgegensetzen?

Wie wollen wir miteinander leben?

Die Deutsche Buddhistische Union (DBU) möchte diese Fragen auf einem Kongress erörtern und dazu ermuntern, Verantwortung zu übernehmen. In der Waldorfschule Berlin-Kreuzberg werden sich Buddhistinnen und Buddhisten mit Akteuren ganz verschiedener gesellschaftlicher Bereiche treffen. In Workshops, Vorträgen und Podiumsdiskussionen wollen wir ergründen, was es in der heutigen Zeit bedeuten kann, ethisch und verantwortungsbewusst zu handeln. Projekte, die von Achtsamkeit und Mitgefühl geprägt sind, können sich vorstellen und vernetzen.

Ethisches und verantwortungsbewusstes Handeln bildet das Fundament der Buddha-Lehre.
Der Dharma enthält außerdem hervorragende Anleitungen, wie Menschen und Gesellschaften sich verändern können.

Es wird Zeit, dass wir uns zu Wort melden.

Dienstag, 15. Juni 2010

Hei-Zei-Gô-Jô



          平生業成 Hei-Zei-Gô-Jô

Das Anliegen unserer Lehre
Eine Zusammenfassung Shinran Shônins Anliegen in vier Schriftzeichen
Beitrag von Armin Lohbeck, angelehnt an seinen Vortrag vom 5.6.2010 im Ekô-Haus

Ähnlich der japanischen Gedichtsformen Haiku (5-7-5 Silben) oder Tanka (5-7-5-7-7) hat es in Japan eine lange Tradition, komplexe Sachverhalte, Texte oder auch das Wirken einer Persönlichkeit in vier chinesischen Schriftzeichen (Kanji) zusammenzufassen, als Inhaltsangabe quasi oder Merkspruch.

So gibt es beispielsweise auch für jeden der sieben Patriarchen unserer Reinen-Land-Schule einen solchen Merkspruch, der dessen jeweiligen Beitrag zu unserer Lehre ausdrückt. Für T’an-luan, den ersten chinesischen Patriarchen, merkt sich ein Jôdo-Shinshû-Student zum Beispiel die Kanji-Kombination 顕示他力 Ken-Ji-Ta-Riki, was man grob mit „Aufzeigen der Anderen-Kraft“ übersetzen könnte.

Es gibt viele Lexika in Japan, die sich ausschließlich mit diesen „vier Kanji-Merksprüchen“ befassen, und so gibt es natürlich auch einen zusammenfassenden Spruch für Shinrans Anliegen, der sich wie ein roter Faden durch die Jôdo-Shinshû-Lehre zieht und von vielen Gelehrten unserer Schule, insbesondere von Rennyo Shônin, dem 8. Monshu, aufgegriffen und in neue Worte gefasst wurde.

Würde man also einen Inhalt verdeutlichenden Untertitel für Jôdo-Shinshû suchen, so wäre 平生業成 Hei-Zei-Gô-Jô der Richtige:
(die nachfolgenden Kanji-Deutungen sind durch ihre Komplexität nur als Annäherung zu verstehen)

平生 Hei-Zei meint das gegenwärtige alltägliche Leben, hier und jetzt.
Das Gegenteil wäre 臨終Rin-Jû, die Todesstunde, die für gewisse andere Reine-Land-Schulen von zentraler Bedeutung für die Hingeburt ins Reine Land ist.
業 Gô könnte man einerseits mit Aktivität oder Karma übersetzen, andererseits steht es für Handlung, Tat, aber auch im Sinne von Anliegen oder Sache.
Sich auf dieses 業 beziehend, spricht Rennyo immer wieder von der einzig wichtigen Angelegenheit (Ichi Daiji no Goshô), nämlich unserer Hingeburt ins Reine Land. Im Ryôgemon, unserem Bekenntnis wie auch in zahlreichen Briefen, spricht Rennyo über diese zentrale Handlung oder Angelegenheit. 成 Jô meint erreichen, im erweiterten Sinne erfüllen oder auch fertig stellen.

Zusammengefasst geht es also in dieser Kanji-Kombination um das Erreichen der [einzig wichtigen] Sache und zwar im jetzt stattfindenden Alltagsleben, nicht erst zum Zeitpunkt unseres Todes. Und diese Sache ist nichts anderes als die „Zusicherung unserer Hingeburt ins Reine Land“ und damit unsere Erlösung.
Eine Angelegenheit von höchster Dringlichkeit. Um dieses Geschehen deutlicher zu beleuchten, möchte ich Rennyo selbst zu Worte kommen lassen:

Darum, weil im flüchtigen Menschenleben der Tod nicht zwischen jung und alt unterscheidet, sollte sich jeder die einzig wichtige Angelegenheit schnellstmöglich zu Herzen nehmen, nämlich unsere Hingeburt – unser Leben nach dem Tod, und sich dem Buddha Amida von Grund auf anvertrauen und das Nembutsu rezitieren. (aus: Weiße Asche, Briefsammlung 5/16)

