Anjin-Do

Anjin-Do

Sonntag, 21. Dezember 2008

Eine schöne Zeit


Liebe Weggefährten und Dharmafreunde,


jedes Jahr um diese Zeit wird mir bewußt, was der Buddha mit Anicca, der Vergänglichkeit, zum Ausdruck brachte. Rückblickend sehen wir die Tage der Freude, der Anstrengung, der Enttäuschungen und vielleicht auch des Glücks. Und doch - es ist vorüber - was immer es auch war. Gerade jetzt, wo die Tage kürzer sind und uns die warme Sommersonne nicht mehr lockt und die Ablenkungen etwas weniger geworden sind, tun sich Momente der Stille auf. Momente der Reflektion und des Innehaltens und so manch einem wird dabei ganz anders. Was habe ich erreicht? War so vieles wirklich nötig? Warum war es so und nicht ganz anders? Fragen, die sich viele Menschen in dieser Zeit stellen und die gerade in der christlich geprägten Kultur immer wieder ein Anlass zur Suche nach einem Halt und nach Hoffnung sind.
Und wir Buddhisten?
Das Gesetz von Ursache und Wirkung erübrigt, wenn richtig betrachtet, diese Fragen und verweist immer wieder auf uns selbst und auf das, was wir mit und für unser Leben tun. Ja, was wir für uns selbst und für andere tun! Erreicht haben wir, was es zu erreichen gab. Vieles war nötig, weil unser Karma reifte und nur deshalb war es so, wie es war und nicht anders. Gegen Ende diesen Jahres wünsche ich Allen eine Zeit des Innehaltens und der Reflektion, der Stille und der Ruhe, des Friedens und der Hoffnung, - auch Hoffnung auf das eigene Erkennen, dass was immer uns auch traf, nur wir selbst den Grundstein dazu legten .


Der Weg aus Samsara
-Namuamidabutsu-
Zuiken Inagaki Sensei


Ich wünsche allen Freunden eine friedliche Zeit und ein frohes neues Jahr 2009!

in Gassho

Euer Shaku Chisho



Yo no naka annon nare
Möge Frieden und Harmonie die ganze Welt durchdringen

Dienstag, 2. Dezember 2008

Bin ich wirklich ein Versager?



Liebe Dharmafreunde,
nach dem vorhergegangenen Beitrag mag sich so mancher nun fragen: "Bin ich denn wirklich ein Versager"? "Möchte ich diesem Club von Idioten überhaupt angehören"? Was meint denn dieser Reverent, wenn er davon spricht, daß wir spirituell anonyme Alkoholiker sind?

Shinran Shohnin sagte von sich selber;

"mein Herz ist voller Schlangen und Skorpione" und "Amida tat das Gelübde aus Erbarmen darüber, daß wir vielerlei Leidensschaften verhaftet sind und durch keine Läuterung vom Samsara erlöst werden können".

Nun, ich möchte einmal einen kleinen Erklärungsversuch starten.

Ziel einer jeden buddhistischen Praxis ist die Läuterung (Reinigung)des Geistes und damit der Versuch, die Realität so wahrzunehmen, wie sie in Wirklichkeit ist. Durch die vielen Methoden, die uns Buddha Shakyamuni gezeigt hat,sollen wir versuchen, die drei Grundübel - Gier ,Haß und Verblendung - zu überwinden.

Shinran Shonin hat diesen Versuch zwanzig Jahre als Mönch der Tendai-Tradition unternommen, nur um letztlich festzustellen, daß er keinen nennenswerten Fortschritt gemacht hatte. Er erkannte, daß Gier ,Haß und Verblendung immer noch in seinem Geist vorhanden waren und so sehr er sich auch bemühte, diese loszuwerden, er es nicht schaffte.

Um nicht allzu theoretisch zu werden hier ein Beispiel für die heutige Zeit.

Als Buddhisten sollten wir bemüht sein liebende Güte, Mitgefühl und Gleichmut zu entwickeln. Viele bemühen sich auch sehr ernsthaft um diese Geisteszustände. Aber, da hat jemand einen dringenden Termin und schafft es kaum pünktlich zu sein. Als er sein Ziel erreicht, wird ihm der letzte Parkplatz vor der Nase weggeschnappt. Oder , man hatte einen harten Tag und hat nur den einen Wunsch, endlich schlafen zu können. Der Nachbar nebenan feiert gerade heute seinen runden Geburtstag und an schlafen ist nicht zu denken. Oder, im Kaufhaus gibt es nur noch den einen Artikel, den ich dringend brauche und dann höre ich, daß der Artikel schon verkauft ist.

Ich könnte sicher mit den Beispielen endlos fortfahren, aber ich denke, es macht deutlich, was Shinran Shonin meinte, wenn er davon spricht,"Mein Herz ist voller Schlangen und Skorpione."

Wieviele von uns haben die Erfahrung gemacht, daß trotz harter Übung und jahrelanger Praxis- Gier,Haß und Verblendung im Geist verankert bleiben!?

Diese Erkenntnis ist es, wenn Rev. Josho davon spricht, daß der Jodo Shinshu Pfad mit dem Gefühl des Versagens beginnt. Erst wenn ich für mich völlig klar habe, daß jede noch so ernst gemeinte Übung mir keinen Erfolg bringt und ich trotz jahrelanger Praxis keine Änderung meiner Gemütszustände erfahre, ja dann bin ich bereit den Pfad der "anderen Kraft" - (Tariki) zu betreten.

Es sollte also so verstanden werden, daß wir nicht besonders dumme Menschen sind, sondern eigentlich das Gegenteil der Fall ist. In der heutigen Zeit wird großen Wert
auf Bildung und Intelligenz gelegt. Nein, der Club der Idioten ist ein Club von Menschen, die sich ihrer spirituellen Unfähigkeiten bewußt geworden sind und sich aufgrund dieser Erkenntnis dem grenzenlosem Erbarmen Amida Buddhas überlassen.

Namo Amida Butsu

in Gassho
Euer Shaku Chisho

Montag, 1. Dezember 2008

Eintritt in den Jodo Shinshu Pfad



von Rev. Josho Cirlea
(frei übersetzt v. Shaku Chisho)

Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber ich möchte nocheinmal auf die grundlegenden Dinge meiner Tradition hinweisen, so dass sie Jeder verstehen kann, besonders Jene , die neu hinzukommen.

Den Pfad in Jodo Shinshu zu betreten ist wie Mitglied bei den Anonymen Alkoholikern zu werden und zu realisieren; "Hallo, mein Name ist Josho und ich bin Alkoholiker."

In Jodo Shinshu sagt man nicht etwas wie, "Mein Name ist Josho und ich kann ein Buddha werden", aber so etwas wie, "Mein Name ist Josho und ich bin voller blinder Leidenschaften, unfähig mich selber zu heilen".

Während es in anderen buddhistischen Schulen wichtig ist die Möglichkeit zur Buddhaschaft für alle Wesen zu erkennen, wie es bei Shakyamuni der Fall war,beginnt der Weg in Jodo Shinshu mit einem Gefühl des Versagens. Wenn du 100% überzeugt bist, die Buddhaschaft nicht zu erreichen, dann bist Du für den Jodo Shinshu Pfad bereit.
So lange Du noch den kleinsten Gedanken davon hast, persönliche Verdienste ansammeln zu können oder so etwas wie "ich kann", kannst du es nicht sehen und das Tor zur Geburt ins Reine Land nicht durchschreiten.

Amida Buddhas Reines Land ist wie ein Land, wo jeder einwandern kann, ohne die geringsten Voraussetzungen. Kein Visa, keine speziellen Fähigkeiten, Nichts. Shinran sagte:

"Das ist der Weg der leichten Praxis, dem die folgen können, die ungenügende Fähigkeiten besitzen, es ist die Lehre, die nicht unterscheidet zwischen den Guten und den Bösen".

Somit ist die Jodo Shinshu Sangha wie ein Club von Idioten oder Anonymen Alkoholikern, im Vergleich zu den guten Buddhisten, die immer ruhig sind und bereit für die Erleuchtung, so wie einst Shakyamuni.

Wenn du in diesen Blog schaust, in der Hoffnung etwas Interessantes über Losgelöstheit zu finden oder darüber wie fähig die Menschen zum Guten sind oder welche Fähigkeiten sie zur spirituellen Erkenntnis haben, dann bist du hier falsch.
Aber wenn du Dich selber immer mehr als zur Gruppe spiritueller Alkoholiker gehörend erkennst, oder zu Jenen, die unfähig sind eine wirkliche Praxis auszuüben, die zur Perfektion im "Hier und Jetzt" führt, in der Mitte von Leiden und Elend aller Art, dann könnte dieser Blog Dir sehr helfen und ich möchte Dich herzlich willkommen heißen in diesem "Club".

Ich möchte es nochmals wiederholen: Der Pfad im Jodo Shinshu beginnt mit dem Gefühl des Versagens.

Montag, 10. November 2008

Bericht aus der Berliner Sangha



von Kogyo Ilona

Die Berliner Sangha trifft sich im Allgemeinen einmal in der Woche.
Unsere Treffen dauern meist zwei bis drei Stunden.
In der ersten halben Stunde sitzen wir in der Küche und unterhalten uns über die vergangene Woche, Shin - Buddhismus in unserem Alltag und über alles Mögliche.
Dann wird es ernst. Wir gehen in mein Wohnzimmer und nehmen für unsere Andacht vor dem Altar Platz. Wir rezitieren am Anfang die dreifache Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha. Zuerst dreimal in japanisch, dann dreimal in deutsch.
Danach sitzen wir 5-10 Minuten schweigend mit geschlossenen Augen vor dem Altar.
Wir singen/ rezitieren eine Hymne, z.B. das Juseige, das Sambutsuge oder das Shoshinge. Danach das Tan - Nembutsu – Eko und das Nembutsu. Lassen dieses dann 5-10 Minuten auf uns wirken. Dann lese ich einen Text vor oder biete eine kleine geführte Meditation an. Die Andacht dauert immer ca. eine halbe Stunde.
In dieser Woche ging es in der geführten Meditation um die Ausstrahlung eines Buddha. Schon in ganz frühen buddhistischen Schriften wird berichtet, dass die Menschen zum Teil Zuflucht zum Buddha genommen haben, bevor sie eine einzige Lehrrede von ihm gehört haben. Sie waren einfach von der Ausstrahlung seiner Persönlichkeit überwältigt. In meiner kleinen Meditation haben wir versucht, uns vorzustellen, wie der Buddha Amida auf uns wirken würde, wenn er als Mensch vor uns stünde. Wie würde er sitzen, stehen, gehen? Wie würde er uns ansehen? Wie wäre sein Gesichtsausdruck, die Haltung seiner Hände usw.
Nach der Andacht haben wir uns wie immer mit Tee und Keksen in die Sitzecke begeben. Wir haben über die geführte Meditation gesprochen, darüber, was jeder von uns dabei erlebt hat. Die Vorstellung des Buddha Amida hat uns alle berührt und wir fühlten uns ihm nahe.
Nicht jede Meditation oder jeder Text kommt so gut bei allen an. Ich höre auch schon mal: damit konnte ich jetzt nicht so viel anfangen. Oder: ich war so müde, ich bin fast eingeschlafen. Oft unterhalten wir uns jedoch lebhaft über unsere jeweiligen Erlebnisse und manchmal wird ein längeres Gespräch daraus.
Wenn nicht, biete ich ein vorbereitetes Thema an, einen kleinen Dharmatalk.
Oder jemand hat Fragen zu einem bestimmten Thema, zur Umsetzung des Dharma im Alltag usw. und daraus entsteht ein abendfüllendes Gespräch.

Freitag, 7. November 2008


Beitrag von Kogyo Ilona

Namu Amida Butsu

Das Nembutsu hallt durch das ganze Universum.
Es gibt kein Gutes, das stärker ist als das Nembutsu.
Es gibt kein Böses, das stärker ist als Nembutsu.

Es gibt ein Herz, das inmitten der Welt schlägt.
Ein Herz voller Mitgefühl, Liebe und Weisheit.

Der Buddha Amida und das Nembutsu
sind immer
ganz in meiner Nähe.
Doch wo bin ich?

