Anjin-Do

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Donnerstag, 17. Dezember 2009


Liebe Dharmafreunde!
Das Jahr des Tigers beschert uns kreative Kraft und frischen Antrieb.

Alle Tigerinnen und Tiger treffen sich am 1.1. um 11 Uhr zu einer Begrüßung des neuen Jahres mit 108 Glockenschlägen im ShinDo.

Wir versöhnen uns mit dem alten Jahr, mit uns und den fühlenden Wesen die diese Welt mit uns teilen; dann geht der Blick nach vorn, durch das Auge des Tigers, hinein ins neue Jahr. Und wenn es nur halb so aufregend wird wie dieses, zu Ende gehende, dann haben wir einiges vor uns.

Bei dieser Gelegenheit wünsche ich euch und euren Familien, schöne Feiertage und ein gesundes neues Jahr.

Mit Verbeugung und gefalteten Händen, Jotoku


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Shinran Shonin's 750th memorial - 2011
Yo no naka annon nare -- Möge Friede und Harmonie die ganze Welt durchdringen
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Buddhistische Begegnungsstätte ShinDo // ShinDo Buddhist Center and shrine room
Rev. Jotoku Thomas Moser

Samstag, 12. Dezember 2009

Jeden Tag neu!


Liebe Dharmafreunde,

im letzten Monat eines jeden Jahres macht sich in der Gesellschaft eine große Geschäftigkeit breit. Alle bereiten sich auf das Weihnachtsfest vor. Man kauft Geschenke für die Lieben zu Hause, für Freunde und Bekannte, überlegt sich das Weihnachtsmenu für die Feiertage und schaut, dass man die wieder vergessenen Winterreifen noch rechtzeitig vor dem ersten Schnee aufgezogen bekommt. In den Medien verheißt man uns die große Glückseligkeit, wenn wir nur die richtigen Produkte kaufen und die Kirchen versuchen verzweifelt, die eigentliche Sinnhaftigkeit der Weihnachtszeit zu vermitteln. Oft ein hoffnungsloses Unterfangen, wie ich finde. Aber sei es drum, am Heiligabend sind die Gotteshäuser auf der ganzen Welt gefüllt bis auf den letzten Platz und selbst jene, die man das ganze Jahr nicht sah, werden auch diesmal wieder mit dabei sein. Sie alle feiern dann die Geburt Jesu und erinnern sich seiner Botschaft und dem daraus resultierendem Erlösungsversprechen. Und wir als Buddhisten, die wir diese Form der Befreiung nicht im Repertoire haben? Im generellen Buddhismus sagen wir, dass unsere Befreiung aus dem Kreislauf von Leben und Tod davon abhängt, ob wir uns ernstlich und mit ganzer Kraft dem Weg der Heiligkeit hingeben können. Es hängt davon ab, ob wir den Anweisungen Buddhas wirklich folgen wollen und ob sich die Bedingungen hierzu sich aus unserem Karma ergeben. Auch wir können dann, wie in der christlichen Religion, in den Bereich der Leidbefreiung eintreten, ob wir es nun Himmel oder Nirvana nennen, soll an dieser Stelle einmal keine Rolle spielen. Tatsache ist, dass in beiden Wegen vom Praktizierenden eine gewisse Anstrengung verlangt wird und man gewisse Voraussetzungen mitbringen muss oder auch schaffen muss, um sein Ziel zu erreichen. Beide Wege betonen hierbei, dass es letztlich Jedem möglich ist in den Himmel zu kommen oder Nirvana zu erreichen. Wenn wir nur keine Menschen wären! Im christlichen Sinne der Sünde verfallen und im Buddhismus der Verblendung.

Nun, ich spreche hier ein wenig aus Erfahrung, denn den ersten Teil meines Lebens verbrachte ich als gläubiger Katholik und den größeren Teil meines Daseins als Schüler des Buddha. Und auf beiden Wegen fand ich mich selber in einer Zwickmühle. Ich wollte ein guter Christ sein und ich wollte auch ein guter Buddhist sein, wenn ich nur nicht so verflixt gefangen wäre in und mit meinen allzu großen Unzulänglichkeiten. Nie konnte ich den Anforderungen der einzelnen Wege genügen und immer fand ich mich in einem Zustand kleiner Verzweiflungen, wenn ich es mal wieder nicht hinbekam und entweder beichten musste oder mein eigenes Versagen mich beständig einholte.