Noch deutlicher wird Rennyo in seinem 4. Brief aus der 3. Sammlung, Der Große Weise und Weltgeehrte:

...Auf welche Weise sollen wir dem Tathâgata Amida vertrauen, damit Er uns bei der einzig großen Aufgabe [in unserem Leben], unserer späteren Hingeburt hilft?
Unbeirrt soll man all die verschiedenen Übungen und sogenannten guten Werke sein lassen und einsgerichtet mit ganzem Herzen den Tathâgata Amida [um Hilfe]
Bitten und ohne zweifelndem Herzen Ihm vertrauen. Dann schickt Er den Wesen, die Ihn bitten, Sein Licht und erfasst sie bergend mit seinem Glanz.

Immer wieder ist von Vertrauen die Rede, das für unsere Hingeburt und letztendliche Erlösung die entscheidende Aktivität ist. Wenn ich hier abermals in vier Schriftzeichen einen Untertitel zum Kanji 業 Gô finden wollte, so wäre 信心決定 Shin-Jin-Ketsu-Jô, das gefestigte [ausschließlich auf Amida] vertrauende Herz, sicher eine passende Kombination. Es bleibt aber noch die Frage, wie wir auch so verblendeten Wesen dieses unumstößliche vertrauende Herz erreichen (成) und damit die für unsere Erlösung nötige Handlung erfüllen.

Als Jôdo-Shinshû-Buddhisten erfahren wir uns als von Leidenschaften vernebelte Wesen, die es nicht mehr vermögen, aus eigener Kraft (Jiriki) die Erlösung zu erlangen, geschweige denn, dieses einsgerichtete Vertrauen aufzubringen. Doch dank des Wissens um die Andere Kraft des Urgelübdes (Tariki-Hongan) dürfen wir gewiss sein, dass es Amida selbst ist, der uns dieses zu unserer Erlösung nötige vertrauende Herz (Shinjin) schenken will. Aber wie sollen wir uns verhalten, um das Geschenk Amidas empfangen zu können?

Es ist das Nembutsu, das uns fortwährend auf den Lippen liegen sollte und das im Laufe der Zeit ganz von selbst zu einem Ausdruck von Dankbarkeit wird und somit nichts mehr von einer erlösungsfördernden Tat hat, wie etwa ein Mantra. Shinran wie auch Rennyo betonten in ihren Briefen immer wieder ein komplettes Aufgeben der eigenen Erlösungsbemühungen (Jiriki), da sich diese nicht mit der durch Amida wirkenden Anderen Kraft (Tariki) vereinen lassen, so wie wir auch nicht zwei Wege gleichzeitig gehen, oder ein randvoll gefülltes Gefäß darüber hinaus befüllen können. Tariki wirkt immer zu 100%, der nichts hinzuzufügen ist, ...auch nicht 1% Jiriki.

Mit dem Nembutsu geht also ein umfassendes Loslassen einher. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass dieser Prozess nicht immer leicht ist, aber etwas sehr Befreiendes hat.

Darüber hinaus gibt es nichts zutun, außer Amida machen zu lassen: zuzulassen, wie Amida uns Vertrauen-Wünschende zum Shinjin führt...und das kann sehr individuell sein. Wie Amida uns führt, lässt sich nicht ermessen.

So wird auf ganz natürliche Weise die alles entscheidende Handlung im gegenwärtigen Leben erreicht und wir können, mit uns selbst in Frieden
- befreit von dem Druck, es selbst schaffen zu müssen, getrost voller Freude und Dankbarkeit dem Morgen entgegensehen, denn dank Amida ist bereits alles geschafft...alles erreicht. ...Namo Amida Butsu.

In der kurzen und bündigen Kanji-Kombination平生業成 Hei-Zei-Gô-Jô steckt die ganze Bandbreite shinbuddhistischen Denkens, die dem einen oder anderen eine Stütze sein mag bei der Frage nach dem eigentlichen Anliegen des Weges, den uns Shinran Shônin aufgezeigt hat.

Montag, 14. Juni 2010

Im EKŌ-Tempel Düsseldorf



Gongyō (Andachten)Morgenandacht im EKŌ-Tempel

So 6.6., 11.7., 8.8., 5.9., 10.10., 14.11., 12.12., 10-10.30 Uhr

Eine öffentliche Morgenandacht mit einer Rezitation des Shōshinge von Shinran.


