Anjin-Do

Anjin-Do

Samstag, 28. Juni 2008

Amitabha Song

Verloren

Gefangen in Träumen, umgibt mich dunkle Nacht !
-Verloren-
ergreift mich seine Hand
und trägt mich der Morgendämmerung entgegen !
"Namo Amida Butsu"
"Namo Amida Butsu"

in Dankbarkeit Shaku Chisho


Freitag, 20. Juni 2008

Worte Rennyo Shonins



Rennyo Shonin (1415-1499) war ein Nachkomme Shinran Shonins und der achte Monshu des Hongwanji in Kyoto. Trotz widriger Umstände war es Meister Rennyos Verdienst, daß die Lehre Shinrans in ganz Japan gehört bzw. gelesen wurde. Seine Eigenheit, die Lehre in einfachen Worten nieder zulegen und in Briefform an die Weggefährten weiter zu vermitteln, brachten ihm hohes Ansehen ein. Meister Rennyo Shonin wird heute als Reformer unserer Tradition geehrt und sein Bild findet sich in jedem Shintemple wieder. Seine Briefe wurden in späteren Jahren von seinen Nachkommen zusammengetragen und in einem Werk zusammen gefasst.

Dieses Werk, das Gobunsho, gilt heute als einer der wichtigsten Schriften im Shinbuddhismus. In allen Tempeln unserer Tradition werden täglich Briefe Meister Rennyos rezitiert und somit der Dharma Amida Buddhas und die Lehre Shinran Shonins im Herzen bewahrt. Auszüge aus diesen Briefen möchte ich frei übersetzen, um all unseren Lesern einen Eindruck von der Größe dieses Mannes zu vermitteln.

Die Tradition des Shinran Shonin

Was in der Tradition Shinran Shonins gelehrt wird, daß das vertrauende Herz ganz unentbehrlich ist. Denn wenn wir die unterschiedlichen Praktiken aufgeben und Zuflucht zu Amida nehmen, mit der Einsgerichtetheit des Herzens, ist unsere Geburt im Reinen Land vom Buddha, durch seine unbegreifliche Gelübdekraft, begründet. Den Zustand , den wir dadurch erlangen, wird beschrieben als ; "mit dem Erwachen eines einzigen Gedankens des Vertrauens, gesellen wir uns zu Jenen, die sich im Zustand der Wahrhaftbegründeten befinden." Die Rezitation des Nembutsu soll deshalb als Nembutsu der Dankbarkeit verstanden werden, für die Güte des Tathagatas unsere Geburt im Reinen Land begründet zu haben.

demütig und respektvoll

Amida Buddha erfüllte all seine Gelübde um uns, die wir keiner reinen Praxis fähig, die Geburt ins Reinen Land zu ermöglichen. Das Aufgeben jeden Bemühens, aus eigener Kraft dort hinzugelangen, verlangt unsere Vertrauen in die Gelübdekraft des Buddha. Wenn dieses Vertrauen, sei es auch nur für einen Augenblick, in uns aufsteigt, werden wir zu all den Menschen gehören, deren Geburt durch Amidas Kraft bereits jetzt schon beschlossen ist. So soll unsere Nembutsu ein Nembutsu der Dankbarkeit sein. Denn Amida nimmt uns so an wie wir sind und er hat uns bereits einen Platz im Reinen Land gesichert, nur aufgrund unseres Vertrauens in Ihn und seinem unvergleichlichem Gelübde.

In Gassho

Shaku Chisho

Dienstag, 17. Juni 2008

Rev. Shogon Harry Pieper zum Nembutsu

Liebe Weggefährten und Freunde,

der nachfolgende Beitrag stammt von Rev. Shogon Harry Pieper. Er war der erste Shinbuddhist und Priester in Deutschland und Europa. Er legte den Grundstein für die Verbreitung des Shinbuddhismus in vielen Ländern Europas.

In respektvollem Andenken an ihn möchte ich diesen Beitrag allen Interessierten zugänglich machen.