„Komm so wie Du bist“ - waren die Worte, die mich auf den Weg des Nembutsu aufmerksam machten und mich noch bis heute begleiten. Nichts mit bringen zu müssen, nichts erfüllen zu müssen, einfach nur ich sein zu dürfen - auch dies waren Worte des Buddha, die ich bis dahin nicht gehört hatte. Es war, wie ich später lernte, ein Weg des Vertrauens, ein Weg des sich Hingebens und des Loslassens. Ein Weg des Hörens auf den Ruf Buddhas im eigenen Herzen und ein Weg des Staunens über so viel Barmherzigkeit bzw. Mitgefühls. Der Bodhisattva Dharmakara hat so viel Zeit investiert und dadurch so viele Verdienste angesammelt, dass es selbst für mich reichte, durch seine Gelübdekraft ihn als Buddha Amida erfahren zu dürfen. Heute in der Weihnachtszeit wird mir klar, wie sehr sich doch die Wege gleichen und dennoch gibt es für mich einen entscheidenden Unterschied. Täglich macht sich der Bodhisattva Dharmakara für mich auf den Weg, täglich erfüllt er seine Gelübde wieder und täglich wird Amida Buddha nur für mich Bombu geboren, durch seine Gelübdekraft und durch seinen Namenruf in meinem Herzen – Namo Amida Butsu – Namo Amida Butsu!

Meine tägliche Befreiung im Reinen Land - hier und jetzt - jeden Tag neu!

Ich wünsche Euch Allen eine Zeit der Ruhe, des Friedens und der Harmonie miteinander, verbunden mit dem buddhistischen Gedanken

„Mögen alle Wesen glücklich sein“!

in Gassho
Euer
Chisho

Dienstag, 8. Dezember 2009

Nachrichten aus dem ShinDo




Die Bodhistagfeier war ein Highlight.
17 Teilnehmer aus vier Traditionen (siehe Shindo-online) Das mit den Geschenken für den dritten und vorletzten hat die Stimmung enorm aufgelockert. Die Feier selbst, sehr stimmig, am Ende hat Stephan von der Thich Nhat Hanh Gruppe zur Gitarre gesungen -- und wir mit ihm

Bodhitagsfeier 2009 im ShinDo

Begrüßung (Jotoku)
O
Vandana (gemeinsam)


Namo Tassa Bhagavato Arahato Samma Sambuddhassa
Namo Tassa Bhagavato Arahato Samma Sambuddhassa
Namo Tassa Bhagavato Arahato Samma Sambuddhassa
-:-
Ti Sarana – dreifach (gemeinsam)

Buddham Saranam Gachami
Dhammam Saranam Gachami
Sangham Saranam Gachami
-..-
Tutiampi Buddham Saranam Gachami
Tutiampi Dhammam Saranam Gachami
Tutiampi Sangham Saranam Gachami
-..-
Tatiampi Buddham Saranam Gachami
Tatiampi Dhammam Saranam Gachami
Tatiampi Sangham Saranam Gachami
000
stillen Theravada Meditation (Paul- oder Waltraud)
0
Shinshu Rezitation
Juseige – siehe Faltblatt (Jotoku)
OO
Herzsutra in Deutsch (Gakuro)
OO
Gesungene Lobpreisung in der Thich Nhat Hanh Tradition (Stephan)
OO
Gemeinsames Lesen des buddhistischen Bekenntnisses,
während dem Jotoku Weihrauch und Glühstein herumreicht.

Ich darf euch an den Freitag 11. 12. erinnern. Das ist schon in dieser Woche!
Diesmal wird der Dipl. Theologe Franz Sageder zum Thema "Licht und Dunkelheit in den Religionen" sprechen.

Ihr habt Recht, da liegt schon etwas Zweideutiges in der Luft. Je nach eigener Gemütsverfassung wird man wohl an die Bedeutung des Lichts denken, oder an die hellen und dunklen Seiten die es in jeder Religion gibt.
Mal sehen wie das ausgeht. So wie ich Franz kenne, wird dieser Abend einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Und dann noch:

Eine geniale Idee von Kurt, die ich nicht vorenthalten will.
Er sagte bei seiner Ansprache: "Heute, dem Tag an dem wir das zweite Licht des Kranzes der vier edlen Wahrheiten anzünden .....""
super Idee, so können wir alle Advent mitfeiern.


Mit herzlichem Gruß, Jotoku

Montag, 7. Dezember 2009

Hoonko im Herbst 2009 im EKO-Ji Düsseldorf


Herbstsymposium im Eko – Haus zum Thema:
Shoshinge - Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu


Die Bedeutung des Shoshinge
(Inspiriert vom Referat über das Shoshinge von Prof. Nobuaki Matsuo und dem Buch „Shoshinge, the heart of Shin Buddhism“ von Dr. Alfred Bloom)

Das Shoshinge ist ein Teil des Kyogyoshinsho, dem großen akademischen Werk Shinran Shonins.