Abendandacht am Hausaltar
Jeden Donnerstag (außer in der geschlossenen Zeit) ab 18 Uhr, Priesterwohnung

Die Abendandacht findet vor dem Hausaltar in der ehemaligen Priesterwohnung statt. Es wird rezitiert und aus der "Lehre Buddhas" gelesen. Diese Zusammenkunft soll einenEinblick geben in den privaten alltäglichen Dienst eines Shin-buddhistischen Priesters.

Auch Nicht-Shin-Buddhisten sind herzlich willkommen.

Eko-Haus der Japanischen Kultur
Brüggener Weg 6, 40547 Düsseldorf
Tel.: 0211/ 577918-224

Sonntag, 13. Juni 2010

Die Bedeutung des Shoshinge



Beitrag von Ilona Evers

Herbstsymposium im Eko – Haus zum Thema:
Shoshinge - Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu

Die Bedeutung des Shoshinge
(Inspiriert vom Referat über das Shoshinge von Prof. Nobuaki Matsuo und dem Buch „Shoshinge, the heart of Shin Buddhism“ von Dr. Alfred Bloom)

Das Shoshinge ist ein Teil des Kyogyoshinsho, dem großen akademischen Werk Shinran Shonins.

Das Kyogyoshinsho ist eine gelehrte Begründung von Shinrans Lehre, hauptsächlich geschrieben für die gebildete buddhistische Elite seiner Zeit. Shinran zitiert darin viele alte überlieferte Texte und kommentiert sie. Er wollte damit das solide buddhistische Fundament und die Ursprünge seiner Lehre in anerkannten buddhistischen Texten beweisen. Um das Kyogyoshinsho wirklich verstehen und würdigen zu können, braucht man ein großes Hintergrundwissen über den Buddhismus.

Shoshinge ist eine poetische Zusammenfassung der Shin – Lehre und ihrer Entwicklung. Shoshinge beschreibt die Anfänge der Reinen Land Lehre in vorgeschichtlicher Zeit, wie sie in den Reinen Land Sutren in der Geschichte des Bodhisattva Dharmakara beschrieben werden. Und ihre Entwicklung von Nagarjuna, dem ersten Patriarchen bis zum siebten Patriarchen, Honen, dem Lehrer Shinrans.

Shinran drückt im Shoshinge seine Dankbarkeit gegenüber dem historischen Buddha Shakyamuni und den sieben Patriarchen aus, die die Lehre vom Reinen Land über die Jahrhunderte bewahrt, entwickelt und weitergegeben haben. Durch diese Überlieferung der Reinen Land Lehre über viele Jahrhunderte hinweg, konnte sie schließlich ihn, Shinran, erreichen und ihm seinen Weg zur Befreiung zeigen.

Schon im frühen Buddhismus in Indien sind Lehren in Versform bekannt. In Sanskrit wurden diese Lehren in Versform Gathas genannt. Auf Japanisch wird Gatha mit Ge übersetzt. Shinran schrieb Gathas (Ge) in chinesischer Form und viele Wasane. Wasane sind bekannte japanische Formen der Dichtung.

Seine Darlegungen in Versform haben viel zur Verbreitung seiner Lehre beigetragen.

Shoshinge ist die Kurzform von Shoshinnembutsuge.
Ins Deutsche übersetzt heißt es: Gedicht, Hymne oder Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu.

Seit der Zeit Rennyo Shonins (1415 – 1495) ist Shoshinge einer der zentralen Texte von Jodo Shinshu. Eine andere Bezeichnung für das Shoshinge im japanischen ist „O-kyo“. Dieser Begriff ist normalerweise reserviert für Sutren und Texte, die direkt vom Buddha stammen. Nur ein als heilig geltender Text wird „O-kyo“ genannt.

Shinran versuchte im Kyogyoshinsho und im Shoshinge deutlich zu machen, dass er mit seiner Auslegung der Reinen Land Lehre nichts Neues geschaffen hat.
Shinran hat sich nie als Begründer oder Schöpfer von etwas Neuem gesehen.
Er verstand sich als Empfänger der alten Lehren und als Übermittler.
In Shinrans Lehre finden sich aber durchaus neue Elemente, Dinge, die nicht von den Patriarchen gelehrt wurden.

Konfuzius sagt, dass ein wahrer Lehrer etwas Neues in der Vergangenheit entdeckt bzw. aus der Vergangenheit etwas Neues hervorbringt. Diese Beschreibung passt gut zu Shinran. Man könnte auch sagen, dass Shinran durch das Studium überlieferter buddhistischer Schriften und durch die Erklärungen seines Lehrers Honen Shonin zu neuen Einsichten gekommen ist. Diese Einsichten hat er an uns weitergegeben.

Shinran hat im Alten etwas Neues für sich entdeckt. Er hat das Alte neu gesehen und gehört. Für uns, die wir im 21. Jahrhundert leben, gehören Shinrans Neuigkeiten zum Alten. Seine Lehre ist inzwischen über 700 Jahre alt. Seine Schriften sind für uns alte Überlieferungen. Unsere Aufgabe heutzutage ist es, Shinrans Beispiel zu folgen, um in seinen Schriften, in seiner Lehre das für uns Neue und für uns Aktuelle zu finden.