In Gassho
Shaku Chisho


Nembutsu und weiter nichts?
Im allgemeinen neigen wir dazu, in unserem gegenwärtigen Leben keine oder
zumindest nicht allzuviel Glückseligkeit zu erwarten, weil wir gelernt hat, daß
diese Samsara-Welt eben eine Leidenswelt ist, und tatsächlich gibt es auch
niemanden, der nicht das Leiden in der einen oder anderen Form an sich selbst
erfahren hätte. Wir haben aber auch gelernt, daß es eine Beendigung des Leidens
gibt am Ende des vom Erhabenen aufgezeigten Pfades – , doch am Anfang
dieses Pfades scheint das erstrebte Ziel der Freiheit vom Leiden ungeheuer weit
entfernt zu sein, sodaß uns nur wenig Hoffnung bleibt, dieses Ziel jemals zu
erreichen, oder zumindest erst nach einer unendlich langen Zeitspanne, die eine
Beharrlichkeit im Voranschreiten auf dem Pfade erfordert, die wir uns kaum
zutrauen können.
Und so können wir denn eine nicht geringe Anzahl von Menschen beobachten,
die sich als Buddhisten bezeichnen und sich in so starkem Maße des Leidens
bewußt sind, daß kaum jemals ein Lächeln ihre Gesichter erhellt. Nun, haben sie
nicht schließlich recht?
Aber es gibt auch andere Menschen, die vielleicht nicht so sehr stark betonen,
daß sie „Buddhisten“ sind, die aber trotz des Leidens glücklich zu sein scheinen.
Wie ist das möglich? Haben sie etwa schon das Ende des Pfades erreicht und
damit das Leiden überwunden, oder haben sie etwa die Edlen Wahrheiten vom
Leiden, von seiner Entstehung und von seiner Überwindung übersehen?
Keine von diesen beiden Möglichkeiten dürfte der Wahrheit entsprechen. Sie
sind sich ganz zweifelsfrei der Edlen Wahrheit vom Leiden (welche der
Ausgangspunkt des vom Erhabenen aufgezeigten Pfades ist) bewußt, aber sie
sind sich auch bewußt, daß es einen Pfad gibt, der zuverlässig zum Ende
jeglichen Leidens führt, welches identisch ist mit der Erreichung höchsten
Segens und unzerstörbaren inneren Friedens, welche niemals gleichzeitig mit
dem Leiden existieren können. Die Bewußtheit dieser Tatsache ist aber Grund
genug, eine Empfindung tiefen Glückes zu erwecken, weil sie auf der Sicherheit
beruht, daß das Leiden zu einem Ende kommen kann, der daraus ersprießende
Segen aber unendlich – ewig – ist!
Wie ich zuvor sagte, scheint das Ende des Pfades zu seinem Beginn unendlich
weit entfernt zu sein, und wenn wir in Betracht ziehen, daß wir „gewöhnliche
Menschen“ und nicht über soviel Stärke und Ausdauer verfügen, die zu einer
„imitatio Buddhae“, zu einer Nachahmung der von ihm geübten Praxis
erforderlich sind, scheint es für uns wirklich keine Hoffnung zu geben.
Jedoch: Sein großes Erbarmen mit den leidenden Wessen und Sein starker
Wille, sie alle zur Befreiung vom Leiden zu führen, waren der Anlaß dafür, daß
Er auch die Möglichkeit der Befreiung durch die „Andere Kraft“, d.h. durch die
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Kraft des Gelübdes Amida Buddhas, aufgezeigt hat. Er lehrte uns, daß Amida
Buddha die durch die Erfüllung Seiner Gelübde erworbenen Verdienste für alle
diejenigen bereitgestellt hat, die sich wohl nach der endgültigen Befreiung und
der Verwirklichung der höchsten Erkenntnis sehnen, selbst jedoch zu schwach
sind, diese Verwirklichung aus eigener Kraft durchzuführen zu können.
Unerschütterliches Vertrauen und fester Glaube an die Erlösungstat Amida