Namu Amida Butsu

Samstag, 1. November 2008


Vom 06.Juli 2008

von Rev. Josho A. Cirlea
(frei übersetzt von Shaku Chisho)

„Wenn ich tief über Amidas mitfühlendes Gelübde nachdenke,
erkenne ich, dass es nur für mich getan wurde, Shinran.“

Wenn Du nicht an den Punkt kommst, zu denken, dass die Lehre an Dich persönlich adressiert ist, dann ist alles umsonst.

Behandle den Dharma als ob Shakyamuni, Amida, Shinran, Rennyo und all die anderen Patriarchen direkt zu dir sprechen. Denke sie stehen genau vor Dir und meinen Dich.

Und dies ist nicht nur ein Symbol, sondern die Wahrheit. Erfasse die Lehre als exklusive, intime, freundliche und mütterliche Beziehung zwischen Dir und Amida Buddha.

Er behandelt fühlende Wesen nicht als Nummern, sondern spricht jeden Einzelnen an, sodass seine Beziehung mit Dir ist, wie die Beziehung einer Mutter mit ihrem Kind.

Denke, das Amida Buddha sich an Dein persönliches Leiden wendet, an alle Formen des Leidens, die sich in Deinem Leben zeigen und das er Dich ein für allemal heilen möchte.

Ersetze das Word „Shinran“ mit Deinem eigenen Namen und sage:

„Wenn ich tief über Amidas mitfühlendes Gelübde nachdenke, erkenne ich, dass es nur für mich getan wurde,…“

Namo Amida Butsu

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Sangha


von Rev. Shogon Harry Pieper
(Dieser Text wurde anlässlich des Vesakh-Festes am 23.4.1967 im Berliner Shin-Tempel als Predigt gehalten.)

Sangha – Gemeinschaft
Es ist natürlich und menschlich verständlich, daß der Buddha, der
Erhabene und Vollkommen Erwachte, als Verkünder der Lehre und
des vom Leiden befreienden Pfades Seinen festen Platz in unserem
Bewußtsein und damit in unserem Denken hat – und ebenso die Lehre
und der sich aus ihr ergebende Pfad, der uns sicher zu dem so sehr ersehnten
Ziel der endgültigen Befreiung vom Kreislauf der Geburt und
des Todes und damit vom Leiden führt.

Ich habe aber wiederholt darauf hingewiesen, daß wir als Buddhisten
nicht nur zur Lehre, über die so gern und so viel geredet und diskutiert
wird, und zum Buddha als ihrem Verkünder Zuflucht genommen
haben und ständig Zuflucht nehmen, sondern daß wir gehalten
sind, Zuflucht zu den „Drei Kostbarkeiten“ zu nehmen, nämlich zum
Buddha, zur Lehre und zur Gemeinschaft, dem S a n g h a !
Wir müssen uns klar machen, daß diese drei Kostbarkeiten eine
Einheit darstellen und daß alle drei, obwohl in einer Reihenfolge aufgezählt,
nicht als erstes, zweites und drittes Juwel zu betrachten sind,
womit dem Sangha, der Gemeinschaft, ein dritter Rang zugewiesen
wäre, sondern daß alle drei Juwelen gleichwertig nebeneinander und
miteinander bestehen!

Aus den bisher angestellten Betrachtungen des Sangha hat sich bereits
herausgeschält, daß wir im Sangha nicht nur den noch bestehenden
Mönchsorden sehen, sondern eine Gemeinschaft aller, die auf
dem gleichen Pfad dem gleichen hohen Ziel zustreben, vor allem all
derer, die auf dem Pfad der von Shinran Shônin wiederaufgezeigten
Praxis des Nembutsu – des ständigen Denkens an Buddha – der Hingeburt
ins Lautere Land zustreben, um dort frei von allen Hindernissen
das höchste Ziel der Vollkommenen Erleuchtung und der damit
verbundenen endgültigen Befreiung vom Leiden zu verwirklichen.
Heute möchte ich nun aber in der Deutung des Begriffs Sangha
noch weiter gehen, denn die Lehre des Erhabenen ist zu weit und zu
tief, um sich in irgendeiner Weise abgrenzen zu lassen.

Wir wissen, daß in den alten Schriften wiederholt davon die Rede
ist (und Shinran Shônin hat auch immer wieder darauf hingewiesen),
daß der Buddha 84000 Tore zum Nirvâna geöffnet hat, um allen Wesen
entsprechend ihrer Anlagen und Charaktere den Eintritt zu ermöglichen.
Wir dürfen hieraus nun einmal ganz nüchtern und logisch den
Schluß ziehen, daß der Shin-Pfad des Buddhismus, obwohl für uns der
beste, durchaus nicht den einzigen Weg bzw. die einzige Methode zur
Verwirklichung des Ziels darstellt. Die Richtigkeit dieser Schlußfolgerung
kann als bewiesen betrachtet werden durch die Existenz zahlreicher
Schulen innerhalb des Buddhismus, von denen sich eine jede auf
echte Buddha-Lehre gründet und einen der 84000 Wege praktiziert.
Auf dieser Tatsache beruht wiederum eine andere, daß nämlich die
Schulen des Buddhismus einander nicht rivalisierend oder gar feindlich
gegenüberstehen, sondern miteinander bestehen wie die Zweige
eines Baumes, die mit dem gleichen Stamm verwachsen sind. Und wie
dieser Stamm, solange der Baum lebendig ist, immer neue Äste und
Zweige natürlich wachsend hervorbringt, so sind auch im Laufe der
Jahrtausende bis in die Gegenwart hinein am Stamm der Buddha-
Lehre immer wieder Äste und Zweige gesprossen, die den besten Beweis
für die ungebrochene Kraft der Lehre erbringen.
Die verschiedenen Sekten bzw. Schulen innerhalb des Buddhismus
dürfen also keinesfalls als Absplitterungen angesehen werden, sondern
als das, was sie nach den soeben angestellten Überlegungen wirklich
sind, nämlich Beweis für die Lebendigkeit der Lehre, denn nur ein abgestorbener,
toter Baum bringt keine neuen Triebe, keine neuen Äste
und Zweige hervor.

Welche Konsequenzen ergeben sich nun daraus für uns als religiöse
Nachfolger des Erhabenen auf dem von ihm aufgezeigten Pfad?
Eigentlich weiter nichts als eine vorbehaltlose Toleranz allen anderen
Interpretationen und Praktiken gegenüber, die auf einer gleichen
religiösen Auffassung der Buddha-Lehre fußen und der Verwirklichung
des gleichen Zieles dienen, dem auch wir zustreben.
Es steht uns also nicht zu darüber zu richten, ob angewandte Praktiken
gut oder schlecht sind, zu nüchtern oder zu phantasiereich, denn
es ist sicher und durch die Lehre bestätigt, daß sie, wenn konsequent
geübt, zum gleichen Ziel führen! Es gibt keine Praxis, die für alle
gleicherweise dienlich ist, wie es der Erhabene auch erkannt und weshalb
Er den Weg auf so mannigfache Weise aufgezeigt hat.
Absolut und universal ist nur die Lehre an sich, und so sind denn
trotz unterschiedlicher äußerer Kennzeichen bzw. Methoden die vier

Heiligen Wahrheiten, der Heilige Achtfache Pfad und die daraus sich
ergebenden Konsequenzen die Basis, auf der alle Schulen bzw. Sekten
des Buddhismus ihre Praktiken zur Verwirklichung aufgebaut haben
und wodurch sie in ihrem innersten Wesenskern miteinander verbunden
sind.

Aus dieser Feststellung ergibt sich nun die einfache Schlußfolgerung,
daß der Sangha – die Gemeinschaft – nicht nur eine einzige
Schule bzw. Sekte ist, sondern die Gesamtheit aller, die gemäß der
Lehre des Erhabenen nach dem hohen Ziel der Befreiung vom Leiden,
vom Kreislauf von Geburt und Tod streben.
Daraus nun ergeben sich besonders für uns abendländische Buddhisten
neue Perspektiven für die Zukunft des Buddhismus im Abendland
und es hat den Anschein, als ob ähnliche Gedankengänge auch
schon an anderen Stellen vereinzelt im Entstehen begriffen sind.
Wir brauchen uns dabei nicht um unsere asiatischen Brüder und
Schwestern zu sorgen, denn was ich soeben hier ausgeführt habe, ist
ihnen zumeist eine Selbstverständlichkeit. Nur wir Abendländer sind
noch zu stark im „unterscheidenden Denken“ befangen (weil wir dazu
erzogen worden sind) und lassen in uns selbst den Gemeinschaftsgeist
immer wieder hemmen oder gar ertöten, weil wir die äußeren Merkmale
eben „unterscheiden“ und gewissenhaft „katalogisieren“ und dabei
das gemeinsame Streben nach einem gemeinsamen Ziel außer
Acht lassen. Solche Praxis aber widerspricht dem Geist der Buddha-
Lehre und es wäre gut, wenn wir sie mehr und mehr aufgeben, um
mehr Bewegungsfreiheit für das Wesentliche zu gewinnen, für das,
um dessentwillen wir die Lehre des Erhabenen für uns als Lebensweg
angenommen haben, zum Heil für einen jeden von uns und damit zum
Heil für viele.

Wenn ich zuvor von Perspektiven sprach, die sich aus einer dem
Geist der Lehre entsprechenden universalen Interpretation des Begriffs
Sangha ergeben können, so habe ich damit keinen „Organisationsplan“
gemeint, sondern vielmehr eine geistige Bruderschaft, innerhalb
welcher ein jeder ungehindert und ungestört den Weg geht, der seinen
Anlagen und seinem Charakter entspricht – ungestört und ungehindert,
weil es dann keine Diskussionen und Argumentationen über das
„wie und auf welche Weise“ geben kann, sondern nur noch gegensei4
tige Achtung und Ermutigung, die ein jeder noch dringend braucht,
solange er das Ziel noch nicht verwirklicht hat.
Eine aufgrund von (mehr oder weniger guten) Kompromissen gegründete
Organisation wäre wegen der nun einmal vorhandenen persönlichen
und menschlichen Schwächen eher eine Abschirmung gegen
den Geist der Lehre (wie es jede „Heilsbürokratie“ ihrem Wesen
nach ist) als ein Gefäß des Dharmakâya, des Geistes der Lehre, der
allein lebendig ist. Wenn aber eine soche auf den Buddha-Geist gegründete
Gemeinschaftlichkeit besteht, werden sich die Geister aus
den verschiedenen Schulen und Sekten stets zusammenfinden, die bereits
einen Hauch dieses Buddha-Geistes in ihrem eigenen Streben
verspürt haben, und sie werden dann in summa der Spiritus Rector
nicht nur ihrer eigenen Gruppe, sondern eines universalen Sangha
sein, der die Verkörperung des Dharmakâya in unserem Bereich darstellt!
Dieses hohe, ideale Ziel läßt sich aber nicht erstürmen, sondern alle
müssen gemeinsam da hineinwachsen. Es hat keinen Zweck, mit
edler Begeisterung auf andere einzureden und sie zu überreden.
Das einzig Zweckmäßige ist, daß wir in unserer kleinen Gemeinschaft
den uns gezeigten Weg der Praxis des Nembutsu, des ständigen
Denkens an Buddha, unbeirrt weitergehen, daß wir in diesem Denken
unsere Blickfelder beständig erweitern, begrenzte Begriffe dadurch
ausdehnen, zu immer weitergehenden Konzeptionen kommen und so
allmählich zu Ausstrahlungspunkten dieses Buddha-Geistes werden,
was in dem Maße Wirklichkeit wird, wie wir unser persönliches und
eingeengtes Selbst aufgeben.