Wenn wir dies wirklich tun, dann kann diese alte Lehre umwälzende Folgen für unser heutiges Leben haben.

Diese Aufgabe, das Aktuelle im Alten wahrzunehmen, wird uns durch zeitgenössische Jodo Shinshu Lehrer erleichtert.

Prof. Nobuaki Matsuo ist ein bekannter, anerkannter Jodo Shinshu Lehrer der heutigen Zeit.

Prof. Matsuo hat die Fähigkeit, uns die Lehre auf sehr direkte und gefühlvolle Weise nahe zubringen. Beim Symposium um das Hoonko Fest im Eko - Haus Ende November 2009 hat er über den zweiten Teil des Shoshinge referiert.
Den ersten Teil des Shoshinge hat er uns bei einem Symposium vor einem Jahr nahe gebracht.

Folgende Textstellen aus Prof. Matsuos Referat haben mich persönlich besonders angesprochen und berührt.

Das Erleben des Namu Amida Butsu ist für jeden Menschen anders.
„In diesem Sinne hat sich in der Überlieferung von Shakyamuni über die sieben Patriarchen bis hin zu Shinran der Ausdruck „Wahrhaft vertrauensvolles Herz Amidas“ verändert, aber freilich ist die Sache selbst, die erfahren wurde (das Wahrhaft vertrauensvolle Herz, nämlich das Namu Amida Butsu), ein und dieselbe geblieben, sie wurde nur von dem jeweiligen Patriarchen auf ganz eigene individuelle Weise erfahren. Das „Wahrhaft vertrauensvolle Herz“ des Tathagata Amida wurde in jedem Fall von den verschiedenen Patriarchen auf ihre eigene individuelle Weise erfahren, und darum haben sie es auf die eigene individuelle Weise ausgedrückt und überliefert.“ (S. 3, Abs. 3)

Sich ins donnernde Namu Amida Butsu stürzen.
„Zu mir, dem Fallenden, dringt immer und überall donnernd der absolute Aufruf „Vertraue dich, während du fällst, ganz dem Namu Amida Butsu an!“ Der Oyasama übernimmt die Initiative und ruft „Überlass es mir!“, seine Stimme klingt in mir wider, selbstvergessen nehme ich Zuflucht zum Namu Amida Butsu. Nicht erst nach dem Tod! Jetzt stürze ich mich ins Namu Amida Butsu.“ (S. 14, Abs. 3)

„In das Namu Amida Butsu „einzukehren“, bedeutet sich in die Zufluchtnahme zum Namu Amida Butsu zu stürzen, Leib und Seele ins Namu Amida Butsu hineinzuwerfen.“ (S. 21, Abs. 2)

Seinen Mund ausleihen und das Nembutsu sprechen.
„Wenn man das Vertrauen erlangt hat, bleibt die physische Natur zwar unverändert von den Leidfaktoren bedeckt, aber das Herz weilt immerzu im Reinen Land. Weder sind die Leid verursachenden Faktoren erschöpft, noch ist der Geist an einen entfernten Ort gegangen. Vielmehr heißt es: Da mein Herz vom Namu Amida Butsu durchdrungen wurde, ist es mir bereits jetzt – mit diesem bloß von Leidfaktoren befleckten Herzen – vergönnt, bei Amida und den anderen Wesen im Reinen Land zu leben, ihnen meinen Mund zu leihen und stets das Nembutsu zu sprechen.

Oder anders ausgedrückt: …vergönnt, dass Amida und die anderen Wesen des Reinen Landes in meinem Herzen leben. Sie leihen sich meinen Mund aus und sprechen das Nembutsu.“ (S. 21 unten, S. 22 oben)

Selbst und Außer-Selbst

„Ein Wesen, das die Buddhaweisheit erlangt hat, unterscheidet … nicht mehr zwischen „Selbst“ und „Außer – Selbst“. Deshalb erscheint vor ihm…unmittelbar jene Weisheit, die alle Wesen für sich „selbst“ oder das „eigene Kind“ hält.“ (S. 24 Mitte)

Alle Wesen

„Amidas (wahres) Herz ist, dass er alle fühlenden Wesen retten möchte. Daher möchte er selbstverständlich nicht nur die Wesen retten, die dem Grundgelübde vertrauen, sondern auch jene, die es nicht tun. Gerade deshalb hat er mit dem Namu Amida Butsu eine Medizin geschaffen, die zur Buddhaschaft führt, und richtet sich nun (aufmunternd) nickend an alle fühlenden Wesen mit den Worten „Nimm die Medizin, ich bitte dich darum!“ Aber auch wenn man jemandem eine Medizin vor die Nase hält, kann die Wirkung nicht eintreten, solange er sie nicht nimmt. Man kann dann die Buddhaschaft nicht erlangen. Dies ist eine natürliche Wahrheit, es ist die Wahrheit von Ursache und Wirkung. Nicht einmal der Buddha Amida kann die Wahrheit von Ursache und Wirkung eigenmächtig ändern.“ (S. 31, Abs. 3)

Amida/ Dharmakara folgt mir bis auf den Grund der Hölle.

