Anjin-Do

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Donnerstag, 17. Dezember 2009


Liebe Dharmafreunde!
Das Jahr des Tigers beschert uns kreative Kraft und frischen Antrieb.

Alle Tigerinnen und Tiger treffen sich am 1.1. um 11 Uhr zu einer Begrüßung des neuen Jahres mit 108 Glockenschlägen im ShinDo.

Wir versöhnen uns mit dem alten Jahr, mit uns und den fühlenden Wesen die diese Welt mit uns teilen; dann geht der Blick nach vorn, durch das Auge des Tigers, hinein ins neue Jahr. Und wenn es nur halb so aufregend wird wie dieses, zu Ende gehende, dann haben wir einiges vor uns.

Bei dieser Gelegenheit wünsche ich euch und euren Familien, schöne Feiertage und ein gesundes neues Jahr.

Mit Verbeugung und gefalteten Händen, Jotoku


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Shinran Shonin's 750th memorial - 2011
Yo no naka annon nare -- Möge Friede und Harmonie die ganze Welt durchdringen
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Buddhistische Begegnungsstätte ShinDo // ShinDo Buddhist Center and shrine room
Rev. Jotoku Thomas Moser

Samstag, 12. Dezember 2009

Jeden Tag neu!


Liebe Dharmafreunde,

im letzten Monat eines jeden Jahres macht sich in der Gesellschaft eine große Geschäftigkeit breit. Alle bereiten sich auf das Weihnachtsfest vor. Man kauft Geschenke für die Lieben zu Hause, für Freunde und Bekannte, überlegt sich das Weihnachtsmenu für die Feiertage und schaut, dass man die wieder vergessenen Winterreifen noch rechtzeitig vor dem ersten Schnee aufgezogen bekommt. In den Medien verheißt man uns die große Glückseligkeit, wenn wir nur die richtigen Produkte kaufen und die Kirchen versuchen verzweifelt, die eigentliche Sinnhaftigkeit der Weihnachtszeit zu vermitteln. Oft ein hoffnungsloses Unterfangen, wie ich finde. Aber sei es drum, am Heiligabend sind die Gotteshäuser auf der ganzen Welt gefüllt bis auf den letzten Platz und selbst jene, die man das ganze Jahr nicht sah, werden auch diesmal wieder mit dabei sein. Sie alle feiern dann die Geburt Jesu und erinnern sich seiner Botschaft und dem daraus resultierendem Erlösungsversprechen. Und wir als Buddhisten, die wir diese Form der Befreiung nicht im Repertoire haben? Im generellen Buddhismus sagen wir, dass unsere Befreiung aus dem Kreislauf von Leben und Tod davon abhängt, ob wir uns ernstlich und mit ganzer Kraft dem Weg der Heiligkeit hingeben können. Es hängt davon ab, ob wir den Anweisungen Buddhas wirklich folgen wollen und ob sich die Bedingungen hierzu sich aus unserem Karma ergeben. Auch wir können dann, wie in der christlichen Religion, in den Bereich der Leidbefreiung eintreten, ob wir es nun Himmel oder Nirvana nennen, soll an dieser Stelle einmal keine Rolle spielen. Tatsache ist, dass in beiden Wegen vom Praktizierenden eine gewisse Anstrengung verlangt wird und man gewisse Voraussetzungen mitbringen muss oder auch schaffen muss, um sein Ziel zu erreichen. Beide Wege betonen hierbei, dass es letztlich Jedem möglich ist in den Himmel zu kommen oder Nirvana zu erreichen. Wenn wir nur keine Menschen wären! Im christlichen Sinne der Sünde verfallen und im Buddhismus der Verblendung.

Nun, ich spreche hier ein wenig aus Erfahrung, denn den ersten Teil meines Lebens verbrachte ich als gläubiger Katholik und den größeren Teil meines Daseins als Schüler des Buddha. Und auf beiden Wegen fand ich mich selber in einer Zwickmühle. Ich wollte ein guter Christ sein und ich wollte auch ein guter Buddhist sein, wenn ich nur nicht so verflixt gefangen wäre in und mit meinen allzu großen Unzulänglichkeiten. Nie konnte ich den Anforderungen der einzelnen Wege genügen und immer fand ich mich in einem Zustand kleiner Verzweiflungen, wenn ich es mal wieder nicht hinbekam und entweder beichten musste oder mein eigenes Versagen mich beständig einholte.

„Komm so wie Du bist“ - waren die Worte, die mich auf den Weg des Nembutsu aufmerksam machten und mich noch bis heute begleiten. Nichts mit bringen zu müssen, nichts erfüllen zu müssen, einfach nur ich sein zu dürfen - auch dies waren Worte des Buddha, die ich bis dahin nicht gehört hatte. Es war, wie ich später lernte, ein Weg des Vertrauens, ein Weg des sich Hingebens und des Loslassens. Ein Weg des Hörens auf den Ruf Buddhas im eigenen Herzen und ein Weg des Staunens über so viel Barmherzigkeit bzw. Mitgefühls. Der Bodhisattva Dharmakara hat so viel Zeit investiert und dadurch so viele Verdienste angesammelt, dass es selbst für mich reichte, durch seine Gelübdekraft ihn als Buddha Amida erfahren zu dürfen. Heute in der Weihnachtszeit wird mir klar, wie sehr sich doch die Wege gleichen und dennoch gibt es für mich einen entscheidenden Unterschied. Täglich macht sich der Bodhisattva Dharmakara für mich auf den Weg, täglich erfüllt er seine Gelübde wieder und täglich wird Amida Buddha nur für mich Bombu geboren, durch seine Gelübdekraft und durch seinen Namenruf in meinem Herzen – Namo Amida Butsu – Namo Amida Butsu!

Meine tägliche Befreiung im Reinen Land - hier und jetzt - jeden Tag neu!

Ich wünsche Euch Allen eine Zeit der Ruhe, des Friedens und der Harmonie miteinander, verbunden mit dem buddhistischen Gedanken

„Mögen alle Wesen glücklich sein“!

in Gassho
Euer
Chisho

Dienstag, 8. Dezember 2009

Nachrichten aus dem ShinDo




Die Bodhistagfeier war ein Highlight.
17 Teilnehmer aus vier Traditionen (siehe Shindo-online) Das mit den Geschenken für den dritten und vorletzten hat die Stimmung enorm aufgelockert. Die Feier selbst, sehr stimmig, am Ende hat Stephan von der Thich Nhat Hanh Gruppe zur Gitarre gesungen -- und wir mit ihm

Bodhitagsfeier 2009 im ShinDo

Begrüßung (Jotoku)
O
Vandana (gemeinsam)


Namo Tassa Bhagavato Arahato Samma Sambuddhassa
Namo Tassa Bhagavato Arahato Samma Sambuddhassa
Namo Tassa Bhagavato Arahato Samma Sambuddhassa
-:-
Ti Sarana – dreifach (gemeinsam)

Buddham Saranam Gachami
Dhammam Saranam Gachami
Sangham Saranam Gachami
-..-
Tutiampi Buddham Saranam Gachami
Tutiampi Dhammam Saranam Gachami
Tutiampi Sangham Saranam Gachami
-..-
Tatiampi Buddham Saranam Gachami
Tatiampi Dhammam Saranam Gachami
Tatiampi Sangham Saranam Gachami
000
stillen Theravada Meditation (Paul- oder Waltraud)
0
Shinshu Rezitation
Juseige – siehe Faltblatt (Jotoku)
OO
Herzsutra in Deutsch (Gakuro)
OO
Gesungene Lobpreisung in der Thich Nhat Hanh Tradition (Stephan)
OO
Gemeinsames Lesen des buddhistischen Bekenntnisses,
während dem Jotoku Weihrauch und Glühstein herumreicht.

Ich darf euch an den Freitag 11. 12. erinnern. Das ist schon in dieser Woche!
Diesmal wird der Dipl. Theologe Franz Sageder zum Thema "Licht und Dunkelheit in den Religionen" sprechen.

Ihr habt Recht, da liegt schon etwas Zweideutiges in der Luft. Je nach eigener Gemütsverfassung wird man wohl an die Bedeutung des Lichts denken, oder an die hellen und dunklen Seiten die es in jeder Religion gibt.
Mal sehen wie das ausgeht. So wie ich Franz kenne, wird dieser Abend einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Und dann noch:

Eine geniale Idee von Kurt, die ich nicht vorenthalten will.
Er sagte bei seiner Ansprache: "Heute, dem Tag an dem wir das zweite Licht des Kranzes der vier edlen Wahrheiten anzünden .....""
super Idee, so können wir alle Advent mitfeiern.


Mit herzlichem Gruß, Jotoku

Montag, 7. Dezember 2009

Hoonko im Herbst 2009 im EKO-Ji Düsseldorf


Herbstsymposium im Eko – Haus zum Thema:
Shoshinge - Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu


Die Bedeutung des Shoshinge
(Inspiriert vom Referat über das Shoshinge von Prof. Nobuaki Matsuo und dem Buch „Shoshinge, the heart of Shin Buddhism“ von Dr. Alfred Bloom)

Das Shoshinge ist ein Teil des Kyogyoshinsho, dem großen akademischen Werk Shinran Shonins.

Das Kyogyoshinsho ist eine gelehrte Begründung von Shinrans Lehre, hauptsächlich geschrieben für die gebildete buddhistische Elite seiner Zeit. Shinran zitiert darin viele alte überlieferte Texte und kommentiert sie. Er wollte damit das solide buddhistische Fundament und die Ursprünge seiner Lehre in anerkannten buddhistischen Texten beweisen. Um das Kyogyoshinsho wirklich verstehen und würdigen zu können, braucht man ein großes Hintergrundwissen über den Buddhismus.

Shoshinge ist eine poetische Zusammenfassung der Shin – Lehre und ihrer Entwicklung. Shoshinge beschreibt die Anfänge der Reinen Land Lehre in vorgeschichtlicher Zeit, wie sie in den Reinen Land Sutren in der Geschichte des Bodhisattva Dharmakara beschrieben werden. Und ihre Entwicklung von Nagarjuna, dem ersten Patriarchen bis zum siebten Patriarchen, Honen, dem Lehrer Shinrans.
Shinran drückt im Shoshinge seine Dankbarkeit gegenüber dem historischen Buddha Shakyamuni und den sieben Patriarchen aus, die die Lehre vom Reinen Land über die Jahrhunderte bewahrt, entwickelt und weitergegeben haben. Durch diese Überlieferung der Reinen Land Lehre über viele Jahrhunderte hinweg, konnte sie schließlich ihn, Shinran, erreichen und ihm seinen Weg zur Befreiung zeigen.

Schon im frühen Buddhismus in Indien sind Lehren in Versform bekannt. In Sanskrit wurden diese Lehren in Versform Gathas genannt. Auf Japanisch wird Gatha mit Ge übersetzt. Shinran schrieb Gathas (Ge) in chinesischer Form und viele Wasane. Wasane sind bekannte japanische Formen der Dichtung.
Seine Darlegungen in Versform haben viel zur Verbreitung seiner Lehre beigetragen.

Shoshinge ist die Kurzform von Shoshinnembutsuge.
Ins Deutsche übersetzt heißt es: Gedicht, Hymne oder Verse über das wahre Vertrauen in das Nembutsu.

Seit der Zeit Rennyo Shonins (1415 – 1495) ist Shoshinge einer der zentralen Texte von Jodo Shinshu. Eine andere Bezeichnung für das Shoshinge im japanischen ist „O-kyo“. Dieser Begriff ist normalerweise reserviert für Sutren und Texte, die direkt vom Buddha stammen. Nur ein als heilig geltender Text wird „O-kyo“ genannt.

Shinran versuchte im Kyogyoshinsho und im Shoshinge deutlich zu machen, dass er mit seiner Auslegung der Reinen Land Lehre nichts Neues geschaffen hat.
Shinran hat sich nie als Begründer oder Schöpfer von etwas Neuem gesehen.
Er verstand sich als Empfänger der alten Lehren und als Übermittler.
In Shinrans Lehre finden sich aber durchaus neue Elemente, Dinge, die nicht von den Patriarchen gelehrt wurden.
Konfuzius sagt, dass ein wahrer Lehrer etwas Neues in der Vergangenheit entdeckt bzw. aus der Vergangenheit etwas Neues hervorbringt. Diese Beschreibung passt gut zu Shinran. Man könnte auch sagen, dass Shinran durch das Studium überlieferter buddhistischer Schriften und durch die Erklärungen seines Lehrers Honen Shonin zu neuen Einsichten gekommen ist. Diese Einsichten hat er an uns weitergegeben.

Shinran hat im Alten etwas Neues für sich entdeckt. Er hat das Alte neu gesehen und gehört. Für uns, die wir im 21. Jahrhundert leben, gehören Shinrans Neuigkeiten zum Alten. Seine Lehre ist inzwischen über 700 Jahre alt. Seine Schriften sind für uns alte Überlieferungen. Unsere Aufgabe heutzutage ist es, Shinrans Beispiel zu folgen, um in seinen Schriften, in seiner Lehre das für uns Neue und für uns Aktuelle zu finden.
Wenn wir dies wirklich tun, dann kann diese alte Lehre umwälzende Folgen für unser heutiges Leben haben.