Buddhas ermöglichen uns die Verwirklichung des höchsten Zieles trotz unserer
äußerst mangelhaften Durchführung der mit unserem Streben verbundenen
Praxis. Glauben zu haben, d.h. in die Lehre Buddhas allgemein und besonders in
die durch Amida Buddha vollzogene Befreiung, ist die einzige Notwendigkeit
und entspringt in ganz natürlicher Weise unserem Vertrauen, wenn dieser
natürliche Prozeß nicht durch Zweifel oder andere Hindernisse irgendwelcher
Art aufgehalten und verhindert wird.
Es wird nun oft gesagt, daß „Glaube allein“ niemals die einzige Grundlage der
Verwirklichung des Höchsten Zieles sein kann, und daß der Glaube zumindest
durch eine Lebensführung in voller Übereinstimmung mit der buddhistischen
Lehre und ihren Praktiken, d.h. der strikten Beachtung der fünf Silas, der zehn
Tugenden, des Edlen Achtfachen Pfades, erhärtet werden muß. Dieser
Standpunkt scheint vernünftig zu sein, doch wer unter uns ist in der Lage, diese
Praktiken wirklich strikt durchzuführen? Jedoch: wenn wir uns unserer
Unfähigkeit zur strikten Praxis bewußt sind und uns auf den Glauben stützen, so
ist diese Einstellung für uns niemals Anlaß zur Inaktivität in bezug auf die
buddhistische Praxis!
Wie ich bereits ausführte, gibt uns die Gewißheit unserer bereits vollzogenen
Befreiung durch die „Andere Kraft“ ein Gefühl tiefer Glückseligkeit bereits hier
in dieser Samsara-Welt und inmitten des Leidens.
Diese innere Glückseligkeit aber ist die Ursache tiefer Dankbarkeit, welche uns
veranlaßt, Nembutsu zu sagen und dabei gleichzeitig unser Bestes zu tun, und
obwohl wir kaum in der Lage sind, etwas wirklich Gutes zu tun, unternehmen
wir wenigstens den Versuch dazu, denn wie anders sollen wir unserer
Dankbarkeit Ausdruck geben?
So ist denn unsere natürliche Anlage, unseren inneren Gefühlen Ausdruck zu
verleihen, der Anlaß dafür, daß sich unsere Herzen öffnen, sodaß die „Andere
Kraft“ eindringen und in unserem Leben wirksam werden kann – und unsere
schwachen Absichten, „etwas Gutes zu tun“, machen den Weg frei für das Gute
Amida Buddhas, dessen wir uns zwar nicht sehr rühmen können, da es eben
nicht unser eigenes Gute ist, das aber, sobald wir uns dieser Auswirkungen
bewußt werden, unser Vertrauen festigt, unseren Glauben vertieft und immer
wieder Anlaß wird zur Praxis des Nembutsu als Ausdruck unserer Dankbarkeit
ohne irgendwelche Bindung an einen Zweck oder ein Ziel, und daher frei ist von
enttäuschenden Mißerfolgen, die zusätzliche innere Belastungen mit sich
bringen.
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„Nembutsu – und weiter nichts“ ist letztlich tatsächlich alles: religiöse Praxis
und Aktivität im besten Sinne des Wortes, – ein Weg, der sicher zum Ziel führt,
ein Weg ohne Hindernisse und nicht zuletzt ein Schutz gegen alle hindernden
Einflüsse!
Hierzu das 7. Kapitel aus dem Tannisho:
Wer das Nembutsu pflegt, der ist wie „ein Weg ohne Hindernisse“, denn dem
gläubigen Übenden unterwerfen sich ehrerbietig die himmlischen Götter wie die
irdischen Geister, und auch die teuflische wie die außerbuddhistische Welt
bereiten ihm keinen Schaden, und weder Sünden noch durch Karma bestimmte
Vergeltungen üben irgendwelchen Einfluß auf ihn aus, und alles Gute folgt ihm
nach. Also wie ein Weg ohne Hindernisse.
So sprach der selige Weise.