„Als zeitlich–existentielle Wahrheit können wir eigentlich nur feststellen, dass mein Bodhisattva Dharmakara, solange ich die Buddhaschaft noch nicht erreicht habe, aus diesem Grunde noch nicht die Buddhaschaft erreicht hat. Und wenn ich in diesem Leben das Wahre vertrauensvolle Herz nicht erlange und darum nach dem Tod wie gehabt im Samsara umherirre, dann wird er mir auch bis auf den Grund der Hölle folgen, solange bis ich das Wahrhaft vertrauensvolle Herz besitze (bzw. er es mir geschenkt hat). Von diesem Standpunkt aus betrachtet, folgt der Bodhisattva Dharmakara jedem einzelnen, und für jeden einzelnen gibt es einen Zeitpunkt, wo die karmischen Voraussetzungen reif sind und er das Wahrhaft vertrauensvolle Herz empfängt, d.h. für jeden einzelnen gibt es ein letztes Leben, in dem er schließlich die Buddhaschaft erreicht.“ (S. 33, Abs. 2)

Wir sind harte Brocken.

„Wir sind in unseren falschen Ansichten und unserem Hochmut harte Brocken und das Namu Amida Butsu (Amidas Ruf) dringt nicht leicht in unser Herz. Darum sendet Amida seit zehn Äonen immerzu sein … liebevolles Licht zu uns, er schafft für uns die verschiedensten karmischen Beziehungen, so dass wir den Buddhadharma genau hören können und bringt uns zur Reife. „ (S. 46 unten, S. 47 oben)



Ich muss zustimmen.

„… wenn ich selbst, auf den es hier ankommt, den Namensruf ablehne, kann ich nicht ins Reine Land hingeboren werden.“ (S. 47, Abs. 3)

Bodhisattva Dharmakara hat mich in die Hölle fallen sehen.

„ Der Bodhisattva Dharmakara hat mich in meinem Zustand, in dem ich in die Hölle fallen muss, gesehen, es hat ihn bitterlich gerührt und er hat sich erhoben. Unzählige Jahre ist er den Übungsweg gegangen, und das Ergebnis all seiner Übungen wurde zum Namensruf Namu Amida Butsu. … Im Namensruf Namu Amida Butsu steckt die Essenz aller Verdienste, die der Bodhisattva Dharmakara geschaffen hat. Gerade das Namu Amida Butsu ist nichts anderes als der Tathagata Amida selbst.
Damit der von äußerst schweren Vergehen beladene Mensch Buddha werden kann, muss das Namu Amida Butsu, dieser große Schatz seiner Verdienste, bis zum Herzensgrund des Menschen durchdringen.“ (S. 56, Ab. 3+4)

Vertrauen

Wir werden nicht gerettet, weil wir Vertrauen haben.
Wir sind nicht verloren, weil wir kein Vertrauen haben.
Es geht überhaupt nicht um unser Vertrauen.
Mit dem Wahrhaft vertrauensvollen Herzen ist nicht gemeint, dass unser Herz vertraut. Das Wahrhaft vertrauensvolle Herz ist das Herz Amidas, das er uns schenkt. (Nach S. 64, Abs. 1+2)

Wie erlangt man das vertrauensvolle Herz? Weder so noch anders!

„Aber wie kann man das Wahrhaft vertrauensvolle Herz erlangen? Weder Honen Shonin noch Shinran Shonin haben irgendeine Methode gelehrt, wie man es erlangen kann. Wenn es nur auch nur eine solche Methode gäbe, so könnte man wirklich nicht mehr von einem „Vertrauensvollen Herzen, das von der anderen Kraft zugewendet wird“ sprechen. Darum antwortet Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“ (S. 64, Abs. 3)

Weder so noch anders!

Worte können uns helfen, die Lehre Shinran Shonins zu verstehen.
Mit Worten können wir uns annähern. Wir können versuchen, die Wahrheit mit Worten einzukreisen.

Wenn es aber um das Ziel unseres Weges geht, um das Erreichen der „Stufe des Nicht-Mehr-Rückwärtsschreitens“ bzw. um das Erlangen des „Wahrhaft vertrauensvollen Herzens“, dann versagen alle Worte.
Deshalb ist die Antwort von Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“

Das kann man nicht mehr erklären und wir können es nicht erlangen.
Das Einzige, was wir tun können ist, den Buddha seine Arbeit tun lassen.