Diese Aufgabe, das Aktuelle im Alten wahrzunehmen, wird uns durch zeitgenössische Jodo Shinshu Lehrer erleichtert.

Prof. Nobuaki Matsuo ist ein bekannter, anerkannter Jodo Shinshu Lehrer der heutigen Zeit.
Prof. Matsuo hat die Fähigkeit, uns die Lehre auf sehr direkte und gefühlvolle Weise nahe zubringen. Beim Symposium um das Hoonko Fest im Eko - Haus Ende November 2009 hat er über den zweiten Teil des Shoshinge referiert.
Den ersten Teil des Shoshinge hat er uns bei einem Symposium vor einem Jahr nahe gebracht.

Folgende Textstellen aus Prof. Matsuos Referat haben mich persönlich besonders angesprochen und berührt.

Das Erleben des Namu Amida Butsu ist für jeden Menschen anders.
„In diesem Sinne hat sich in der Überlieferung von Shakyamuni über die sieben Patriarchen bis hin zu Shinran der Ausdruck „Wahrhaft vertrauensvolles Herz Amidas“ verändert, aber freilich ist die Sache selbst, die erfahren wurde (das Wahrhaft vertrauensvolle Herz, nämlich das Namu Amida Butsu), ein und dieselbe geblieben, sie wurde nur von dem jeweiligen Patriarchen auf ganz eigene individuelle Weise erfahren. Das „Wahrhaft vertrauensvolle Herz“ des Tathagata Amida wurde in jedem Fall von den verschiedenen Patriarchen auf ihre eigene individuelle Weise erfahren, und darum haben sie es auf die eigene individuelle Weise ausgedrückt und überliefert.“ (S. 3, Abs. 3)

Sich ins donnernde Namu Amida Butsu stürzen.
„Zu mir, dem Fallenden, dringt immer und überall donnernd der absolute Aufruf „Vertraue dich, während du fällst, ganz dem Namu Amida Butsu an!“ Der Oyasama übernimmt die Initiative und ruft „Überlass es mir!“, seine Stimme klingt in mir wider, selbstvergessen nehme ich Zuflucht zum Namu Amida Butsu. Nicht erst nach dem Tod! Jetzt stürze ich mich ins Namu Amida Butsu.“ (S. 14, Abs. 3)

„In das Namu Amida Butsu „einzukehren“, bedeutet sich in die Zufluchtnahme zum Namu Amida Butsu zu stürzen, Leib und Seele ins Namu Amida Butsu hineinzuwerfen.“ (S. 21, Abs. 2)
Seinen Mund ausleihen und das Nembutsu sprechen.
„Wenn man das Vertrauen erlangt hat, bleibt die physische Natur zwar unverändert von den Leidfaktoren bedeckt, aber das Herz weilt immerzu im Reinen Land. Weder sind die Leid verursachenden Faktoren erschöpft, noch ist der Geist an einen entfernten Ort gegangen. Vielmehr heißt es: Da mein Herz vom Namu Amida Butsu durchdrungen wurde, ist es mir bereits jetzt – mit diesem bloß von Leidfaktoren befleckten Herzen – vergönnt, bei Amida und den anderen Wesen im Reinen Land zu leben, ihnen meinen Mund zu leihen und stets das Nembutsu zu sprechen.
Oder anders ausgedrückt: …vergönnt, dass Amida und die anderen Wesen des Reinen Landes in meinem Herzen leben. Sie leihen sich meinen Mund aus und sprechen das Nembutsu.“ (S. 21 unten, S. 22 oben)

Selbst und Außer-Selbst
„Ein Wesen, das die Buddhaweisheit erlangt hat, unterscheidet … nicht mehr zwischen „Selbst“ und „Außer – Selbst“. Deshalb erscheint vor ihm…unmittelbar jene Weisheit, die alle Wesen für sich „selbst“ oder das „eigene Kind“ hält.“ (S. 24 Mitte)

Alle Wesen
„Amidas (wahres) Herz ist, dass er alle fühlenden Wesen retten möchte. Daher möchte er selbstverständlich nicht nur die Wesen retten, die dem Grundgelübde vertrauen, sondern auch jene, die es nicht tun. Gerade deshalb hat er mit dem Namu Amida Butsu eine Medizin geschaffen, die zur Buddhaschaft führt, und richtet sich nun (aufmunternd) nickend an alle fühlenden Wesen mit den Worten „Nimm die Medizin, ich bitte dich darum!“ Aber auch wenn man jemandem eine Medizin vor die Nase hält, kann die Wirkung nicht eintreten, solange er sie nicht nimmt. Man kann dann die Buddhaschaft nicht erlangen. Dies ist eine natürliche Wahrheit, es ist die Wahrheit von Ursache und Wirkung. Nicht einmal der Buddha Amida kann die Wahrheit von Ursache und Wirkung eigenmächtig ändern.“ (S. 31, Abs. 3)

Amida/ Dharmakara folgt mir bis auf den Grund der Hölle.
„Als zeitlich–existentielle Wahrheit können wir eigentlich nur feststellen, dass mein Bodhisattva Dharmakara, solange ich die Buddhaschaft noch nicht erreicht habe, aus diesem Grunde noch nicht die Buddhaschaft erreicht hat. Und wenn ich in diesem Leben das Wahre vertrauensvolle Herz nicht erlange und darum nach dem Tod wie gehabt im Samsara umherirre, dann wird er mir auch bis auf den Grund der Hölle folgen, solange bis ich das Wahrhaft vertrauensvolle Herz besitze (bzw. er es mir geschenkt hat). Von diesem Standpunkt aus betrachtet, folgt der Bodhisattva Dharmakara jedem einzelnen, und für jeden einzelnen gibt es einen Zeitpunkt, wo die karmischen Voraussetzungen reif sind und er das Wahrhaft vertrauensvolle Herz empfängt, d.h. für jeden einzelnen gibt es ein letztes Leben, in dem er schließlich die Buddhaschaft erreicht.“ (S. 33, Abs. 2)

Wir sind harte Brocken.
„Wir sind in unseren falschen Ansichten und unserem Hochmut harte Brocken und das Namu Amida Butsu (Amidas Ruf) dringt nicht leicht in unser Herz. Darum sendet Amida seit zehn Äonen immerzu sein … liebevolles Licht zu uns, er schafft für uns die verschiedensten karmischen Beziehungen, so dass wir den Buddhadharma genau hören können und bringt uns zur Reife. „ (S. 46 unten, S. 47 oben)

Ich muss zustimmen.
„… wenn ich selbst, auf den es hier ankommt, den Namensruf ablehne, kann ich nicht ins Reine Land hingeboren werden.“ (S. 47, Abs. 3)

Bodhisattva Dharmakara hat mich in die Hölle fallen sehen.
„ Der Bodhisattva Dharmakara hat mich in meinem Zustand, in dem ich in die Hölle fallen muss, gesehen, es hat ihn bitterlich gerührt und er hat sich erhoben. Unzählige Jahre ist er den Übungsweg gegangen, und das Ergebnis all seiner Übungen wurde zum Namensruf Namu Amida Butsu. … Im Namensruf Namu Amida Butsu steckt die Essenz aller Verdienste, die der Bodhisattva Dharmakara geschaffen hat. Gerade das Namu Amida Butsu ist nichts anderes als der Tathagata Amida selbst.
Damit der von äußerst schweren Vergehen beladene Mensch Buddha werden kann, muss das Namu Amida Butsu, dieser große Schatz seiner Verdienste, bis zum Herzensgrund des Menschen durchdringen.“ (S. 56, Ab. 3+4)

Vertrauen
Wir werden nicht gerettet, weil wir Vertrauen haben.
Wir sind nicht verloren, weil wir kein Vertrauen haben.
Es geht überhaupt nicht um unser Vertrauen.
Mit dem Wahrhaft vertrauensvollen Herzen ist nicht gemeint, dass unser Herz vertraut. Das Wahrhaft vertrauensvolle Herz ist das Herz Amidas, das er uns schenkt. (Nach S. 64, Abs. 1+2)

Wie erlangt man das vertrauensvolle Herz? Weder so noch anders!
„Aber wie kann man das Wahrhaft vertrauensvolle Herz erlangen? Weder Honen Shonin noch Shinran Shonin haben irgendeine Methode gelehrt, wie man es erlangen kann. Wenn es nur auch nur eine solche Methode gäbe, so könnte man wirklich nicht mehr von einem „Vertrauensvollen Herzen, das von der anderen Kraft zugewendet wird“ sprechen. Darum antwortet Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“ (S. 64, Abs. 3)

Weder so noch anders!
Worte können uns helfen, die Lehre Shinran Shonins zu verstehen.
Mit Worten können wir uns annähern. Wir können versuchen, die Wahrheit mit Worten einzukreisen.
Wenn es aber um das Ziel unseres Weges geht, um das Erreichen der „Stufe des Nicht-Mehr-Rückwärtsschreitens“ bzw. um das Erlangen des „Wahrhaft vertrauensvollen Herzens“, dann versagen alle Worte.
Deshalb ist die Antwort von Rennyo Shonin auf die Frage „Wie macht man das?“ immer: „Weder so noch anders.“
Das kann man nicht mehr erklären und wir können es nicht erlangen.
Das Einzige, was wir tun können ist, den Buddha seine Arbeit tun lassen.

Namu Amida Butsu

Ilona Evers

Mittwoch, 18. November 2009

Ein wahrer Lehrer



(von Prof. Rev. Toshikazu Arai)

Ich beschloss auf die ernste Kritik von Rev. Cirlea gegen Prof. Taitetsu Unno und Prof. Takamaro Shigaraki zu antworten, nicht weil ich Ihnen verbunden bin, sondern weil ich sie als wahre Gelehrte und ernsthafte Nembutsu Praktizierende respektiere. Ich traf sie zu unterschiedlichen Zeiten in meinem Leben. Ich traf Dr. Unno 1975 und hörte seine Vorlesungen für ein Semester in diesem Jahr und danach noch einmal im Sommer 1980. Als Student der Ryukoku Universität gehörte ich von 1982 bis 89 zu Prof. Shigarakis Shinshu Seminar. Ich habe Dr. Unno seit Jahren nicht gesehen und traf Prof. Shigaraki vielleicht einmal im Jahr.

Sie sind beide sehr unterschiedliche Personen, haben aber eine Sache gemeinsam. Beide diskutieren ihr Verständnis und Interpretationen der Lehre mit ihren Studenten, aber drängen ihren Zuhörern niemals ihre Ideen und Gedanken auf. Sie behaupten nie, dass ihre Interpretationen wahr und andere Interpretationen falsch wären. Einmal fühlte ich mich so frei und unbeschränkt, seine Interpretation vor ihm in der Klasse zu kritisieren und er lächelte einfach und antwortete auf meine Kritik, wofür ich ihn sehr respektiere.

Als Nembutsu Praktizierende übermitteln sie uns großzügig ihr Verständnis der Lehre, sagten aber nie, dass wir ihre Worte akzeptieren müssen. In Japan ist es nicht ungewöhnlich, dass Shinshu Anhänger sich emotional an ihre Lehrer binden und den Worten des Lehrers ohne Nachzudenken glauben. Dr. Unno lehnte es ab, dass die Leute eine solche emotionale Abhängigkeit zu ihm entwickelten. Im Frühling 1975 startete er eine öffentliche Vorlesereihe am Buddhistischen Studien Zenter, welches in diesen Tagen noch recht klein war. Dann zog es aber immer mehr Menschen an, so dass die Honpa Hongwanji Mission von Hawaii die Vorlesung in eine viel größere Halle des Hawaii Betsuin verlegen musste. Nach einer gewissen Zeit beschloss er die Vorlesungen zu beenden, mit der Begründung, dass eine Vorsetzung zu einem Personenkult führen könnte. So lehrte er uns, dass die wahre Essenz des Buddha Dharma jene ist, jeden einzelnen Zuhörer zu einer wirklich unabhängigen Person werden zu lassen.

Im letzten Teil des Tannisho, Kapitel 2, wird Shinran wie folgt zitiert:
„Letztlich betrachtet ist es wie ich, Törichter, mich dem Nembutsu anvertraue.
Wenn ihr es hört, liegt es bei jedem Einzelnen, ob ihr das Nembutsu in euer Herz aufnehmt oder es aufgebt.“ (übersetzt von Arai) Nachdem er sein Verständnis von der Nembutsu Lehre erklärt hatte, sagte Shinran, „Das ist mein Verständnis. Jetzt könnt ihr darüber nachdenken und individuell entscheiden, ob ihr es annehmen wollt oder nicht.“ Das ist das Beispiel von einem wahren Lehrer.