Shyaku Shogon

Sonntag, 15. Juni 2008

Das Nembutsu



Namo Amida Butsu
Ich nehme meine Zuflucht zu Amida Buddha
frei von Shaku Chisho aus "Einführung in den Shin-Buddhismus"
Das große Amida Sutra erzählt uns , wie der Bodhissattva Dharmakara achundvierzig Gelübde vor dem Buddha Lokesvararaja ablegte und versprach alles Erdenkliche zu tun um selber ein Buddha zu werden. Er wünschte ein Reines Buddha Land zu schaffen zum Wohle aller Wesen. In der Jodo Shin Shu Tradition kommt dem achtzehnten Gelübde eine besondere Stellung zu. In diesem Ursprüngliche Gelübde heißt es:
"Selbst wenn Ich die Buddhaschaft erlangen könnte, werde Ich doch den Stand der Vollkommenen Erleuchtung erst annehmen, sobald alle fühlenden Wesen in den zehn Richtungen, die Mir wahren Herzens vertrauen und in Mein Land hingeboren zu werden wünschen und vielleicht nur zehnmal Meinen Namen anrufen, in Mein Reich eingehen werden. Davon ausgenommen sind nur die Sünder der Fünf Abscheulichkeiten und die Tadler der Rechten Lehre."
Mit diesem Gelübde überträgt Amida Buddha allen fühlenden Wesen Seine unermesslichen Verdienste und Tugenden, die er selbst in fünf Weltzeitaltern erworben hat. Mit diesen Verdiensten und Tugenden schenkt er den Wesen aber auch das Wahre Vertrauen in Seine Befreiungstat. Um das Leiden für alle Zeiten zu überwinden und die Höchste Erleuchtung erlangen zu können, bedarf es alleine des Wahren Vertrauens, - Shinjin -, auf die Gelübde-Kraft Amida Buddhas , denn er ist der Buddha des grenzenlosen Lichts und des grenzenlosen Lebens und der Buddha der unendlichen Güte und der unergründlichen Weisheit. Shinran Shonin sagte einst:
"Alle, die auf diese leidvolle Welt verzichten und nach der Hingeburt zum Reinen Land streben, die in ihren Handlungen und Überzeugungen verwirrt sind, deren Geist getrübt ist und denen es an Weisheit fehlt, die mit schweren Übeln und mannigfachen Behinderungen belastet sind, sollten Shayamuni Tathagatas Bitte folgen und ausschließlich der Praktik des Nembutsu folgen und alleine das Wahre Vertrauen aufrecht erhalten."
Als Shin Buddhisten lernen wir also, daß Amida Buddha vor unendlich langer Zeit bereits alles getan hat, um uns verwirrten Menschen die Befreiung zu schenken. Shinran Shonin erkannte, daß wir als ganz normale Menschen zu keiner tugendhaften Tat wirklich fähig sind, denn alle unsere Taten sind getrübt durch den Einfluss unseres Egos und somit nicht vollkommen rein. Durch die Anrufung des Namens Amidas, geben wir uns voller Vertrauen in die Hand Buddhas und überlassen Ihm unsere Befreiung aus dem Samsara. (Daseinskreislauf von Leben und Tod)
Selbst die Fähigkeit zur Anrufung des Namens "Namo Amida Butsu" wird uns vom Buddha selber geschenkt, denn nach Shinran Shonin sind wir selber zu keiner reinen Tat fähig und können so durch unsere eigenen Kraft nichts wirklich Reines tun. Die andere Kraft, nämlich die Gelübdekraft Amida Buddhas, befreit uns. Diese Kraft lässt uns den Namen anrufen, aus Dankbarkeit für seine Güte und als Ausdruck unseres Vertrauens in sein Ursprüngliches Gelübde. Amida Buddha schenkt uns sein Herz und macht das Unsrige zu Seinem. Dies tut er durch seinen Namen " Namo Amida Butsu". Den Namen Amidas in nur einem Moment der Offenheit und des Vertrauens ausgesprochen lässt uns Shinjin erfahren. Shinjin, das unerschütterliche Vertrauen in "Namo Amida Butsu" und das unbegrenzte Vertrauen in die Gelübdekraft Amida Buddhas. Durch "Namo Amida Butsu" sind wir bereits schon jetzt befreit, wir wissen um unsere Hingeburt ins Reine Land und gehören zu jenen die nicht wieder umkehren, um im Kreislauf von Leben und Tod weiter zu leiden. Der Buddha befreit uns so wie wir sind. Unwissende , verblendete und leidenschaftsbehangende Wesen.
Namo Amida Butsu ! Namo Amida Butsu ! Namo Amida Butsu !
Namo Amida Butsu Namo