Ich bin zuversichtlich in Bezug auf die weitere Entwicklung, denn
obwohl wir zahlenmäßig die kleinste buddhistische Gruppe sind, lassen
sich Auswirkungen erkennen, die darauf hindeuten, daß der Geist
der Lehre über unser noch recht persönliches Wirken hinausgeht.
Es bestätigt sich als Wahrheit, was Vasubandhu sagte, daß nämlich
das Licht des Buddha Amida allezeit und ungehindert das ganze Universum
durchdringt.
Je mehr Hindernisse wir aber in uns fallen lassen, umso stärker
wird das Licht scheinen, das Shinran Shônin in seinem Shôshin-
Nembutsu-Ge sinngemäß mit folgenden Worten preist:

Du bist das Licht, das ewig strahlt,
das Licht, das ohne Grenzen ist,
das Licht, das ohne Hindernisse
ganz unvergleichlich hell erstrahlt!
Du brennend Licht, Du reines Licht,
Du Licht der Freude und der Quell,
daraus der Weisheit Licht entspringt.
Du unaufhörlich strahlend‘ Licht,
das Menschengeist nicht fassen kann,
das Worte nicht beschreiben können!
Licht, dessen Kraft weit übertrifft
die Helligkeit von Sonn‘ und Mond!
Und alles lebt in Deinem Licht, dem Einen Licht,
das auf zahllose Welten strahlt!
Dein Licht scheint uns zu jeder Zeit
und schließt uns alle in sich ein:
es ist uns Führer Tag und Nacht
und beschützt uns auch zugleich.
Obwohl die Zweifel sind geschwunden,
sind doch noch Gier und Haß und Wahn
und zieh’n gleich Wolken über uns,
verdunkelnd wahren Glaubens Licht.
Das ist wohl so, als wenn am Himmel
die Sonn‘ von Wolken ist verdeckt:
wir seh’n sie nicht, doch dringt ihr Licht
trotzdem zu uns , denn

Licht ist immer!

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Zwei Vereine und ein Ziel

Erläuterung von Jan Marc Nottelmann-Feil

Das letzte Jahr war für die Jōdo Shinshū in Deutschland ein Jahr der organisato-rischen Neuordnung. Im Wesentlichen ging es darum, dass die zwei Vereine, die die Jōdo Shinshū in Deutschland repräsentieren, die EKŌ Gemeinschaft und die BGJ-D (Buddhistische Gemeinschaft Jōdo Shinshū Deutschland, vormals Shin-Do Verein) sich auf ihr eigentliches Wesen besonnen und ihre Aufgabenbereiche in gegenseitiger Abstimmung klar definierten.
Obwohl beide Vereine dasselbe Ziel verfolgen, nämlich die Förderung des Shin-Buddhismus in Deutschland bzw. Europa, unterscheiden sie sich doch durch ihre Geschichte und die Weise, in der sie gefördert werden. Während die EKŌ Ge-meinschaft stark mit dem EKŌ-Tempel und der dort ansässigen Numata-Gesellschaft (Bukkyō dendō kyōkai) verbunden ist, die eine private Förderungsinitiative für den Buddhismus darstellt und ursprünglich eine Art „buddhistische Bibelgesellschaft“ nach dem Vorbild der Gideonsbrüder war, ist die BGJ-D vom Nishi-Honganji immer als „Verein der Jōdo Shinshū in Deutschland“ (Doitsu Jōdo Shinshū kyōkai) verstanden und gefördert worden.Die EKŌ Gemeinschaft, ist also ein Förderungsverein, der mit seinen Aktivitäten den deutschen (aber auch den europäischen) Shin-Buddhismus nach Kräften unterstützt, die BGJ-D aber repräsentiert die Jōdo Shinshū in Deutschland, was nach bestehenden deutschen Gesetzen bisher nur in Form eines Vereins geschehen kann.
Beide Vereine haben also eine unterschiedliche Aufgabenstellung, unterschiedliche Möglichkeiten und unterschiedliche Partner in Japan. Dennoch stehen sie in einem besonderen Verhältnis zueinander, denn die Jōdo Shinshū Deutschland ist nunmehr klar die Religionsgemeinschaft, die durch die EKŌ Gemeinschaft gefördert wird. Andererseits wird ein erheblicher Teil der Aktivitäten des deutschen Shin-Buddhismus durch die EKŌ Gemeinschaft mitinitiiert und letztendlich erst möglich gemacht.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Einladung zum Hôonkô-Fest 2008

Liebe Dharmafreunde,

"Hoonko" ist der Todesgedenktag für unseren Gründer Shinran Shonin.

Wie in allen shinbuddhistischen Tempeln auf der Welt feiert auch der Eko-ji-Tempel in Düsseldorf diesen Gedenktag. Als Sangha kommen wir im Zentrum Europäischer Shinbuddhisten zusammen und gedenken dem Vermächtnis unseres Gründers in Dankbarkeit.
Wir begehen dieses Ereignis mit einem Seminar, feierlichen Zeremonien und der Möglichkeit Weggefährten aus ganz Europa wieder zu sehen.

Wie jedes Jahr findet am letzten Samstag im November, diesmal am 29. November um 14 Uhr, das Hôonkô-Fest im Düsseldorfer EKÔ-Tempel statt.

Das Thema des begleitetenden Seminars, das vom 28.11. bis 30.11. veranstaltet wird, ist diesmal das Shôshinge („Hymne über das wahre Vertrauen"), der wohl wichtigste Text der Shin-buddhistischen Liturgie. Referent wird diesmal einer der jüngeren Professoren der Ryôkoku-Universität, Prof. Nobuaki Matsuo, sein, der in seiner Einführung insbesondere den Aspekt der religiösen Erfahrung betonen möchte.

Alle Freunde des Shin-Buddhismus, auch Neuinteressenten, sind dazu herzlich eingeladen.



Um Euch anzumelden, schickt bitte eine E-Mail an yamada@eko-haus.de . Telefonische Informationen erhaltet Ihr unter 0211-577 918-244.

Freitag, 10. Oktober 2008

Buddhistisches Bekenntnis der DBU


Liebe Dharmafreunde,

die BGJ-D ist Mitglied der Deutschen Buddhistischen Union
und wie alle Mitgliedsgemeinschaften bekennen auch wir uns zu Buddha, Dharma und Sangha.
In der DBU haben die einzelnen Gemeinschaften sich auf ein grundlegendes und gemeinsames Bekenntnis verständigt. Dieses Bekenntnis soll deshalb auch in diesem Blog nicht fehlen.

in Gassho
Shaku Chisho

Buddhistisches Bekenntnis

Ich bekenne mich zum Buddha, meinem unübertroffenen Lehrer. Er hat die Vollkommenheiten verwirklicht und ist aus eigener Kraft den Weg zur Befreiung und Erleuchtung gegangen. Aus dieser Erfahrung hat er die Lehre dargelegt, damit auch wir endgültig frei von Leid werden.

Ich bekenne mich zum Dharma, der Lehre des Buddha. Sie ist klar, zeitlos und lädt alle ein, sie zu prüfen, sie anzuwenden und zu verwirklichen.

Ich bekenne mich zum Sangha, der Gemeinschaft derer, die den Weg des Buddha gehen und die verschiedenen Stufen der inneren Erfahrung und des Erwachens verwirklichen.

Ich habe festes Vertrauen zu den Vier Edlen Wahrheiten:

Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.
Ich habe festes Vertrauen in die Lehre des Buddha:

Alles Bedingte ist unbeständig.
Alles Bedingte ist leidvoll.
Alles ist ohne eigenständiges Selbst.
Nirvana ist Frieden.
Ich bekenne mich zur Einheit aller Buddhisten und begegne allen Mitgliedern dieser Gemein­schaft mit Achtung und Offenheit. Wir folgen dem Buddha, unserem gemeinsamen Lehrer und sind bestrebt, seine Lehre zu verwirklichen. Ethisches Verhalten, Sammlung und Weisheit führen zur Befreiung und Erleuchtung.

Ich übe mich darin, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen, Nichtgegebenes nicht zu nehmen, keine unheilsamen sexuellen Handlungen zu begehen, nicht unwahr oder unheilsam zu reden, mir nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein zu trüben.

Zu allen Lebewesen will ich unbegrenzte Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut entfalten, im Wissen um das Streben aller Lebewesen nach Glück.

Sonntag, 21. September 2008

Liebevolle Rede

Kogyo Ilona Evers

Das Üben der Rechten oder liebevollen Rede steht im Shin – Buddhismus nicht im Zentrum.
Für uns ist das Vertrauen in den Buddha Amida und die befreiende Kraft des Nembutsu das Wichtigste. Aber auch wir bemühen uns, uns so heilsam wie es uns möglich ist zu verhalten. Auch in unserem eigenen Interesse, denn
unsere Lebensqualität kann sich dramatisch erhöhen, wenn wir bewusster mit unseren Worten umgehen.
Worte können Wunder bewirken. Worte können uns ins Herz treffen.
Worte können uns zu Herzen gehen.
Manchmal ist es sehr wichtig, die richtigen Worte zu finden, um etwas zu erklären oder um etwas zu verstehen.

Wahrhaftigkeit oder Wahrheit und Lüge:
Wir können Menschen, die meinen, was sie sagen und tun, was sie sagen, eher vertrauen. Also ist es wichtig für gute Beziehungen, die Wahrheit zu sagen.
Was ist aber mit so genannten Notlügen oder mit Konventionen?

Konventionen:
Nicht jeder, der uns fragt: Wie geht es dir? Will wissen, wie es uns wirklich geht. Da ist es manchmal angemessen, einfach zu sagen „danke, gut“, auch wenn wir vielleicht gerade unter Liebeskummer leiden oder uns die Füße weh tun. Statt „danke, gut“ können wir auch einfach „danke“ sagen oder „danke, und dir/ Ihnen?“

Notlügen:
Soll ich wirklich alles sagen, was ich gerade denke und fühle?
Nach dem Motto: „wahr, aber gemein ? “.
Der Buddha hat großen Wert darauf gelegt, dass wir mit dem, was wir sagen, niemanden verletzen. Es ist also nicht immer sinnvoll, ganz authentisch zu sein. Es ist manchmal sehr sinnvoll, Dinge nicht auszusprechen und Gefühle nicht auszudrücken.
Das macht uns nicht krank, so lange wir unseren Ärger und unsere Wut oder unsere Ablehnung bemerken.
Manchmal ist es besser, überhaupt nichts zu sagen. Oder sich für das unpassende Geschenk zu bedanken und dabei an die Mühe zu denken, die sich die Schenkende vielleicht gegeben hat oder an ihren guten Willen,
ihre Absicht, mir eine Freude zu machen.
Es ist auch nicht immer sinnvoll, einem Sterbenden die Wahrheit über seinen Zustand zu sagen.
Der Buddha empfiehlt, sich möglichst in die Gesprächspartnerin hinein zu versetzen und dann zu überlegen, was sinnvoll ist, zu sagen.

Klatsch und Tratsch:
Ein bisschen tratschen kann Spaß machen. Manche sagen, dass Tratsch zur Psychohygiene gehört.
Trotzdem rät der Buddha davon ab.
Warum?
Weil wir bei Klatsch und Tratsch vor allem über die Schwächen unserer Mitmenschen reden. Weil es z.B. dem Betriebsklima schaden kann.
Weil wir wahrscheinlich nicht begeistert wären, wenn die anderen so über uns reden würden.
Viel sinnvoller ist es, auf die Stärken unserer Mitmenschen zu achten, uns darüber zu freuen und das auch zu sagen.

Geschwätz/ törichte Rede:
Der Buddha empfiehlt, sinnvoll und hilfreich zu reden und sinnloses Geschwätz zu vermeiden.
Was ist sinnloses Reden oder Geschwätz?
Jeder Mensch findet etwas anderes wichtig.
Viele Menschen, die die tieferen Dimensionen des Lebens gerade für sich entdeckt haben, wollen vor allem darüber reden. Und finden alles andere, wie Berichte über Arbeitsstellen, Einkäufe oder Beziehungen banal und sinnlos.
So eine Einstellung zeugt aber nicht von großer spiritueller Reife, sondern eher von mangelndem Mitgefühl. Von mangelnder Einfühlung in mein Gegenüber. Natürlich spricht nichts dagegen, wenn ich gerade besonders von einem Thema begeistert bin, mich mit Menschen zu treffen, mit denen ich mich darüber austauschen kann.

Sylvia Wetzel definiert sinnloses Geschwätz für sich so:
„…sich nur im Bekannten bewegen und auf der Oberfläche der Erfahrungen. Das kann man auch mit religiösen und philosophischen Begriffen tun. …“
Dem schließe ich mich an.