Weiterhin, im Tannisho, Kapitel 6, wird Shinran zitiert:
„Ich hörte, dass einige Praktizierende des Nembutsu darüber streiten „meine Schüler“ und „des anderen Schüler“. Das aber steht völlig außer Frage. Dieser Shinran hat nicht einen einzigen Schüler.“ Diese Aussage zeigt ebenso, dass er seine Anhänger als Mitreisende ins Reine Land („on-dogyo“) und als gleichwertig betrachtete.

Wahre Lehrer finden Gefallen daran, ihr Verständnis von der Lehre mit ihren Zuhörern zu teilen und stellen keine Forderungen an sie. Sie respektieren jeden Zuhörer als gleichwertigen Partner auf der Reise ins Reine Land.
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(Vielen Dank Rev. Arai Sensei für Ihre Freundschaft und Unterstützung)
in Gassho Chisho Frank

Sonntag, 15. November 2009

Dialogkreis im Shindo

Liebe Dharmafreunde!

Ich habe die Freude euch an das nächste Treffen des Dialogkreises zu erinnern.
Freitag 20. 11. umd 19:00 im ShinDo
Der Referent und Leiter des Abends wird Mag. Gakuro Kurt Krammer sein.
Das Thema: "Das Beste für dich, das Beste für mich," scheint einiges zu versprechen.
Ihr könnt natürlich auch jemanden mitbringen, der an diesem Kreis interssiert ist.
Ich freue mich und werde genügend Tee vorbereiten.

Mit herzlichem Gruß, Thomas

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Shinran Shonin's 750th memorial - 2011
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Buddhistische Begegnungsstätte ShinDo // ShinDo Buddhist Center and shrine room
Rev. Jotoku Thomas Moser

Dienstag, 10. November 2009

Gedankensplitter

„ morgens namuamidabutsu“
„ abends namuamidabutsu“
„ und Morgen? - Einfach namuamidabutsu!“
„und am Ende? - Was soll sein? - Einfach namuamidabutsu, mehr braucht es nicht!“
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Tag für Tag eile ich meinem Ende entgegen, Tag für Tag hoffe ich auf einen nächsten Tag und versuche der Fata Morgana nachzujagen. Ich greife ins Nichts, ohne daraus zu lernen.
Am Ende werde ich da stehen und nichts in Händen halten und ein nächster Tag wird nicht folgen. Ohne Amidas Gelübde Kraft, wie hoffungslos wäre ich dann wohl?
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„Im Versuch das Heilsame zu tun, erkenne ich meine Unzulänglichkeit, dankbar lege ich die Hände in Gassho zusammen, spreche das Nembutsu und versuche es weiter.“
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Und doch, bin ich nicht gut?
Was habe ich nicht alles schon gelesen und studiert?
Kenne die Grundlagen, diskutiere die Schriften,
argumentiere, diskutiere und lamentiere. Bin ich nicht gut?
Am Abend, wenn ich dann müde bin, bleibt dann doch die eine Frage, was nützte es mir, was hat es mir gebracht?
Egobestätigung und sonst nichts, einfach gar nichts!
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Das Verlassen auf Dein Wissen und Deine klugen Gedanken bringt Dich nirgendwo hin. Die Sicherheit der Geburt kommt durch des Tathagatas Mitgefühl.
(Rev. Inagaki Sensei)

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Was ist Shinjin?
Ich weiß es nicht!
Oyasama macht alles!
Oyasama macht alles!
(by Rev. Inagaki Sensei)

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Ein Bombu weiß nichts,
kann nichts tun, außer in der Hölle zu landen.
Einen solchen rettet Amida!
(by Rev. Inagaki Sensei)


Namo Amida Butsu

Mittwoch, 4. November 2009

Die einzigartige Tradition des Shonin

Gobunsho

Shonin Ichiryusho - Die einzigartige Tradition des Shonin
nach einer Übersetzung von A.Lohbeck

Nach dem, was der heilige Shinran uns gezeigt und gelehrt hat, gründet alles im wahrhaften Vertrauen (Shinjin). Denn der Buddha Amida macht durch Seine unbegreifliche Gelübdtekraft die Geburt derjenigen im Reinen land gewiss, die alle anderen Übungen (Zogyo) aufgeben und gesammelten Herzens (isshin) bei Ihm Zuflucht nehmen.
Dieser Zustand (der Gewissheit) wird als "das Eingehen in das Stadium der Rechten Zusicherung beim ersten Anschein des Vertrauens" bezeichnet.Die darauf folgenden Nembutsu-Rezitationen sollen als Nembutsu der Dankbarkeit begriffen werden - für die Güte des Tathagata, der unsere Hingeburt ins Reine Land begründet und gesichert hat.

Hochachtungsvoll

Gobunsho

Sonntag, 18. Oktober 2009

Hymnen vom wahren Vertrauen



Hymnen vom wahren Vertrauen von Rev. Zuiken Saizo Inagaki
(Übersetzung von G.Kell) S. 15, 16

Erfreue ich mich nur des Dharmas?
Der Dharma überflutet mein Herz.
Verbreite ich den Dharma in der Welt?
Der Dharma erfüllt bereits das ganze Universum.
Ich freue mich,
an seiner unmittelbaren Ausstrahlungskraft teilzunehmen.

Es entspricht dem Gesetz des Buddha, unseren Eigendünkel aufzugeben;
Es entspricht dem Gesetz des Buddha,
am unendlichen Wirken des großen Erbarmens teilzuhaben.
Das Werk des großen Mitleids besteht aus NAMU AMIDA BUTSU;
Es ist Amidas Ruf, es ist sein Gelübde.
Ich folge seinem Ruf und freue mich, mit ihm stets tätig zu sein.
NAMU AMIDA BUTSU

Wie eine Zwiebel bestehe ich aus nichts weiter
als aus Hautschichten ohne einen Kern darin.
Ich habe mein ganzes Leben lang darum gekämpft,
diesen Kern, mein wahres Selbst, zu finden.
Habe ich irgendetwas entdeckt?
Amida hat mich bis zur letzten Hautschicht entblößt.
Wo bin ich?
Ein Frühlingslüftchen weht sanft über das grüne Feld.

Ich bin dazu bestimmt, zu sterben;
Eines Tages wird der Tod an mich herantreten.
Amida ist mein Vater und meine Mutter;
Er wacht über mich, beschützt mich und wartet auf mich.

Wie in der Morgensonne
ein Tautropfen auf dem Grashalm schnell vergeht,
So wird auch mein Leben sehr bald beendet sein.
Dann wird mich die Glückseligkeit der Unendlichkeit umgeben,
in Amidas Land, das meine wahre Heimat ist.
NAMU AMIDA BUTSU

Freitag, 9. Oktober 2009

Heimgang von Rev. Shitoku Adriaan Peel ins Reine Land



Liebe Weggefährten,

am Sonntag den 20. September 2009 tauschte Rev. Shitoku Peel seine vorübergehende Heimat in dieser Welt, mit der beständigen Heimat Amidas im Reinen Land.
Dank der Pionierarbeit von Rev. Shitoku konnte sich der Buddhadharma in Belgien und Europa verbreiten und so wurde er auch der Begründer des Jikoji-Tempels in Antwerpen -Berchem vor mehr als dreißig Jahren. Dank seines unermüdlichen Schaffens ist der Jikoji-Tempel heute einer der Shinshu Zentren in Europa und findet Dank der dort etablierten Sangha unter der Leitung von Rev. Daisho F. Martens internationale Anerkennung. Einige der deutschen Mitglieder unserer Sangha haben im Jikoji-Tempel ihre Kikyoshiki verliehen bekommen, was uns besonders freut und mit der belgischen Sangha in Freundsschaft verbindet. Wir sagen Danke und auf Wiedersehen Shaku Shitoku, denn wo Du heute bist, werden wir uns irgendwann einmal in Freude wieder sehen.

Dem Jikoji Tempel und seiner Sangha wollen wir auch von Herzen danken. Denn sie sind wie die Etappenläufer, die die Fackel des Dharma für Rev. Shitoku nun weitertragen und das schon seit vielen Jahre erfolgreich in seinem Sinne tun.

Namo Amida Butsu

in gassho

Shaku Chisho

im Namen der deutschen Sangha

Dienstag, 6. Oktober 2009

Shōshin-Nembutsu-ge

Liebe Dharmafreunde,

das Shōshin-Nembutsu-ge enthält die Essenz der Jodo Shinshu Lehre und wird auf der ganzen Welt in unzähligen Tempeln und Haushalten rezitiert. Shinran Shonin schenkte uns diese Hymne, damit wir uns der Lehre von Amidas Güte stets erinnern und wir in Dankbarkeit und Freude den Weg des Nembutsu unbeirrt weiter gehen. Mögen Shinrans Zeilen uns in unserem Alltag begleiten und uns alle in Harmonie verbinden.
(Chisho)






正信念仏偈
Shōshin-Nembutsu-ge

Übersetzung von Jochi Marc Nottelmann

帰 命 無 量 寿 如 来 
KI MYŌ MU RYŌ JU NYO RA-I
1. Zuflucht zum Tathāgata des Unermesslichen Lebens!

南 無 不 可 思 議 光 
NA MO FU KA SHI GI KŌ
Namo, Buddha des unergründlichen Lichts!

法 蔵 菩 薩 因 位 時
HŌ ZŌ BŌ SATSU IN NI JI
Als der Bodhisattva Dharmākara [noch] auf der Stufe [der Erzeugung] der Ursachen [für das Reine Land] stand,

在 世 自 在 王 仏 所
ZAI SE JI ZAI Ō BUS SHŌ
weilte er beim Buddha Lokes’vararāja.

覩 見 諸 仏 浄 土 因 
TO KEN SHO BUTSU JŌ DO IN
2. Er beobachtete die Ursachen aller reinen Buddhaländer,

国 土 人 天 之 善 悪 
KOKU DO NIN DEN SHI ZEM MAKU
die guten und schlechten [Seiten dieser] Länder, [ihrer] Menschen und Götter.

建 立 無 上 殊 勝 願 
KON RYU MU JŌ SHU SHŌ GAN
Er entwickelte unübertreffliche, ausgezeichnete Wunsch[Vorsätze]

超 発 希 有 大 弘 誓
CHŌ HOTSU KE –U DAI GU ZEI
und brachte das seltene, große, allumfassende Gelübde hervor.


五 劫 思 惟 之 摂 受 
GO KŌ SHI YUI SHI SHŌ JU
3. [Das Gelübde], das er nach fünf Kalpas des Nachsinnens aufstellte,

重 誓 名 声 聞 十 方 
JŪ SEI MYŌ SHŌ MON JIP-PŌ
bekräftigte er: Der Ruf [meines] Namens sei gehört in den Zehn Richtungen!

普 放 無 量 無 辺 光 
FU HŌ MU RYŌ MU HEN KŌ
Überallhin strahle das Unermessliche und das Unbegrenzte Licht,

無 碍 無 対 光 炎 王
MU GE MU TAI KŌ EN NŌ
das Unaufhaltbare, das Unvergleichliche Licht und das Licht „Königs der Lichtflammen“

清 浄 歓 喜 智 慧 光 
SHŌ JŌ KAN GI CHI E KŌ
4. das Reinigende, das Freudvolle Licht, das Licht der Weisheit,

不 断 難 思 無 称 光 
FU DAN NAN JI MU SHŌ KŌ
das Unvergängliche, das Unergründliche, das Nicht zu preisende Licht,

超 日 月 光 照 塵 刹 
CHŌ NICHI GAK–KŌ SHŌ JIN SETSU
das Licht, das Sonne und Mond übertrifft: Mögen es die Länder, zahllos wie Staubkörner, erhellen

一 切 群 生 蒙 光 照
IS-SAI GUN JŌ MU KŌ SHŌ
und mögen alle Wesen seinen Lichtglanz erhalten.



本 願 名 号 正 定 業 
HON GAN MYŌ GŌ SHŌ JŌ GŌ
5. Der Namensruf, [der aufgrund dieses] Grundgelübdes [entstanden ist], ist die Tat, die [die Hingeburt] wahrhaft sichert.

至 心 信 楽 願 為 因 
SHI SHIN SHIN GYŌ GAN NI IN
Das Gelübde vom freudvollen Vertrauens aus wahrem Herzen (18. Gelübde) ist die Ursache [der Hingeburt],

成 等 覚 証 大 涅 槃 
JŌ TŌ GAKU SHŌ DAI NE HAN
Das Erreichen des [Buddha]gleichen Erwachens und die Verwirklichung des Parinirvanas

必 至 滅 度 願 成 就
HIS-SHI METSU DO GAN JŌ JU
ist die Erfüllung des Gelübdes vom sicheren Erreichen des Erlöschens (11. Gelübde).

如 来 所 以 興 出 世 
NYO RAI SHO –I KŌ SHUS-SE
6.Der Grund, warum die Tathāgatas in der Welt erscheinen,

唯 説 弥 陀 本 願 海 
YUI SETSU MI DA HON GAN KAI
ist einzig, um das Meer von Amidas Grundgelübde zu verkünden.