Shinran Shonin


frei von Shaku Chisho

Südwestlich von Kyoto lag das kleine Dorf Hino. Hier wurde im Mai des Jahres 1173 Matsuwakamaru geboren. Seine Familie war adelig und gehörte dem Geschlecht der Fujiwara an. Schon früh verlor Matsuwakamaru seine Mutter und man sagt, daß sein Vater sich in späteren Jahren völlig dem spirituellen Leben verschrieben habe. So beschloss Matsuwakamaru schon sehr früh ins Kloster zu gehen und trat im Jahr 1181 in den Shoren-in Tempel ein. Von dort aus wechselte er dann nach Eshin-in, einem buddhistischen Zentrum auf dem Berg Hiei, von wo aus auch später noch andere hervorragende Lehrer ihren Weg nahmen. Auf dem Berg Hiei studierte Shinran zwanzig Jahre lang die Lehren Buddhas. Er erkannte aber, daß das von ihm erhoffte Ziel der Erleuchtung, für ihn, so nicht zu erreichen war. Enttäuscht verließ er den Berg Hiei und zog sich in den Rokkaku-do Tempel zurück, wo der Bodhisattva Avalokitesvara verehrt wurde. Er hoffte in einem hunderttägigen Retreat über den Bodhisattva und den Prinzen Shotoku, dieser war Gründer des Tempels, die Befreiung zu erlangen. Kurz vor Ablauf seines Retreats hatte Shinran eine Art Traum. Der Prinz Shotoku forderte ihn auf den bekannt gewordenen Meister Genku aufzusuchen und seinen Lehren zu folgen. Unverzüglich machte Shinran sich auf den Weg und wurde einer der eifrigsten Schüler des Meisters Genku. Meister Genku oder auch Honen genannt, begründete die Jodo- shu Tradition, die man auch Schule des Reinen Landes nennt. Meister Honens Lehren bezogen sich auf die drei Reinen Land Sutren, in dessen Mittelpunkt die Verehrung und das Vertrauen in den Buddha Amida stand. Amida Buddha wird all jenen den Weg ins Reine Land ebnen, die vertrauensvoll seinen Namen - Namu Amida Butsu - anrufen und es wünschen in dieses Reine Land hineingeboren zu werden. Amida Buddha versprach, in den Sutren, allen Menschen die Befreiung aus dem Daseinskreislauf und somit die Erlösung vom Leiden, vollkommen unabhängig von ihren Fähigkeiten, ihrem Ansehen oder ihrer Bildung. Männern wie Frauen war dieser Weg zur Befreiung durch Amidas Güte möglich und so verbreitete sich Honen Lehre sehr schnell und wurde sehr populär. Sehr zum Ärgerniss der traditionellen Schulen im Land und so war es nicht verwunderlich, daß Honens Lehren bald verboten wurden und er in die Verbannung geschickt wurde. Mit ihm wurde auch Shinran verbannt, wobei es ihm nicht gestattet war seinem Meister zu folgen. Shinran wurde nach Kokobu verbannt, wo er später seine Frau Eshin-ni kennenlernte und sie heiratete. Dies war eine Angelegenheit, die es zuvor nicht gab. Ein Mönch der heiratete war zu dieser Zeit unvorstellbar. Shinran nannte sich auch später deshalb; "weder Mönch noch Laie". Shinran fuhr fort die Nembutsulehren seines Meisters zu verbreiten und fand großen Zuspruch. Als dann seine Begnadigung im Jahre 1211 erfolgte, zog Shinran einige Jahre später mit seiner Familie nach Hitachi und verbreitete auch dort die Lehren von Amida Buddhas Güte. Hier gründete Shinran im Jahre 1224 "die Wahre Schule des Reinen Landes" - Jodo-Shin-Shu. Erst nach zwanzigjähriger Lehrtätigkeit und Verbreitung seiner Nembutsulehren kehrte Shinran nach Kyoto zurück und verstarb dort fast neunzigjährig im Jahr 1262.

Dienstag, 10. Juni 2008

von Kogyo Ilona
frei nach „A Primer of Shin Buddhism“
von George Gatenby und John Paraskevopoulos


Wer ist Amida Buddha? Was ist das Reine Land?

Amida (Im Sanskrit: Amitabha und Amitayus) ist der Buddha des ungehinderten Lichtes und des unendlichen Lebens). Er ist eine Manifestation (ein Ausdruck) dessen, was im Mahayana als Dharmakaya bekannt ist. Der Dharmakaya transzendiert/ übersteigt Zeit und Raum und ist zur selben Zeit in allen Dingen und allen Wesen zu finden. Der Dharmakaya ist die grundlegende Essenz allen Seins und besitzt die Eigenschaften: vollkommene Weisheit, vollkommenes Mitgefühl und vollkommene Freude. Das Ziel des Mahayana ist es für sich selbst und für alle Anderen vollkommenes Glück und vollkommene Freude, also die Erleuchtung zu erlangen.