Smalltalk, Höflichkeit, Freundlichkeit:
Wir alle brauchen nicht nur gute Gespräche, die uns in tiefere Dimensionen und zu neuen Erkenntnissen führen. Wir brauchen auch gute Kontakte zu unseren Nachbarn, zu unseren Arbeitskollegen usw. Smalltalk ist ein meist kurzes Gespräch über eher oberflächliche Themen. Zum Beispiel bei einer Party, wo mit uns einem bisher unbekannten Menschen annähern und vielleicht übers Buffet sprechen oder über die schöne Wohnung der Gastgeberin.
Wenn so ein Gespräch beiden Beteiligten gut tut, dann ist es hilfreich.
Hilfreich ist auch Höflichkeit, wie ein freundlicher Gruß im Treppenhaus oder ein „einen schönen Tag wünsch ich Ihnen“ nach einem kurzen Gespräch.

Wie reden wir mit uns selber:
Kritisieren wir uns oft oder loben wir uns?
Gehen wir höflich und freundlich mit uns um oder eher unhöflich und unfreundlich?
Sehen wir eher unsere Fehler, unsere Schwächen?
Sehen wir eher unsere Fähigkeiten und Talente?
Es gibt zwei Möglichkeiten, zu einem freundlicheren Umgang mit sich selber zu finden.
Wir können damit anfangen, andere liebevoller zu behandeln und das färbt dann irgendwann auf den Umgang mit uns selber ab.
Oder wir beginnen mit uns und üben den liebevolleren Umgang mit uns selber und das färbt dann auf den Umgang mit anderen Menschen ab.
Manchmal ist es sinnvoll, mit sich selber anzufangen.
Auf jeden Fall hat die Art, wie wir mit uns umgehen einen direkten Zusammenhang mit der Art, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen.
Es gibt einen klugen Ausspruch: hart gegen andere, brutal zu sich selber.

Literatur:
Worte wirken Wunder, Sylvia Wetzel, Theseus Verlag

Montag, 15. September 2008

Andacht zu Hause




Liebe Dharmafreunde,
nun möchte vielleicht jemand einen Hausbutsudan aufstellen und fragt sich, was nun damit tun und wie weiter vorgehen. In Japan hält man traditionell eine kleine Andacht am Morgen und eine Andacht am Abend vor dem Butsudan ab. Dies geschieht um Amida Buddha für sein grenzenloses Mitgefühl zu danken und um an den Buddha zu denken. Hier in Europa ist dies vielleicht nicht ganz so häufig angedacht, doch es ist wichtig zu wissen, dass der Butsudan ein Platz der Verehrung und Dankbarkeit ist und kein Dekorationsstück, was einfach nur gut aussehen soll. Im Folgenden möchte ich kurz beschreiben, wie eine Andacht in der Jodo Shinshu Tradition gestaltet ist und vielleicht wird es den Einen oder Anderen inspirieren, Amida Buddha in dieser Form zu danken und an ihn zu denken.

Wir begegnen dem Buddha mit einem O-Nenju (Rosenkranz, wie in der Jodo Shinshu Tradition verwendet) in der linken Hand. Wir setzen uns vor den Butsudan, entzünden die Kerze und brennen ein Räucherstäbchen an. Vor jeder Andacht können wir eine kurze Zeit in Ruhe verweilen und unsere Gedanken ein wenig zur Ruhe kommen lassen. Beim Nembutsu falten wir die Hände in Gassho und nehmen den O-Nenju über beide Hände, wie oben zu sehen ist und danach verbeugen wir uns vor Amida Buddha (Gassho).

O= Glocke
Gassho= Gefaltete Hände und Verbeugung

OOO

Vandana Ti-Sarana

Namo Tassa Bhagavato Arahato Samma Sambuddhassa
(Ehre dem Erhabenen, dem Reinen, dem vollkommen Erwachten)

Buddham Saranam Gacchami (Ich nehme Zuflucht zum Buddha)
Dhammam Saranarn Gacchami (Ich nehme Zuflucht zur Lehre)
Sangham Saranam Gacchami ( Ich nehme Zuflucht zur Gemeinschaft)
oder
(jap.) Namo Kie Butsu, Namo Kie Ho, Namo Kie So

OO
+ gefaltete Hände mit O-Nenju

(Nembutsu/Kurzform)

Namandabu
Namandabu
Namandabu


Gassho

wir nehmen den Rezitationstext/Buch in beide Hände und führen ihn zur Stirn
danach rezitieren wir wahlweise:

-Shoshing-Ge (sofu)
-Sanbutsu-Ge
-Jusei-Ge
-Junirai


OO

Namandabu
Namandabu
O
Namandabu
Namandabu
Namandabu
Namandabu
O

(Eko = Verdienstübertragung)

GA NI SHI KU DO KU
BYO U DO U SE IS SA I
DO U HO TSU BO DA I SHI N
O U JO U AN RAK KOKU

(Ich gelobe, diese wundervolle Wahrheit
mit allen Wesen ausnahmslos zu teilen,
so das alle die Weisheit erlangen
und im Reich der Freude und der Wahrheit erwachen)

OOO

wir nehmen den Rezitationstext/Buch in beide Hände und führen ihn zur Stirn

Nembutsu + Gassho

kurze Lesung eines Dharmatextes, z.B. aus dem Tannisho oder andere Schriften

Liebe Freunde, es versteht sich sicher von selbst, dass die Utensilien, wie der O-Nenju, die Rezitationstexte und der Butsudan insgesamt, mit Respekt und Achtung behandelt werden sollten.Sollten jetzt vielleicht noch Fragen offen sein, könnt ihr Euch gerne an die einzelnen Kontaktstelle wenden und einfach einmal nachfragen.

mit lieben Dharmagrüssen und in Gassho
Euer Shaku Chisho

Sonntag, 14. September 2008

Der Butsudan



Der Butsudan kann in unserer Tradition sehr unterschiedlich ausfallen. In den Tempeln und Andachtshäusern in Japan sind sie sehr traditionell und prunkvoll ausgestattet. Die Butsudane für die eigene Wohnung oder das eigenen Haus sind da zumeist doch eher schlichter gehalten, wobei dies natürlich auf den jeweiligen Besitzer ankommt. Am obigen Beispiel sehen wir, wie man einen einfachen Shin-Butsudan herrichtet, aber es gibt auch noch schlichtere Variationen, wie am nächsten Beispiel zu sehen ist.



Worauf es beim "Homebutsudan" ankommt ist, dass Amida Buddha oder sein Name - "Myogo" im Mittelpunkt des Altares steht.In den meisten Fällen finden wir den Buddha noch von Shinran Shonin und Rennyo Shonin flankiert. Weitere Bestandteile des Butsudan sind , wie auf allen buddhistischen Altären, die Vase für frische Blumen, der Kerzenständer, die Weihrauchschale und die Opferschale mit Reis oder Obst. Eine kleine Klangschale gehört natürlich auch dazu. Nun möchte ich nicht verschweigen, dass es nicht so ganz einfach ist, alle notwendigen Utensilien für einen "korrekten" Shinbutsudan zu bekommen. Da unsere Tradition vielleicht weniger bekannt ist, haben sich halt noch wenige Händler oder Bezugsquellen für Europa oder Deutschland aufgetan. Doch wenn man es wirklich ernst meint, mit seinen Bemühungen einen Butsudan im Hause zu haben, ist es nicht unmöglich.



Eine weitere Besonderheit in der Shinshu-Tradition ist, dass der Buddha Amida stehend dargestellt wird, dies soll unter anderem darstellen, dass Amida Buddha uns entgegenkommt und empfängt. Auch hier ist es nicht immer ganz einfach, eine solche Statue des Buddha zu bekommen, aber wie bereits erwähnt, kann man auch seinen Namen, das "Myogo" zum Mittelpunkt des Butusdan machen.




Wenn man natürlich keine Möglichkeit hat, all diese Utensilien zu bekommen, braucht man dennoch nicht auf einen Hausaltar zu verzichten. Eine Statue des Amida Budhha in der Meditationshaltung ist fast überall erhältlich und man richtet den Altar genau so her wie oben beschrieben.



In Gassho
Shaku Chisho

Donnerstag, 11. September 2008

Liebe Dharmafreunde,
das es in diesem Blog auch englischsprachige Beträge gibt, soll natürlich nicht die Regel werden. Dennoch habe ich mich dazu entschlossen, diesen Dharmavortrag von Rev. Dr. T. Unno mit in den Blog aufzunehmen. Jene unter uns, die der englischen Sprache mächtig sind, werden seinen Vortrag sicher inspirierend finden.
in Gassho
Shaku Chisho

Dr. Taitetsu Unno Part II

Dr. Taitetsu Unno Part I

Freitag, 5. September 2008

Keine Praxis ?


Shinshu Buddhismus und Nicht – Praxis oder
„Die haben ja nichts zu bieten“

Tannisho (VIII)

Das Nembutsu ist weder eine Übung noch ein gutes Werk für den Glaubenden. Es heißt Nicht-Übung, weil es keine Übung ist, die er aus seinem Vorhaben tut, und Nicht-Gutes, weil es kein Gutes ist, das er aus Berechnung vollbringt. Dabei ist einzig und alleine die Andere Kraft (Amidas) wirksam, frei von jeder Eigenen Kraft des Menschen. Deshalb ist es für den Glaubenden Nicht-Übung und Nicht-Gutes. So sprach der Meister. (Shinran)

Liebe Dharmafreunde,
es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass man der Jodo Shinshu Lehre vorhält, dass sie den Suchenden nicht viel zu bieten hat. In allen anderen Traditionen des Buddhismus wird großen Wert auf die Ausübung von Praktiken gelegt, die der historische Buddha Shakyamuni vermittelt und gelehrt hat. Stichwort hierzu ist der Begriff der Meditation in all ihren Ausformungen. Die Meditation soll den Übenden zur Erkenntnis dessen führen, was wirklich ist, so dass er aus eigener Erkenntnis heraus zur Leidfreiheit gelangt. In der Jodo Shinshu Tradition praktizieren wir keine Meditation, sondern verlassen uns auf die ursprüngliche Gelübdekraft Amida Buddhas, der gelobte Alle ins Reine Land zu führen, die ihm vertrauen und seinen Namen anrufen.

Im 18. Gelübde (ursprüngliches Gelübde) gelobte Dharmakara Bodhisattva:

"Selbst wenn Ich die Buddhaschaft erlangen könnte, werde Ich doch den Stand der Vollkommenen Erleuchtung erst annehmen, sobald alle fühlenden Wesen in den zehn Richtungen, die Mir wahren Herzens vertrauen und in Mein Land hingeboren zu werden wünschen und vielleicht nur zehnmal Meinen Namen anrufen, in Mein Reich eingehen werden. Davon ausgenommen sind nur die Sünder der Fünf Abscheulichkeiten und die Tadler der Rechten Lehre.

Meister Shinran Shonin ging sogar noch einen Schritt und sagte, dass wir zu gar nichts wirklich fähig sind, was zur Erleuchtung führt. Und die Praktiken der Selbstkraft (der anderen buddhistischen Traditionen) für den gewöhnlichen Menschen zu schwer sind. Somit ist die Aufgabe jeder Selbstkraft für den Shin Buddhisten von essentieller Bedeutung und er verlässt sich ausschließlich auf die Kraft des Namens, gleichbedeutend mit der Gelübde Kraft, des Amida Buddhas. „Namo Amida Butsu“.

Nun ist es für einige Menschen aber kaum nachvollziehbar, wie diese Lehre zur Befreiung führen kann. Shinran Shonin lehrte hierzu, das dieses Vertrauen in den Buddha, vom Buddha selbst geschenkt wird und wir nur vertrauensvoll seinen Namen „Namo Amida Butsu“ anrufen sollen. Das unerschütterliche Vertrauen (Shinjin) wird uns dann von Amida Buddha selbst geschenkt werden und er wird unser Herz in das Seinige verwandeln. In dem Moment, wo wir auch nur einmal seinen Namen anrufen und wirklich vertrauen, ist uns die Geburt ins Reine Land garantiert und zwar genauso wie wir jetzt sind.

Somit ist die Ausübung einer besonderen Praxis in unserer Tradition, die darauf abzielt der Befreiung näher zu kommen, eher hinderlich und zeugt von einer Vertrauenslosigkeit in Amida Buddha.