五 濁 悪 時 群 生 海 
GO JOKU AKU JI GUN JŌ KAI
Das Meer der Wesen [unserer] schlechten, von den fünf Trübungen [betroffenen] Zeit

応 信 如 来 如 実 言
Ō SHIN NYO RAI NYO JITSU GON
sollte den wahren Worten des Tathāgata [Shākyamuni] vertrauen.



能 発 一 念 喜 愛 心 
NŌ HOTSU ICHI NEN KI AI SHIN
7. Entsteht für einen Augenblick die Geisteshaltung der Freude und Anhaftung [ans Grundgelübde],

不 断 煩 悩 得 涅 槃 
FU DAN BON NŌ TOKU NE HAN
so wird man, ohne dass die Leidfaktoren überwunden sind, Nirwana erlangen.

凡 聖 逆 謗 斉 廻 入 
BON JŌ GYAKU HŌ SAI E NYŪ
Gewöhnliche Menschen und Heilige, [sogar] jene, die die [fünf] Abscheulichkeiten [begangen oder den Dharma] verleugnet haben, kehren gleichermaßen ins [Reine Land] ein,

如 衆 水 入 海 一 味
NYO SHU SHĪ NYŪ KAI ICHI MI
so wie verschiedene Gewässer ins Meer eingehen und eins im Geschmack werden.

摂 取 心 光 常 照 護 
SES-SHU SHIN KŌ JŌ SHŌ GO
8. Das geistige Licht [des Buddha], das [die Wesen] erfasst, leuchtet und bewahrt immerzu.

已能 雖 破 無 明 闇 
I NŌ SUI HA MU MYŌ AN
[Jedoch,] auch wenn das Dunkel der Unerleuchtetheit schon vertrieben ist,

貪 愛 瞋 憎 之 雲 霧 
TON AI SHIN ZŌ SHI UM MU
so bedecken die Wolken und Nebel von Gier und Hass

常 覆 真 実 信 心 天
JŌ -FU SHIN JITSU SHIN JIN TEN
stets den Himmel des wahrhaft vertrauenden Herzens.

譬 如 日 光 覆 雲 霧 
HI NYO NIK KŌ FU UM MU
9. [Aber] es ist, wie wenn das Licht der Sonne von Wolken und Nebeln verhüllt ist:

雲 霧 之 下 明 無 闇 
UM MU SHI GE MYŌ MU AN
Dann ist es unter den Wolken und Nebeln hell und nicht dunkel.

獲 信 見 敬 大 慶 喜 
GYAKU SHIN KEN KYŌ DAI KYŌ KI
Wer das Vertrauen erlangt, achtungsvoll [auf]blickt und große Freude empfindet,

即 横 超 截 五 悪 趣
SOKU Ō CHŌ ZETSU GO AKU SHU
der überschreitet quergestellt die fünf schlechten Wanderungen.

一 切 善 悪 凡 夫 人 
IS-SAI ZEM MAKU BOM BU NIN
10.Von allen gewöhnlichen Menschen, ob gut oder böse,

聞 信 如 来 弘 誓 願 
MON SHIN NYO RAI GU ZEI GAN
die das Universal-Gelübde des Buddha hören und darauf vertrauen


仏 言 広 大 勝 解 者 
BUTSU GON KŌ DAI SHŌ GE SHA
spricht Buddha als Personen von weitem und vortrefflichen Verständnis.

是 人 名 分 陀 利 華
ZE NIN MYŌ FUN DA RI KE
Solche Menschen bezeichnet er als weiße Lotusblume.



弥 陀 仏 本 願 念 仏 
MI DA BUTSU HON GAN NEM BUTSU
11.Das Nembutsu, das aus dem Grundgelübde Buddha Amidas [stammt]

邪 見 憍 慢 悪 衆 生 
JA KEN KYŌ MAN NAKU SHU JŌ
können schlechte Wesen [wie wir], die voll von verkehrten Ansichten und Hochmut sind

信 楽 受 持 甚 以 難 
SHIN GYŌ JU JI JIN NI NAN
nur äußerst schwer mit freudigem Vertrauen annehmen.

難 中 之 難 無 過 斯
NAN CHŪ SHIN NAN MU KA SHI
Es ist von allem das Schwerste, nichts ist schwieriger.

印 度 西 天 之 論 家 
IN DO SAI TEN SHI RON GE
12. Die Verfasser von Abhandlungen aus dem westlichen Reich Indien,

中 夏 日 域 之 高 僧 
CHŪ KA JI CHI I KI SHI KŌ SŌ
die Hohen Mönche aus dem Reich der Mitte und dem Land des Sonnenaufgangs

顕 大 聖 興 世 正 意 
KEN DAI SHŌ KŌ SE SHŌ I
entdeckten die wahre Bedeutung, für die der Große Weise (Shākyamuni) in der Welt erschien.

明 如 来 本 誓 応 機
MYŌ NYO RAI HON ZEI Ō KI
Sie machten klar, dass das Grundgelübde des Tathāgata den Wesen angepasst ist.


釈 迦 如 来 楞 伽 山 
SHA KA NYO RAI RYŌ GA SEN
13.Als der Tathāgata Shâkyamuni auf dem Berg Lanka weilte

為 衆 告 命 南 天 竺 
I SHU GŌ MYŌ NAN TEN JIKU
verkündete er der Menge: „Im südlichen Indien

龍 樹 大 士 出 於 世 
RYŪ JU DA I –JI SHU –TO SE
wird der Mahāsattva Nāgārjuna auf der Welt erscheinen,

悉 能 摧 破 有 無 見
SHITSU NŌ ZAI HA U MU KEN
Er wird die [falschen] Ansichten von Sein und Nichtsein vollkommen zerstören

宣 説 大 乗 無 上 法 
SEN ZETSU DAI JŌ MU JŌ HŌ
14. und den unübertrefflichen Dharma des Großen Fahrzeugs verkünden.

証 歓 喜 地 生 安 楽 
SHŌ KAN GI JI SHŌ AN RAKU
[Schließlich] wird er die [Bodhisattvastufe] des Entzückens verwirklichen und im [Land des] Friedens und der Freude wiedergeboren werden.“

顕 示 難 行 陸 路 苦 
KEN JI NAN GYŌ ROKU RO KU
[Der Bodhisattva Nāgārjuna] verglich die schwere Übung mit den Mühen einer Reise über Land,

信 楽 易 行 水 道 楽
SHIN GYŌ I GYŌ SHĪ DŌ RAKU
die leichte Übung des freudvollen Vertrauens aber mit einer angenehmen Schiffsreise.


憶 念 弥 陀 仏 本 願 
OKU NEN MI DA BUTSU HON GAN
15. Wer an sich das Grundgelübde des Buddha Amidas erinnert

自 然 即 時 入 必 定 
JI NEN SOKU JI NYŪ HITSU JŌ
erreicht von selbst und augenblicklich, die [Stufe] in der ihm [die Hingeburt] sicher ist.

唯 能 常 称 如 来 号 
YUI NŌ JŌ SHŌ NYO RAI GŌ
Darum sollte man immer nur den Namen des Tathāgata anrufen


応 報 大 悲 弘 誓 恩
Ō HŌ DA I HI GU ZEI ON
und so die Güte des großen mitfühlenden und allumfassenden Gelübdes vergelten.

天 親 菩 薩 造 論 説  
TEN JIN BO SATSU ZŌ RON SETSU
16. Der Bodhisattva Vasubandhu verfasste Abhandlungen, in denen er lehrte,

帰 命 無 碍 光 如 来 
KI MYŌ MU GE KŌ NYO RAI
man solle zum Tathāgata des ungehinderten Lichts Zuflucht nehmen.

依 修 多 羅 顕 真 実 
E SHU TA RA KEN SHIN JITSU
Auf Grundlage der Sūtren enthüllte er die Wahrheit

光 闡 横 超 大 誓 願
KŌ SEN Ō CHŌ DAI SEI GAN
und warf Licht auf das Große Gelübde des Quergestellten Überschreitens.


広 由 本 願 力 廻 向 
KO YU HON GAN RIKI E KŌ
17. Da die Kraft des Grundgelübdes [dem Menschen] zugewendet werde,


為度 群 生 彰 一 心 
I DO GUN JŌ SHŌ IS SHIN
sei, um alle Wesen zu retten, nur die eine Geisteshaltung (das Vertrauen) [nötig].

帰 入 功 徳 大 宝 海 
KI NYŪ KU DOKU DAI HŌ KAI
Wer in das Große Schatzmeer [Seiner] Verdienste eingeht,

必 獲 入 大 会 衆 数
HITSU GYAKU NYŪ DAI E SHU SHU
wird sicherlich Einlass erhalten in die Schar der Großen Versammlung.

得 至 蓮 華 蔵 世 界 
TOKU SHI REN GE ZŌ SE KAI
18. Er wird die Lotusblumenspeicherwelt erreichen

即 証 真 如 法 性 身 
SOKU SHŌ SHIN NYO HOS SHŌ JIN
und augenblicklich den Körper der Dharmanatur, wie sie wirklich ist, verwirklichen.

遊 煩 悩 林 現 神 通 
YŪ BON NŌ RIN GEN JIN ZU
Wandelt er [dann wieder] im Wald der Leid verursachenden Faktoren, besitzt er die übernatürlichen Fähigkeiten,

入 生 死 薗 示 応 化
NYŪ SHŌ JI ON JI Ō GE
und tritt er [wieder] ein in den Garten von Leben und Tod, so zeigt er sich [den Wesen] in einer [an sie] angepassten Gestalt.

本 師 曇 鸞 梁 天 子 
HON SHI DON RAN RYŌ TEN SHI
19. Dem Großen Meister Tanluan war Kaiser [Wuti] von Liang

常 向 鸞 処 菩 薩 礼 
JŌ KŌ RAN SHŌ BO SATSU RAI
stets zugeneigt und verehrte ihn wie einen Bodhisattva.


三 蔵 流 支 授 浄 教 
SAN ZŌ RU SHI JU JŌ KYŌ
Nachdem er vom Tripitaka-Meister Bodhiruci in der Reinen-Land-Lehre unterrichtet worden war,

梵 焼 仙 経 帰 楽 邦
BON JŌ SEN GYŌ KI RAKU HŌ
verbrannte er achtungsvoll die Sūtren der Bergeinsiedler und wandte dem Land der [Höchsten] Freude zu.

天 親 菩 薩 論 註 解 
TEN JIN BO SATSU RON CHŪ GE
20. [Tanluan] kommentierte die Abhandlung [über das Reine Land] von Bodhisattva Vasubandhu.


報 土 因 果 顕 誓 願 
HŌ DO IN GA KEN SEI GAN
Er machte deutlich, dass sowohl die Ursache [für die Hingeburt ins] Land der Belohung als auch deren Vollendung aus [Amidas] Gelübde stammen.

往 還 廻 向 由 他 力 
Ō GEN NE KŌ YŪ TA RIKI
Hingeburt und Rückkehr [aus dem Reinen Land] werden von der anderen Kraft zugewendet




正 定 之 因 唯 信 心
SHŌ JŌ SHI IN YUI SHIN JIN
und die Ursache, die [die Hingeburt] wahrhaft sichert, ist allein die Geisteshaltung des Vertrauens (shinjin).

惑 染 凡 夫 信 心 発 
WAKU ZEN BOM BU SHIN JIN POTSU
21. Sobald der von den Leidfaktoren befleckte, gewöhnliche Mensch die Geisteshaltung des Vertrauens entwickelt

証 知 生 死 即 涅 槃 
SHŌ -CHI SHŌ –JI SOKU NE HAN
erkennt er, dass Samsara und Nirwana dasselbe sind.

必 至 無 量 光 明 土 
HIS-SHI MU RYŌ KŌ MYŌ DO
Er gelangt sicherlich in das Land des Unermesslichen Lichts

諸 有 衆 生 皆 普 化
SHO –U SHU JŌ KAI FU KE
und wird die fühlenden Wesen allesamt erretten.

道 綽 決 聖 道 難 証 
DŌ SHAK –KES –SHŌ DŌ NAN SHŌ
22. Daochuo stellte fest, dass der Weg der Heiligen kaum zu verwirklichen ist.

唯 明 浄土 可 通 入 
YUI MYŌ JŌ DO KA TSŪ NYŪ
Allein durch [das Tor des] Reinen Landes, so macht er deutlich, ist der Eintritt [ins Erwachen] möglich.


万 善 自 力 貶 勤 修 
MAN ZEN JI RIKI HEN GON SHU
Die zehntausend guten [Werke] aus eigener Kraft tadelt er als eiferndes Bemühen,


円満徳号勧専称
EM MAN TOKU GŌ KAN SEN SHŌ
und ermutigt, ausschließlich den Namen anzurufen, der das vollkommene Verdienst [in sich birgt].

三不三信誨慇懃 
SAM –PU SAN SHIN KE ON GON
23. Drei Formen des Vertrauens und drei des Nicht-Vertrauens lehrte er freundlich,

像末法滅同悲引 
ZŌ MATSU HŌ METSU DŌ –HI IN
und leitete mit gleichem Mitgefühl [auch die Menschen aus den Zeitaltern] des [nur noch] förmlichen, des endenden und des erloschenen Dharma.

