Anjin-Do

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Freitag, 12. Juni 2009

Einfach einmal nur hören!!

Liebe Dharmafreunde,

in den unten eingefügten Video Clips könnt Ihr in die gebräuchlichsten Rezitationen unserer Tradition einmal hineinhören. Das Hören des Dharma ist eine der wesentlichsten Punkte in unserer Tradition. Einfach nur still werden und hören, hilft das Herz zu öffnen und den Ruf von Amida Buddha wahrzunehmen.

Namo Amida Butsu

Euer Chisho

Nembutsu Wasan

Mittwoch, 3. Juni 2009

Warum bin ich Shinbuddhist?




Liebe Dharmafreunde,

im ersten Absatz des Kikyomon heißt es:

Es ist schwer ins menschliche Leben hineingeboren zu werden, doch wir leben es jetzt. Es ist schwer, die Lehren des Gesegneten zu hören, doch jetzt hören wir sie. Sollten wir in diesem Leben nicht die Freiheit erreichen, wie wollen wir frei werden von den Leiden in diesem Ozean von Leben und Tod? Lasst uns ehrfürchtig Zuflucht zu den drei Juwelen nehmen.

Der Buddha lehrte uns das Gesetzt von Ursache und Wirkung und damit verbunden das Gesetz des bedingten Entstehens. Einfach ausgedrückt, kennt jeder den Ausspruch: So etwas kommt von so etwas. Jeder Gedanke in unserem Leben hat seine Ursache in dem Bestreben Glück zu finden und Unglück zu vermeiden. Somit manifestieren sich unsere Gedanken in Worten und Taten und somit rufen unsere Gedanken die Wirkung hervor, dass wir sprechen und handeln. Unser Sprechen und Handeln hat wiederum seine Ursachen und Wirkungen und wir hoffen, dass diese Wirkungen/Ursachen Glück hervorrufen und Unangenehmes vertreiben. Da aufgrund der drei Daseinsmerkmale, Vergänglichkeit – Leidhaftigkeit und Ich-losigkeit - ein solches Ziel kaum zu verwirklichen ist, existieren wir seit undenkbarer Zeit in den unterschiedlichsten Manifestationen. Tod und Geburt wechselten sich ab bis in unser heutiges Leben hinein und gleich der erste Satz im Kikyomon weist daraufhin, das dieses Leben nicht selbstverständlich ist. „Wer bin ich, wo komme ich her und wo gehe ich hin“ sind Fragen, die die Menschheit seit jahrtausenden beschäftigt. Der Buddha gab auf diese Fragen die Antworten, welche uns den Weg aus diesem Dilemma zeigen können. Aber schon im zweiten Satz heißt es, dass es nicht so ohne weiteres möglich ist, die Lehre des Buddhas zu hören oder mit ihr in Kontakt zu kommen. Schon die Tatsache, dass wir uns mit dem Dharma beschäftigen können zeigt, dass es in unseren vorhergehenden Existenzen eine Verbindung zur Lehre gegeben haben muss. Ganz offensichtlich hatte dieser Kontakt aber nicht die Auswirkung auf uns, die der Buddha für uns gewünscht hätte. Der dritte Satz weist hierauf hin! Wir sind der Erleuchtung damals wie heute nicht besonders nahe gekommen. Aber dennoch, es ist schon eine große Besonderheit als menschliches Wesen wiedergeboren zu sein und darüber hinaus noch den Dharma hören zu können. Schon dies alleine ist ein Grund für große Dankbarkeit in unserem Leben. „Woher wir kommen wissen wir nicht – was wir sind, ist nach den Worten des Buddhas, eine Täuschung unseres Geistes – und wohin wir gehen, ist unbekannt und unterliegt den Spekulationen unseres Verstandes. Meister Shinran Shonin betonte, dass es unser Karma ist, welches uns ausmacht und dass unsere Vergangenheiten, Gegenwart und Zukunft davon bestimmt ist. Als menschliche Wesen in der heutigen Zeit fehlt uns einfach die Möglichkeit den Weg der Erleuchtung, wie er vom Buddha beschrieben wurde, zu gehen und aus eigener Kraft die Leidfreiheit zu erreichen. Nur durch ein konsequentes Betrachten unseres Selbst können wir dies erkennen und uns überlegen, welche Möglichkeiten für uns bestehen die Freiheit zu erlangen.
Alle Handlungsweisen die wir in unserem Leben hervorbringen und ausführen beruhen auf der Tatsache, Glück erreichen zu wollen und Unangenehmes vermeiden zu wollen. Die Bedingungen, die wir hierzu vorfinden, werden bestimmt von unserem selbstgeschaffenem Karma und in all dem sind wir mit unserer übergroßen Egoverhaftung gefangen. Selbst in spiritueller Hinsicht glauben wir, durch Eigeninitiative unser Leben und die Befreiung in den Griff zu kriegen. Wir bilden uns ein, dass, wenn wir uns nur genügend anstrengen, wir den Anweisungen Buddhas folgen können und so eine Chance zu haben. Shinran Shonin und die Meister zuvor hatten bereits erkannt, dass es für gewöhnliche Menschen nicht möglich ist, diesen doch schweren Weg, der zu Erleuchtung führt, zu gehen. All unser Denken, Sprechen und Handeln wird von unserem Ego bestimmt und ist somit letztlich völlig unbrauchbar zur Erlangung der Befreiung. Diese Erkenntnis resultierte aus jahrelanger Übung und Praxis, Studium und Verzweiflung. In ihrer Verzweiflung erfuhren die Patriarchen und letztlich auch Shinran Shonin die Güte und das Mitgefühl Amida Buddhas, welcher gerade für die Hoffnungslosen und Verzweifelten seine Gelübde abgelegt hatte. Es waren diese Erkenntnisse von Meister Shinran, die mir den Spiegel der Selbstansicht vor Augen hielten und letztlich auch seine Auslegungen des Buddha-Dharma, die mich tief im Herzen berührten.

Darum verbeuge ich mich in Verbundenheit und Freundschaft vor den Weggefährten der vielen Traditionen unseres gemeinsamen Lehrers Shakyamuni Buddha und verbeuge mich in Dankbarkeit vor Amida Tathagata, weil „ich“ diese Wege nicht gehen kann und das ursprüngliche Gelübde mich deshalb trägt.

Namo Amida Butsu

Chisho