Und dennoch - wollte man behaupten, wir hätten gar nichts zu bieten in Bezug auf Ausübung irgendwelche Praktiken, ist dies nicht richtig. Als Shin-Buddhisten sollten wir uns beständig der Güte Amidas bewusst sein und ihm unsere Dankbarkeit erweisen. Das tun wir, indem wir zum Beispiel einen Hausaltar (jap. - Butsudan) zu Hause aufstellen und uns morgens, sowie abends davor hinknien und eine kleine Andacht halten. Wir können das Nembutsu sprechen, wo immer wir uns auch befinden. Wir können den Kontakt zur Sangha halten und (ganz wichtig) dem Dharma lauschen. Das Hören des Dharma ist unsere wichtigste Praxis, neben dem Sprechen des „Namo Amida Butsu“. Nicht zuletzt sollten wir als Buddhisten stets bemüht sein, die Silas zu befolgen, die vier edlen Wahrheiten gut zu kennen und in Achtsamkeit zu leben. Wer also behaupten möchte, Shin – Buddhisten hätten keine Praxis, hat vielleicht noch nicht genau genug hingeschaut. Unsere Praxis ist Ausdruck unserer Dankbarkeit für Amidas Güte und glaubt mir, da kann man jede Menge tun.

In Gassho und Namo Amida Butsu
Euer Shaku Chisho

Sonntag, 31. August 2008

Vier Sensei im ShinDo Bad Reichenhall


Rev. Teramoto - Rev. Ichida - Rev. Sasaki - Rev. Arai
im Jahr 2002
Geachtete Lehrer und Weggefährten, die auch in diesem Jahr auf der Europäischen Konferenz 2008 ihre Verbundenheit und Freundschaft zur deutschen Sangha bestätigt haben. Wir Danken Ihnen von Herzen !
Namo Amida Butsu

15. Europäische Shin Konferenz in Bad Reichenhall


Liebe Freunde und Weggefährten,
in der vergangenen Woche hatten wir unsere 15. Europäische Shinkonferenz in Bad Reichenhall.
Freunde , Dharmalehrer und viele Weggefährten aus Japan, den USA , aus England und Norwegen , aus Rumänien, Brasilien und Ungarn, sowie aus Belgien und Österreich und nicht zuletzt chinesische Freunde, sie alle waren gekommen um an dieser gemeinsamen Konferenz zum Thema, "Möge Friede und Harmonie die ganze Welt durchdringen", teilzunehmen. Eine Woche lang haben wir uns über dieses uns alle bewegende Thema augetauscht und viele Vorträge von den einzelnen Teilnehmer hierzu gehört. Eine der Höhepunkte dieser Konferenz war die Teilnhame seiner Eminenz Shinmon-Samma und seiner Frau. Am Donnerstag erteilte seine Eminenz Shinmon-Samma in einer bewegenden Zermonie zwölf Kandidaten Kikioshiki, was Konfirmation in der Tradition Shinran Shonins bedeutet. Somit hat sich unsere weltweite Sangha wieder um wertvolle Weggefährten erweitert. Durch die wirklich gelungene Organisation von Rev. Thomas Moser, Rev. Fons Martens und Kurt Krammer war diese Konferenz eine schöne Gelegenheit viele Freunde wieder zu sehen, bedeutende Lehrer zu treffen und neue Freundschaften zu schließen. In dieser Woche konnte man Shinrans Geist und dem Buddha Dharma direkt begegnen, was vielen Teilnehmern bestimmt für lange Zeit in lieber Erinnerung bleiben wird.
Eurer Shaku Chisho

Samstag, 23. August 2008

Sofortige Buddhaschaft für gewöhnliche Menschen



Sofortige Buddhaschaft für gewöhnliche Menschen, ohne durch das Bardo zu müssen

von Rev. Josho Adrian Cirlea

Obwohl nicht so bekannt außerhalb Asiens, wie der tibetische Buddhismus, verdient Jodo Shinshu seinen Platz als eine der fortgeschrittensten Lehren im Mahayana. Ich bin ein großer Bewunderer und Freund des tibetischen Buddhismus, mit all seinen vielen Methoden von hochentwickelten und schwierigen Visualisierungen, bis hin zu einfachen, mehr vertrauensvollen und hingebungsvollen Praktiken. Es gibt viele Meister und spirituelle Figuren im tibetischen Buddhismus, in der Vergangenheit sowie heute, die meinem Herzen sehr nahe stehen. Zum Beispiel der Bodhisattva Shabkar (1781 - 1851), Atisha, Patrul Rinpoche, Drubwang Konchok Norbu Rinpoche, Dilgo Khyentse Rinpoche und viele andere, deren Namen ich gerade nicht erinnere. Ich lese oft ihre Lehren über den allgemeinen Buddhismus, die sie niedergeschrieben haben.

Ich weiß, dass es im tibetischen Buddhismus Methoden gibt, die dazu führen schneller zur vollständigen Buddhaschaft zu gelangen, als in den anderen Mahayana Schulen. Manche Methoden, wie Tantra, sind aber schwierig und gefährlich, während andere leicht sind. Zum Beispiel die Praxis zur Erlangung der vollen Erleuchtung im Bardo, nach dem Bardo Thodrol, ein Zwischenzustand zwischen dem Tod und der nächsten Existenz. Durch diese Methode verspricht der Vajrayana Buddhismus, wenn richtig ausgeführt, Erleuchtung nach höchstens 16 Leben oder in einem, zwei, drei Leben oder aber im Bardo selber, wenn man nicht in der Lage ist die Erleuchtung in diesem Leben zu erlangen.

Es ist in der Tat wundervoll, aber wenn ich die Lehre und Praxis von Jodo Shinshu betrachte, fühle ich mich noch glücklicher, denn durch das Vertrauen in Amida Buddha, werde ich höchste und vollständige Erleuchtung im Moment meines Todes erlangen. Nicht im Bardo, wo ich noch immer mit eigener Kraft praktizieren muss und ich die Manifestation meines Karmas und meine Verblendungen erlebe, sondern im Moment meines Todes. Während unerleuchtete, fühlende Wesen den Bardo durchqueren müssen wenn sie sterben, erleben die Praktizierenden des Jodo Shinshu diesen Zwischenzustand nicht. Durch ihr Vertrauen im jetzigen Leben, in die unendliche Kraft Amida Buddhas, werden sie alle umarmt und in Buddhas verwandelt, im Moment ihres Todes und dem Eingang in sein Reines Land.

Das ist aussergewöhnlich! Selbst wenn Du eine Praxis hast und die dazu erforderlichen Anweisungen im Bardo befolgst, kann es immer noch schwierig sein sie zu meistern, weil Ängste, schlechtes Karma, Anhaftung und Verblendung sich in diesem Zustand immer noch manifestieren können. Die Kraft jedes Gedankens und der Illussionen werden im Bardo zehn Mal stärker. Sagen wir, du schaffst es all diese Schwierigkeiten zu überwinden, aber was - wenn nicht? Es besteht immer die Möglichkeit noch Fehler zu machen.

Aber da ist keine Möglichkeit Fehler zu machen ein Buddha im Reinen Land zu werden, wenn man sich auf Amida verlässt, weil es auch nicht den geringsten Funken unseres unperfekten Tuns der eigenen Kraft in diesem Prozess gibt. Unter all den Buddhas, machte Amida das größte Gelübde, welches die vollständige Buddhaschaft im Reinen Land all jenen gewöhnlichen Wesen verspricht, die sich Ihm anvertrauen, seinen Namen rezitieren und sich nach der Hingeburt ins Reine Land sehnen. (dreifältiges Shinjin) Weil dies das Versprechen eines Buddha ist, können wir nicht daran zweifeln. Wie Meister Shinran erklärt, Jene die sich ganz auf Amida verlassen, werden direkt nach ihrem Tod ins Reine Land geboren. Dort werden sie sofort vollständige Buddhaschaft erlangen und allen Wesen nach ihren erleuchteten Fähigkeiten nützlich sein. Wir sterben, werden ins Reine Land geboren, werden höchste Buddhas and kehren in die drei Welten zurück, um allen fühlenden Wesen zu helfen. Das war´s - kein Bardo, keine weiteren Schwierigkeiten sind zu überwinden.

So, wie ihr sehen könnt, ist die Methode des vollständigen Vertrauens in Amida Buddha, welches die Rezitation seines Namens bedeutet, die sicherste, einfachste und die schnellste Methode unsere Sehnsucht nach der eigenen Befreiung und der Befreiung anderer zu erreichen. (Bodhi Geist) Keine Visualisierung ist nötig, nicht die geringste Fähigkeit und keine eigenen Verdienste. Dies ist die einzige Möglichkeit für gewöhnliche Menschen, behaftet mit schwerem Karma und unfähig jeder wahren Praxis, Buddhas zu werden. Diese Methode ist so einfach, das sie fast in Vergessenheit geriet und niemand mehr daran dachte. Es ist so einfach, dass es fast nicht zu glauben ist. Doch nichts destoweniger ist es eine Methode, die Shakyamuni in den Reinen Land Sutras gelehrt hat, worin er selber sagte, wie schwierig es ist dies zu glauben.

Wir können sicherlich annehmen das dies die einfachste Methode für gewöhnliche Wesen ist, unter allen buddhistischen Methoden, selbst schneller als die Vajrayana Methode, die alle zum gleichen Ziel führen, ein vollständiger Buddha zu werden und immer aktiv zu sein, alle Wesen zu retten. Und es ist die sicherste Methode, weil es kein Zurückfallen ins Samsara gibt. Der Jodo Shin Shu Praktizierende ist sich seiner Buddhaschaft im Reinen Land sicher, in dem einen Moment, wo er sich Amida anvertraut. Dadurch erhält er die unendlichen Verdienste und Tugenden Amidas und tritt ein in den Zustand der Nichtwiederkehr, während er ein gewöhnlicher Mensch bleibt. In dem Moment wo er das Vertrauen in Amida erhält, wird er von Amida getragen. Wie ein Kind, dass an der Mutters Brust durch den Fluß getragen wird. Nichts kann es aus dieser Umarmung lösen.

Das ist Jodo Shinshu

Das Wort "gewöhnliche fühlende Wesen" ist im Jodo ShinShu sehr wichtig. Leute werden sagen, das auch andere buddhistische Methoden einfache Praktiken haben, um Buddhaschaft zu erlangen. Ja, das mag stimmen, aber es kommt darauf an, was man unter "einfach" versteht. Jodo Shinshu erwartet gar nichts vom Praktizierenden, - keine Verdienste, keine Tugenden, keine besonderen Fähigkeiten, nichts - um Buddhaschaft zu erlangen. Vertrauen in Amida Buddha ist in der Tat die einzige Methode für gewöhnliche Menschen, die keine besonderen Fähigkeiten haben.