一生造悪値弘誓 
IS _SHŌ ZŌ AKU CHI GU ZEI
Auch wenn man das ganze Leben lang Schlechtes begangen hätte, würde man, sobald man dem allumfassenden Gelübde begegnet ist,

至安養界証妙果
SHI AN NYŌ GAI SHŌ MYŌ KA
die Welt des Friedens und der Geborgenheit erreichen und das wunderbare Resultat verwirklichen.

善導独明仏正意 
ZEN DŌ DOKU MYŌ BUS SHŌ I
24. Allein Shandao erklärte [seinerzeit] die wahre Intention des Buddha.

矜哀定散与逆悪 
KŌ AI JŌ SAN YO GYAKU AKU
Aus Mitgefühl mit denen, die die meditativen und nicht-meditativen Wege übten, aber auch den schlimmsten Übeltätern




光明名号顕因縁 
KŌ MYŌ GŌ KEN IN NEN
legte er die Ursachen und Bedingungen des Lichtglanzes und des Namensrufes dar.

開入本願大智海
KA I NYŪ HON GAN DAI CHI KAI
Sobald er eintritt in das Meer der großen Weisheit des Grundgelübdes

行者正受金剛心 
GYŌ -JA SHŌ –JU KON GŌ SHIN
25. empfängt der Übende in korrekter Weise die diamantgleiche Geisteshaltung.

慶喜一念相応後 
KYŌ KI ICHI NEN SŌ Ō GO
Nachdem er einen Augenblick in Freude [dem Grundgelübde] entsprochen hat

与韋提等獲三忍 
YO I DAI TŌ GYAKU SAN NIN
erlangt er wie [dereinst Königin] Vaidehī das dreifache Verstehen

即証法性之常楽
SOKU SHO HOS SHŌ SHI JŌ RAKU
d.h. er verwirklicht die beständige Freude der Dharmanatur.

源信広開一代教 
GEN SHIN KŌ KAI ICHI DAI KYŌ
26. Genshin erklärte ausführlich, was [Shākyamuni] in seinem ganzen Leben gelehrt hatte.

偏帰安養勧一切 
HEN KI AN NYŌ KAN IS-SAI
Er wandte sich ganz dem Land des Friedens und der Geborgenheit zu und ermutigte [auch] alle [anderen] dazu.


専雑執心判浅深 
SEN ZŌ SHŪ SHIN HAN SEN JIN
Je nachdem, ob der Geist sich mit der ausschließlichen oder mit verschiedenen Übungen befasst, beurteilte er ihn als tief oder seicht.

報化二土正弁立
HŌ KE NI DO SHŌ BEN RYŪ
[Dementsprechend] unterschied er in korrekter Weise zwischen zwei Ländern: dem Land der Belohnung und dem Land der Verwandlung.

極重悪人唯称仏 
GOKU JŪ AKU NIN YUI SHŌ BUTSU
27. Der mit äußerst schlimmen Vergehen beladene Mensch sollte allein den Buddha anrufen.

我亦在彼摂取中 
GA YAKU ZAI –HI SES –SHU CHŪ
Ich bin ja auch von Ihm umfasst

煩悩障眼雖不見 
BON NŌ SHŌ GEN SUI FU KEN
Und auch wenn meine Augen es, von Leidfaktoren verblendet, nicht sehen,

大悲無倦常照我
DAI HI MU KEN JŌ SHŌ GA
ist Sein Großes Mitgefühl unerschöpflich und durchstrahlt mich immerzu.

本師源空明仏教 
HON SHIN GEN KŪ MYŌ BUK -KYŌ
28.Der Große Meister Genkū lehrte den Dharma,

憐愍善悪凡夫人 
REN MIN ZEM MAKU BOM BU NIN
wobei er ein mitfühlendes Herz für alle gewöhnlichen Menschen hatte, ob sie gut oder schlecht waren.
真宗教証興片州 
SHIN SHŪ KYŌ SHŌ KŌ HEN SHŪ
Die Lehre und Verwirklichung der Wahren Schule [des Reinen Landes] brachte er in abgelegene Provinzen

選択本願弘悪世
SEN JAKU HON GAN GU AKU SE
Und verbreitete in einer schlechten Welt das [vom Buddha] ausgewählte Grundgelübde.

還来生死輪転家 
GEN RAI SHŌ-JĪ RIN DEN GE
29. Die Wiederkehr ins Haus des Existenzkreislaufs

決以疑情為所止 
KET-CHI GI JŌ I SHO SHI
ist uns bestimmt, wenn wir [am Grundgelübde] zweifeln.

速入寂静無為楽 
SOKU NYŪ JAKU JŌ MU I RAKU
Den schnellen Eintritt ins [Land] der Ruhe und Freude


必以信心為能入
HIT-CHI SHIN JIN I NO NYŪ
Erlangt man sicherlich durch das vertrauensvolle Herz.

弘経大士宗師等 
GU KYŌ DAI JI SHU SHI TŌ
30. Die [zwei] Mahâsattvas, die [fünf] Meister der [Reinen-Land-]Schule und andere, die die Sûtren verbreiten

拯済無辺極濁悪 
JŌ SAI MU HEN GOKU JOKU AKU
Führen die unzähligen [Wesen] dieser äußerst schlechten, [mit den fünf] Trübungen behafteten [Welt] zur Befreiung.



道俗時衆共同心 
DŌ ZAKU JI SHU GU DŌ SHIN
Priester und Laien sollten gemeinsam und mit gleicher Geisteshaltung

唯可信斯高僧説
YU –I KA SHIN SHI KŌ SŌ SE-TSU
Allein der Lehre dieser hohen Mönche vertrauen.

Dienstag, 15. September 2009

Shin Do Programm Oktober-Dezember 2009




Bitte auch die Sonderankündigungen zu kurzfristig geplanten Veranstaltungen beachten.
Alle Veranstaltungen, Meditationen und buddhistischen Andachten sind öffentlich, der Eintritt ist frei, Spenden zur Deckung der Kosten werden gerne angenommen.
Wichtig: wir bitten alle Teilnehmer fünf Minuten vor Beginn der Andacht im Andachtsraum Platz zu nehmen.

Oktober
Sonntag 18. 10. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Dienstag 27. 10. 19:00
Meditation und Andacht
<>
November
Sonntag 1. 11. 9:00
Meditation und Andacht
(Hoonko – Totengedenken)
<>
Dienstag 10. 11. 19:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 15. 11. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 22. 11. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Freitag 27. 11 bis Sonntag 29. 11.
Hoonkofest und Shin Seminar im Eko –Haus der Japanischen Kultur in Düsseldorf

Dezember
Dienstag 1. 12. 19:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 6. Dezember 10:30
Gemeinsame Bodhitagsfeier mit den Buddhistischen Freunden vom BZ Salzburg
anschließend Mittagessen in einem Restaurant
<>
Sonntag 13. 12. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Sonntag 20. 12. 9:00
Meditation und Andacht
<>
Dienstag 29. 12 19:00
Besinnlicher Jahresausklang bei Tee und Süßem
<>
Am 1. 1. 2010 um 11:00 begrüßen wir das neue Jahr mit 108 Glockenschlägen.

Mittwoch, 9. September 2009

Erklärung des Vorstandes der BGJ-D e.V.

Liebe Dharmafreunde und Weggefährten,

aus aktuellem Anlass möchten wir folgende Erklärung geben.

Der Vorstand der BGJ-D e.V. möchte darauf hinweisen, daß die Inhaber der einzelnen Weblinkseiten auf unserem Blog für ihre Veröffentlichungen selber verantwortlich sind und nicht zwangsläufig die Meinung und Ansicht der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland e. V. wiedergeben. Wir distanzieren uns ausdrücklich von Beiträgen, die sich gegen andere Shinshulehrer richten und sie als unwahre oder falsche Lehrer bezeichnen. Die BGJ-D e.V. versteht sich als Teil der großen internationalen Jodo Shinshu Sangha unserer Tradition und der internationalen buddhistischen Gemeinschaft insgesamt. Der Respekt vor der Dharma Arbeit anderer Weggefährten ist in unserer Gemeinschaft selbstverständlich. Verunglimpfungen an Puplikationen von anerkannten internationalen Weggefährten können und wollen wir nicht gutheißen. Der Vorstand behält sich vor, zukünftige Beiträge aus verlinkten Webseiten zu unterbinden und nicht weiter auf unserem Blog zugänglich zu machen, wenn diese sich gegen Lehrauslegungen oder Personen richten, die in der Jodo Shinshu Tradition anerkannt sind.

in Gassho

Shaku Chisho Frank
(dritter Vorsitzender der BGJ-D e.V.)

Freitag, 28. August 2009

Jōdo Shinshū no Seikatsu Shinjō

浄土真宗の生活信条
Jōdo Shinshū no Seikatsu Shinjō
Aussagen zur Lebensführung in Jōdo Shinshū

一、み仏の誓いを信じ 尊いみ名をとなえつつ強く明るく生き抜きます
Hitotsu, Mihotoke no Chikai o shinji, tōtoi mina o tonae tsutsu tsuyoku akaruku ikinukimasu.
Ich vertraue dem Gelübde Buddhas, rezitiere Seinen heiligen Namen
und wähle kraftvoll und heiter zu leben.

一、み仏の光を仰ぎ 常にわが身をかえりみて感謝のうちに励みます
Hitotsu, Mihotoke no hikari o aogi, tsune ni wagami o kaerimite kansha no uchi ni hagemimasu.
Ich wende mich dem Licht Buddhas zu und gebe in fortwährender Selbst- Reflektion mein Bestes voller Dankbarkeit.

一、み仏の教えにしたがい 正しい道を聞きわけてまことのみのりをひろめます
Hitotsu, Mihotoke no oshie ni shitagai, tadashii michi o kikiwakete makoto no minori o hiromemasu.
Ich folge der Lehre Buddhas, schenke dem richtigen Weg mein Gehör
und gebe den wahren Dharma weiter.

一、み仏の恵みを喜び 互いにうやまい助けあい社会のためにつくします
Hitotsu, Mihotoke no megumi o yorokobi, tagai ni uyamai tasukeai shakai no tame ni tsukushimasu.
Ich erfreue mich des Segens Buddhas, helfe Anderen in gegenseitiger Achtung und wirke für das Wohlergehen der Menschen.
(Beitrag von Armin Lohbeck)

Montag, 24. August 2009

"Zentrum für Buddhismus und Dialog der Religionen"

Liebe Dharmafreunde!

Ihr kennt die Buddhistische Begegnungsstätte "ShinDo" in der Rosengasse 8 in Bad Reichenhall. Heute möchte ich euch die Gründung des "Zentrum für Buddhismus und Dialog der Religionen" in den Räumen des ShinDo bekannt geben.

Im Anhang findet ihr einen Informationstext.Unter dem Mantel des "Zentrum für Buddhismus und Dialog der Religionen" sollen in Zukunft Abendvorträge namhafter Vertreter verschiedener Religionen und Arbeitskreise des "interreligiösen Dialogs" stattfinden. Das Interesse an einem derartigen Dialog scheint groß zu sein, wie die ersten Reaktionen zeigen.



Auch außerhalb der Städte wird es am Beginn des 21. Jahrhunderts immer selbstverständlicher, dass Menschen verschiedener Religionen friedlich zusammenleben. Die darin enthaltene Kraft wurde bisher von uns nicht in dem Maße wahrgenommen, in dem es nötig wäre um diese Entwicklung mitzugestalten.

Mit Gassho, Jotoku

Die erste Veranstaltung findet am :
11. September 19:00 Uhr in den Räumen des ShinDo statt.
Thema: "Religionen im heutigen Alltag - bedeutungslos"?
Der Eintritt ist bei allen unseren Veranstaltungen frei


Dear Dharma friends!
You surely know "ShinDo" at Bad Reichenhall; Germany
Today I want to inform you about the foundation of the "Centre of Buddhism and dialog of religions" within the premises of ShinDo-
Attached you can find more information (sorry only in German)
Under the roof of the "Centre of Buddhism and dialog of religions" we intend to offer lectures of highly skilled masters from various religions and study groups of interreligious dialog.
The interest in such a dialog seems to be considerably, as the first reactions show.
Not only in bigger cities, but also in rural areas we may find more than one religion naturally at the beginning of the 21st Century. Let us consciously perceive this great power for the sake of the spiritual development which is still hidden.