Der Dharmakaya ist nicht mit dem Verstand zu erfassen. Wir können ihn durch Prajna erfahren. Prajna ist eine intuitive Fähigkeit, die Dinge so zu sehen wie sie sind, ungehindert durch die Filter und Urteile der Persönlichkeit.
Sehr wenige Menschen haben die Fähigkeit, Prajna durch Meditation und andere Praktiken in sich zu entwickeln.
Deshalb hat sich der Dharmakaya als Amida Buddha manifestiert.

Man könnte sagen, dass Amida Buddha ein persönliches Gesicht des formlosen Absoluten ist und ein Mittel, durch das ganz normale unvollkommene Menschen in der Lage sind, sich dem Absoluten anzunähern.
Amida Buddha ist ein Ausdruck des Mitgefühls des Dharmakaya, um die vom Leiden zu befreien, die nicht aus eigener Kraft dazu in der Lage sind.

Im Mahayana gibt es die Drei – Körper – Lehre (Trikaya).
Der erste Körper ist der Dharmakaya, das Absolute oder Formlose.
Der zweite Körper ist der Sambhogakaya. Jede Manifestation des Absoluten in transzendenter Form. Der Sambhogakaya ist mit dem so genannten dritten Auge zu sehen. Amida Buddha ist ein Sambhogakaya Buddha.
Der dritte Körper heißt Nirmanakaya und ist eine Manifestation des Absoluten in materieller Form. Der historische Buddha Shakyamuni ist ein Nirmanakaya Buddha.

Die Geschichte Amida Buddhas wird in den Sutren der Reinen Land Schule erzählt.
Ein mächtiger König hörte die Lehre des Buddha und wurde von Sehnsucht nach der Erleuchtung erfüllt. Er gab sein Königreich und seine Krone auf und wurde ein Mönch mit dem Namen Dharmakaya (Schatzkammer des Dharma). Er hatte den großen Wunsch, alle Wesen vom Leiden zu befreien und legte in Gegenwart des Buddha Lokeshvararaja 48 Gelübde ab. Besonders wichtig für Shin – Buddhisten ist das 18. oder Urgelübde. In diesem versichert Dharmakaya, dass er die vollkommene Erleuchtung erst annehmen wird wenn alle Wesen, die ihm vertrauen, etwa 10x seinen Namen sagen und sich danach sehnen in sein Reines Land hineingeboren zu werden, dies auch schaffen. Damit sind wir bei einem anderen wichtigen Punkt des Gelübdes, dem Reinen Land. Ziel von Dharmakaya war es, ein Reines Land zu schaffen, einen Bereich, in dem ideale Bedingungen herrschen, um ohne Hindernisse Nirvana zu erreichen.
Dharmakaya hat 5 Kalpas (Aeonen oder Weltzeitalter) gearbeitet (meditiert, studiert, viele schwierige Praktiken erfolgreich praktiziert) um seine Gelübde zu erfüllen und sein Reines Land zu schaffen. Vor langer Zeit hat er sein Ziel erreicht und ist seitdem der Buddha Amida. Seitdem hat er unzähligen Wesen geholfen, sein Reines Land zu erreichen.

Wichtig an der Geschichte von Dharmakaya und Amida Buddha ist die Tatsache, dass das Formlose Absolute Form annimmt, damit wir es besser verstehen können.

Das Reine Land wird in den Sutras ganz genau beschrieben. Zum Beispiel soll es dort Seen geben, deren Boden ganz aus Edelsteinen besteht, wunderbare Musik, wunderschöne Blumen, die vom Himmel regnen usw. Diese Beschreibungen sollen zeigen, dass alles, was wir uns wünschen mögen und alles was wir brauchen, im Reinen Land vorhanden ist. Damit soll es leichter werden, sich die Erleuchtung zu wünschen. Unter dem Formlosen Absoluten können sich die meisten Menschen nichts vorstellen.

Der Buddha und sein Land der Freude sind im Grunde ein und dasselbe.
Mit den verschiedenen Bezeichnungen werden verschiedene Aspekte des Dharmakaya beschrieben.
Amida und wir sind verbunden. Getrennt sind wir nur in unserer Vorstellung.
Amida befindet sich im Kern aller Dinge und Wesen. Diese Allgegenwart der höchsten Realität wird auch Buddhanatur genannt. Weil wir alle Buddhanatur besitzen, können wir die Einheit mit dem Buddha erleben und erleuchtet werden.