Das Kyogyoshinsho ist eine gelehrte Begründung von Shinrans Lehre, hauptsächlich geschrieben für die gebildete buddhistische Elite seiner Zeit. Shinran zitiert darin viele alte überlieferte Texte und kommentiert sie. Er wollte damit das solide buddhistische Fundament und die Ursprünge seiner Lehre in anerkannten buddhistischen Texten beweisen. Um das Kyogyoshinsho wirklich verstehen und würdigen zu können, braucht man ein großes Hintergrundwissen über den Buddhismus.

Shoshinge ist eine poetische Zusammenfassung der Shin – Lehre und ihrer Entwicklung. Shoshinge beschreibt die Anfänge der Reinen Land Lehre in vorgeschichtlicher Zeit, wie sie in den Reinen Land Sutren in der Geschichte des Bodhisattva Dharmakara beschrieben werden. Und ihre Entwicklung von Nagarjuna, dem ersten Patriarchen bis zum siebten Patriarchen, Honen, dem Lehrer Shinrans.
Shinran drückt im Shoshinge seine Dankbarkeit gegenüber dem historischen Buddha Shakyamuni und den sieben Patriarchen aus, die die Lehre vom Reinen Land über die Jahrhunderte bewahrt, entwickelt und weitergegeben haben. Durch diese Überlieferung der Reinen Land Lehre über viele Jahrhunderte hinweg, konnte sie schließlich ihn, Shinran, erreichen und ihm seinen Weg zur Befreiung zeigen.

Schon im frühen Buddhismus in Indien sind Lehren in Versform bekannt. In Sanskrit wurden diese Lehren in Versform Gathas genannt. Auf Japanisch wird Gatha mit Ge übersetzt. Shinran schrieb Gathas (Ge) in chinesischer Form und viele Wasane. Wasane sind bekannte japanische Formen der Dichtung.
Seine Darlegungen in Versform haben viel zur Verbreitung seiner Lehre beigetragen.

Shoshinge ist die Kurzform von Shoshinnembutsuge.
Ins Deutsche übersetzt heißt es: Gedicht, Hymne oder Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu.

Seit der Zeit Rennyo Shonins (1415 – 1495) ist Shoshinge einer der zentralen Texte von Jodo Shinshu. Eine andere Bezeichnung für das Shoshinge im japanischen ist „O-kyo“. Dieser Begriff ist normalerweise reserviert für Sutren und Texte, die direkt vom Buddha stammen. Nur ein als heilig geltender Text wird „O-kyo“ genannt.

Shinran versuchte im Kyogyoshinsho und im Shoshinge deutlich zu machen, dass er mit seiner Auslegung der Reinen Land Lehre nichts Neues geschaffen hat.
Shinran hat sich nie als Begründer oder Schöpfer von etwas Neuem gesehen.
Er verstand sich als Empfänger der alten Lehren und als Übermittler.
In Shinrans Lehre finden sich aber durchaus neue Elemente, Dinge, die nicht von den Patriarchen gelehrt wurden.
Konfuzius sagt, dass ein wahrer Lehrer etwas Neues in der Vergangenheit entdeckt bzw. aus der Vergangenheit etwas Neues hervorbringt. Diese Beschreibung passt gut zu Shinran. Man könnte auch sagen, dass Shinran durch das Studium überlieferter buddhistischer Schriften und durch die Erklärungen seines Lehrers Honen Shonin zu neuen Einsichten gekommen ist. Diese Einsichten hat er an uns weitergegeben.

Shinran hat im Alten etwas Neues für sich entdeckt. Er hat das Alte neu gesehen und gehört. Für uns, die wir im 21. Jahrhundert leben, gehören Shinrans Neuigkeiten zum Alten. Seine Lehre ist inzwischen über 700 Jahre alt. Seine Schriften sind für uns alte Überlieferungen. Unsere Aufgabe heutzutage ist es, Shinrans Beispiel zu folgen, um in seinen Schriften, in seiner Lehre das für uns Neue und für uns Aktuelle zu finden.
Wenn wir dies wirklich tun, dann kann diese alte Lehre umwälzende Folgen für unser heutiges Leben haben.

Diese Aufgabe, das Aktuelle im Alten wahrzunehmen, wird uns durch zeitgenössische Jodo Shinshu Lehrer erleichtert.