frei übersetzt v. Shaku Chisho

Dienstag, 12. August 2008

Der Buddha Amida und Buddha Shakyamuni

deutsche Übersetzung von J.M.Nottelmann

Vom Buddha Shâkyamuni kennen wir viele historische Fakten. Er wurde in unsere Welt geboren, übte asketische Praktiken, erlangte Erleuchtung und wurde zum Buddha. Danach verbreitete er den Dharma. Im Alter von achtzig Jahren ging er ins Nirwana ein. Offensichtlich wurde Shâkyamuni als ein Mensch in unsere Welt geboren, nicht anders als wir auch. Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass er nichtsdestotrotz in dieser Welt das Erwachen erlangte und Buddha wurde. Seine physische Form ist bekannt als Nirmanakâya (wörtlich: Verwandlungskörper). Mit anderen Worten: vom höchsten Standpunkt aus betrachtet ist ein Buddha imstande, sich in unzähligen Formen zu manifestieren, um sich den unterschiedlichen Erfordernissen der Wesen anzupassen. Also sagt man vom Buddha Shâkyamuni, dass er einen Nirmanakâya gehabt habe. Beim Erwachen erkannte der Buddha den Buddha-Dharma, der die letzte Wirklichkeit des Lebens ist. Buddha Shâkyamuni erklärte mit Nachdruck, dass der Dharma von ihm keineswegs auf willkürliche Weise geschaffen wurde. Der Dharma -d.h. die Gesetzmäßigkeit der Welt - hat immer existiert und wird immer existieren, unabhängig davon, ob ein Buddha in diese Welt geboren wird oder nicht. Alles, was Buddha Shâkyamuni tat, war, diesen Dharma in Erfahrung zu bringen, um ihn zum Wohle der anderen weiterzugeben. Was Shâkyamuni erlaubte, Buddha zu werden, ist die Wirklichkeit des Dharma. Diese wird als Dharmakâya (wörtl. Dharmakörper) bezeichnet, welche der Körper der letzten Realität und der tranzendenten Wahrheit ist. Er ist jenseits von Raum und Zeit, aber durchaus immanent in dieser Welt. Von unserer begrenzten menschlichen Perspektive können wir vom Buddha Shâkyamuni in derselben Weise sprechen, wie wir von irgendeiner anderen Person sprechen. Aber, obwohl er uns in jeder Hinsicht gleich war, änderte sich seine Seinweise im Universum, nachdem er die Befreiung erlangt hatte. Fühlende Wesen, die der falschen Wahrnehmung von sich selbst anhängen, werden, wenn sie menschliche Form haben, Menschen genannt. Aber wenn einer nicht mehr diese falsche Wahrnehmung von sich selbst hat, wie können wir dann seine Form beschreiben? Da er nun Befreiung in einer sehr realen Weise erfährt, ist seine Form eine Aktualisierung des Höchsten, d.h. des Dharmakâya, in physischer Form. Im Buddhismus wird dies als der "Verwandlungskörper" bezeichnet. Infolgedessen erschien Shâkyamuni als ein Muni, ein Mönch, ein Seher - überlebensgroß und demonstrierte er übernatürliche Fähigkeiten, womit er seine Vorstellung von Veränderung illustrierte. Shinran Shônins Bemerkungen über den Dharmakâya stimmen gut überein mit den Hauptentwicklungen dieser Theorie des Mahâyâna-Gedankens. Er schreibt im Kyôgyô shinshô (II, 84): "Im Ausdruck "Ozean des Einen Fahrzeugs", bedeutet "das Eine Fahrzeug" das Große Fahrzeug (Mahâyâna). Das Große Fahrzeug ist das Buddhafahrzeug. Das Eine Fahrzeug zu verwirklichen bedeutet die höchste, perfekte Erleuchtung (anuttara samyak sambodhi) zu verwirklichen. Die höchste, perfekte Erleuchtung ist nichts anderes als der Bereich (wörtl. die Welt) des Nirwana. Der Bereich des Nirwana ist der höchste Dharma-Körper. Den höchsten Dharma-Körper zu erreichen, bedeutet, dass man das letzte Ende des Einen Fahrzeugs erlangt. Es gibt keinen anderen Tathâgata, es gibt keinen anderen Dharma-Körper. Der Tathâgata selbst ist der Dharma-Körper." (JSS I, S.194) Wie wir oben gesehen haben, stellt Shinran fest, wie der Tathâgata als Dharmakâya verstanden wird. Vom Tathâgata zu sprechen, ist dasselbe, wie wenn man vom Dharmakâya spricht, der Unterschied besteht nur in der beschreibenden Metapher. Wir benutzen das Wort "Tathâgata", wenn wir uns auf den Dharmakâya in einer symbolischen Form wie Amithâbha oder Shâkyamuni beziehen. In seinen Schriften bezeichnet Shinran vom höchsten Standpunkt aus den Tathâgata oder Buddha als Dharma-Körper. Der Dharmakâya als Licht oder mentaler Körper, der vom spirituell Fortgeschrittenen wahrgenommen wird, ist der Sambhogakâya. Die sich wandelnde "körperliche Form des Dharmakâya wie im Falle Shâkyamunis ist der Nirmanakâya. Von diesem Standpunkt aus ist es vernünftig zu sagen, Shâkyamuni ist eine gegenwärtige Form (actualization) des Buddha Amitâbha. Da wir "unachtsam sind und voll von blinden Leidenschaften", kann unser menschlicher Geist und unser menschliches Herz den Dharma-Körper nicht unmittelbar erkennen. Aber nach Shinran wirkt dieser Dharma-Körper, der weder "Farbe noch Form" hat, in einem gewissen Sinne unaufhörlich in dieser Welt der Verblendung. In der Zeit, in der er in Kontakt mit den Menschen kam, wurde er der Buddha, der alle fühlenden Wesen auf der Welt befreit: Buddha Amida. Dieser ist bekannt als Sambhogakâya (wörtlich: Belohnungskörper), welcher der Körper des Glücks und Ruhmes ist: ein Körper als Belohnung für die Erfüllung der Gelübde und verdienstvollen Taten. Dieser Körper hat keine physische Form, sondern er existiert als eine Art "Lichtkörper" oder "geistiger Körper". Amida hat alle drei Körper, aber seine charakteristischen Merkmale sind jene des Sambhogakâya Buddha. Mit anderen Worten ist Buddha Shâkyamuni die historische Persönlichkeit, die die spirituelle Lehre von der Befreiung durch den Buddha Amida begründet hat und uns dahin brachte, das Grundgelübde jenes Buddhas zu erfahren. Amida steht für die letzte Wirklichkeit jenseits von Raum und Zeit. Als Bodhisattva gelobte er nicht allein die Buddhaschaft zu erlangen, sondern in seinem großen Mitgefühl auch, alle Wesen zu befreien. Shinran verehrte Shâkyamuni als den menschlichen Zugang zur Lehre Amidas.

Freitag, 8. August 2008

Juseige



Verse zur Bekräftigung des Gelübdes

Übersetzung von J.M. Nottelmann


1. Ich habe das die Welt überschreitende Gelübde abgelegt

Und sicherlich werde ich den unübertrefflichen Weg erreichen/

Sollte dieses Gelübde nicht erfüllt sein, so gelobe ich,

nicht die vollkommene Erleuchtung zu verwirklichen.


2. Sollte ich für unermessliche Kalpas

nicht ein großer Wundertäter werden/

und überall die Armen und Leidenden retten,

so gelobe ich, nicht die vollkommende Erleuchtung

zu verwirklichen.


3. Wenn ich den Weg des Buddha vollende,

so soll mein Name überall in den zehn Richtungen

gehört werden./ Sollte er im letzten Winkel nicht gehört

werden, so gelobe ich, nicht die vollkommene

Erleuchtung zu verwirklichen.


4. Frei von Begierden, tief in rechter Achtsamkeit

und voll reiner Weisheit werde ich den Brahmaweg üben./

Ich möchte den unübertrefflichen Weg suchen und

Lehrer der Götter und Menschen werden.


5. Mit göttlicher Kraft werde ich großes Licht aussenden,

das überall und ohne Grenzen die Welten durchstrahlt./

Es wird die Dunkelheit der drei Befleckungen vertreiben

und die Nöte der Wesen erhellend überwinden.


6. Wenn sich das auge dieser Weisheit öffnet,

verschwindet das Dunkel jener Blindheit./

Verschlossen sind die schlechten Wege,

das Tor der guten Wanderungen ist erreicht.


7. Wenn meine verdienstvollen Taten vollendet sind,

werde ich majestätisch die zehn Richtungen erhellen./

der Glanz der Sonne und Mond ist dagegen trüb.

Das Licht des Himmels versteckt und unscheinbar.


8. Ich werde für die Wesen den Speicher des Dharma öffnen,

und überallhin verschenken den Schatz der Verdienste./

Stets inmitten einer großen Menge werde ich

den Dharma lehren und den Löwenruf erschallen lassen.


9. Ich werde alle Buddhas verehren und die Wurzeln

der Verdienste vervollkommnen./

Ist das Gelübde erfüllt und die Weisheit vollendet,

werde ich ein Held der drei Welten sein.


10. Wie Du, o Buddha, unbeschränkt an Weisheit bist,

werde ich sein, nichts bleibe unerhellt./

ich gelobe, dass ich in der kraft der Verdienste und Weisheit,

Dir gleichkommen werde, o unübertrefflich Erhabener!


11. Wenn dieses Gelübde vollbracht ist,

möge die große Tausenderwelt erzittern/

und alle Gottheiten im Raum

Mögen seltene und wunderbare Blüten

regnen lassen.


Donnerstag, 7. August 2008

Ein Licht



Oh Amida, Du bist der Buddha des grenzenlosen Lichts,
denn Dein Lichterglanz durchdringt die Welten und umarmt
die Wesen ohne Zahl. Möge Dein grenzenloses Mitgefühl
und Deine heilige Gelübdekraft die Herzen aller Wesen
berühren, auf das sie in Freiheit und in Frieden
miteinander leben, wo immer sie auch seien.

Namo Amida Butsu Namo Amida Butsu

In Gassho
Shaku Chisho

Mittwoch, 6. August 2008

Kein Alkohol

Liebe Weggefährten,

im fünften Sila heißt es, wir sollen keine geisttrübende Mittel zu uns nehmen.Der Buddha verstand darunter den Alkohol und Drogen. Nun, in allen Traditionen des Buddhismus wird dieses Sila immer wieder diskutiert und viele fragen sich, wieviel Alkohol denn ok ist oder ob man wirklich auf jeden Alkoholgenuß verzichten muß. Ist das eine Glas Wein oder das Bierchen am Abend wirklich so schlecht?

Halten wir uns vor Augen, das die Silas keine Verbote sind und der Buddha den Dharma sehr prakmatisch erklärt und ausgelegt hat. Alle seine Lehrreden wollte er als Wegweiser verstanden wissen, Wegweiser hin zu dem, was er selber erreicht hatte. Ob wir diesen Wegweisern folgen oder nicht, hat der Buddha uns selber überlassen. Jeder ist für sein Handeln und Tun verantwortlich und das Gesetz von Ursache und Wirkung wirkt immer unpersönlich.

Ich denke, dass wir alle wissen, wie der Alkohol und Drogen die Persönlichkeit verändern können. In unserer Strafgesetzgebung gibt es die Möglichkeit zu sagen, dass ein Mensch aufgrund von Alkoholkonsum nicht zurechnungsfähig war. Diese Möglichkeit gibt es beim Karma nicht. Somit empfahl der Buddha, den bereits ohnehin verblendeten Geist nicht noch mehr zu verwirren und die Gefahr zu erkennen, die der Konsum von Alkohol und Drogen mit sich bringt.

Wenn man ein Feuer legt, wird es brennen! Ob man es im Rausch entzündet oder ob man nüchtern ist. Brennen wird es auf jeden Fall! Wieviel Risiko der Einzelne bereit ist dabei einzugehen, darüber hat der Buddha nichts gesagt.

In Gassho
Shaku Chisho

Freitag, 1. August 2008

Rechte Rede


Liebe Dharmafreunde,

ein Sprichwort sagt:

Wer Dir vom Nachbarn böses spricht,
erfreut durch Witz, doch trau ihm nicht,
denn glaubst Du, er würde über Jeden,
nur über Dich nichts Schlechtes reden?

Der Buddha hat uns die „Rechte Rede“ sehr empfohlen, denn diese Tugendregel ist sicher die am meisten gebrochene Regel und häufig fällt es uns nicht einmal auf. Oft ist der Mund schneller, als unser Geist und häufig liegt das nur daran, dass wir uns behaupten wollen.
In Zeiten, wo wir nicht mehr mit Keulen aufeinander losgehen, haben wir gelernt die Sprache zu benutzen und wer kennt nicht das Beispiel von den Worten die wie Pfeile sind. Worte können beschämen, verleugnen, verletzen und manchmal sogar töten. Meistens sind unsere Worte Ausdruck unserer eigenen Befindlichkeit, unserer Launen, Ansichten und Meinungen und wir sind darauf bedacht, dass die Anderen zu hören bekommen, was wir zu sagen haben.

Bei so Manchem geht Dies soweit, dass es Ihnen schwer fällt anderen zuzuhören, weil sie dann eine kurze Zeit schweigen müssten und selbst nichts zum Besten geben können.
Nun will ich ja nicht behaupten, dass wir den ganzen Tag herumlaufen und schlechte Rede betreiben. Sicherlich haben wir auch jede Menge schöne und angenehme Dinge zu sagen, solange man mit uns einer Meinung ist, unsere Ansichten teilt und man ein gemeinsames Thema hat über das man sich einig ist. Ihr werdet merken, dass es doch wieder auf das bereits Erwähnte hinaus läuft. Weil wir nicht erleuchtete Wesen sind, schlagen wir uns mit unserem Karma und unserem Ego herum. Unser Ego hat die natürliche Tendenz sich behaupten zu wollen und unser Karma mag vorgeben, wie stark wir Dies tun. Und wieder - als Buddhisten sollten wir uns davor hüten, allzu leichtfertig mit Worten umzugehen. Der Buddha empfahl sogar, wenn man nichts Heilsames zu sagen habe, solle man besser schweigen.