Namu Amida Butsu

Ilona Evers

Programm im Anjin-Do Mönchengladbach



Zu den Treffen sind neu Interessierte herzlich willkommen.
Kurze tel. Voranmeldung genügt.

Samstag, 10.07.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

Samstag, 07.08.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

Samstag, Teilnahme 21.08.bis 22.08.10 an O-Bon Feier im Jikoji Antwerpen

09.10
– Urlaubszeit – kein Treffen

Samstag, 09.10.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

DBU Kongress - Berlin

Samstag, 13.11.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

Hoonko Fest und Seminar EKO Gemeinschaft Düsseldorf

Samstag, 11.12.10
stilles Sitzen, Andacht, und Dharmagespräch

Beginn der Treffen jeweils um 18:00 Uhr

Anjin-Do Mönchengladbach
Begegnungsstätte der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland e. V.
Oberheydenerstrasse 71
41236 Mönchengladbach /02166-1471036

Freitag, 11. Juni 2010

Shin Do Programm



Shin Do Programm August-Dezember 2010

Bitte auch die Sonderankündigungen zu kurzfristig geplanten Veranstaltungen beachten.
Alle Veranstaltungen, Meditationen und buddhistischen Andachten sind öffentlich, der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne angenommen.
Wichtig: wir bitten alle Teilnehmer fünf Minuten vor Beginn der Andacht im Andachtsraum Platz zu nehmen.

September
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Sonntag 5. 9 9:00
Meditation und Andacht
Mittagessen bei Zengaku (Peter Kappelmeier)
<>
Sonntag 12. 9. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 19. 9. 9:00
Meditation und Andacht

Oktober<
>
Sonntag 3. 10. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 10. 10. 9:00
Meditation und Andacht

November<
>
Sonntag 7. 11. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 14. 11. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 21. 11. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Freitag 26. 11 bis Sonntag 28. 11.
Hoonkofest und Seminar im Eko Haus der japanischen Kultur in Düsseldorf

Dezember<
>
Dienstag 21. 12. 19:00
Meditation und Andacht
-.-

Zentrum für Buddhismus und Dialog der Religionen
Programm Herbst 2010


Die Themen und Referenten werden noch bekannt gegeben
Freitag 17. September 19:00
Freitag 8. Oktober 19:00
Freitag 19. November 19:00

Mittwoch, 2. Juni 2010

Treffen der DBU (Deutsche Buddhistische Union) im Rigpa Zentrum in Berlin




Die DBU ist der Dachverband der Buddhisten in Deutschland.
Jodo Shinshu ist seit langer Zeit Mitglied der DBU.
Rev. Thomas Moser war die treibende Kraft für unseren Beitritt.
Er war auch lange Zeit unser Delegierter bei der DBU.
Vor zwei Jahren habe ich diese Aufgabe übernommen.

Die Mitgliedschaft in der DBU ist sozusagen ein Gütesiegel für die betreffende Gemeinschaft. Es ist gar nicht so leicht, Mitglied zu werden. Zuerst muss man einen Antrag stellen und sich dann auf der Mitgliederversammlung vorstellen. Wenn die Mitgliederversammlung der Aufnahme zustimmt, ist man erst einmal zwei Jahre Mitglied auf Probe, erst dann kann man stimmberechtigtes Vollmitglied werden.

Beim Wochenende im Rigpa Zentrum in Berlin fand die jährliche Mitgliederversammlung statt, bei der auch einige neue Gruppen um Aufnahme gebeten haben.

Es gab die Berichte des Vorstandes und des Kassierers, über den Kongress 2009 mit dem Dalai Lama wurde berichtet, einige Satzungsänderungen wurden beschlossen.

Und es gab eine Reihe interessanter Workshops zu den folgenden Themen:

„Anerkennung der DBU als Körperschaft des öffentlichen Rechts“
Damit wären die Buddhisten in Deutschland rechtlich den Kirchen fast oder ganz gleichgestellt.

„Dharma und Gesellschaft“, das Thema des DBU - Kongresses vom 15.-17. Oktober 2010 in Berlin

„Buddhistisches Unterrichtsmaterial – Schulbücher“

„Buddhismus aktuell“, die Zeitschrift der DBU

„Dharma und Umwelt – Ethik, Meditation und Weisheit für Umweltprobleme einsetzen“

„Frauen und Buddhismus“

„Pressearbeit – Stellungnahmen der DBU zu aktuellen Themen“

Ich habe am Workshop „Buddhismus aktuell“ teilgenommen.
Wir hatten dort einen lebhaften inspirierenden Austausch über unsere Wünsche und Vorstellungen für unsere Zeitschrift. Insgesamt wurde die Arbeit der Redaktion als sehr positiv eingeschätzt.