With joined palms together, Jotoku

Dienstag, 11. August 2009

O-bon und Nachtcreme

Wie vom Buddha gelehrt, ist Budd-hismus die Lehre von der Vergäng-lichkeit allen Seins und jeder Exis-tenz! Es gibt nichts im Universum, was nicht auch wieder vergehen würde, weil es irgendwann einmal begonnen hat. Heute wissen wir zum Beispiel, dass die Sterne, die wir in der Nacht am Himmel sehen, eigent-lich verloschene Planeten sein kön-nen, deren Lichtausstrahlungen uns auch noch nach Jahrtausenden ihres Erlöschens erreichen. Nun, ihr wer-det sagen; das weiß doch heute Jeder und das die Dinge nicht so bleiben wie sie sind - Ist doch klar! Aber dennoch, wie viele von uns sitzen abends vor dem Fernseher und sind mehr oder weniger von der Werbung beeinflusst, die uns verspricht, dass die Tagescreme ein frischeres Aus-sehen verleiht. Die neuen Antifal-tenpillen uns mehr Jugendlichkeit versprechen oder die neue Haarfarbe garantiert kein graues Haar zum Vorschein kommen lässt. Manche gehen so weit, dass sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und das nur, weil die Natur ihren Lauf nimmt und die Leute es nicht akzeptieren können. Wie ihr seht, wissen wir alle, dass die Dinge vergänglich sind und doch, wenn es die eigene Person be-trifft - werden wir blind! Hat schon einmal jemand darüber nachgedacht, was Deodorant für unser tägliches Wohlbefinden kaschiert? Aber es geht noch einfacher. Habt ihr schon einmal ein Jugendbild von Euch sel-ber oder Euren Eltern betrachtet und dann in den Spiegel geschaut? Das Leben ist vergänglich, ohne wenn und aber! Keine Nachtcreme, keine Straffungs- OP und keine Werbung der Welt kann dies „real“ beeinflus-sen. Aber wollen wir diese Realität wahrhaben? Weltweit lebt eine gan-ze Industrie davon, weil die Antwort einfach – Nein – lautet! Der Buddha lehrte die Wahrheit von der Ver-gänglichkeit und so feiern Buddhis-ten auf der ganzen Welt Ullambana oder O-Bon um sich der Verstorbe-nen zu erinnern. Wir erinnern uns unserer Vorfahren, Großeltern und Eltern und wollen unsere Verbun-denheit und Anerkennung zum Aus-druck bringen indem wir ihnen zu Ehren ein Fest begehen und feiern. Dieses Fest kann und sollte uns aber auch daran erinnern, dass keine Creme der Welt und auch kein Chi-rurge verhindern werden, dass man vielleicht dieses Fest einmal begehen wird, um auch an uns zu denken.
Der Buddha lehrte, dass mit der Vergänglichkeit auch die Leidhaf-tigkeit einhergeht und am Ende all unsere Bemühungen zur Jugender-haltung umsonst gewesen sein wer-den. Er lehrte aber auch, wie wir die-ser unvermeidlichen Tatsache be-gegnen können. Zu O-Bon lasst uns an unsere Vorfahren denken, schöne Tänze begehen und auf Buddhas Lehre hören. Denn sein Dharma macht keine leeren Werbungsver-sprechen, sonder beinhaltet den Wirkstoff für Hoffnung und Einsicht in unserem Leben.

Namuamidabutsu

Chisho

Freitag, 31. Juli 2009

O-Bon Fest

Liebe Dharmafreunde,
im August begehen auf der ganzen Welt Buddhisten das Ullambanafest. Hier ein Beitrag von Armin.



O-Bon und die Erlösung unserer Ahnen
Gedanken zu diesem Thema von Armin Lohbeck

Anlässlich des kommenden O-Bon Festes möchte ich ein wenig der Verbindung mit unseren Ahnen nachspüren. Ein Thema, das für uns westliche und moderne Menschen sicherlich sehr speziell ist, denn wo tritt schon noch unsere Verbindung mit den Vorfahren zu Tage? Aussagen wie „du gehst ganz nach deinem Urgroßvater“ hört man nur noch selten, wenn überhaupt. Und Wörter wie „Blutsbande“…..? Höchstens bei bestimmten vererb- baren Krankheiten findet die Ahnenverbindung noch Erwähnung. Ganz anders hingegen in Asien, das sich natürlich auch zunehmend verändert: Viele buddhistische Schulen gehen davon aus, dass die eigene Erlösung nur in Verbindung mit der Erlösung der eigenen Ahnen einhergehen kann. Das heißt im Klartext, wenn die Ahnen nicht erlöst werden, wird aus der eigenen Erlösung auch nichts. Auch im Alltag findet man diese Denkweise in gewisser Weise wieder. Sätze wie „du hast so oft Migräne, weil dein Großvater an einer Kopfverletzung im Krieg starb“ sind nichts Ungewöhnliches (selbst erlebt).
Vor diesem Hintergrund ahnt man vielleicht, warum es so zahlreiche Feste und Zeremonien um die Ahnen und leidenden Verstorbenen gibt. Im Shingon-Buddhismus wird beispielsweise das Wasser, das morgendlich dem Buddha dargebracht wird am Abend im Gedenken an die dürstenden Hungergeister und Höllenwesen an einem Baumstamm ausgegossen. Dazu wird eine Dharani (kurze Sūtra
Formel) zum Durchbrechen der Höllenpforte und Öffnen der Kehlen gesprochen, damit die dürstenden Geister, deren Münder vor lauter Gier ganz spitz geworden sind, über die Wurzeln des Baumes durch dieses Wasser Erfrischung und Linderung finden mögen. Durch Zeremonien, wie z.B. dem Laternenfest Mizusegaki, werden die Namen der Ahnen auch immer wieder ins Gedächtnis gerufen und aufgeschrieben. Es geht also um Läuterung und Reinigung (Kuyō) der Ahnen, um Hilfe durch Verdienstüber-
tragung.

Doch wie stehen wir als Shin-Buddhisten dazu? Wie dürfen wir das O-Bon-Fest verstehen und mittanzen, wo es doch ursprünglich darum geht, dass der Jünger Maudgalyāyana (Mokuren) durch eigenes Tun seine Mutter aus dem Reich der hungrigen Geister befreite und aus Freude darüber tanzte? Wie können wir - die wir uns doch der Eigenkraft enthalten - unseren Ahnen helfen, um in Freude mittanzen zu können?

Lassen wir zuerst unseren Shōnin über das „wie“ zu Worte kommen:

Ich, Shinran, habe bisher kein einziges Mal das Nembutsu für die Seele der verstorbenen Eltern rezitiert. Denn alle beseelten Wesen sind im Kreislauf vergangener Leben irgendwann einmal meine Eltern und Geschwister gewesen. Jedes von ihnen muss ich als Buddha erretten. Sollte das Nembutsu ein Verdienst sein, das durch unsere eigene Kraft geleistet wird, könnten wir sie erretten, indem wir für sie das Nembutsu sprechen. Da es aber nicht zutrifft, müssen wir unsere Eigene Kraft loslassen und nicht säumen, die Erleuchtung des Reinen Landes zu erlangen, um danach durch die ungehinderte Kraft des Buddha ebenso die uns Nahestehenden, in welche der durch das Karma verursachten Qual der sechs Wege und vier Geburten sie auch versunken sein mögen, erretten zu können.
(Tannishō 5, Übersetzung: M. Sonoda)

Und im Kōsō Wasan (18) heißt es:
Der Geist, der die Lebewesen befreien will * ist das Wahre Vertrauen in die Andere Kraft.

Wenn wir diese Worte recht bedenken, fällt uns eine große Last vom Herzen, denn es ist für unsere Ahnen das allergrößte Heil, wenn wir zuerst das wahrhaftige Herz erlangen und so den Ozean von Geburt und Tod sprunghaft überqueren (Ōchō no Shinjin).
Dadurch ist ihnen nämlich ihre Rettung durch uns als Buddhas gewiss. Es dürfte somit für uns wie auch für unsere Ahnen keine größere Freude geben, als die, dass wir zu den Nie-wieder-Zurück-fallenden gehören (Futaiten).
Wenn uns also das Shinjin vom Buddha Amida, unserem wahren Oyasama, geschenkt ist, na dann haben wir allen Grund gemeinsam mit unseren Ahnen zu feiern und zu tanzen.
Diese Stimmung wünsche ich uns allen zum kommenden O-Bon-Fest.

Namu Amida Butsu

Mittwoch, 1. Juli 2009

Wenn Freunde sich treffen



Liebe Weggefährten und Dharmafreunde,

in der Zeit vom 26. bis zum 29. Juni 2009 nahmen Freunde aus ganz Deutschland am ersten Seminar der buddhistischen Begegnungsstätte Anjin-Do teil. Unser Thema war das Tannisho von Yuin-bo, der uns die Worte Shinrans, wie von ihm selber gehört, in diesem kleinen Büchlein vermittelt. Wie im Programm angekündigt sollte es ein etwas unkonventionelles Seminar werden und es bestätigte sich gleich zu Anfang. Schon der Start des Seminars verzögerte sich um zwei Stunden, weil die Verkehrslage auf den Strassen und diverse andere Umstände eine pünktliche Ankunft der Teilnehmer verzögerte. Und doch, es stellte sich heraus, dass am Ende mehr Teilnehmer ihren Weg zu uns fanden als ursprünglich gehofft. So begannen wir unser Seminar mit einer Andacht und ich hielt im Anschluss meinen Vortrag über die ersten drei Kapitel im Tannisho. Beim anschließenden Abendessen konnten dann alle die Anspannung des Tages etwas ablegen, zur Ruhe kommen und sich stärken.
Der zweite Tag des Seminars war von einer freundschaftlichen und entspannten Atmosphäre geprägt. Nach der Andacht am Morgen hielt Marc Nottelmann einen ausführlichen Vortrag über das Schüler – Lehrer Verhältnis im Shinbuddhismus, wobei er zuvor dieses Verhältnis in den anderen Traditionen darstellte. Den Nachmittag begingen wir dann mit einer gemütlichen Kaffeerunde und einer wunderbaren klassischen Musikeinlage von unserem Freund Armin Lohbeck. Im Anschluss daran fanden wir uns wieder in der Lesung von shinbuddhistischen Texten und erörterten ihre Bedeutungen, die sie für uns haben können. Ein gewittervoller aber fröhlicher Grillabend beschloss dann den zweiten Tag dieses Seminars. Am darauffolgenden Morgen machte Rev. Yamada uns die Freude extra aus Düsseldorf zu kommen und die Shoshinge Andacht mit uns gemeinsam zu halten. Sein Besuch machte wieder einmal die Freundschaft und Verbundenheit des Eko-Hauses mit der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland und deren Begegnungsstätte Anjin-Do zum Ausdruck. Den Vortrag von Ilona Evers über die Kreativität unserer (Nicht-)Praxis lauschten wir dann alle gemeinsam und hatten nochmals die Gelegenheit den Dharma zu hören und zu besprechen. Eine abschließende Gesprächsrunde mit anschließendem Nembutsu beschloss dann unser erstes Seminar im Anjin-Do. An dieser Stelle möchte ich noch einmal allen Teilnehmern und Freunden danken, denn ein spirituelles und von Freundschaft geprägtes Wochenende wird mir lange in Erinnerung bleiben.




Namo Amida Butsu

Euer Chisho Frank

Freitag, 12. Juni 2009

Einfach einmal nur hören!!

Liebe Dharmafreunde,

in den unten eingefügten Video Clips könnt Ihr in die gebräuchlichsten Rezitationen unserer Tradition einmal hineinhören. Das Hören des Dharma ist eine der wesentlichsten Punkte in unserer Tradition. Einfach nur still werden und hören, hilft das Herz zu öffnen und den Ruf von Amida Buddha wahrzunehmen.

Namo Amida Butsu

Euer Chisho

Nembutsu Wasan

Mittwoch, 3. Juni 2009

Warum bin ich Shinbuddhist?




Liebe Dharmafreunde,

im ersten Absatz des Kikyomon heißt es:

Es ist schwer ins menschliche Leben hineingeboren zu werden, doch wir leben es jetzt. Es ist schwer, die Lehren des Gesegneten zu hören, doch jetzt hören wir sie. Sollten wir in diesem Leben nicht die Freiheit erreichen, wie wollen wir frei werden von den Leiden in diesem Ozean von Leben und Tod? Lasst uns ehrfürchtig Zuflucht zu den drei Juwelen nehmen.