Nun, wir alle wissen, dass uns Dies kaum gelingen wird. Wie leicht tappen wir in die Fallen von: „Hast Du schon das Neueste gehört…?“ - „ Dem müsste man mal die Meinung sagen…!“ – Da hat die doch schon wieder…!“ - und so weiter und so fort! Also, was kann man tun, um diese Fallen zu umgehen? Man kann sich einmal fragen, wie man es für sich selber gerne hätte! Würden wir es gerne haben, wenn man negativ über uns spricht? Würden wir gerne als Trottel oder vielleicht als noch etwas Schlimmeres bezeichnet werden? Würden wir es wollen, wenn man sich über unsere Beziehungen auslässt oder man vielleicht unsere Vorgehensweisen kritisiert? Natürlich nicht !! Also, was Du nicht willst was man Dir tu…..!- „Wie man in den Wald hineinruft…..! Oder um es mit den Worten des Buddha zu sagen: Tue das Heilsame und vermeide das Unheilsame – für Dich selber und für die Anderen. Rechte oder heilsame Rede ist erlernbar und nicht selten nur eine Frage der Übung. Wir haben genug Übung in der Ausübung des Gegenteils. Warum nicht einmal etwas anderes versuchen?

In Gassho
Shaku Chisho

Sonntag, 27. Juli 2008

"Unheilsam"

Liebe Weggefährten,

„unheilsame Sexualität“ zu meiden, ist nicht leicht zu erklären. Der Buddha hat die Sexualität als solches zwar als sehr starke Anhaftung beschrieben und darauf hingewiesen, dass sie einen großen Anteil daran hat, dass wir im Daseinskreislauf fortbestehen, aber das sie generell unheilsam wäre, hat er nicht behauptet. Hier möchte ich einen kleinen Versuch der Selbstbeantwortung wagen. Wie wir alle wissen, sind wir von anfangloser Zeit mit Gier, Hass und Verblendung behaftet und der Buddha lehrte uns die drei Merkmale, die dieses Leben prägen.

1. Die Anwesenheit ständiger Un-Erfülltheit und Un-Zufriedenheit
2. Die Vergänglichkeit aller Phänomene
3. Die Abwesenheit einer innewohnenden Persönlichkeit in allen Phänomenen

Aber wie beeinflusst uns das im Umgang mit Sexualität?


GIER!
- Er/Sie ist so attraktiv!
- Die Figur ist umwerfend!
- Diese Ausstrahlung hat etwas Besonderes!
- Ich muss Sie/Ihn haben!
- Ich habe gehört, Sie /Er soll besonders toll sein!
- Sie / Er soll immer mir gehören!
- Etc.

HASS!
- Sie / Er hat mich betrogen und hintergangen!
- Die Eifersucht bringt mich um!
- Was hat der/die Andere, was ich nicht habe?
- Ich bring Sie/Ihn um, wenn ich verlassen werde!
- Etc.

Verblendung!
- „Ich“ bin auf ewig „Dein“!
- „Du“ gehörst nur zu „mir“!
- „Ich“ werde „Dich“ immer lieben!
- „Uns“ kann nichts trennen!
- Etc.

Warum hat der Buddha wohl empfohlen, „unheilsame Sexualität“ zu meiden?

In Gassho
Shaku Chisho

Freitag, 25. Juli 2008

Bitte kein Missverständnis

Liebe Freunde,

es könnte sein, daß es Menschen gibt, die meinen Ausführungen zu den Silas wiedersprechen möchten. Als Shin-Buddhisten sind wir uns unserer Unfähigkeit bewußt und sehen uns gefangen in unseren Unzulänglichkeiten und unseren Verblendungen. Gerade für solche "unfähigen" Wesen hat Amida sein Reines Land weit geöffnet und garantiert die Hingeburt, wenn wir seinem Gelübde vertrauen und uns die Hingeburt ins Reine Land wünschen. Also warum sich mit den Silas beschäftigen? Die Antwort haben wir bereits mehrfach gehört. Karma - Ursache und Wirkung - Wenn so, Dann so, ist keine wilde Spekulation, sondern ein Gesetz der Natur und trifft uns jeden Tag. Auch wenn wir als verblendete Wesen zu keiner reinen Tat fähig sind und wir vollkommen auf Amida vertrauen müssen, um dereins ein Buddha zu werden, so führen unsere Gedanken, Taten und Handlungen in diesem Leben zu Resultaten, die uns selber oder anderen Schaden zufügen können. Als Buddhisten und auch als Shin-Buddhisten sollten wir uns dieser Wahrheit bewußt sein. Die Lehre Shakyamuni Buddhas zeigt uns, damals - wie heute, wie wir Menschen "ticken". Seine Empfehlungen zu kennen,"der Versuch" sie umzusetzen
und die daraus resultierende Erkenntnis der Unzulänglichkeit, lassen uns um so dankbarer sein für das ursprüngliche Gelübde Amida Buddhas.

In Namo Amida Butsu

Shaku Chisho

Donnerstag, 24. Juli 2008

"Nicht stehlen"

Liebe Weggefährten und Freunde,

die zweite Tugendregel ist uns sicher allen noch aus der Kindheit bekannt.Und so mag man mich jetzt fragen, wieso ich darüber überhaupt ein Wort verliere. Niemand wird ernsthaft behaupten, daß Stehlen eine getane Sache ist und ich bin mir fast sicher, daß die Meisten von uns einen Diebstahl weit von sich weißen würden.
Und doch, möchte ich einmal die Frage in den Raum stellen, ob denn nun wirklich jeder Kugelschreiber in unseren Taschen uns gehört? Die Büroklammer, die wir im Büro ausgeliehen habe, weil wir zu Hause keine mehr hatten, haben wir die wirklich ersetzt? Oder haben wir es dann schlichtweg vergessen? Kleinigkeiten, sicherlich! Aber sind wir denn nicht ärgerlich, wenn uns unser Kugelschreiber, unser Feuerzeug oder etwas ähnlich Banales abhanden kommt? Manche behaupten ja, daß es eine Art Tauschbörse darstellt und solche Kleinigkeiten eben unabsichtlich den Besitzer wechseln und diese Dinge doch relativ leicht wieder neu zu besorgen sind.
Dennoch geht es um ein wenig mehr. Auch wenn wir nicht absichtlich etwas nehmen, was uns nicht gehört oder wir auch vergessen etwas Geborgtes wieder zu geben, so ist es doch ein Zeichen dafür, wie unachtsam wir mit den Dingen anderer zuweilen umgehen.
Den Kugelschreiber, den ich unabsichtlich eingesteckt habe, wird dem Anderen fehlen. Wenn ich gerade dieser Andere bin, finde ich das nicht gut und habe vermeintlichen Grund zum Ärger, besonders , wenn ich den Kugelschreiber gerade brauche und kein anderer Schreiber zur Hand ist. Ich weiß wohl, daß dies alles sehr kleinlich klingt, doch hat uns der Buddha eindringlich davor gewarnt, das Gesetzt von Ursache und Wirkung zu unterschätzen. Selbst eine Kleinigkeit kann große Auswirkungen haben und sollten wir nicht interessiert daran sein, daß durch unsere Handlungen positive Auswirkungen für uns selber , aber insbesondere für andere entstehen?

In Namo Amida Butsu
Shaku Chisho

Dienstag, 22. Juli 2008

"Nicht töten"


Liebe Weggefährten und Freunde,

das erste Sila heißt: „Ich will mich bemühen, keinem Wesen zu schaden oder es zu töten!“

eine der hervorstechensten Merkmale des Buddhismus ist sicher seine Haltung zur Gewaltlosigkeit. Das Wissen um die Verbundenheit mit allen fühlenden Wesen ist der Ursprung dieser Haltung. Gemäß dem Gesetz von Ursache und Wirkung, sind wir seit anfangsloser Zeit eng miteinander verbunden und unsere unzähligen Leben bedingten sich gegenseitig. Im Brahmajala Sutra heißt es: „Ein Schüler des Buddha sollte den Geist des Mitgefühls haben und die Praxis kultivieren alle fühlenden Wesen zu befreien. Er sollte bedenken, dass, durch unzählige Weltzeitalter, alle männlichen Wesen einmal mein Vater waren und das alle weiblichen Wesen einmal meine Mutter waren. Aus Ihnen wurde ich geboren…“
Shinran Shonin sagte hierzu ebenfalls, frei übersetzt: „In meiner Reise durch die unzähligen Leben und in vielen Stadien der Existenz, waren alle fühlenden Wesen, ohne Ausnahme, einmal meine Eltern und Brüder und Schwestern.“
Aus dieser Einsicht heraus, hat uns der Buddha dringend empfohlen, dass Gebot der Gewaltlosigkeit und der Friedfertigkeit zu befolgen. Denn, würde jemand ernsthaft seine Eltern oder Geschwister töten wollen oder Ihnen ernsthaft schaden wollen? Darüber hinaus können wir davon ausgehen, dass es nicht nur familiäre Bindungen sind, die uns seit anfangloser Zeit verbinden. Ebenso kann man aus den vorhergehenden Aussagen schließen, dass ein jedes fühlendes Wesen einmal mein Kind, mein Partner, meine Ehefrau oder Freund gewesen ist. Egal welche Konstellation wir uns vorstellen können, im Laufe unserer Existenzen waren wir alle einmal mehr oder weniger eng verbunden und so ist es schon fast absurd, daran zu denken, einem fühlenden Wesen Schaden zu zufügen zu wollen.
Aber die Problematik ist viel weit reichender. Wenn das Gesetz von Ursache und Wirkung zutrifft und davon gehen wir ja aus, ist jede noch so kleine negative Handlung, nicht nur schädlich für die anderen Wesen, sondern für uns selber. Ärger, Wut und Zorn –Eifersucht, Neid und Hass sind Gefühle, die zunächst einmal von uns selber empfunden werden und wenn wir es realistisch betrachten, fühlen sich diese Emotionen nicht gut an. Dabei gehen wir immer zwingend davon aus, dass die Ursachen unserer negativen Emotionen, ausschließlich bei den äußeren Umständen zu finden sind und kommen überhaupt nicht auf die Idee, dass wir etwas damit zu tun haben könnten. Aber stimmt das?
Der Buddha hat dafür ein gutes Beispiel angeführt. Er sagte: „ Wenn jemand dem Ärger nachgibt, ist dies, wie als wenn man glühende Kohlen aufnimmt und sie nach dem Anderen wirft. Wenn dieser dann genügend praktiziert ist und sich in Deckung bringt – wer hat sich dann verbrannt?“ Jeder würde sicherlich sagen, dass das Aufnehmen von glühenden Kohlen völlig verrückt ist und doch, wir tun es jeden Tag! Und noch mal die Frage danach, wer schadet sich mehr?
Meister Shinran hat uns gelehrt, dass wir keiner guten Tat fähig und all unsere Handlungen karmisch bedingt sind. Wir sind egobehaftete Wesen, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und selbst der Versuch einer guten Handlung ist ungenügend, weil wir nicht aus reinem Mitgefühl für alle Wesen handeln können. Aus der Sicht des Meisters Shinran macht es also keinen Sinn, Gelöbnisse zu machen, die wir gar nicht halten können. Dennoch, er sagte auch, auf die Frage nach dem absichtlich Bösen, dass man kein Gift zu sich nehmen sollte, nur weil es dafür ein Gegengift gibt. Amida Buddhas ursprüngliches Gelübde befreit uns üble Wesen aus dem Daseinskreislauf und er weiß um unsere karmischen Unzulänglichkeiten und egobehafteten Handlungen. Wenn ich es mir also recht überlege, ist es klar, dass wir bereits vergiftet sind. Gier, Hass und Verblendung haftet uns allen an und dennoch als „Shaku“ (Schüler Buddhas) sollten wir in Betracht ziehen und dem Rat des Meisters Shinran folgen, nicht mehr Gift zu uns zu nehmen, als wir eh schon mit uns tragen.
Das Schaden und Töten anderer fühlender Wesen gilt im Buddhismus als Ursache für besonders negatives Karma. Jetzt mag es aber sein, dass manche das Argument anführen: „ Na und, aber wir sind doch schon befreit!“ oder „Amidas Gelübde sind doch gerade für solch üble Wesen!“ Diesen Freunden möchte ich nur dringend empfehlen, noch einmal über die glühenden Kohlen nach zu denken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Spaß macht, das ganze Leben mit verbrannten Händen zu verbringen, bis man schließlich dereinst im Reinen Land zum Buddha wird. Auch wenn wir aufgrund des ursprünglichen Gelübdes bereits befreit sind und wir durch Amidas Namen die Befreiung geschenkt bekommen, so bleibt das Gesetz von Ursache und Wirkung noch in dieser Existenz wirksam und beeinflusst unser jetziges Leben. Als Schüler des Buddha und als Menschen sollten wir das unendliche Mitgefühl Amidas ehren, indem wir nicht mehr Gift zu uns nehmen, als wir bereits in uns tragen, zu unserem eigenen Wohl und dem Wohle anderer fühlender Wesen.