In den anderen Workshops gab es auch einen lebhaften Austausch. Ideen wurden ausgetauscht, Treffen und Aktionen geplant.

Wir haben auch gemeinsam meditiert, zusammen gegessen, uns mit den anderen Delegierten ausgetauscht und unser Zusammensein genossen.
Es ist schön zu wissen, wie viele aktive Buddhisten es inzwischen in Deutschland gibt. Bei aller Vielfalt der verschiedenen Traditionen kann man immer wieder den gemeinsamen Nenner spüren. Ich habe schon viel von Buddhisten anderer Traditionen gelernt. Das Gespräch mit andern Buddhisten und der Austausch über unsere unterschiedlichen Wege können uns unseren eigenen Weg deutlicher machen, wir können uns sozusagen im Spiegel der Anderen sehen.

Das Rigpa Zentrum ist sehr schön mit einem wunderschönen großen Saal, in dem eine riesige Buddhastatue steht und unzählige Bilder verschiedenster Buddhas hängen.

Die schöne Atmosphäre im Rigpa Zentrum hat sicher viel zum Gelingen des Wochenendes beigetragen.

In Gassho
Eure DBU Delegierte Ilona Evers

Dienstag, 1. Juni 2010

Tannisho Kapitel 2

[2]
Dass jeder von Euch unbekümmert um die Lebensgefahr über die Grenze der mehr als
zehn Länder hergewandert ist, geschah einfach aus der Absicht, den Weg der Geburt
im Land des vollkommenen Glücks zu erkunden. Es ist aber ein großer Irrtum, wenn
Ihr etwa meinen solltet, dass ich außer dem Nembutsu noch andere Wege der
Hingeburt wüsste und andere Lehren und Schriften kennte. Wenn Ihr das glaubt,
solltet Ihr am besten die großen Gelehrten, von denen es in der Südstadt Nara ebenso
wie im Nordgebirge Hiei viele gibt, aufsuchen und Euch die wichtigsten Punkte für die
Hingeburt gründlich erklären lassen.



Mit mir, Shinran, hat es keine andere Bewandtnis, als dass ich das Wort des guten
Lehrers befolge, der mich gelehrt hat, ich solle nur das Nembutsu sagen und mich vom
Buddha Amida erretten lassen. Ob das Nembutsu wirklich die Geburt im Reinen Land
verursacht oder vielmehr das Karma für den Sturz in die Hölle ist, das weiß ich
überhaupt nicht. Ich würde es durchaus nicht bereuen, auch wenn ich, vom verehrten
Hônen betrogen, durch das Nembutsu in die Hölle versänke. Denn, wenn ich
tatsächlich jemand wäre, der durch die Anstrengung anderer Übungen Buddha werden
könnte, dann könnte ich mich betrogen fühlen und es bereuen, durch das Nembutsu in
die Hölle gefallen zu sein. Da ich aber in keiner Weise zu solchen Übungen fähig bin,
wäre die Hölle unweigerlich meine Wohnstätte.

Wenn das Gelöbnis Amidas wahr ist, kann die Lehre von Shâkyamuni keine Lüge
sein. Wenn die Lehre Shakyamunis wahr ist, dann können die Auslegungen von Shantao
keine Fälschung sein. Wenn die Auslegungen von Shan-tao wahr sind, wie können
die Weisungen von Hônen eitle Worte sein? Wenn die Lehre Hônens wahr ist, dürfte
das, was ich, Shinran, Euch sage, nicht ganz leer sein.

Kurz gesagt, so verhält es sich mit meinem Glauben. Ob Ihr noch das Nembutsu
annehmen und darauf vertrauen wollt oder es verwerft, das überlasse ich ganz Eurer
Erwägung...

Freitag, 28. Mai 2010

Einfach nur Vertrauen


Liebe Dharmafreunde,

als Leiter einer Begegnungsstätte erhalte ich häufig Anfragen zum Buddhismus. Oft sind es Fragen in bezug auf Meditation und Erleuchtung oder ob wir etwas mit seiner Heiligkeit dem Dalai Lama zu tun haben oder ob ich wohl einen bestimmten Weg aus einer Lebenskrise wüsste, denn Buddhisten sind doch so gelassen und weise. Bei letzterer Aussage muss ich dann immer heimlich schmunzeln und verweise an entsprechende Fachkompetenzen, wie eine Telefonseelsorge.