Der Buddha lehrte uns das Gesetzt von Ursache und Wirkung und damit verbunden das Gesetz des bedingten Entstehens. Einfach ausgedrückt, kennt jeder den Ausspruch: So etwas kommt von so etwas. Jeder Gedanke in unserem Leben hat seine Ursache in dem Bestreben Glück zu finden und Unglück zu vermeiden. Somit manifestieren sich unsere Gedanken in Worten und Taten und somit rufen unsere Gedanken die Wirkung hervor, dass wir sprechen und handeln. Unser Sprechen und Handeln hat wiederum seine Ursachen und Wirkungen und wir hoffen, dass diese Wirkungen/Ursachen Glück hervorrufen und Unangenehmes vertreiben. Da aufgrund der drei Daseinsmerkmale, Vergänglichkeit – Leidhaftigkeit und Ich-losigkeit - ein solches Ziel kaum zu verwirklichen ist, existieren wir seit undenkbarer Zeit in den unterschiedlichsten Manifestationen. Tod und Geburt wechselten sich ab bis in unser heutiges Leben hinein und gleich der erste Satz im Kikyomon weist daraufhin, das dieses Leben nicht selbstverständlich ist. „Wer bin ich, wo komme ich her und wo gehe ich hin“ sind Fragen, die die Menschheit seit jahrtausenden beschäftigt. Der Buddha gab auf diese Fragen die Antworten, welche uns den Weg aus diesem Dilemma zeigen können. Aber schon im zweiten Satz heißt es, dass es nicht so ohne weiteres möglich ist, die Lehre des Buddhas zu hören oder mit ihr in Kontakt zu kommen. Schon die Tatsache, dass wir uns mit dem Dharma beschäftigen können zeigt, dass es in unseren vorhergehenden Existenzen eine Verbindung zur Lehre gegeben haben muss. Ganz offensichtlich hatte dieser Kontakt aber nicht die Auswirkung auf uns, die der Buddha für uns gewünscht hätte. Der dritte Satz weist hierauf hin! Wir sind der Erleuchtung damals wie heute nicht besonders nahe gekommen. Aber dennoch, es ist schon eine große Besonderheit als menschliches Wesen wiedergeboren zu sein und darüber hinaus noch den Dharma hören zu können. Schon dies alleine ist ein Grund für große Dankbarkeit in unserem Leben. „Woher wir kommen wissen wir nicht – was wir sind, ist nach den Worten des Buddhas, eine Täuschung unseres Geistes – und wohin wir gehen, ist unbekannt und unterliegt den Spekulationen unseres Verstandes. Meister Shinran Shonin betonte, dass es unser Karma ist, welches uns ausmacht und dass unsere Vergangenheiten, Gegenwart und Zukunft davon bestimmt ist. Als menschliche Wesen in der heutigen Zeit fehlt uns einfach die Möglichkeit den Weg der Erleuchtung, wie er vom Buddha beschrieben wurde, zu gehen und aus eigener Kraft die Leidfreiheit zu erreichen. Nur durch ein konsequentes Betrachten unseres Selbst können wir dies erkennen und uns überlegen, welche Möglichkeiten für uns bestehen die Freiheit zu erlangen.
Alle Handlungsweisen die wir in unserem Leben hervorbringen und ausführen beruhen auf der Tatsache, Glück erreichen zu wollen und Unangenehmes vermeiden zu wollen. Die Bedingungen, die wir hierzu vorfinden, werden bestimmt von unserem selbstgeschaffenem Karma und in all dem sind wir mit unserer übergroßen Egoverhaftung gefangen. Selbst in spiritueller Hinsicht glauben wir, durch Eigeninitiative unser Leben und die Befreiung in den Griff zu kriegen. Wir bilden uns ein, dass, wenn wir uns nur genügend anstrengen, wir den Anweisungen Buddhas folgen können und so eine Chance zu haben. Shinran Shonin und die Meister zuvor hatten bereits erkannt, dass es für gewöhnliche Menschen nicht möglich ist, diesen doch schweren Weg, der zu Erleuchtung führt, zu gehen. All unser Denken, Sprechen und Handeln wird von unserem Ego bestimmt und ist somit letztlich völlig unbrauchbar zur Erlangung der Befreiung. Diese Erkenntnis resultierte aus jahrelanger Übung und Praxis, Studium und Verzweiflung. In ihrer Verzweiflung erfuhren die Patriarchen und letztlich auch Shinran Shonin die Güte und das Mitgefühl Amida Buddhas, welcher gerade für die Hoffnungslosen und Verzweifelten seine Gelübde abgelegt hatte. Es waren diese Erkenntnisse von Meister Shinran, die mir den Spiegel der Selbstansicht vor Augen hielten und letztlich auch seine Auslegungen des Buddha-Dharma, die mich tief im Herzen berührten.

Darum verbeuge ich mich in Verbundenheit und Freundschaft vor den Weggefährten der vielen Traditionen unseres gemeinsamen Lehrers Shakyamuni Buddha und verbeuge mich in Dankbarkeit vor Amida Tathagata, weil „ich“ diese Wege nicht gehen kann und das ursprüngliche Gelübde mich deshalb trägt.

Namo Amida Butsu

Chisho

Donnerstag, 28. Mai 2009

Neue Webseite der Buddhistischen Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland

Liebe Dharmafreunde,

die Buddhistische Gemeinschaft Jodo Shinshu hat eine neue Webseite. Hier findet ihr alle grundlegenden Informationen zu unserer Tradition und Sangha. Es lohnt sich einmal reinzuschauen unter:

http://www.jodoshinshu.de/

unter:

http://www.shindo.info/shindo findet ihr die Webseite des Shindo Tempels unserer Gemeinschaft.

In Gassho
Euer Chisho

Freitag, 8. Mai 2009

Jikoji Gruppenbild Mai 2009



Dharmafreunde sind der ganze Weg!

Namo Amida Butsu

Mittwoch, 6. Mai 2009

Gedanken der Dankbarkeit


von Jodo Florian Meske

Liebe Dharmafreunde,

Ein kleiner Gedanke von mir.

Ich denke, dass grade der Shin-Buddhismus auch für junge Menschen durchaus was zu bieten hat. Denn eigene Unzulänglichkeit, Versagen und Trauer sind Dinge die uns im Leben ständig begegnen. Dazu kommen auch schöne Dinge wie Musik, ein eigener Partner, gutes Essen usw. von denen man sich nur schwer trennen kann und will. Für mich ist es wichtig, dass man im Shin zwischen diesem hin und her, zwischen Leid und Freude einen wirklichen Halt finden kann. Ich bin dankbar dafür, dass Amida Buddha mich angesprochen hat. Das ich mich ernsthaft mit Leben und Tod auseinander setzten kann ohne mich mit Regeln (die natürlich nicht unwichtig sind und die man am besten einhalten sollte) unter Druck zu setzen. Und das grade junge Menschen, die sich für Buddhismus interessieren dieser Weg eine echte Bereicherung sein kann.

Namo Amida Butsu

Jodo Florian

Montag, 4. Mai 2009

Dreißig Jahre Jikoji Antwerpen




Liebe Dharmafreunde,

heute möchte ich von einer schönen Besonderheit berichten, die am Wochenende in Antwerpen-Berchem stattfand. Der Shinbuddhistische Tempel Jikoji feierte sein dreißigjähriges Bestehen und das mit einem Programm der offenen Türe für eine ganze Woche. Am 06. Mai 1979 gründeten ein paar entschlossene Weggefährten unter der Leitung von Dr. Shitoku Peel die erste shinbuddhistische Andachtsstätte in Belgien. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums beschloss die Eko-Hausgemeinschaft ihr diesjähriges Frühlingstreffen gemeinsam mit den belgischen Weggefährten im Jikoji zu begehen. So reisten denn Buddhisten aus Belgien, Deutschland, Österreich und Rumänien in diese wunderschöne Stadt in Belgien und erlebten vom 01. bis zum 03.Mai eine Zeit der Spiritualität und Freundschaft. Thema des Frühlingstreffens war das Shozomatsu Wasan von Meister Shinran Shonin und die hierzu vorgetragenen Beiträge wurden mit großer Freude diskutiert und besprochen. Wie bei jedem Treffen mit Freunden, war es auch diesmal wieder eine Zeit des Wiedersehens, des Austausches und der Gemeinschaft.



Diesmal aber verlieht das liebevoll gestaltete Programm der belgischen Freunde eine ganz besondere Atmosphäre. Gleich am ersten Abend hatten alle das große Vergnügen an einer Vernissage teilzunehmen und den künstlerischen Gedichten unseres Dharmafreundes Marcus Camberllege zu lauschen. Seine buddhistischen Gedichte waren berühren und inspirierend zugleich. Hinzu kam die wirklich liebevolle Bewirtung der Jikojigemeinschaft, die diesen Abend für viele unvergessen machen wird. Auch die beiden folgenden Tage waren nicht weniger wunderbar.

Die begeisternde Einsatzbereitschaft der Mitglieder vor Ort war ansteckend und die Shinbuddhistische Spiritualität fast körperlich spürbar. Vorträge, Andachten und persönlicher Austausch über den Dharma machten dieses Wochenende zu etwas wirklich Besonderem. An dieser Stelle möchte ich daher der belgischen Sangha,vertreten durch Rev. Daisho Fons Martens und natürlich auch Prof. Rev. Takao Aoyama, Leiter des Eko-Hauses der japanischen Kultur, nochmals recht herzlich für diesen Event danken. Die Aktivitäten des Jikoji werden auch noch den Rest dieser Woche weitergehen und wir wünschen unseren Freunden hierzu alles Gute und viel Erfolg.

Namo Amida Butsu
in Gassho
Chisho Frank

Samstag, 25. April 2009

Das Tannisho

(II)

Ihr seid alle über die Grenzen von mehr als zehn Ländern unbekümmert um die Gefahr von Leib und Leben zu mir gekommen, lediglich in der Absicht, euch bei mir nach dem Weg zur Hingeburt ins Reine Land zu erkundigen. Es ist jedoch ein großer Irrtum von euch, wenn ihr eine bange Ahnung habt, dass ich außer dem Nembutsu noch andere Wege zur Hingeburt kennen würde. Wenn es so wäre, dann solltet ihr euch vielmehr an jene tüchtigen Gelehrten wenden, deren es ja in der Südstadt wie im Nordgebirge so viele gibt, und die Hauptpunkte der Hingeburt ausführlich Auskunft einholen.

Es ist heute und war sicher auch früher keine ungewöhnliche Sache für Suchende weite Reisen auf sich zu nehmen, um berühmte Lehrer aufzusuchen und ihre besonderen Lehren zum Dharma zu zuhören. Heute wie damals waren die Zeiten nicht besonders vertrauenserweckend und die Menschen suchten Orientierung in einer Zeit der Orientierungslosigkeit. Auch wir kennen diese Tendenzen einer Tradition, einem Lehrer oder einer Richtung zu folgen und wenn wir vermeintlich alles wissen oder die Dinge uns nicht zusagen, machen wir uns auf und suchen etwas anderes. So etwas nennen wir heute "Spiritual Shopping" und ist weit verbreitet. Sicher war es auch zu Shinrans Zeiten nicht anders und so gehe ich davon aus, dass auch der Meister wusste, um was es den Menschen ging und er die Leute deshalb an die Gelehrten verwies, von denen es so viele gab. Er wies darauf hin:

Für mich, Shinran, bleibt weiter nichts übrig als nach der Anweisung des guten Meisters (Honen) zu glauben, dass wir von Amida gerettet werden, wenn wir ausschließlich den Namen Amidas anrufen. Ich meinerseits weiß überhaupt nicht, ob das Nembutsu, die Anrufung des Namens Amidas, wirklich die Saat ist, die Hingeburt in das Reine Land zu ernten, oder ob es ein Tun ist, durch das man in die Hölle kommen wird.

Die Menschen sind immer auf der Suche nach dem Besonderen. Den Dharma zu verstehen ist sicher nicht einfach und alles was nicht einfach zu verstehen ist, muss doch etwas ganz Besonderes sein und irgendwelche Geheimnisse verbergen, welche, wenn man sie dann weiß, dass ganz besondere Erlebnis oder die Erkenntnis verspricht. Meister Shinran wiedersprach den Vorstellungen davon, dass er etwas so Besonderes wüsste und verwies einfach auf seinen Lehrer und darauf, dass er diesem einfach glaubte, ohne zu wissen, ob dieser die Wahrheit gelehrt hatte. Er nahm das Gelehrte einfach nur hin!

Auch wenn ich durch die Anrufung des Namens Amidas, zu der ich vom Meister Honen überredet wurde, in die Hölle kommen würde, so würde ich es doch gar nicht bereuen. Ich würde es nämlich mit guten Gründen bereuen, dass ich von ihm überredet wurde, wenn ich durch das Nembutsu in die Hölle käme, während ich durch andere fleißige Übungen hätte Buddha werden können. Da ich keinerlei Übungen fähig bin, so ist die Hölle bestimmt meine Wohnstätte.

Meister Shinran hatte die anderen fleißigen Übungen in seinem zwanzigjährigen Mönchsleben alle erfahren und geübt. Er hatte mit Sicherheit gute und erfahrene Lehrer und Meister - und doch, er selber war nicht dazu in der Lage die erhoffte Wirklichkeit zu erkennen. Wohl aber erkannte er seine Unzulänglichkeiten, welche sich aus seinem Karma und seiner Verblendung ergaben. Um in einem solchem Dilemma also dennoch die Befreiung zu erlangen, blieb dem Suchenden nichts weiter übrig, als sich mit absolutem Vertrauen seinem Lehrer Honen zu ergeben und seinen Worten und Auslegungen des Dharma zu glauben. Vergleichen wir es mit einer einfachen Sache, die vielleicht einige von uns kennen.