In Namo Amida Butsu

Shaku Chisho

Sonntag, 20. Juli 2008

Shinbuddhisten und die Silas



Liebe Freunde und Weggefährten,

der Buddha lehrte uns das bedingten Entstehen und damit verbunden das Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma). Er lehrte, dass Alles mit Allem verbunden ist und wir ein Teil des Ganzen sind. Er zeigte uns, das Geburt, Alter, Krankheit und Tod zu unserem Leben gehören und das jeder Einzelne dieser Gesetzmäßigkeit unterworfen ist.
"So etwas kommt von so etwas", ist sicher ein Sprichwort, das ein Jeder von uns kennt. Gutes bringt Gutes hervor und Übles bringt Übles hervor, hier in diesem Leben und darüber hinaus. Diese Lehre des Buddhas gehört zu den unverzichtbaren Grundlagen, ohne die der Dharma nicht zu verstehen ist. Ein Jeder von uns weiß, das, was immer wir auch sagen und tun, zuersteinmal gedacht werden muss und somit ist klar, dass unser ganzes Leben von unserem Geist bestimmt wird. Was wir denken, tun und sagen entspringt unserem Geist und oft ist uns nicht klar, wie sehr das unser Leben beeinflusst. Schon im Dharmapada heißt es:
"Vom Geist geführt die Dinge sind,
vom Geist beherrscht, vom Geist gezeugt...",
und was immer dieser Geist hervorbringt hat seine Wirkung, sei es nun Gut oder Übel.
Die Ausübung der buddhistischen Lehre wird auch als Geistesschulung bezeichnen. Eine Schulung, die darauf abzielt, das Üble in unserem Denken zu minimieren und das Gute zu kultivieren. Eine der Methoden, die der Buddha uns gelehrt hat, zur Schulung unseres Geistes, ist die Einhaltung der Silas (Tugendregeln), die von allen buddhistischen Traditionen als essenziell betrachtet wird. Fünf dieser Silas sind richtunggebend für alle Buddhisten, seien sie nun Laien, Mönche oder Priester. Als Buddhist sollte man sich "bemühen"," es üben", "es versuchen" -

1. Keinem Wesen zu schaden oder es zu töten
2. Nichts zu nehmen, was einem nicht gehört
3. Unheilsame Sexualität sollte man meiden
4. Unrechte und harte Rede nicht führen
5. Man sollte Geisttrübende Mittel nicht zu sich nehmen

Als Shin-Buddhisten legen wir, im Gegensatz zu anderen buddhistischen Traditionen, diese (Sila)Gelübde nicht ab. Nach den Lehren Shinran Shonins sind wir egobehaftete Wesen, die zu keiner reinen Handlungsweise fähig sind. Wir sind gefangen in unserer Verblendung und unserer Ich-Bezogenheit und was immer wir auch tun, ist getrübt von dieser Ego-Perspektive. Wir sind nicht in der Lage Dinge zu denken, zu sagen oder zu tun, ohne das unser "Ich" sich einen Vorteil davon verspricht. In unserem täglichen Leben sind wir gefangen in der Vorstellung davon, was wir haben möchten, was wir loswerden wollen, was andere von uns denken und wie wir nach außen hin dastehen. Allzu häufig vergessen wir dabei, dass das Gesetz von Ursache und Wirkung, immer zutrifft. Das es völlig unpersönlich zum Tragen kommt und ohne wenn und aber Resultate hervorbringt. Als Shin-Budhisten legen wir keine Gelübde ab, von denen wir wissen, dass wir sie nicht halten können - und doch, wir sind uns bewusst, dass was immer wir auch denken, sagen und tun, Auswirkungen auf unser Leben und auf das Leben anderer hat. Amida Buddha hat uns all seine Verdienste übertragen und zum Geschenk gemacht. Aus Dankbarkeit und im Wissen um unsere Hingeburt ins Reine Land, sind wir bemüht, die Silas zu bedenken und wo immer wir können, sie zu beachten. Das diamantgleiche Vertrauen in Amidas Gelübdekraft (Shinjin) wird uns von Amida Buddha geschenkt. Unsere Hingeburt in Reine Land ist bereits beschlossen und frei von jeder Eigenkraft trägt uns Amida Buddha der Buddhaschaft entgegen. Und wenn wir auch nichts zu unserer Erlangung und Befreiung tun können, so können wir doch bemüht sein, in unserem täglichen Leben das Heilsame zu tun und das Unheilsame zu lassen. Nicht - weil es etwas zu erreichen gäbe, sondern alleine aus Dankbarkeit dafür, dass Amida Buddha uns so an nimmt wie wir sind und uns all Seine guten Verdienste im Übermaße schenkt.

In Namo Amida Butsu

Shaku Chisho

Dienstag, 8. Juli 2008

Ein Tag beginnt

Der Wecker klingelt und wieder denke ich darüber nach, mir einen Wecker zu kaufen, der einen schöneren Weckton hat. Der Weckton meines Weckers erinnert mich an die Unbarmherzigkeit des beginnenden Tages und zwingt mich aus dem Bett. Eine innere Stimme verrät mir, daß ich keine Lust habe bereits jetzt schon diesen Tag zu beginnen und schon gar keine Lust habe, die Aufgaben in Angriff zu nehme, die heute vor mir liegen. Verschlafen greife ich zur Zigarette und wünschte, ich könnte die Kaffemaschine zwingen schneller zu laufen. "Noch zwanzig Jahre bis zur Rente"; schießt es mir durch den Kopf und mit diesem Gedanken beginnt auch mein Gehirn wieder zu arbeiten und ist schon eigentlich im Dienst, obwohl ich ja noch auf dem Sofa sitze und Kaffe in mich hinein schütte. Der Buddha lehrte, daß das Leben bestimmt ist vom Leiden und wir etwas dagegen tun können. Er lehrte einen Weg hinaus aus dieser Quälerei, hinein in die Befreiung. Nur nützt mir das im Moment nicht viel, denn ich muss in einer knappen Stunde im Büro sitzen und diesen Tag leben, so wie es sich ergibt. Dabei weiß ich jetzt schon, daß dieser Tag einiges zu bieten haben wird und das verspricht nicht nur Fun. Mein Blick fällt auf meinen kleinen Hausaltar, wo Amida Buddha darauf wartet, daß er auch einmal wahrgenommen wird.
"Sorry Buddha"; höre ich mich sagen und ich knie mich vor ihn hin. Ich entzünde die Kerze und brenn ein Räucherstäbchen an. Noch verschlafen greife ich zu meinem Rosenkranz, falte die Hände und spreche die Zufluchtsformel. "Ich nehme meine Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha",und dann - "Namo Amida Butsu"! und wieder
- "Namo Amida Butsu"! und nochmal - "Namo Amida Butsu"! Ich höre die Worte meiner Stimme und fühle mich besser. Viel Zeit habe ich nicht und schon ruft das Badezimmer. Doch nochmal, - "Namo Amida Butsu" ! " Buddha, ich weiß das Du mich rufst und ich antworte Dir, jetzt in meiner Unlust und in meinem Frust über den Alltag"!
Ein kleines Lächeln bring ich schon zustande, denn ich bilde mir ein von irgendwo her seine Stimme zu hören, die sagt; "Nun beile dich aber, Du mußt los -denk einfach nur an mich und der Rest ist schon getan"! "Namo Amida Butsu", ich verbeuge mich in Gassho und spring auf. Ich muß los, ein neuer Tag im Daseinskreislauf liegt vor mir und zwischendurch werde ich nochmal an Ihn denken - "Namo Amida Butsu".

In Gassho
Shaku Chisho

Samstag, 28. Juni 2008

Amitabha Song

Verloren

Gefangen in Träumen, umgibt mich dunkle Nacht !
-Verloren-
ergreift mich seine Hand
und trägt mich der Morgendämmerung entgegen !
"Namo Amida Butsu"
"Namo Amida Butsu"

in Dankbarkeit Shaku Chisho


Freitag, 20. Juni 2008

Worte Rennyo Shonins



Rennyo Shonin (1415-1499) war ein Nachkomme Shinran Shonins und der achte Monshu des Hongwanji in Kyoto. Trotz widriger Umstände war es Meister Rennyos Verdienst, daß die Lehre Shinrans in ganz Japan gehört bzw. gelesen wurde. Seine Eigenheit, die Lehre in einfachen Worten nieder zulegen und in Briefform an die Weggefährten weiter zu vermitteln, brachten ihm hohes Ansehen ein. Meister Rennyo Shonin wird heute als Reformer unserer Tradition geehrt und sein Bild findet sich in jedem Shintemple wieder. Seine Briefe wurden in späteren Jahren von seinen Nachkommen zusammengetragen und in einem Werk zusammen gefasst.

Dieses Werk, das Gobunsho, gilt heute als einer der wichtigsten Schriften im Shinbuddhismus. In allen Tempeln unserer Tradition werden täglich Briefe Meister Rennyos rezitiert und somit der Dharma Amida Buddhas und die Lehre Shinran Shonins im Herzen bewahrt. Auszüge aus diesen Briefen möchte ich frei übersetzen, um all unseren Lesern einen Eindruck von der Größe dieses Mannes zu vermitteln.

Die Tradition des Shinran Shonin

Was in der Tradition Shinran Shonins gelehrt wird, daß das vertrauende Herz ganz unentbehrlich ist. Denn wenn wir die unterschiedlichen Praktiken aufgeben und Zuflucht zu Amida nehmen, mit der Einsgerichtetheit des Herzens, ist unsere Geburt im Reinen Land vom Buddha, durch seine unbegreifliche Gelübdekraft, begründet. Den Zustand , den wir dadurch erlangen, wird beschrieben als ; "mit dem Erwachen eines einzigen Gedankens des Vertrauens, gesellen wir uns zu Jenen, die sich im Zustand der Wahrhaftbegründeten befinden." Die Rezitation des Nembutsu soll deshalb als Nembutsu der Dankbarkeit verstanden werden, für die Güte des Tathagatas unsere Geburt im Reinen Land begründet zu haben.

demütig und respektvoll

Amida Buddha erfüllte all seine Gelübde um uns, die wir keiner reinen Praxis fähig, die Geburt ins Reinen Land zu ermöglichen. Das Aufgeben jeden Bemühens, aus eigener Kraft dort hinzugelangen, verlangt unsere Vertrauen in die Gelübdekraft des Buddha. Wenn dieses Vertrauen, sei es auch nur für einen Augenblick, in uns aufsteigt, werden wir zu all den Menschen gehören, deren Geburt durch Amidas Kraft bereits jetzt schon beschlossen ist. So soll unsere Nembutsu ein Nembutsu der Dankbarkeit sein. Denn Amida nimmt uns so an wie wir sind und er hat uns bereits einen Platz im Reinen Land gesichert, nur aufgrund unseres Vertrauens in Ihn und seinem unvergleichlichem Gelübde.

In Gassho

Shaku Chisho