Prof. Nobuaki Matsuo ist ein bekannter, anerkannter Jodo Shinshu Lehrer der heutigen Zeit.
Prof. Matsuo hat die Fähigkeit, uns die Lehre auf sehr direkte und gefühlvolle Weise nahe zubringen. Beim Symposium um das Hoonko Fest im Eko - Haus Ende November 2009 hat er über den zweiten Teil des Shoshinge referiert.
Den ersten Teil des Shoshinge hat er uns bei einem Symposium vor einem Jahr nahe gebracht.

Folgende Textstellen aus Prof. Matsuos Referat haben mich persönlich besonders angesprochen und berührt.

Das Erleben des Namu Amida Butsu ist für jeden Menschen anders.
„In diesem Sinne hat sich in der Überlieferung von Shakyamuni über die sieben Patriarchen bis hin zu Shinran der Ausdruck „Wahrhaft vertrauensvolles Herz Amidas“ verändert, aber freilich ist die Sache selbst, die erfahren wurde (das Wahrhaft vertrauensvolle Herz, nämlich das Namu Amida Butsu), ein und dieselbe geblieben, sie wurde nur von dem jeweiligen Patriarchen auf ganz eigene individuelle Weise erfahren. Das „Wahrhaft vertrauensvolle Herz“ des Tathagata Amida wurde in jedem Fall von den verschiedenen Patriarchen auf ihre eigene individuelle Weise erfahren, und darum haben sie es auf die eigene individuelle Weise ausgedrückt und überliefert.“ (S. 3, Abs. 3)

Sich ins donnernde Namu Amida Butsu stürzen.
„Zu mir, dem Fallenden, dringt immer und überall donnernd der absolute Aufruf „Vertraue dich, während du fällst, ganz dem Namu Amida Butsu an!“ Der Oyasama übernimmt die Initiative und ruft „Überlass es mir!“, seine Stimme klingt in mir wider, selbstvergessen nehme ich Zuflucht zum Namu Amida Butsu. Nicht erst nach dem Tod! Jetzt stürze ich mich ins Namu Amida Butsu.“ (S. 14, Abs. 3)

„In das Namu Amida Butsu „einzukehren“, bedeutet sich in die Zufluchtnahme zum Namu Amida Butsu zu stürzen, Leib und Seele ins Namu Amida Butsu hineinzuwerfen.“ (S. 21, Abs. 2)
Seinen Mund ausleihen und das Nembutsu sprechen.
„Wenn man das Vertrauen erlangt hat, bleibt die physische Natur zwar unverändert von den Leidfaktoren bedeckt, aber das Herz weilt immerzu im Reinen Land. Weder sind die Leid verursachenden Faktoren erschöpft, noch ist der Geist an einen entfernten Ort gegangen. Vielmehr heißt es: Da mein Herz vom Namu Amida Butsu durchdrungen wurde, ist es mir bereits jetzt – mit diesem bloß von Leidfaktoren befleckten Herzen – vergönnt, bei Amida und den anderen Wesen im Reinen Land zu leben, ihnen meinen Mund zu leihen und stets das Nembutsu zu sprechen.
Oder anders ausgedrückt: …vergönnt, dass Amida und die anderen Wesen des Reinen Landes in meinem Herzen leben. Sie leihen sich meinen Mund aus und sprechen das Nembutsu.“ (S. 21 unten, S. 22 oben)

Selbst und Außer-Selbst
„Ein Wesen, das die Buddhaweisheit erlangt hat, unterscheidet … nicht mehr zwischen „Selbst“ und „Außer – Selbst“. Deshalb erscheint vor ihm…unmittelbar jene Weisheit, die alle Wesen für sich „selbst“ oder das „eigene Kind“ hält.“ (S. 24 Mitte)

Alle Wesen
„Amidas (wahres) Herz ist, dass er alle fühlenden Wesen retten möchte. Daher möchte er selbstverständlich nicht nur die Wesen retten, die dem Grundgelübde vertrauen, sondern auch jene, die es nicht tun. Gerade deshalb hat er mit dem Namu Amida Butsu eine Medizin geschaffen, die zur Buddhaschaft führt, und richtet sich nun (aufmunternd) nickend an alle fühlenden Wesen mit den Worten „Nimm die Medizin, ich bitte dich darum!“ Aber auch wenn man jemandem eine Medizin vor die Nase hält, kann die Wirkung nicht eintreten, solange er sie nicht nimmt. Man kann dann die Buddhaschaft nicht erlangen. Dies ist eine natürliche Wahrheit, es ist die Wahrheit von Ursache und Wirkung. Nicht einmal der Buddha Amida kann die Wahrheit von Ursache und Wirkung eigenmächtig ändern.“ (S. 31, Abs. 3)