Man fühlt sich nicht wohl und geht zu einem Arzt. Dieser aber kann nichts feststellen und so geht man zu einem anderen Arzt. Aber auch dieser weiß sich keinen Rat und so setzt man seine Reise zum nächsten Arzt fort. Letztlich findet man jemanden, der weiß woran das Unwohlsein liegt und hilft einem es wieder los zu werden. Würden wir an einem solchen Arzt zweifeln? Meister Shinran sagt:

Ist Amidas Urgelübde wahr, so kann auch die Lehre Shakyamunis keine Lüge sein. Wenn das Wort Buddhas wahr ist, dann können Zendos (Shan-tao) Auslegungen keine Lüge sein. Wenn Zendos Auslegungen wahr sind, wie können die Anweisungen Honens unwahr sein? Sind aber die Anweisungen Honens wahr, dann dürfte auch das, was ich, Shinran, euch sage, wohl nicht eitel sein.

Die Tatsache, dass mir der Arzt helfen konnte und es mir hiernach wieder besser ging, lässt mich ohne Zweifel an dem Wissen und der Kompetenz des Arztes glauben. Ebenso an dem Wissen und der Kompetenz derer, die ihm dieses Wissen beigebracht haben. Shinran beschloss also, im übertragenen Sinne, von diesem Arzt (Honen) alles zu lernen und sein ganzes Leben danach auszurichten und stellt zu Recht die Frage, wenn es mir geholfen hat, wo keiner helfen konnte, wie kann ich mit dem, was ich vom Meister lernte falsch liegen?

Alles in allem, ist es der Glaube von mir, einem einfältigen Mann. Da es einmal so ist, kommt es ganz auf eure Entscheidung an, ob ihr das Nembutsu annehmt und glaubt oder es verwerft.
So sprach der Meister.


Diesen Satz von Meister Shinran finde ich besonders erwähnenswert. Denn hier macht er keine Heilsversprechen, betont nicht seine besonderen Fähigkeiten als Arzt bzw. als Meister, sondern er überlässt es dem Einzelnen zu entscheiden, ob das Nembutsu ein Weg zur Beseitigung des „Unwohlseins“ für den Einzelnen sein kann oder nicht.

Liebe Freunde, soweit meine persönlichen Gedanken zum zweiten Kapitel im Tannisho.

namuamidabutsu

in Gassho

Euer Shaku Chisho

Dienstag, 21. April 2009

Welcher Weg?


„Du hast Recht.“
Ein Schüler fragt den Meister:
„Meister ist es nicht so, dass wir hart arbeiten, uns sehr anstrengen und fleißig meditieren müssen, um zur Erleuchtung zu gelangen?“
Der Meister antwortet:
„Ja, das stimmt, du hast Recht.“

Ein anderer Schüler fragt den Meister:
„Meister, ist es nicht so, dass wir durch harte Arbeit, Anstrengung und Fleiß nichts erreichen? Geht es nicht darum, alle Anstrengung, alle Vorstellungen loszulassen und einfach offen zu sein für die Erleuchtung?“
Der Meister antwortet:
„Ja, das stimmt, du hast Recht.“

Ein dritter Schüler fragt den Meister:
„Meister, es kann doch nicht beides zutreffen!“
Der Meister antwortet:
„Ja, das stimmt, du hast Recht.“



Bei der Betrachtung der verschiedenen Buddhistischen Traditionen, ist es nicht wichtig, zu entscheiden, welcher Weg Recht hat.
Die entscheidende Frage ist vielmehr: Welcher Weg ist mein Weg?

Beitrag von Ilona Evers

Dienstag, 14. April 2009

Tannisho

Liebe Dharmafreunde,

das Tannisho "Buch vom Bedauern des abweichenden Glaubens" ist das wohl am Bekanntesten in der shinbuddistischen Welt. Es wurde von Yuien-bo, einem ergebenen Anhänger Shinrans geschrieben. Schon zu Lebzeiten des Shonin gab es immer wieder abweichende Ansichten über den Weg des Nembutsu und diese Tendenzen zeigten sich noch mehr nach dem Tod des Meisters Shinran. Um diesen Irrungen und Wirrungen entgegenzuwirken, verfasste Yuien-bo diese Schrift, um die reine Lehre Shinran Shonins zu bewahren. Das Buch besteht aus vier Teilen: Das Vorwort, die ersten zehn Kapitel und weitere acht Kapitel, sowie das Schlußwort. Über das Tannsiho wurde unendlich viel geschrieben. Es gibt unzählige Übersetzungen und Kommentare hierzu. Hier im Blog möchte ich es nach einer Übersetzung von Michio Sato ( Honpa Hongwanji, Kyoto Japan 1977) vorstellen, weil es das Erste war, was mich zu Shinrans Lehre geführt hat und in dem ich noch immer häufig lese. Ich möchte betonen, daß ich kein Gelehrter bin und das was ich hier an Gedanken verfasse, außschließlich mein Verständnis von dem ist, was ich aus den Worten Yuin-bos und Shinrans lese. Im Laufe der nächsten Zeit werde ich die einzelnen Kapitel im Blog veröffentlichen und hoffe, daß sie den Lesern dieses Bloges genau so viel Inspiration geben können wie mir.

Das Büchlein vom Bedauern des Abweichenden Glaubens

Das Tannisho


Wenn ich mir die Sache überlege und Vergangenheit und Gegenwart überblicke, kann ich nicht umhin, zu bedauern, daß viele vom wahren Glauben abweichen, den der verstorbene Meister uns mündlich überliefert hat. Und ich habe Angst davor, daß nachkommende Jünger Zweifel daran hegen würden. Wie können wir durch das einzige Tor des leichten Weges eintreten, ohne die glückliche Führung der guten Lehrer, denen wir begegnet sind? Wir dürfen den Glaubenssatz der Anderen Kraft in keiner Weise mit unseren eigenmächtigen Ansichten verdrehen.Deshalb schreibe ich einige Worte des verstorbenen Shinran Shonin nieder, die mir noch in den Ohren klingen, lediglich um damit Bedenken der Brüder des gleichen Glaubens zu beseitigen.

Nun ich denke, zu allen Zeiten hatten die Menschen so ihre Schwierigkeiten mit der Achtsamkeit und ihrer subjektiven Wahrnehmung. Wir alle kennen diese Situationen, wo mehrere Leute ein und die selbe Sache hören, sehen oder erleben und wenn sie dieses Erlebte dann wiedergeben sollen, kommen sehr unterschiedliche Dinge dabei heraus. Auch in spirituellen Angelegenheiten verhält sich dies nicht anders. Häufig sehen, hören und erleben wir die Lehre, wie wir sie wahrnehmen wollen, verstehen, was wir verstehen wollen und wenn wir es nicht verstehen, interpretieren wir nach unseren Möglichkeiten. Die Wahrnehmung dessen, was wirklich ist, gesagt wurde und dergleichen ist nicht umsonst ein zentraler Punkt im Buddhismus.Zu Shinrans Zeiten war dies auch nicht anders. Selbst Zenran, Shinrans Sohn, gab etwas anderes wieder, als es von seinem Vater gelehrt wurde. So ist es nicht verwunderlich, das Yuin-bo nur einen Weg sah solchen Mißinterpretationen vorzubeugen, indem er die von ihm selbstgehörten Worte des Meisters schriftlich niederlegte. Ich möchte Euch also einladen, die Worte Shinrans in diesem Büchlein, zunächsteinmal einfach nur zu lesen und den Wunsch zu bändigen, es gleich zu Anfang verstehen zu wollen. In der Shintradition ist das Hören oder das Lesen des Dharma unerlässlich, zugleich betonen wir die Unmöglichkeit den unergründlichen Dharma in seiner Gesamheit zu verstehen. Vesuchen wir also unsere Augen und Herzen zu öffnen und das Verstehen der Lehre - der Anderen Kraft, welche von Amida Buddha ausgeht, zu überlassen.

Namuamidabutsu

Euer Chisho

Mittwoch, 25. Februar 2009

Ryogemon



Ryogemon- Das buddhistische Bekenntnis der Jodo Shinshu

Ich verlasse mich mit meinem ganzen Herzen auf Amida Buddha um Nirvana zu erreichen. Ich gebe es auf, in mein machtloses Selbst zu vertrauen und verwerfe alle Praktiken, die auf einem falschen Ego beruhen.

Ich weiß das, aufgrund des grenzlosen Mitgefühls Amida Buddhas, meine Hingeburt in dem Moment gesichert ist, an dem ich mich auf ihn verlasse. Ich rufe seinen Namen, Namo Amida Butsu; glücklich und in Dankbarkeit für das Geschenk seines universellen Gelübdes.

Ich danke Shinran Shonin und seinen Nachfolgern, dass sie mich zu dieser tiefgründigen Lehre geführt haben. Ich will versuchen, meine ganzes Leben lang, das was sie über den Weg des Nembutsu lehrten, zu leben.

Namuamidabutsu <> Namuamidabutsu <> Namuamidabutsu

Montag, 16. Februar 2009

Kikyomon

Kikyomon –
Aus dem Engl. übers. von Chisho

Es ist schwer ins menschliche Leben hineingeboren zu werden, doch wir leben es jetzt. Es ist schwer, die Lehren des Gesegneten zu hören, doch jetzt hören wir sie. Sollten wir in diesem Leben nicht die Freiheit erreichen, wie wollen wir frei werden von den Leiden in diesem Ozean von Leben und Tod? Lasst uns ehrfürchtig Zuflucht zu den drei Juwelen nehmen.



Ich nehme meine Zuflucht zum Buddha. Möge ich immer den Weg, der zur Erleuchtung führt, gehen.

Ich nehme meine Zuflucht zum Dharma. Möge ich in die Tiefen der Lehre eintauchen und Weisheit erlangen, so tief wie der Ozean.

Ich nehme meine Zuflucht zur Sangha. Mögen wir alle, wie mit einer Stimme, ein Leben im Geiste brüderlicher Harmonie leben, frei von den Fesseln der Selbstsucht.

Selbst durch Myriaden von Kalpas ist es schwer solch excelente und grundlegende Lehren zu hören. Jetzt jedoch hören wir sie. Lasst uns versuchen die Lehre des Tathagatas zu verstehen.

Namoamidabutsu <> Namoamidabutsu <> Namoamidabutsu

Dienstag, 3. Februar 2009

Erste Andachtsfeier im Anjin-Do


Liebe Wegegfährten
am Samstag den 07. 02. 2009 findet die erste gemeinschaftliche Andacht im Anjin-Do Mönchengladbach statt. Mit der Einrichtung der Buddhistischen Begegnungsstätte Anjin-Do möchten wir den Menschen in der Region die Möglichkeit geben, die Lehre Buddhas und insbesondere den Weg Shinran Shonins kennenzulernen. Für die Unterstützung und den Zuspruch der Buddhistischen Begegnungstätte Shin-Do, dem Eko-Haus der japanischen Kultur und der Berliner Sangha möchte ich mich noch einmal herzlich bedanken. Ohne die freundschaftliche Ermutigung und Hilfe von Rev. Jotoku Th. Moser, Prof. Rev. T. Aoyama, Marc Nottelmann und natürlich Ilona Evers hätte ich sicher nicht den Mut gefunden eine weitere Begegnungsstätte unserer Gemeinschaft zu gründen.





Namo Amida Butsu

in Gassho
Euer Shaku Chisho

Sonntag, 25. Januar 2009

Der Brunnenfrosch

Geschichte vom Brunnenfrosch:
Beitrag v. Kogyo Ilona

Wenn wir uns nur mit der weltlichen und materiellen Seite der Wirklichkeit beschäftigen, gleichen wir einem Frosch, der in einem Brunnen lebt und diesen nie verlassen hat. Er hält seinen Brunnen für die ganze Welt. Er weiß nichts vom Teich in der Nähe, nichts vom großen See hinter dem Hügel und nichts vom Ozean jenseits der Berge. Die Lehre des Buddha berichtet vom Teich, vom See und vom Ozean und zeigt Wege auf, um dahin zu kommen.

Für viele Menschen bedeutet der Begriff Welt das, was wir sehen, hören, riechen, schmecken und berühren und zwar außerhalb von uns.
In der Buddhistischen Lehre bedeutet der Begriff Welt, das, was wir aus dem Gesehenen, Gehörten, Gerochenen, Geschmeckten und Berührten machen, kreieren, zusammenbrauen und unsere geistig-emotionalen Reaktionen darauf. Diese Reaktionen werden dann als Erinnerung behalten und gestalten sich zu einer Gewohnheit, die immer wieder die Sichtweise bestätigt, die wir von der Welt haben.
Deshalb ist diese Welt aus der buddhistischen Perspektive betrachtet, nicht eine fest gefügte, unveränderliche Sache „dort draußen“, sondern ein kontinuierliches aktives Beziehungsspiel zwischen dem Körperlichen und Geistigen, zwischen Subjekt und Objekt. Deshalb kann man sagen:
Wir schaffen uns unsere eigene Welt. Auf diese Weise könnte jemand an einem wunderschönen Ort leben, aber aufgrund seines Geisteszustandes subjektiv in einer miserablen Welt und umgekehrt.
Auf diese Weise hat der Frosch seinen Brunnen gebaut und hält ihn nun für die ganze Welt.
In der Lehre des Buddha geht es darum, mit dem Konstruieren der Welt aufzuhören und sie so zu sehen, wie sie wirklich ist.