Das Licht des Buddha ist unendlich, weil es keinen Ort gibt, den es nicht erreicht und nichts, was es nicht durchdringt. Dieses Licht hilft uns unsere Begrenzungen und Unfähigkeiten zu sehen, die uns vom Buddha trennen. Dieses Licht führt uns auch sicher durchs stürmische Wasser unserer unsicheren Existenz und ins Reine Land.

Montag, 9. Juni 2008

Liebe Weggefährten und Freunde,

Unsere Tradition gehört zum Mahayana Buddhismus. Grundlegende Praxis ist aber nicht die Übung von Meditationstechniken wie etwa im Zen, sondern das Entwickeln gläubigen Vertrauens ("shinjin") zur Fürsorge des transzendenten Buddha Amida (Amitabha), was bereits der historishe Buddha Shayamuni als buddhistisches Hilfsmittel für den Weg der Laien empfahl. In der Anrufung des Namens des Amida Buddha -Namu Amida Butsu ( "Ich nehme meine Zuflucht zu Amida Buddha" ) werde ich mir der Befreiung durch den Amida Buddha vertrauensvoll bewußt und hierin zeigt sich die Relativierung des eigenen Bemühens. Der Kern der Rezitationen in unserer Tradition bilden die Drei Reinen Land Sutren und die Werke unseres Gründers Shinran Shonins. Unsere Gemeinschaft wurde 1996 auf Initiative von Rev. Jotoku Thomas Moser und Dr. Achim Willfahrt gegründet. Ziel war und ist es die Lehren des Jodo Shin Shu Buddhismus in Deutschland zu verbreiten und einen Platz zu geben. Hierzu wurde der bisher einzige deutsche Shin Andachtsraum (Tempel) in Bad Reichenhall gegründet. Unsere Gemeinschaft steht in freundlichen Kontakt mit anderen buddhistischen Traditionen und wir richten gemeinsame Veranstaltungen aus. Informationen zu Veranstaltungen und Andachten in unserer Tradition können Sie unserer Webseite entnehmen. Ich hoffe Ihnen hiermit einen kleinen Einblick verschafft zu haben, verspreche aber das noch viele weitere Informationen folgen werden.

In Gassho und Namu Amida Butsu

Shaku Chisho

Sonntag, 8. Juni 2008

Ganz herzlich willkommen



Schön, dass Sie zu uns gefunden haben.
Wir, eine kleine buddhistishe Gemeinschaft wollen Sie über unsere Lehre, unseren Weg und unser Streben im Alltag informieren. Unser Bestreben ist es also, ihnen die Lehre Buddhas näher zu bringen. Es gibt viele buddhistische Richtungen, sogenannte Traditionen. Wir gehören
zur Tradition des Reinen Land Buddhismus, nach der Auslegung unseres japanischen Meisters und Gründers Shinran Shonins. Unser Haupttempel befindet sich in Japan und gehört mit zu der größten japanischen Shulrichtung des Buddhismus. Oberhaupt unseres Tempels, dem Nishi Hompa Hongan-ji in Kyoto, ist seine Exzellenz Monshu Koshin Otani. Er ist direkter Nachkomme unseres Gründers Shinran Shonin. Die Jodo Shinshu Tradition ist in vielen Ländern dieser Welt vertreten und auch in Deutschland gibt es eine kleine Gemeinschaft. Wir, die Buddhistische Gemeinschaft Jodo Shinshu Deutschland sind Mitglied im Dachverband der Deutschen Buddhistischen Union und der Europäischen Buddhistischen Union und somit eingebunden in der großen Gemeinschaft all jener Menschen , die die Lehre Buddhas folgen möchten.
Wie wir dies in unserer Tradition tun, was in unserem Mittelpunkt steht und wie wir die Lehre Buddhas und unseres Gründers leben, davon soll hier berichtet werden.
Also, bleiben Sie neugierig und schauen Sie doch öfter einmal bei uns rein. Wir jedenfalls würden uns freuen Sie so oft möglich begrüssen zu dürfen.

In Gassho
Ihr Shaku Chisho