Amida/ Dharmakara folgt mir bis auf den Grund der Hölle.
„Als zeitlich–existentielle Wahrheit können wir eigentlich nur feststellen, dass mein Bodhisattva Dharmakara, solange ich die Buddhaschaft noch nicht erreicht habe, aus diesem Grunde noch nicht die Buddhaschaft erreicht hat. Und wenn ich in diesem Leben das Wahre vertrauensvolle Herz nicht erlange und darum nach dem Tod wie gehabt im Samsara umherirre, dann wird er mir auch bis auf den Grund der Hölle folgen, solange bis ich das Wahrhaft vertrauensvolle Herz besitze (bzw. er es mir geschenkt hat). Von diesem Standpunkt aus betrachtet, folgt der Bodhisattva Dharmakara jedem einzelnen, und für jeden einzelnen gibt es einen Zeitpunkt, wo die karmischen Voraussetzungen reif sind und er das Wahrhaft vertrauensvolle Herz empfängt, d.h. für jeden einzelnen gibt es ein letztes Leben, in dem er schließlich die Buddhaschaft erreicht.“ (S. 33, Abs. 2)

Wir sind harte Brocken.
„Wir sind in unseren falschen Ansichten und unserem Hochmut harte Brocken und das Namu Amida Butsu (Amidas Ruf) dringt nicht leicht in unser Herz. Darum sendet Amida seit zehn Äonen immerzu sein … liebevolles Licht zu uns, er schafft für uns die verschiedensten karmischen Beziehungen, so dass wir den Buddhadharma genau hören können und bringt uns zur Reife. „ (S. 46 unten, S. 47 oben)

Ich muss zustimmen.
„… wenn ich selbst, auf den es hier ankommt, den Namensruf ablehne, kann ich nicht ins Reine Land hingeboren werden.“ (S. 47, Abs. 3)

Bodhisattva Dharmakara hat mich in die Hölle fallen sehen.
„ Der Bodhisattva Dharmakara hat mich in meinem Zustand, in dem ich in die Hölle fallen muss, gesehen, es hat ihn bitterlich gerührt und er hat sich erhoben. Unzählige Jahre ist er den Übungsweg gegangen, und das Ergebnis all seiner Übungen wurde zum Namensruf Namu Amida Butsu. … Im Namensruf Namu Amida Butsu steckt die Essenz aller Verdienste, die der Bodhisattva Dharmakara geschaffen hat. Gerade das Namu Amida Butsu ist nichts anderes als der Tathagata Amida selbst.
Damit der von äußerst schweren Vergehen beladene Mensch Buddha werden kann, muss das Namu Amida Butsu, dieser große Schatz seiner Verdienste, bis zum Herzensgrund des Menschen durchdringen.“ (S. 56, Ab. 3+4)

Vertrauen
Wir werden nicht gerettet, weil wir Vertrauen haben.
Wir sind nicht verloren, weil wir kein Vertrauen haben.
Es geht überhaupt nicht um unser Vertrauen.
Mit dem Wahrhaft vertrauensvollen Herzen ist nicht gemeint, dass unser Herz vertraut. Das Wahrhaft vertrauensvolle Herz ist das Herz Amidas, das er uns schenkt. (Nach S. 64, Abs. 1+2)

Wie erlangt man das vertrauensvolle Herz? Weder so noch anders!
„Aber wie kann man das Wahrhaft vertrauensvolle Herz erlangen? Weder Honen Shonin noch Shinran Shonin haben irgendeine Methode gelehrt, wie man es erlangen kann. Wenn es nur auch nur eine solche Methode gäbe, so könnte man wirklich nicht mehr von einem „Vertrauensvollen Herzen, das von der anderen Kraft zugewendet wird“ sprechen. Darum antwortet Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“ (S. 64, Abs. 3)

Weder so noch anders!
Worte können uns helfen, die Lehre Shinran Shonins zu verstehen.
Mit Worten können wir uns annähern. Wir können versuchen, die Wahrheit mit Worten einzukreisen.
Wenn es aber um das Ziel unseres Weges geht, um das Erreichen der „Stufe des Nicht-Mehr-Rückwärtsschreitens“ bzw. um das Erlangen des „Wahrhaft vertrauensvollen Herzens“, dann versagen alle Worte.
Deshalb ist die Antwort von Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“
Das kann man nicht mehr erklären und wir können es nicht erlangen.
Das Einzige, was wir tun können ist, den Buddha seine Arbeit tun lassen.

Namu Amida Butsu

Ilona Evers