Nun, ich bemühe mich dann, die mir gestellten buddhistischen Fragen nach bestem Gewissen zu beantworten und erlebe nicht selten die Enttäuschung in den Stimmen oder in schriftlichen Rückantworten, weil wir die Praxis der Meditation zum Zwecke der Erleuchtung nicht anbieten können . Auch das der Dalai Lama einer anderen Tradition angehört, wird von mir betont, was eigentlich schon wieder schade ist, den seine Popularität ist erfreulicherweise sehr groß. So erzähle ich also, dass wir zur japanischen Schule der Jodo Shinshu, mit unserem Oberhaupt seine Exzellenz Monshu Koshin Ohtani, gehören und nicht zur Gelugpa Tradition des tibetischen Buddhismus oder einer anderen buddhistischen Schule, die methodenhafte Übungen zur Geistesschulung, wie Meditation, anbieten.

Wenn ich also danach noch etwas Glück habe, wird mir die Chance eingeräumt, etwas über Shinran Shonin zu erzählen und von dem Buddha, den man Amida nennt. Aber es ist mir auch nicht selten passiert, dass ich nicht einmal soweit kam.

- „Keine Meditation“- seit ihr denn richtige Buddhisten?

In der Tat scheint es für den wesentlichen Menschen klar zu sein, das der Buddha und Buddhismus etwas mit Übung und Anstrengung zu tun haben muss und, und das ist wichtig, man davon ein ganz besonderer Mensch wird, vielleicht sogar ein Buddha! Häufig bestätigen ich auch diesen Gedanken und verliere aber völlig, wenn ich sage: „Ja der Jodo Shinshu Weg führt zur Buddhaschaft, aber nicht in diesem Leben“!

„Keine Buddhaschaft in diesem Leben? Keine Meditation? Ihr seid wirklich keine Buddhisten, oder?“

Wenn ich dann noch die Möglichkeiten bekäme, würde ich die Frage beantworten, aber zumeist ist es mir nicht mehr vergönnt.

„Ja, doch –ehrlich! Shinbuddhisten sind Buddhisten! Ganz bestimmt und ohne Zweifel!“

Aber wie unser Meister Shinran Shonin, sind wir an unsere Grenzen gestoßen, wenn es darum geht, um Erleuchtung zu ringen. Häufig haben wir, wie Shinran, den Weg der Meditation zuvor geübt, haben die unterschiedlichsten Meister aufgesucht und Ihnen zugehört, haben praktiziert und viele Reisen auf uns genommen, haben gelesen und studiert, um am Ende zu erfahren, wir sind nur Menschen und schaffen es nicht, der Sache mit der Buddhaschaft näher zu kommen.

Das große Sutra vom Reinen Land Amithabas, welches uns von Shakyamuni Buddha gelehrt wurde, erzählt uns von einem Weg zur Buddhaschaft, der für jene gedacht ist, die sich genau in einer solchen Situation befinden. Man macht und schafft und kommt keinen Schritt weiter. Shinran Shonin hat diese Erfahrung ebenfalls machen müssen und fand in Meister Honen, den Lehrer, der ihm dieses große Sutra vom Reinen Land in einer Weise erklärte, wie er es zuvor nicht gehört hatte. Der Kernpunkt dieser Erklärungen lag in den Worten von Meister Honen, „Sprich das Nembutsu und sei von Amida Buddha gerettet.“

Bis zu seinem Lebensende war dies für Meister Shinran Shonin der Satz, um den sich seine ganze Lehrauslegung zur Reinen Land Lehre drehte. Meister Shinran studierte, legte die Schriften aus und hat uns eine Großzahl von Texten hinterlassen, und so lag sein Ansinnen nur darin, uns auf Amida Buddha und seine Gelübde Kraft bzw. seinen Namen „Namo Amida Butsu“ hinzuweisen.

Die Erlangung der Buddhaschaft im Reinen Land, durch das Vertrauen in die Gelübde Kraft Amida Buddhas und seines Namens, macht die Essenz unsere Überzeugung aus. Als menschliche Wesen, mit allen karmischen Unzulänglichkeiten, bleibt uns der Weg der Heiligkeit (zum Beispiel durch Meditation)in diesem Leben versagt. So wird der Weg des Vertrauens und der Hingabe in das Nembutsu zum eigentlichen Zweck unserer Nicht-Praxis, wobei wir alle Lehren des Shakyamuni Buddha ehren, anerkennen und auch hören. Wir nehmen unsere Zuflucht zu den drei Juwelen und freuen uns, Teil der großen buddhistischen Gemeinschaft zu sein, denn wir alle folgen den Lehren des Buddha und wissen uns verbunden in gegenseitigem Respekt und Hochachtung.

Unser buddhistischer Weg ist der des Nembutsu und des Hörens auf den Dharma. Im Spiegel des Dharma Hörens erkennen wir unsere Unzulänglichkeit und werden der Stimme Amida Buddhas im Herzen gewahr, der uns zuruft, „Komm, wie du bist!“

Namo Amida Butsu

in Gassho

Euer Chisho